FuturMig Lecture Series

Bildungsarbeit, ob frühkindlich, in der Schule,  in der Universität oder im Museum, ist zukunftsgerichtet: Sie zielt auf die Gestaltung künftiger Lebenswelten und bereitet auf noch unbekannte gesellschaftliche Konstellationen vor. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Migrationszukünfte imaginiert werden und welche normativen Orientierungen diesen Zukunftsvorstellungen zugrunde liegen, mit besonderer Dringlichkeit.

Der Wissenschaftsraum FuturMig widmet sich in seiner jährlichen Vorlesungsreihe der systematischen Untersuchung des Spannungsfelds aus Migration, Zukunft und Bildung. Im Rahmen der FuturMig Lecture Series werden aktuelle Forschungsarbeiten präsentiert, die der Frage nachgehen, wie Vorstellungen und Visionen von migrationsgepägten Zukünften konstruiert, (diskursiv) verhandelt und in verschiedenen Kontexten wirksam werden.

Die Veranstaltungsreihe bietet ein Forum für den interdisziplinären Austausch über theoretische Zugänge, methodologische Herausforderungen und empirische Befunde zu Zukünften der Migration, wobei die konstitutive Rolle von Bildungsakteur*innen bei der Hervorbringung und Vermittlung zukunftsbezogener Narrative besonders in den Blick genommen wird.

Format: Online-Veranstaltung. Teilnahme über folgenden  Link.

Programm im Wintersemester 2025/26

20.01.26, 16-18h

Zeynep Yanaşmayan
(Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)) 

The role of the labour market shortage narrative in the negotiation of future society visions

As Germany's structural shortages on the labor market grow, attracting labor migrants has become an important policy goal. In positing migration as a „solution" to the current and future demographic change struggles, this policy offers a discursive shift toward what is commonly called „migration celebration narrative“. Despite being seemingly positive in nature, migration celebration narrative speaks about migrants rather than with migrants. Based on ten focus groups with participants of diverse migration and non-migration biographies, including the so-called “guestworker” generation, their (grand)children, international students, and Ukrainian and Syrian refugees, in this talk I will examine how the migration celebration narrative is received by different segments of Germany’s postmigrant society.

Nachholtermin am 17.03.26, 16-18h

Prof. Dr. Aysun Doğmuş
(TU Berlin)

Zukunft im Kontext von Rassismus imaginieren

Der Vortrag nähert sich der Zukunft aus drei Blickrichtungen: Wie gestaltet sich ein Leben in rassistischen Verhältnissen? Wie kann ein Leben in rassistischen Verhältnissen gestalten werden? Ist ein Leben ohne Rassismus überhaupt denkbar? Dabei wird das Zusammenspiel von Zukunft und Imagination im Mittelpunkt der Schule beleuchtet und das pädagogische Handeln befragt. 
 

10.02.26, 16-18h

Dr. Matthias Wagner
(Universität zu Köln)

Zukunftsvisionen und Bildungsentscheidungen im Kontext transnationaler (Bildungs-)Biographie

Entlang erster Ergebnisse des laufenden Forschungsprojekts  TrEdBio (vgl. Panagiotopoulou/Wagner/Gashi 2025; Wagner/Panagiotopoulou 2025) befasst sich der Vortrag mit der bildungsbiographischen Praxis von Jugendlichen, die zusammen mit ihren Familien eine '(Trans-)Migration' von Griechenland nach Deutschland vollzogen und sich in Deutschland für den Besuch einer griechischen Auslandsschule entschieden haben. Diskutiert wird, wie die Biograph*innen in dieser in Deutschland getroffenen, jedoch transnational orientierten Bildungsentscheidung Wissen um Inklusions-/Exklusionsmechanismen im Rahmen des deutschen und griechischen Bildungssystems mit ihren – auf transnationale und soziale Mobilität ausgerichteten – Zukunftsvisionen verbinden.