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Pressemeldung

Nr. 52 / 2019

04. April 2019 : Osnabrücker Hochschulen beeindrucken auf der Hannover Messe

Hilfe bei der Diagnose neurologischer Erkrankungen, Materialeffizenz durch innovativen Leichtbau, ein vereinheitliches Development-Kit für Entwicklungsprozesse und Ladekonzepte für E-Autos: Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler zeigte sich beeindruckt am Stand von Universität Osnabrück und Hochschule. Seit vielen Jahren zeigen beide Osnabrücker Hochschulen regelmäßig innovative Exponate auf der Hannover Messe.

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© Hochschule Osnabrück

Begeistert von den Exponaten: Prof. Dr Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück, mit Christopher Gundler (Institut für Kognitionswissenschaft) und Olaf Gerlach (Geschäftsführer mindQ).

Projekt GRAPEFRUIT - Universität Osnabrück

Projekte im Bereich des maschinellen Lernens sind ein sehr zeitintensiver und interdisziplinärer Prozess. Für das optimale Ergebnis müssen unterschiedliche Architekturen wie auch neue Ansätze fortwährend implementiert und experimentell in Bezug auf Ihre Qualität bewertet werden. Unter Beteiligung von Mathematikern, Statistikern, Data Scientists und Informatikern entstehen dabei unter hohem Aufwand individuelle Lösungen für spezifische Herausforderungen in Forschung und Industrie.

GRAPEFRUIT bietet hier ein vereinheitlichendes Development-Kit, um diesen Entwicklungsprozess zu gestalten. Es begleitet alle Beteiligten von der Sammlung und Speicherung der Daten über die Konzeption und Realisierung der Modelle bis hin zu deren Evaluierung. Während Computerexperten sich auf die Integration existierender Ressourcen und die Implementierung neuer Verfahren fokussieren können, gestalten Datenanalysten die Datenpipeline über Konfigurationsdateien, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen. So eröffnen sich weitreichende Möglichkeiten für Effizienzgewinne, automatisierte Evaluationen und revisionssicheres Projektmanagement. Neue Projekte und Modelle können so schneller skaliert und umgesetzt werden.

Stahlständerwerk Carports - Hochschule Osnabrück

E-Mobilität mit den Aspekten von Nachhaltigkeit, Technik und Design zu verzahnen – dafür steht das Stahlständerwerk des Carports mit 16 transparenten Photovoltaik-Paneelen und integrierter AC-Ladesäule (bis max. 22 kW) des Teams von Prof. Pfisterer der Hochschule Osnabrück.

Der Carport wird erstmals im Rahmen der Hannover Messe 2019 auf dem Stand des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur der Öffentlichkeit in Halle 2, Stand A 08 präsentiert. Das Exponat demonstriert das Laden mit regenerativ erzeugter Energie von E-Autos für eine Fahrleistung von bis zu 10.000 km pro Jahr direkt vor der Haustür oder im öffentlichen Raum.Das ungewöhnliche Design ist Ergebnis eines internen Wettbewerbs an der Hochschule Osnabrück, der Industrial Design-Studierende dazu aufrief, außergewöhnliche Stellplätze für Elektrofahrzeuge zu entwerfen.

Pfisterer, Leiter des Kompetenzzentrum Elektronik und Antriebstechnik (KEA) an der Hochschule, befasst sich intensiv mit den Bereichen Energiespeicher, Elektromobilität und Energieeffizienz. „Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ist im Alltag noch zu wenig sichtbar“, erklärt er. „Der aus dem Wettbewerb hervorgegangene Carport macht Ladeinfrastruktur sichtbarer und leistet somit einen Beitrag zur Verbreitung von Elektrofahrzeugen.“

Hilfe bei der Analyse neurologischer Erkrankungen

In Kooperation mit der Universität Osnabrück stellt die mindQ GmbH & Co. KG Osnabrück auf der Messe eyeTrax vor. eyeTrax ist ein Machine-Learning-Tool zur robusten Entwicklung von Biomarkern und Mustern für die Analyse neurologischer Erkrankungen anhand spezifischer Augenbewegungen. Die Daten werden mittels Hochleistungs-Eye-Tracking, welches in eine Virtual-Reality-Brille integriert ist, erfasst. In der virtuellen Realität wird eine Simulation abgespielt, die bestimmte Augenbewegungen triggert, welche wiederum Rückschlüsse auf das neuronale System des Menschen erlauben. Das hochentwickelte Expertensystem eyeTrax wird beispielsweise zur diagnostischen Analyse und dem Management leichter Schädel-Hirn-Traumen anhand der standardisierten und objektivierten Messung spezifischer Augenbewegungen und -reaktionen in der Forschung eingesetzt.

Das Ziel ist die Entwicklung eines Machine- Learning-Toolkits, welches (basierend auf eyeTrax-Daten) zur Entdeckung neuer Muster aus Biomarkern für die Erforschung neurologischer Erkrankungen, die mit herkömmlichen mathematisch/statistischen Methoden derzeit noch nicht systematisch untersucht werden können, beiträgt oder die Entdeckung erst ermöglicht.

Materialeffizienz durch innovativen Leichtbau

Die konkrete Material- und Energieeffizienzerhöhung in der gesamten Wertschöpfungskette der Produktion eines mobilen Presscontainers ist Inhalt des Projektes, dass Prof. Dr. Christian Schäfers von der Hochschule Osnabrück präsentiert. Umfangreiche Berechnungen in Finite Elemente Methoden (FEM)haben Ergebnisse hervorgebracht, die es ermöglichten, die Maschine optimal materialeffizient auszulegen und dabei die Fertigungskosten stark zu reduzieren. Der ausgestellte Presskopf der Maschine zeichnet sich insbesondere durch das Pressschild aus, das mit Hilfe einer Topologieoptimierung um 39 % leichter konstruiert werden konnte. Die Gesamtgewichtsersparnis der Maschine von rund 550 kg bewirkt neben dem geringeren Materialverbrauch eine höhere Zuladung und somit einen effizienteren Einsatz des mobilen Presscontainers. „Durch diese Möglichkeit des mobilen Presskopfcontainermoduls „To Go“ kann die Technologie auch in Schwellenländer transferiert werden und dort einen Betrag für die effiziente Müllentsorgung leisten“, erläutert Prof. Schäfers.

Stand auf der Hannover Messe zeigt das hohe Forschungspotential an Osnabrücks Hochschulen

Seit vielen Jahren sind die Osnabrücker Hochschulen Aussteller auf der Hannover Messe. Auch in diesem Jahr fanden die Forschungsprojekte reges Interesse beim Fachpublikum und sowohl der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler als auch zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Politik, Wissenschaft und Forschung informierten sich ausführlich an den Messeständen.

Unterstützt werden die Wissenschaftler von Universität Osnabrück und Hochschule im Vorfeld und während der Messe von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Bereich Technologie- und Innovationsmanagement, einer gemeinsamen Einrichtung der Universität Osnabrück und der Hochschule Osnabrück.