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Schriftgrafik mit Aufschrift "Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt — [K]ein Thema für Hochschulen ?!"

Aktionstag 25.11.2022

Jährlich beginnt am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, die UN-Kampagne Orange the World. Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Gleichstellungsbüro mit eigenen Aktionen an der Kampagne, um auf geschlechterbasierte Gewalt im Hochschulkontext und darüber hinaus aufmerksam zu machen.

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt — [K]ein Thema für Hochschulen ?!

Das Ausmaß sexualisierter Diskriminierung, Belästigung und Gewalt im Kontext der Hochschule wird oft unterschätzt. Dabei zeigen auch die jüngsten Zahlen, dass Universitäten alles andere als gewaltfreie Räume sind. Eine in diesem Jahr an 46 europäischen Universitäten durchgeführte Studie (Lipinsky, Schredl, Baumann, Humbert & Tanwar, 2022) berichtet beispielsweise, dass fast zwei von drei befragten Studierenden und Mitarbeitenden mindestens eine Form geschlechtsbasierter Gewalt erlebt haben, seit sie ihr Studium bzw. ihre Stelle angetreten sind. Der Begriff der Gewalt bezieht sich in diesem Fall auf pyhsische und sexuelle Übergriffe, auf Vorfälle sexueller Belästigung, auf die Ausübung von psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, sowie auf Gewalt im digitalen Raum, wobei die psychische Gewalt und die sexuelle Belästigung die am häufigsten berichteten Formen darstellen.

Geschlechtsbasierte Gewalt betrifft Personen aller Geschlechter, weibliche Studierende und Mitarbeitende sind jedoch stärker betroffen als ihre männlichen Mitstudierenden und Kollegen; am stärksten betroffen sind Personen, die sich weder mit dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht identifizieren. Statistisch steigt die Wahrscheinlichkeit, von geschlechtsbasierter Gewalt betroffen zu sein, zudem mit der Angehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit, der Angehörigkeit zur LGBTIQ* Community sowie mit einer Beeinträchtigung oder chronischen Erkrankung.

Auf Studium und Berufsleben der Betroffenen wirkt sich geschlechtsbasierte Gewalt auf unterschiedliche Arten negativ aus. Im Vergleich zu Studierenden, die keine geschlechtsbasierter Gewalt erlebt haben, verpassen Betroffene beispielsweise häufiger Lehrveranstaltungen oder verlassen sie ganz, sie fühlen sich öfter von ihren Mitstudierenden isoliert, ziehen häufiger den Studienabbruch in Betracht und entscheiden häufiger, das akademische System nach ihrem aktuell angestrebten Abschluss zu verlassen. Auch die betroffenen Mitarbeitenden bleiben der Arbeitsstelle häufiger fern, fühlen sich öfter von ihren Kolleg*innen isoliert und ziehen häufiger einen Wechsel der Arbeitsstelle oder ein Verlassen des Hochschulsystems in Betracht, als ihre nicht von geschlechtsbasierter Gewalt betroffenen Kolleg*innen.

Doch obwohl so viele Hochschulangehörige geschlechtsbasierte Gewalt erfahren, wird nur ein Bruchteil von Vorfällen offiziell gemeldet. Als Grund dafür geben die Betroffenen häufig an, das Verhalten für nicht schlimm genug gehalten oder es erst nachträglich als Gewalt erkannt zu haben. Den heutigen Aktionstag möchten wir daher zum Anlass nehmen, den Themenkomplex der sexualisierten Gewalt und ihrer Folgen in das Bewusstsein der Universitätsgemeinschaft zu rücken. Symbolisch hängt daher an je zwei von drei Sitzplätzen in einigen großen Hörsälen sowie in den Mensen am Westerberg und am Schlossgarten orangefarbene Plakate, die das Ausmaß sexualisierter Gewalt veranschaulichen und darüber informieren.

Darüber hinaus beteiligt sich die Universität Osnabrück an der vom Zonta Club Westfälischer Friede koordinierten Aktion, bei der — angelehnt an die Aktion La Panchina Rossa — in der Stadt und im Landkreis Osnabrück über 40 orangefarbene Bänke aufgestellt werden. Die beiden auf dem Campus aufgestellten Bänke tragen den Schriftzug Hier ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen und Mädchenund setzen ein nachhaltiges Zeichen für die Bestrebung, die Universität Osnabrück zu einem gewaltfreien Ort für alle ihre Angehörige werden zu lassen. Am heutigen Aktionstag finden Sie die Bänke an den Ständen des Gleichstellungsbüros auf dem Vorplatz des EW-Gebäudes und auf dem Mensavorplatz am Westerberg. Kommen Sie gerne vorbei, wenn Sie Fragen haben oder uns Ihre Gedanken zum Aktionstag mitteilen möchten.

Zuletzt möchten wir ganz ausdrücklich auf die Richtlinie gegen sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Gewalt (PDF, 176 kB) aufmerksam machen und unser anonymes Erstberatungssystem vorstellen. Mit diesem niedrigschwelligen Angebot möchten wir Betroffenen die Möglichkeit geben, sich über das Erlebte auszutauschen und ohne jeglichen Handlungsdruck die erlebte Situation einzuschätzen. Darüber hinaus klären wir Sie über mögliche weitere Schritten und Beratungsangebote auf. Auch bei Zweifel darüber, ob das Verhalten sexuelle Belästigung ist, können Sie sich an die Berater*innen wenden.

Sollten Sie von geschlechtsbezogener Gewalt betroffen sein oder Fragen zu dem Thema haben, ist es gut, sich Hilfe zu holen.




Das Gleichstellungsbüro

Dr.in Sabine Jösting

Dr.in Sabine Jösting. Foto: Stephan Schute

Tel.: +49 541 969 4767
sabine.joesting@uni-osnabrueck.de

Raum: 52/507
Gleichstellungsbüro
Neuer Graben 7/9
49074 Osnabrück

Sprechzeiten: nach Vereinbarung

Annkatrin Kalas, M.A.

Annkatrin Kalas. Foto: Stephan Schute

Tel.: +49 541 969 4520
annkatrin.kalas@uni-osnabrueck.de

Raum: 52/510
Gleichstellungsbüro
Neuer Graben 7/9
49074 Osnabrück

Sprechzeiten: nach Vereinbarung







































Externe Angebote

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Klinik in Osnabrück: Marienhospital

Ein Team qualifizierter Erstberater*innen außerhalb und innerhalb der Universität hilft Ihnen ohne jeglichen Handlungsdruck, die erlebte Situation einzuschätzen, und klärt Sie über mögliche weitere Schritte auf. Wie Sie mit dem Erlebten umgehen möchten, entscheiden Sie. Wir nehmen Sie ernst und stehen Ihnen beratend zur Seite. Auch bei Zweifeln darüber, ob ein Verhalten sexualisierte Belästigung darstellt, können Sie sich an uns wenden.