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Pressemeldung

Nr. 163 / 2019

20. September 2019 : Großangelegte Grabungen in Kalkriese - Finanzminister Hilbers und die designierte Unipräsidentin Menzel-Riedl informieren sich über erste Funde der Grabungssaison

Seit Anfang September wird im Museumspark Kalkriese auf dem so genannten Oberesch im Museumspark gegraben. Grund genug für den niedersächsischen Finanzminister Reinhold Hilbers zusammen mit Geschäftsführer und Sammlungsleiter des Museums, Dr. Joseph Rottmann und Dr. Stefan Burmeister sowie der designierten Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl sich vor Ort ein Bild zu machen.

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© Varusschlacht im Osnabrücker Land/Hermann Pentermann

Finanzminister Reinhold Hilbers (5.v.r) eröffnet als Grabungspate gemeinsam mit (v.l.) Prof. Dr. Joachim Härtling (Institut für Geografie Universität Osnabrück) Matthias Selle (Kreisrat Landkreis Osnabrück) Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl (designierte Präsidentin der Universität Osnabrück) Dr. Joseph Rottmann (Geschäftsführer Varusschlacht im Osnabrücker Land) die archäologischen Grabungen in Kalkriese.

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© Varusschlacht im Osnabrücker Land/Hermann Pentermann

Das Archäologie-Team bei den Ausgrabungen in Kalkriese.

Erste Funde der diesjährigen Grabungssaison konnten sich die Gäste anschauen. „Die Geschichte zu erforschen und durch Ausgrabungen wortwörtlich greifbar zu machen ist spannend und zugleich aufschlussreich. Ich freue mich, als Grabungspate in die aktuellen Grabungen im Park Kalkriese Einblick nehmen zu dürfen, die sicher auch helfen die Landschaftsgeschichte besser zu verstehen“, so Reinhold Hilbers, der auch Grabungspate ist.
Ziel der Grabungskampagne ist es, weitere Erkenntnisse zu den bisher entdeckten Wall-Graben-Anlagen zu gewinnen und die Befunde in einen Gesamtzusammenhang zu bringen. Dazu hat das Kalkrieser Archäologie-Team in Kooperation mit der Universität Osnabrück und in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München auf dem Oberesch einen rund 60 Quadratmeter großen Schnitt und eine 30 Meter lange „Sondage“ angelegt. Die  diesjährigen Ausgrabungen sind eine Fortführung der Grabungen der letzten Jahre.

Auf der nördlichen Seite des Museumsparks ist vor drei Jahren eine weitere Wall-Graben-Anlage entdeckt worden. Es soll überprüft werden, ob die beiden Wälle zu einer gemeinsamen Anlage gehören. Perspektivisch wollen die Forscher ein durchgehendes Profil des Obereschs erstellen und so ein zusammenhängendes Bild von diesem Ort erhalten. „Wir arbeiten mit neuen Methoden und Verfahren. Die Ausgrabungen in den letzten Jahren haben uns viele neue Erkenntnisse gebracht, aber zugleich neue Fragen aufgeworfen. Mit der jetzigen Kampagne versuchen wir den Schlachtverlauf besser zu verstehen, um so das Bild über die Geschehnisse vor 2000 Jahren besser fassen zu können“ so Dr. Stefan Burmeister, Leiter der Sammlung, der in  Museum und Park Kalkriese für das Kooperationsprojekt zuständig ist.

Ein weiteres Ziel der Grabung ist es, gemeinsam mit dem Institut für Geographie der Universität Osnabrück durch geoarchäologische Untersuchungen die Landschaftsgeschichte des Ortes zu rekonstruieren, erläuterte Prof. Dr. Joachim Härtling.

„Kalkriese bleibt ein spannendes wissenschaftliches Projekt. Die langjährige Kooperation des Museums mit der Universität Osnabrück im Bereich der Forschung hat sich bewährt und bietet unseren Studierenden spannende Ansatzpunkte in der Lehre. Dazu arbeiten unterschiedliche Fachdisziplinen unserer Universität eng zusammen und tragen dazu bei, diesen Teil der Geschichte zu erschließen, für Lehre und Forschung, aber auch für ein interessiertes Publikum weit über die Region hinaus“, freut sich die designierte Präsidentin der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl.

„Seit mehr als 30 Jahren wird in Kalkriese geforscht; seit über 20 Jahren im Rahmen von staatlichen Grabungen. Hier ist noch lange nicht alles eindeutig geklärt – genau das macht das Projekt so spannend und ich bin zuversichtlich, dass hier noch Arbeit für viele Generationen von Archäologen ist“, bilanziert Dr. Joseph Rottmann, Geschäftsführer Varusschlacht im Osnabrücker Land.

Eine Reihe von römischen Funden haben die Archäologen bei den diesjährigen Ausgrabungen entdeckt. Darunter ein Schloss, das möglicherweise von einer kleinen Truhe stammt. Besonders schön anzusehen ist eine aufwendig verzierte und sehr gut erhaltene Gürtelschnalle. Wie auch bei anderen Grabungen in Kalkriese üblich sind viele Fragmente von römischen Ausrüstungsgegenständen aus dem militärischen und zivilen Bereich wie Münzen, Fibeln und Nägel aller Art ans Tageslicht gekommen.

Die Funde und Befunde passen in das bisherige Fundspektrum und somit auch in die Datierung des Kampfplatzes. Nach wie vor geht das Kalkrieser Wissenschaftlerteam davon aus, dass es sich hier um ein Ereignis der Varusschlacht handelt. Die Grabungen laufen noch bis Mitte Oktober unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Salvatore Ortis (Ludwig-Maximilians-Universität München) weiter.

Die derzeitige Grabungskampagne wird im Rahmen der Grundförderung durch den Kooperationsvertrag mit dem Land Niedersachsen und der Universität Osnabrück und einem Grabungsvertrag mit dem Landkreis Osnabrück ermöglicht. Projektbezogen haben die Stiftung der Sparkasse Osnabrück, die Varus-Gesellschaft, MBN Bau AG und Boels/Rental die diesjährige Grabung unterstützt.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Caroline Flöring
Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese –
Venner Straße 69, 49565 Bramsche-Kalkriese,
Tel. +49 (0)5468/ 9204-40,
caroline.floering@kalkriese-varusschlacht.de