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Pressemeldung

Nr. 196 / 2019

24. Oktober 2019 : Psychotherapeutische Versorgung in der Region sicherstellen – In den Startlöchern für das neue Psychotherapeutengesetz: Universität Osnabrück verabschiedete Psychologieabsolventinnen und –absolventen

Rund 100 Absolventinnen und Absolventen der Bachelor- und Masterstudienprogramme der Psychologie an der Universität Osnabrück wurden vor kurzem im Rahmen einer Feierstunde in der OsnabrückHalle für ihre Abschlüsse geehrt. Auf der Veranstaltung wurde von den Rednerinnen und Rednern darauf eingegangen, dass das Studium der Psychologie eines der beliebtesten Studienfächer darstellt, was sich auch in dem hohen Numerus Clausus von derzeit der Note 1,3 an der Universität Osnabrück widerspiegelt. Auch wurde dargestellt, wie sehr sich das Studium ab dem Wintersemester 2020 grundlegend ändern wird.

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© Kristine Schönhals

Feierliche Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen der Psychologiestudienprogramme.

Zum Hintergrund: Im September 2020 tritt das neue Psychotherapeutengesetz in Kraft. Demzufolge wird das Masterstudium an deutschen Universitäten komplett neu strukturiert. Ziel ist es, dass die Absolventinnen und Absolventen künftig ihre staatliche Approbationsprüfung als Psychotherapeuten bereits nach dem Masterabschluss ablegen können und nicht, wie bislang üblich, nach einer kostenpflichtigen mehrjährigen Weiterbildung, die sich an den Masterabschluss anschließt. „Das ist eine Entwicklung, die wir durchaus begrüßen“, so die Psychologin Prof. Dr. Silja Vocks, Leiterin des Fachgebiets Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Osnabrück. „Diese Veränderung führt zu einer deutlichen Aufwertung der Psychotherapeutenausbildung, die wir seit vielen Jahren fordern.“

Trotz dieser Vorteile ist die Umstellung für die rund 50 Universitäten, die Psychologie als Hauptstudium anbieten, mit hohen Kosten verbunden. Aufgrund der Vorverlegung der Approbationsprüfung werden vermehrt betreuungsintensive Lehrveranstaltungen bereits in das Studium integriert. Beispiele sind psychotherapeutische Übungen sowohl an Schauspielpatienten als auch unter Aufsicht und qualifizierter Anleitung an „echten“ Patienten.

„Das Institut für Psychologie an der Universität Osnabrück ist zwar für diese anstehenden Veränderungen sehr gut aufgestellt; es ist jedoch eine deutliche Aufstockung des Lehrpersonals notwendig. Die gemäß des neuen Qualifikationsweges ausgebildeten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten - mit sich anschließender Weiterbildung zum Fachtherapeuten - werden notwendig sein, um die psychotherapeutische Versorgung in der Region Osnabrück auch in Zukunft sicherstellen zu können“, erklärt der Psychologe apl. Prof. Dr. Henning Schöttke. In Osnabrück werden rund 1.400 Patientinnen und Patienten jährlich psychotherapeutisch im Rahmen der bisherigen Ausbildung versorgt, darunter viele Kinder – ein Umfang, der auch in Zukunft im Rahmen der Ausbildung an der Universität sichergestellt werden soll. „Bisher ist jedoch die Finanzierung komplett ungeklärt, denn der Bund und die Länder haben sich bislang nicht geeinigt, wer die Kosten letztendlich tragen soll. Es besteht die große Gefahr, dass die Universitäten die Ausbildung nur auf Kosten anderer Studienplätze realisieren können“, so die Präsidentin der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl. „Dabei muss die Finanzierung umgehend geklärt werden, um den Universitäten Handlungssicherheit zu geben und die Gesundheitsversorgung in der Region langfristig sicherzustellen.“

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
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oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de