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Pressemeldung

Nr. 166 / 2019

25. September 2019 : Schule muss den Mega-Themen der Gesellschaft gewachsen sein - Tagung des niedersächsische Verbundes zur Lehrerbildung und der Hochschulrektorenkonferenz

Digitalisierung, Inklusion, Klima-Wandel, die Welt verändert sich rasant. Kommt die Schule noch mit? Und wie sollten Lehrerinnen und Lehrer auf diese neuen Herausforderungen vorbereitet werden? Die Tagung „Lehrer*innen als Alleskönner? Querschnittsthemen zwischen Professionsanspruch und De-Professionalisierung“ in der vergangenen Woche in Osnabrück versuchte Antworten darauf zu finden. Veranstalter waren der niedersächsische Verbund zur Lehrerbildung und die Hochschulrektorenkonferenz. Ausgerichtet wurde die Tagung vom Zentrum für Lehrerbildung der Universität Osnabrück.

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© Universität Osnabrück/ZLB

Tagung zur Lehrerweiterbildung an der Uni Osnabrück

Die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, eine Vielzahl von solchen Großthemen zusätzlich in den Studienprogrammen unterzubringen, erläuterte Dr. Yoshiro Nakamura in einem Impulsvortrag. Im Hauptvortrag beschrieb Prof. Dr. Silvio Herzog, Bildungsforscher und Rektor der Pädagogischen Hochschule Schwyz, die Figur der „Profilierten Lehrperson“ als wichtige Perspektive zur Lösung der Problematik aus schulischer Sicht. Lehrerinnen und Lehrer können sich berufsbiografisch weiterentwickeln, indem sie sich solche Querschnittsthemen aneignen und dadurch spezielle Funktionen im Kollegium erfüllen, so der Bildungsforscher. Das sei anspruchsvoll und stelle auch an die Teamarbeit in einem Kollegium neue Anforderungen, biete aber gleichzeitig positive Berufsperspektiven für die motivierten Lehrerinnen und Lehrer, die sich nach den ersten Berufsjahren mehr zutrauen, und erhöhe damit die Chance auf ihren Verbleib in der Schule.

In zahlreichen Workshops und Kurzvorträgen wurden strukturelle und inhaltliche Lösungen für die Einführung von Querschnittsthemen in die Lehrerbildung intensiv diskutiert. Im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion waren dann Vertreterinnen und Vertreter der Praxis mit auf der Bühne. Sie machten deutlich, dass ein engerer Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen Studium und Berufsausübung wichtig sei, um die Entwicklungen in gleicher Weise zu sehen und kooperativ zu bearbeiten.

Allerdings wurde auch die Forderung laut, die Studiengänge der Lehrerbildung ganz anders zu denken, eine Vision zu entwickeln, in der man sich nicht nur in alten Strukturen und gewohnten Denkweisen bewegt, um den neuen Herausforderungen mit bekannten Lösungsstrategien zu begegnen. In der Einschätzung, dass solche tiefgreifenden Reformen neue Möglichkeiten jenseits heutiger Fächerstrukturen und Unterrichtsformate eröffnen, waren sich die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis einig.

Nach einer anfangs unterschiedlichen Einschätzung, ob dies nur durch einen gleichzeitigen Wandel des gesamten Systems Lehrerbildung plus Schule möglich wäre, verdichtete sich die Einschätzung, dass jede Einrichtung sich ihre Spielräume erarbeiten könne, um eigenständig Schritte in Richtung einer solchen Vision zu gehen. Mit diesem hoffnungsvollen und motivierenden Appell endete die Tagung in Osnabrück.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Yoshiro Nakamura, Universität Osnabrück
Zentrum für Lehrerbildung (ZLB)
Neuer Graben 7 – 9, 49069 Osnabrück
Tel.: +49 541 969-4117
E-Mail: yoshiro.nakamura@uni-osnabrueck.de