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Pressemeldung

Nr. 72 / 2019

02. Mai 2019 : Bulgarisches Judenspanisch – Weit verstreut und doch einheitlich: Ein Vortrag des Linguistischen Kolloquiums am 9. Mai

Das Kolloquium des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Osnabrück lädt am Donnerstag, 9. Mai, zu einem Vortrag von Jonas Grünke über bulgarisches Judenspanisch ein. Als zweiter Beitrag der Vortragsreihe „Die Mehrheit der Sprachen – Minderheitensprachen im Fokus“ möchte das Kolloquium um 18.15 Uhr im Schlosshauptgebäude, Raum 11/212, deutlich machen, wie vielfältig der Schatz an Sprachen in unserer Welt ist und welchen Bedrohungen sie ausgesetzt sind.

© Jorge Vega

Jonas Grünke spricht in seinem Vortrag am 9. Mai über bulgarisches Judenspanisch, das trotz weiter Verstreung noch erstaunlich einheitlich ist.

Obwohl Judenspanisch heute in weit verstreuten Gebieten gesprochen wird und mit unterschiedlichen Sprachen im Kontakt steht, ist diese bedrohte Sprache noch immer erstaunlich einheitlich, ohne dabei über eine eigene normierte Standardvarietät zu verfügen. Dennoch lässt sich in nahezu allen sprachlichen Bereichen zeigen, dass die entsprechenden Kontaktvarietäten das Judenspanische nicht nur stark beeinflussen, sondern sogar, dass in manchen Fällen Normen der Kontaktsprache auf das Judenspanische übertragen werden, wodurch verschiedene „(Normierungs-)Zentren“ entstehen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit der in Sofia gesprochenen Varietät und diskutiert anhand (semi-)spontansprachlicher narrativer Interviews mit vier judenspanisch-bulgarisch bilingualen Sprecherinnen und entsprechenden Kontrolldaten von einer monolingualen bulgarischen Kontrollgruppe den Einfluss des Bulgarischen auf Prosodie (Intonation und Rhythmus), segmentale Phonetik und Phonologie (Vokalanhebung) und Syntax (Fronting und Possessivstrukturen).

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Ina Lehmkuhle M.A., Universität Osnabrück
Institut für Germanistik
Neuer Graben 40, 49074 Osnabrück
Tel.: + 49 541 969 4119
ina.lehmkuhle@uos.de