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Pressemeldung

Nr. 122 / 2019

25. Juni 2019 : Niederdeutsch als geförderte Regionalsprache – Letzter Vortrag des Linguistischen Kolloquiums am 27. Juni

Am Donnerstag, 27. Juni, findet der letzte Vortrag der Reihe „Die Mehrheit der Sprachen – Minderheitensprachen im Fokus“ des Linguistischen Kolloquiums statt, welches vom Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Osnabrück veranstaltet wird. Robert Langhanke von der Universität Flensburg wird dabei über die Entwicklung der niederdeutschen (plattdeutschen) Mundarten berichten. Der Vortrag findet im Schlosshauptgebäude, Neuer Graben 29 (Raum 11/213), ab 18:15 Uhr statt.

Für das Niederdeutsche gelten in der Gegenwart mehrere Wirklichkeiten. Der Gebrauch der niederdeutschen (plattdeutschen) Mundarten geht seit vier bis fünf Jahrzehnten rapide zurück, nachdem ein langfristiger Sprachwechselprozess in der Mündlichkeit spätestens im 19. Jahrhundert ansetzte. Die verbliebenen Mundarten des Niederdeutschen sind durch umfassenden Sprachwandel, ausgelöst durch hochdeutschen Sprachkontakt, und Domänenverlust geprägt. Parallel existieren ein traditionsreicher niederdeutscher Kulturbetrieb und eine sprachpolitisch gestützte Sprachförderkulisse, die das Niederdeutsche als ausbaufähige Kultur-, Bildungs- und Alltagssprache rekonstruieren. Die verbliebene Wahrheit des Niederdeutschen liegt in der Mitte jener Entwicklungen, die in Teilbereichen in einer antiproportionalen Beziehung zueinander stehen. „In der Gegenwart ist die historische Erstsprache Norddeutschlands zur institutionell vermittelten Fremdsprache geworden. Eine Erklärung finden diese Prozesse in der wechselhaften niederdeutschen Sprachgeschichte. Darum wird es in dem Vortrag am Donnerstag gehen“, sagt Karsten Schmidt vom Institut für Germanistik.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Ina Lehmkuhle M.A., Universität Osnabrück
Institut für Germanistik
Neuer Graben 40, 49074 Osnabrück
Tel.: + 49 541 969 4119
ina.lehmkuhle@uos.de