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Pressemeldung

Nr. 200 / 2019

28. Oktober 2019 : Feld- und Stallarbeit in digitalen Zeiten: Uni koordiniert Zukunftslabor Digitalisierung Agrar

Es ist einer der thematischen Schwerpunkte des KI-Campus der Universität Osnabrück: die Digitalisierung der Landwirtschaft, also die Vernetzung und datentechnische Integration von Maschinen, Prozessen und Akteuren der landwirtschaftlichen Produktion. Unter Federführung von Prof. Dr. Joachim Hertzberg wird die Universität mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und landwirtschaftlichen Betrieben die Koordination des Zukunftslabors Digitalisierung Agrar (ZLA) übernehmen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) stellt für das Labor insgesamt rund 3,7 Millionen Euro bereit. 

Prof. Hertzberg und Minister Thümler (rechts) freuen sich über die Einrichtung des ZLA Großansicht öffnen

© Thomas Bals/Universität Osnabrück

Prof. Hertzberg und Minister Thümler (rechts) freuen sich über die Einrichtung des ZLA

Zum Hintergrund: Das ZLA ist eines von sechs "Zukunftslaboren Digitalisierung", die das MWK zu unterschiedlichen Anwendungsthemen einrichtet. Koordiniert werden die Labore durch das Zentrum Digitale Innovation (ZDIN) in Oldenburg, dessen Direktorium am 28. Oktober in Hannover im Rahmen einer Feierstunde konstituiert wurde. Das ZDIN soll den Prozess der digitalen Transformation in Niedersachsen wissenschaftlich begleiten, mitgestalten und Innovationen erleichtern. Generelles Ziel ist die Stärkung der niedersächsischen Forschungskompetenzen in der Digitalisierung und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. Darüber hinaus ist es Aufgabe, den Dialog mit der Gesellschaft zu begleiten. Die Zukunftslabore werden dabei definiert als Themenplattformen, in denen sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit Praxispartnern vernetzen. 

Im Mittelpunkt der Forschung im ZLA wird unter anderem gefragt wie es möglich ist, die Datendurchlässigkeit und Datenhoheit bei der Digitalisierung der Landwirtschaft zu gewährleisten und wie man die ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Erzeugung durch Digitalisierung unterstützen kann. Denn grundsätzlich gilt, dass bei der Digitalisierung der Landwirtschaft im Erfolgsfall große Datenmengen entstehen. KI-Methoden spielen bei der Analyse dieser Daten auf allen Ebenen der Untersuchung eine zentrale Rolle.

In diesem Sinne gehören zu den maßgeblichen Aufgaben des ZLA das Datenmanagement und die Dateninterpretation sowie die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Arbeitsumfeld, die Ausbildungsinhalte und die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. „ Digitalisierung nützt zum Beispiel bei der Dokumentation“, so Prof. Hertzberg. „Bauern müssen und wollen dokumentieren, dass sie bei der Arbeit im Stall und auf dem Feld alle Gesetze und Regeln einhalten. Wenn diese Dokumentation, die zum Teil in Inhalt und Form gesetzlich vorgeschrieben ist, in digitalisierten Prozessen gleichsam nebenher, aber zuverlässig abfällt und in dieser Form auch rechtlich akzeptiert wird, spart das einen Riesenaufwand.“ 

Koordiniert von der Universität Osnabrück, nehmen neben einer Vielzahl von Praxispartnern, wie landwirtschaftlichen Betrieben und Unternehmen aus der Lebensmittelbranche, folgende Wissenschaftseinrichtungen am ZLA teil:Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Hochschule Osnabrück, Julius Kühn-Institut, Thünen-Institut, Technische Universität Braunschweig, Universität Göttingen sowie die Universität Vechta.

Die Universität Osnabrück kann auf eine langjährige Expertise in diesem Bereich zurückblicken, wie der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, beim Startschuss für die Zukunftslaborehervorhob. Und die Präsidentin der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, ergänzt: „Unsere Universität mit dem KI-Campus bietet sich geradezu idealtyptisch an, um die Forschungsarbeit eines solches Zukunftslabors zu koordinieren, da wir neben der wissenschaftlichen Expertise zugleich ein umfassendes Netzwerk an Institutionen mitbringen, welches den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis und auch deren Rückkoppelung in die Wissenschaft gewährleistet. Es macht mich sehr glücklich, dass diese Erfahrungen auch von Seiten des Ministeriums so wertgeschätzt werden.“ 

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Neuer Graben 29/Schloss, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 4516
E-Mail: oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de