Auf Einladung von FuturMig und des Osnabrücker Geographischen Kolloquiums wagte Prof. em. Dan Hiebert von der University of British Columbia im Mai 2026 einen demografischen Blick auf Migrationszukünfte. Im Zentrum des spannenden Vortrags stand die Beobachtung, dass die Weltbevölkerung zwar aufgrund der demografischen Trägheit weiter wächst, dass dies jedoch mit einer abnehmenden Geschwindigkeit und einer zunehmenden räumlichen Fragmentierung geschieht. Während einige Weltregionen weiterhin ein hohes Wachstum verzeichnen, sind andere durch Stagnation oder Bevölkerungsrückgang gekennzeichnet. Dies gilt in besonderer Weise für Kanada. Prognosen gehen davon aus, dass in dem nordamerikanischen Land bis zum Ende dieses Jahrzehnts ein negativer Bevölkerungszuwachs einsetzen wird - der voraussichtlich über die nächsten 50 Jahre anhalten wird.
Der Vortrag beleuchtete kritisch die kanadische Strategie, Einwanderung als primäres Instrument zur Sicherung des bevölkerungs- und wirtschaftlichen Wachstums einzusetzen. Diese Strategie basiert auf den Prämissen, dass das Angebot an potenziellen Migrant:innen einerseits unerschöpflich ist, und dass die gesellschaftliche Akzeptanz der mit Migration verbundenen Transformationsprozesse andererseits hoch bleibt. Abschließend beleuchtete die Präsentation die Herausforderungen für die demografische Zukunft Kanadas in einer schrumpfenden und durch Polarisierung geprägten Welt. Wir danken Prof. em. Dan Hiebert und den vielen Gästen für den spannenden Abend.