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Digitalisierung der Arbeit: Erweiterte und virtuelle Welten

Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg „Vertrauen und Akzeptanz in erweiterten und virtuellen Arbeitswelten“ (va-eva) der Universität Osnabrück organisierte im Wintersemester 2019/2020 eine Ringvorlesung rund um ihr Forschungsthema.

Jannis Vogel, Universität Osnabrück, präsentierte aktuelle Typen und Modelle der AR- & VR-Technologie. Foto: Cosima Koßmann

In insgesamt elf Vorträgen boten Expert*innen der Universität und Gastvortragende aus Wissenschaft und Praxis Einblick in unterschiedliche Perspektiven auf Digitalisierung von Arbeit im Allgemeinen und den Möglichkeiten von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) im Speziellen.

Die Reihe startete mit drei Vorträgen aus der Wirtschaftsinformatik. In der Auftaktveranstaltung wurden die Grundlagen der erweiterten und virtuellen Realitäten vermittelt, Vor- und Nachteile unterschiedlichster Endgeräte im Bereich der Smart Glasses, Augmented Reality- und Virtual Reality-Headsets erläutert und ihre Funktionsweise anhand von Praxisbeispielen für die zukünftige Arbeitswelt näher beleuchtet. Im zweiten Vortrag stellte Dr. Thomas Schüler (SALT AND PEPPER Software GmbH & Co. KG, Osnabrück) den Entwicklungsprozess ihrer Virtual Reality-basierten Lösungen vor, die insbesondere in der Planung von Arbeitsplätzen im Bereich der Produktion und Montage eingesetzt werden. Jannis Vogel und Julian Schuir präsentierten aktuelle Typen und Modelle der AR- & VR-Technologie, wobei die Teilnehmer die Technologien anhand von anwendungsbezogenen Prototypen selbst testen konnten.

Der erste Vortrag der psychologischen Fachrichtung von Prof. Dr. Kai-Christoph Hamborg (Uni Osnabrück) beleuchtete die konkrete Evaluation von VR- und AR-Anwendungen unter methodischen und methodologischen Gesichtspunkten und ging dabei auf die Zielsetzung von Evaluationen, auf relevante Kriterien sowie auf den Prozess ein. Der Vortrag von Dr. Benjamin Schöne (Uni Osnabrück) widmete sich der Fragestellung „Wie real ist die virtuelle Realität?“, wobei Dr. Schöne verschiedene Forschungsergebnisse präsentierte, welche auf den Vergleich von kognitiven Prozessen zwischen VR und der analogen Realität abzielten.

In den Vorträgen der Rechtswissenschaft thematisierten Prof. Dr. Mary-Rose McGuire (Uni Osnabrück) und Hülya Mese-Wichmann (SALT AND PEPPER Software GmbH & Co. KG, Osnabrück) den Schutz geistiger Leistungen sowie die Verwertung und Durchsetzung von Geschäftsmodellen. Prof. Dr. McGuire gab in ihrem Vortrag einen allgemeinen Überblick über Rechte des geistigen Eigentums und ging darauf ein, welche Rechte im Zusammenhang mit AR und VR betroffen sein können. Frau Mese-Wichmann berichtete aus ihrem Arbeitsalltag als Syndikusanwältin und ging insbesondere auf die Frage ein, wie Geschäftsmodelle rund um AR und VR rechtlich verwertet und im Ernstfall auch durchgesetzt werden können.

Die Vorträge aus den Kognitionswissenschaften begann Prof. Dr. Peter König (Uni Osnabrück) mit der Präsentation früherer Studienprojekte, in denen ethische Aspekte des autonomen Fahrens von Fahrzeugen untersucht wurden. Es wurden insbesondere Szenarien vorgestellt, die eine moralische Entscheidungsfindung derartiger Fahrzeuge beinhalten. Im anschließenden Vortrag gab Maximilian Wächter (Uni Osnabrück) einen Einblick darin, wie sich Fragestellungen zur Akzeptanz und dem Vertrauen in autonome Fahrzeuge im Rahmen von skalierbaren Experimenten in der virtuellen Realität messen lassen. Zur Veranschaulichung diente das Projekt Westdrive, das er und seine Kollegen im Rahmen ihrer Doktorarbeit konzipiert und bereits auf der MS Wissenschaft mit ca. 10.000 Versuchsteilnehmern erfolgreich durchgeführt haben.

Den Abschluss bereiteten zwei Vorträge aus der Soziologie. Prof. Dr. Hajo Holst (Uni Osnabrück) präsentierte in seinem Vortrag einen Überblick sowohl über die bis heute relevanten arbeitssoziologischen Thesen als auch über die aktuellen empirischen Forschungsprojekte und -ergebnisse des Fachbereichs Wirtschaftssoziologie zu Digitalisierung der Arbeit, insbesondere mit dem Fokus auf die Arbeitnehmer*innen-Perspektive. Der Arbeitssoziologe Dr. Florian Butollo (WZB, Berlin) stellte seine Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die internationale Arbeitsteilung vor, die durch seine Expertise über die Unterschiede der gelebten Arbeitswelt-Digitalisierung in Deutschland und China bereichert wurden.

Den Vorträgen folgten stets interessante und aufschlussreiche Diskussionsrunden mit dem Publikum, in denen offene Fragen beantwortet und verschiedene Überlegungen und Aspekte (intra- & interdisziplinär) zusammengebracht wurden. Die Vortragsreihe richtete sich an alle, die an einem Überblick über die aktuellen Forschungsfragen zu diesem aktuell sehr relevanten Thema interessiert sind und wurde sowohl von Studierenden und Mitarbeiter*innen verschiedener Fachrichtungen als auch Externen besucht.

Mehr zum interdisziplinären Graduiertenkolleg „Vertrauen und Akzeptanz in erweiterten und virtuellen Arbeitswelten“ (va-eva)