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Mentoring-Programme für Nachwuchswissenschaftlerinnen an der Universität Osnabrück

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Schaubild zur Definition des Begriffes Mentoring

Die Mentoring-Programme für Nachwuchswissenschaftlerinnen zählen zu den zielgerichteten Instrumenten zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität Osnabrück. Die Universität trägt mit den Programmen dazu bei, hochqualifizierten Frauen optimale Chancen zur Verwirklichung ihrer Karrierewünsche zu bieten. Die Programme kombinieren die individuelle Mentoring-Beziehung zwischen Mentees und Mentorinnen bzw. Mentoren mit einem bedarfsorientierten Qualifizierungs-Programm, in dem der Netzwerkgedanke eine wichtige Rolle spielt. Die Mentoring-Programme sind im Zentrum für Promovierende und Postdocs an der Universität Osnabrück (ZePrOs) angesiedelt.

Staffelstabübergabe in den Mentoring-Programmen für Nachwuchswissenschaftlerinnen

Bei der diesjährigen Staffelstabübergabe in den Mentoring-Programmen für Nachwuchswissen­schaftlerinnen des ZePrOs wurden am Donnerstag, 30. März, zwölf Tandems des Mentoring-Programms für Doktorandinnen verabschiedet. Die Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung der Universität Osnabrück, Prof.in Dr. Susanne Menzel, dankte den Mentorinnen und Mentoren für ihr außer­ordent­liches Engagement in dem Programm und betont die Bedeutung des One-to-one-Mentoring, das sich durch einen vertrauensvollen Austausch von Erfahrungen und einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der beide Seiten voneinander lernen, auszeichne. Sowohl die eigenen Programm­evaluationen an der Universität Osnabrück als auch die Ergebnisse einer bundesweiten Studie würden zeigen, dass eine Schärfung der Selbstwahrnehmung für die eigenen Fähigkeiten zu den zentralen Effekten der Mentoring-Programme zählen, erläuterte  Dr. Barbara Schwerdtfeger, die das Sachgebiet „Nationale Forschungs- und Nachwuchs­förderung“ an der Universität Osnabrück leitet. Die Untersuchungen belegten zudem eine Stärkung karriererelevanter Kompetenzen, sie leisteten einen Beitrag zur Planung der nächsten Karriereschritte und zur beruflichen Orientierung der Mentees. Der Frage „Woran lassen sich Gleichstellungseffekte von Mentoring-Programmen messen?“ ging Dr. Sabine Jösting, die Gleich­stellungsbeauftragte der Universität Osnabrück,  in ihrem Vortrag nach. Aus ihrer Sicht  bemisst sich der Gleichstellungseffekt nicht allein an der Anzahl weiblicher Führungskräfte. Mit den Mentoring-Programmen würden Reflexions­räume für Wissenschaftlerinnen geschaffen, die es ermöglichen, Karrierewege und Institutionen kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen. Die damit herbeigeführte bewusste Entscheidung für und auch gegen eine Führungs­position in der Wissenschaft bzw. in der Wirtschaft stelle ebenso einen wichtigen Gleichstellungseffekt dar. Weiterlesen

Programm         Vortrag Dr. Modler

Tandems aus dem Mentoring-Programm für Doktorandinnen berichten:

(v.l.n.r.: Dr. Bettina Schultewolter, Mentorin, Volkswagen AG Wolfsburg; Kirsten Liere-Netheler, Mentee, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften; Elisabeth Spiecker genannt Döhmann, Mentee, Fachbereich Rechtswissenschaften)

Einen Einblick in die Zusammenarbeit von zwei Tandems des Mentoring-Programms für Doktorandinnen gaben Dr. Bettina Schultewolter und Kirsten Liere-Netheler sowie Elisabeth Spiecker genannt Döhmann.

"Das Mentoring bietet nicht nur Gelegenheit zur Selbstreflektion, sondern auch einen einmaligen Einblick in aktuelle berufliche Herausforderungen der MentorInnen. Die Gestaltung der Mentoring-Beziehung liegt in der eigenen Hand. Und diese Chance sollte kein Mentee ungenutzt lassen." Elisabeth Spiecker genannt Döhmann

Es ist besonders wertvoll, eine Ansprechperson für alle Fragen zu haben, die aus einem ganz anderen Umfeld stammt und die eigenen Anliegen trotzdem voll und ganz nachvollziehen kann.“ Kirsten Liere-Netheler
Es war immer schön zu merken, dass sie nach dem gemeinsamen Treffen mit neuer Motivation und zufrieden zurück nach Hause gefahren ist. Auch oder gerade wenn sie vorher recht angespannt und demotiviert war.“ Dr. Bettina Schultewolter

Aktuelles Programm

Mentoring-Programm für Postdoktorandinnen und Juniorprofessorinnen: "Wissenschaftlerinnen machen Karriere" (Januar 2017 - Juni 2018)

  • Programmflyer DE, EN
  • Aktuelle Termine DE, EN
  • Leitfaden für Mentor*innen und Mentees DE, EN (folgt)

Bedeutung des Mentoring

Mentoring lässt sich definieren als eine Förderbeziehung zwischen einer erfahrenen Führungskraft (Mentorin oder Mentor) und einer Nachwuchskraft mit Führungspotenzial (Mentee). In der Mentoring-Beziehung geht es um die individuelle Karriere- und Persönlichkeitsentwicklung der Mentee. Mentoring ist eine Form informellen Lernens, bei dem Erfahrungen und Wissen zwischen Menschen unterschiedlicher Entwicklungs- und Hierarchiestufen ausgetauscht werden.

Während Mentoring-Programme in Wirtschaft und Politik schon länger etabliert sind, haben sie seit den 1990er Jahren zunehmend Verbreitung an Universitäten gefunden und sich als Instrumente zur effektiven und zielgerichteten Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengerechtigkeit bewährt.

Ziele des Mentoring

Qualitätsstandards

Die Mentoring-Programme der Universität Osnabrück sind auf der Grundlage der Qualitätsstandards des Bundesverbandes Forum Mentoring e.V. konzipiert.

Mit steigender Qualifizierungsstufe lässt sich innerhalb des Wissenschaftssystems ein sinkender Anteil an Frauen feststellen. Mit diesem als "leaky pipeline" bekannten Phänomen geht beträchtliches wissenschaftliches Potential für Universitäten verloren. So verzeichnet die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) für 2011 einen bundesweiten durchschnittlichen Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der Professuren von 18% Prozent. Zu den Ursachen zählen oft fehlende Netzwerke und Vorbilder für junge Nachwuchswissenschaftlerinnen oder eine zielgerichtete Unterstützung bei der Karriereplanung. Mit den Mentoring-Programmen möchte die Universität Osnabrück einen Beitrag dazu leisten, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Entsprechend ihres spezifischen Beratungsbedarfs sollen hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen auf ihrem Weg in Führungspositionen individuell gefördert werden. Hierbei sollen ihre Kompetenzen und Potenziale gestärkt und sichtbar gemacht werden. Mittelfristig sollen die Mentoring-Programme zum Erreichen einer größeren Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen beitragen.

Vorteile des Mentoring

Von einem Mentoring-Programm profitieren alle Beteiligten. Der Gewinn liegt vor allem auf Seiten der Mentees, die eine individuelle akademische Karriereberatung erhalten. Aber auch Mentorinnen und Mentoren, die sich ehrenamtlich in der Nachwuchsförderung engagieren und die Universitäten, die das Programm in ihr Angebot zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aufgenommen haben, ziehen einen Nutzen daraus.

Nutzen für Mentees:

  • Individuelle Unterstützung bei der strategischen Karriereplanung
  • Qualifizierung in wissenschaftsspezifischen und fachübergreifenden Schlüsselkompetenzen
  • Stärkung von Management- und Führungskompetenzen
  • Erweiterung der Kenntnisse über Hochschulpolitik und Akquise von Forschungsfördermitteln
  • Informationen über informelle „Spielregeln“ innerhalb des Wissenschaftssystems
  • Erschließung interdisziplinärer Netzwerke

Nutzen für Mentorinnen und Mentoren:

  • Aktive Rolle in der akademischen Nachwuchsförderung und Spaß, einen jungen Menschen beruflich voranzubringen
  • Feedback und Information aus einer anderen Hierarchieebene, die eigene Mitarbeiterinnen nicht so offen zurückspiegeln
  • Reflexion des eigenen Karriereweges und der eigenen Führungserfahrungen
  • Weiterentwicklung der Beratungskompetenzen und Gewinn neuer Impulse für die eigene Arbeit
  • Erweiterung interdisziplinärer wissenschaftlicher Netzwerke

Nutzen für die Universität

  • Qualitätssteigerung in der Nachwuchsförderung
  • Vorteile im Wettbewerb um wissenschaftlichen Nachwuchs durch eine zielorientierte und bedarfsgerechte Förderung
  • Beitrag zu gleichstellungsorientierter Wissenschaftskultur durch Förderung von Chancengerechtigkeit
  • Erzeugung von Synergien durch Networking (z.B. neue Forschungskooperationen zu interdisziplinären Fragen)