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Pressemeldung

Nr. 201 / 2019

29. Oktober 2019 : Ringvorlesung an der Universität Osnabrück beschäftigt sich mit aktueller Familienforschung

Wie ist angesichts der vielfältigen Lebensformen das Konstrukt ‘Familie‘ heute eigentlich noch zu begreifen? Mit dieser Thematik beschäftigt sich dieRingvorlesung „FamilienLeben: Familiale Lebensführung in der Gegenwartsgesellschaft“, die die Institute für Sozialwissenschaften und Erziehungswissenschaft der Universität Osnabrück veranstalten. Ab Mittwoch, 6. November, finden die Vorlesungen wöchentlich ab 16 Uhr im EW-Gebäude (Seminarstraße 20, Raum 01/E01) statt. 

Die gegenwärtige sozialwissenschaftliche Familienforschung ist durch zwei Krisendiskurse geprägt. Der erste hat eine vergleichsweise lange Tradition; er reicht bis in das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. In ihm wird „Familie“ als potentiell gefährdetes Gebilde betrachtet, das verschiedene Auflösungstendenzen aufweise und womöglich nicht mehr in der Lage sei, die erforderlichen Beiträge für die Gesellschaft zu erbringen. Der zweite Diskurs ist neueren Datums. Er kreist um die Frage, wie denn angesichts einer „Pluralisierung der Lebensformen“ Familie überhaupt noch sozialwissenschaftlich zu begreifen sei. Wenn man nicht mehr wie selbstverständlich auf eine Vorstellung von ‚Vater-Mutter-Kind‘ unter dem Dach der Ehe zurückgreifen kann, wenn unverheiratet Zusammenlebende, „Fortsetzungsfamilien“, homosexuelle Paare mit Kindern, gar nicht ‚wirklich‘ Zusammenlebende und vielleicht sogar schon Paarbeziehungen als „Familie“ gelten sollen – wie lässt sich dann gehaltvoll bestimmen, was Familienbeziehungen als besondere Formen von Sozialbeziehungen ausmachen?

„In dieser Ringvorlesung werden aktuelle Forschungen vorgestellt, die mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen Gegenwartsdiagnosen zum Verhältnis von Familie und Gesellschaft unternehmen. Allerdings wird dabei nicht von vornherein eine Defizitperspektive angelegt, was Familien ‚noch‘ oder ‚nicht mehr‘ sind bzw. leisten. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass es ‚Familie‘ (in den unterschiedlichsten Konstellationen) gibt und es darum geht, zum Verständnis des Familienlebens unter den Bedingungen der Gegenwartsgesellschaft beizutragen“, so Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald vom Institut für Sozialwissenschaften, der die Vorlesung mitveranstaltet.

Gleichzeitig soll es aber in den Vorträgen und in der Diskussion immer auch darum gehen, die besonderen Eigenschaften und Probleme dieser Beziehungsform herauszuarbeiten. Die Ringvorlesung gibt einen Einblick in aktuelle Forschungen, sie ist keine Einführung in die soziologische und erziehungswissenschaftliche Familienforschung. Es wird vorausgesetzt, dass die Teilnehmenden schon über entsprechende Grundkenntnisse verfügen.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Katrin Golsch, Universität Osnabrück
Institut für Sozialwissenschaften
Seminarstraße 33, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4207
katrin.golsch@uni-osnabrueck.de