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Pressemeldung

Nr. 7 / 2020

09. Januar 2020 : Maschinen lernen das Lernen – Universität Osnabrück erhält Stiftungsprofessur „Maschinelles Lernen“

Künstliche Intelligenz (KI) wirkt in die Arbeitswelt, das private Umfeld und die gesamtgesellschaftliche Entwicklung hinein. Der KI-Campus der Universität Osnabrück ist ein bundesweit beachteter Hotspot zu dieser Thematik und den damit zusammenhängenden sozialen, ethischen und rechtlichen Implikationen. Dank eines weitreichenden großzügigen finanziellen und ideellen Engagements vier mittelständischer Unternehmen, der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie der Stadt und des Landkreises Osnabrück erfährt der Campus nun durch die Einrichtung einer Stiftungsprofessur „Maschinelles Lernen“ eine weitere Aufwertung.

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© Elena Scholz/Universität Osnabrück

Konzertierte Aktion: Vertreterinnen und Vertreter von Universität, regionalen Unternehmen, IHK sowie Stadt und Landkreis freuen sich über die Einrichtung der Stiftungsprofessur.

„Mit dieser Professur können wir unsere bereits bestehende eindrucksvolle Expertise im Bereich Digitalisierung und KI weiter ausbauen“, so Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl. „Dies ist nur möglich durch das Engagement unserer regionalen Partner aus Wirtschaft, Stadt und Land, denen ich an dieser Stelle noch einmal im Namen der gesamten Universität danken möchte.“

Für die Finanzierung in Höhe von 1,5 Millionen Euro haben sich die Kampmann GmbH, die Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG, die Maschinenfabrik Bernard KRONE GmbH & Co. KG, die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die IHK sowie Stadt und Landkreis zusammengeschlossen. Jedes der beteiligten Unternehmen und die IHK über die Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim gGmbHbeteiligen sich jeweils mit 100.000 Euro, Stadt und Landkreis mit jeweils 500.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren; die Verstetigung der Professur übernimmt die Universität.

„Die Stadt beteiligt sich an diesem Projekt, nicht nur, weil KI ein Zukunftsthema für die Forschung und den Standort ist, sondern auch, weil es das alltägliche Leben in unserer Gesellschaft stark verändern wird“, betont der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, während die Erste Kreisrätin des Landkreises, Bärbel Rosensträter, hinzufügt: „An dieser konzertierten Aktion, zu der sich so viele Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengefunden haben, zeigt sich für mich wieder einmal, was alles möglich ist, wenn man Ideen gemeinsam umzusetzen auch gewillt ist.“
Angesiedelt wird die Stiftungsprofessur im renommierten Institut für Kognitionswissenschaft, wie Prof. Dr. Gunther Heidemann erklärt: „Die Kognitionswissenschaft und die KI im Allgemeinen haben in den letzten Jahren einen immensen Aufschwung erlebt, in dem die neuen Verfahren des Maschinellen Lernens, insbesondere tiefe neuronale Netze, eine zentrale Rolle spielen.“ So müssen neuronale Netze nicht mit explizit modelliertem Wissen versorgt werden, sondern lernen aus Beispielen. Erst dadurch wird die Verarbeitung komplexer Muster, etwa in der Bild- und Videoanalyse, überhaupt möglich. Solche neuronale Verfahren existieren schon lange, doch haben sie durch rapide gestiegene Rechenleistung und algorithmische Verbesserungen in den letzten zehn Jahren immens an Bedeutung gewonnen. „Daher kommt die Stiftungsprofessur gerade zum richtigen Zeitpunkt.“

Begrüßenswert sei, dass die Denomination nicht allein auf das Haupt- und Modethema "Tiefe Neuronale Netze" fokussiert, sondern den wesentlich breiteren Blickwinkel des Maschinellen Lernens umfasst, wie der Vizepräsident für Hochschulentwicklung und Strategie, Prof. Dr. Thomas Bals hinzufügt. „Damit wird die Professur hervorragend an die im Institut für Kognitionswissenschaft angesiedelten Professuren anknüpfen, insbesondere an die Arbeitsgruppen Künstliche Intelligenz, Biologisch orientierte Computer-Vision, Neuroinformatik und die neu einzurichtenden Professuren aus der Digitalisierungsinitiative.“

Aus Sicht der beteiligten Unternehmen ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte, die zugunsten eines Engagements für die neue Professur sprechen. Einer der wesentlichen ist der Bedarf nach qualifizierten wissenschaftlich ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die von der Universität in die jeweiligen Firmen kommen. „Die zunehmende Digitalisierung bringt es mit sich, dass die von uns gesuchten Fachkräfte in diesem Bereich gut ausgebildet sein müssen“, erklärt Hendrik Kampmann von der Kampmann GmbH. „Dafür wollen wir durch unsere Beteiligung an der Stiftungsprofessur einen Beitrag leisten“, ergänzt Jan Horstmann von der Maschinenfabrik Bernard KRONE GmbH & Co. KG.Und Gerhard Hochstein von der Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG fügt hinzu: „In den letzten Jahren hat es sich gezeigt, dass Unternehmen leicht ins Hintertreffen geraten können, wenn sie es verpassen, innovative technische Ideen umsetzen, dafür sind qualifizierte Fachkräfte unverzichtbar.“ Ein Aspekt, den ebenfalls Ansgar Pohlmann von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte hervorhebt: „Auch für Traditionsunternehmen ist technische Innovation unabdingbar, und hier Schritt zu halten geht nur mit Fachkräften, die hervorragend ausgebildet worden sind.“

Zusammengefasst wird die große Bedeutung dieser Professur für die Unternehmenslandschaft der Region auch vom IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf: "Die Unternehmen suchen nach universitär ausgebildeten Fachkräften, um sich in ihren Märkten zu behaupten. Damit sie den durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz angetriebenen Veränderungen gerecht werden können, ist eine solche Professur ein wichtiges Hilfsmittel. Sie fügt sich im übrigen nahtlos in das bereits bestehende Ensemble von bereits drei anderen Stiftungsprofessuren der Universität zu diesem Themenbereich ein.“

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Neuer Graben 29/Schloss, 49074 Osnabrück
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