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Pressemeldung

Nr. 105 / 2020

15. Juni 2020 : Ressourcen und Wohlbefinden in Zeiten der Corona-Pandemie: Uni Osnabrück arbeitet an neuer Studie 

Wie erleben Bürgerinnen und Bürger Deutschlands die Corona-Pandemie und welchen Einfluss hat dies auf ihr Wohlbefinden? Diese und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt einer groß angelegten Studie der Universität Osnabrück.

Lebensverhältnisse tragen wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Sie prägen die einer Person zur Verfügung stehenden Ressourcen, das heißt die positiven Einflussfaktoren für die Gesundheit, und bestimmen das Ausmaß der Belastungsfaktoren. Zahlreiche Studien zeigen, wie bedeutsam Ressourcen für die Gesundheit sind. So tragen gute soziale Kontakte, ein stabiles soziales Netzwerk, aber auch ein sicherer Arbeitsplatz und gute Arbeitsbedingungen nachweislich zu geringeren stressbedingten Belastungen, Beschwerden und Krankheiten bei. Allerdings ist die Anzahl der Studien, die sich explizit mit Ressourcen für Gesundheit und Wohlbefinden beschäftigen, deutlich geringer als die Anzahl der Studien, die sich mit Risikofaktoren und Belastungen auseinandersetzen. Dies gilt in besonderem Maße für die aktuellen Untersuchungen zur Corona-Pandemie. 

Wie auch die Gesundheit und das Wohlbefinden ist auch das Verhältnis von Risikofaktoren und Ressourcen sozial ungleich verteilt. Neben einer Reduktion gesundheitlicher Belastungen ist nur durch eine gleichzeitige Stärkung der Ressourcen, eine Erhöhung gesundheitlicher Chancengleichheit nachhaltig zu erreichen.

„Die Corona-Pandemie hat zu drastischen Veränderungen der Lebensumstände beigetragen und damit unter Umständen eine Verstärkung gesundheitlicher Belastungen und eine Reduktion von Ressourcen mit sich gebracht“, erklärt die Osnabrücker Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Birgit Babitsch, die die Studie mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchführt. „Zudem birgt das mit dem Corona-Virus einhergehende Gesundheitsrisiko ein Bedrohungspotential, mit welchem Menschen unterschiedlich umgehen können und müssen.“

Ziel der aktuellen Studie ist es, herauszufinden, wie Bürgerinnen und Bürger die Corona-Pandemie erleben und welchen Einfluss diese auf das Wohlbefinden hat. Im Zentrum steht die Frage, ob und welche Ressourcen zur Verfügung stehen und ob sich Veränderungen bedingt durch die Corona-Pandemie ergeben haben. Von besonderem Interesse dabei ist, ob diesbezüglich soziale Unterschiede bestehen und ob diese zu einer Verstärkung gesundheitlicher Ungleichheit in der Gesundheit und im Wohlbefinden beitragen.

Auf Basis der Ergebnisse ist es möglich, Einblicke in die Ressourcenausstattung von Bürgerinnen und Bürgern in einer gesellschaftlichen Ausnahmesituation zu erhalten. Hierdurch wird die während des Infektionsgeschehens ausgeprägte Sicht auf gesundheitliche Risiken und deren Prävention um eine ressourcenorientierte Sicht komplementiert. Hiervon lassen sich konkrete Maßnahmen zu deren Stärkung ableiten.

Die Studie wurde von der Abteilung New Public Health, Fachbereich Humanwissenschaften, an der Universität Osnabrück im Zeitraum von 26. Mai bis zum 5. Juni durchgeführt. Durch ein Online-Umfrage-Unternehmen wurden 1.050 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren mit dem entwickelten Fragebogen der Abteilung New Public Health befragt. Die Daten sind repräsentativ für Deutschland. Erste Ergebnisse der Studie sind ab Anfang Juli 2020 zu erwarten. 

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Birgit Babitsch, MPH, Universität Osnabrück

Abteilung New Public Health, Fachbereich Humanwissenschaften

Barbarastraße 22c, 49076 Osnabrück

Telefon: +49 541 969 2457

Telefon: +49 541 969 2266

 birgit.babitsch@uni-osnabrueck.de

meike.siedenkersting@uni-osnabrueck.de