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Pressemeldung

Nr. 97 / 2019

04. Juni 2019 : Uni Osnabrück beteiligt sich an interdisziplinärem EU-Doktorandenprogramm zur Rolle von Mikrotubuli bei Krankheiten 

Mikrotubuli sind dynamische Proteinkomplexe,die am Cytoskelett eukaryotischer Zellen beteiligt sind. Sie sind notwendig für viele lebenswichtigeProzesse innerhalb der Zelle.Neurodegenerative Krankheiten und Nebenwirkungen der Krebs-Chemotherapie wirken sich gemeinsam auf diese Mikrotubuli aus. Im Rahmen eines sogenannten Innovative Training Networks (ITNs), an dem die Abteilung Neurobiologie der Universität Osnabrück beteiligt ist, werden diese Auswirkungen nun näher erforscht um die Grundlagen für neue Therapien zu entwickeln.

ITNs sind europäische Netzwerke von Einrichtungen zur strukturierten Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Ziel ist die Erweiterung ihrer wissenschaftlichen und allgemeinen Kompetenzen innerhalb eines internationalen, interdisziplinären und intersektoralen Forschungs- und Ausbildungsprogramms. Besonders wichtig ist die Beteiligung von Einrichtungen sowohl aus dem akademischen als auch aus dem nicht-akademischen Sektor. Die Osnabrücker Beteiligung fügt sich auch ein in die Profillinie „Integrated Science: Vom Einzelmolekül zum System“, eine von sechs Profillinien, mit denen die Universität ihr wissenschaftliches Profil schärfen will. 

An dem nun von der Europäischen Union mit insgesamt 3,4 Millionen Euro geförderten ITN sind neben der Universität Osnabrück Hochschulen in Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz sowie Partnerorganisationen aus weiteren Ländern beteiligt. Ein wichtiger Partner speziell für die Osnabrücker Forscher ist die Alzheimer Forschung Initiative e. V. (AFI). Die 1995 gegründete Vereinigung ist der größte unabhängige und private Förderer der Alzheimerforschung in Deutschland. Ziele sind die Förderung der Ursachen-, Diagnose- und der klinischen Forschung im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit und die Information über diese Krankheit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

An jeder der Einrichtungen des ITNs werden die Doktorandinnen und Doktoranden eine Zeitlang forschen und an ihren speziellen Studien arbeiten. Die Universität Osnabrück ist mit zwei Doktoranden in diesem Verbund vertreten. Die wissenschaftliche Betreuung liegt bei Prof. Dr. Roland Brandt. „Es ist ein großer Erfolg für uns, dass der Antrag erfolgreich war und wir freuen uns auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Chemikern, Pharmazeuten und Biologen an europäischen Universitäten und Partnerorganisationen.“ Es zeigt darüber hinaus das internationale Renommée der Osnabrücker Arbeitsgruppe was sich auch in der  Formulierung aus der Begutachtung widerspiegelt: „Der originelle Antrag“, heißt es dort, „zielt auf die Verbindung zwischen neurodegenerativen Erkrankungen und Nebenwirkungen der Krebs-Chemotherapie ab. Obwohl die Bedingungen anscheinend unterschiedlich sind, werden sie überzeugend durch ihre gemeinsame Wirkung auf Mikrotubuli verbunden“. Das übergeordnete Ziel der Forscherinnen und Forscher ist es, neue Moleküle zu entwickeln, die in der Lage sind, die Dynamik der Mikrotubuli zu verändern, um auf diese Weise Nebenwirkungen der Chemotherapie zu reduzieren und Nervenzellen zu stabilisieren.

Seit vielen Jahren erforscht die Osnabrücker Arbeitsgruppe die molekularen und zellulären Vorgänge, die dem Verlauf neurodegenerativer Erkrankungen zugrunde liegen. Die beiden in das Programm aufgenommenen Doktoranden werden sich mit der Frage befassen, wie neuartige Mikrotubuli-modulierende Substanzen auf Nervenzellen wirken und ob sie neurodegenerativen Veränderungen, wie sie zum Beispiel bei der Alzheimer Krankheit auftreten, gezielt  entgegenwirken können.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Roland Brandt, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastraße, 49069 Osnabrück
Tel: +49 541 969 2338
roland.brandt@uni-osnabrueck.de