Im Jahre 1507, in einer Epoche, in der sich das geographische Weltbild durch neue Entdeckungen dramatisch erweiterte und eine Flut moderner Karteneditionen erschien, wurde die Tabula Peutingeriana, die einzige erhaltene Kopie einer römischen Weltkarte, von Konrad Celtis wiederentdeckt – und kurzerhand gestohlen. Seitdem zieht dieses rätselhafte Objekt die Forschung in ihren Bann. Schon aufgrund ihrer bizarren Dimensionen (ca. 6,70 lang, aber nur 34 cm hoch) entspricht die Tabula weder antiken noch mittelalterlichen Darstellungskonventionen, geschweige denn der ptolemaios-basierten Geographie des Humanismus. Dieser Vortrag geht daher der Frage nach: Wie reagierten die Humanisten auf diese so völlig aus der Zeit gefallene Form der Visualisierung des Raumes? Wie verhält diese Karte sich zu den zeitgenössischen Sehgewohnheiten? Und welchen Gewinn konnte man aus ihrem Studium ziehen?
Dr. Silke Diederich (Köln) hält im Rahmen der IKFN-Reihe "Virtuelle Räume" einen Vortrag zu den Humanisten und der Tabula Peutingeriana
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© Romvignette, Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana