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Pressemeldung

Nr. 189 / 2019

17. Oktober 2019 : „Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses“: Geschichtswissenschaftlicher Workshop an der Uni Osnabrück 

Ein geschichtswissenschaftlicher Workshop an der Universität Osnabrück untersucht am Freitag, 25. Oktober, die Gruppe von Gesandten, die die Friedensverhandlungen im Jahr 1648 zum Erfolg führte – die sogenannte Dritte Partei der Reichsstände.

Gemeinhin gilt der Westfälische Frieden von 1648 als ein Vertrag, der zwischen den großen Mächten Frankreich und Schweden sowie dem römisch-deutschen Kaiser geschlossen wurde. „Kaum bekannt hingegen ist allerdings, dass nicht die großen Mächte den Westfälischen Frieden herbeiführten, sondern eine Gruppe von weniger mächtigen Fürsten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und ihren Gesandten“, sagt die Expertin Prof. Dr. Siegrid Westphal von der Uni Osnabrück, Direktorin des dortigen Forschungszentrums Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN). Die reichsständische Gruppe, die maßgeblich zum Erfolg des Westfälischen Friedenskongresses beitrug, wird auch als Dritte Partei der Reichsstände bezeichnet. Trotz ihres durchschlagenden Erfolges beim Zustandekommen des „größte[n] Friedenswerk[s] der Neuzeit“ (Johannes Burkhardt) ist die Gruppe bislang allerdings kaum erforscht. Um diesem Forschungsdesiderat zu begegnen, findet am 25. Oktober ein geschichtswissenschaftlicher Workshop mit dem Titel: „Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses. Mediation, Umfeld und Kontinuität“ in Osnabrück statt.

„In dem Workshop und in einem laufenden Forschungsprojekt geht es uns darum, herauszufinden, wie es der überkonfessionellen Dritten Partei der Reichsstände im letzten Jahr der Friedensverhandlungen gelang, die letzten Hindernisse des Kongresses zu überwinden. Wir konnten bereits feststellen, dass die Gruppe dafür zum Teil sogar in Kauf nahm, den Kaiser zu umgehen“, ergänzt der Wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Volker Arnke. Denn die Dritte Partei verhandelte im Namen des Reiches direkt mit den auswärtigen Kronen Frankreich und Schweden, um den seit Sommer 1647 festgefahrenen Aushandlungsprozess wiederzubeleben.

Der Workshop konzentriert sich nun auf die Handlungspraktiken und -spielräume der Dritten Partei. So trat die Gruppe in den letzten großen Fragen der Friedensverhandlungen zum einen als Vermittler (Mediator) auf, verfolgte zum anderen aber auch klare Eigeninteressen. Darüber hinaus betrachten die Forscherinnen und Forscher das Umfeld der Dritten Partei auf dem Kongress und beleuchten dabei die Interaktion der Gruppe mit den politisch mächtigsten Gesandtschaften sowie mit einigen kompromisslosen Reichsständen. Schließlich wird ein Blick auf Kontinuitätslinien der Dritten Partei geworfen, um der Frage nachzugehen, ob sie als politisch-diplomatisches Mittel weiterhin genutzt wurde. Ausgerichtet wird der Workshop vom DFG-geförderten Forschungsprojekt „Frieden als Kommunikationsprozess. Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses“, das am Forschungszentrum IKFN angesiedelt ist. Das Projekt wird geleitet von Prof. Dr. Siegrid Westphal und bearbeitet von Dr. Volker Arnke.

Weitere Informationen unter: www.ikfn.uni-osnabrueck.de

Weitere Informationen für die Redaktionen:

Dr. Volker Arnke, Universität Osnabrück

Forschungszentrum Institut für 

Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)

Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück

Tel.: +49 (0) 541 969-6021

volker.arnke@uni-osnabrueck.de

Prof. Dr. Siegrid Westphal, Universität Osnabrück

Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit & 

Forschungszentrum IKFN

Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück

Tel.: + 49 (0) 541/969 4418
siegrid.westphal@uni-osnabrueck.de