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Pressemeldung

Nr. 210 / 2019

07. November 2019 : Zum Gedenken an die ermordeten Juden Europas – Wanderausstellung macht Station in der Universitätsbibliothek Osnabrück

Malyj Trostenez nahe Minsk war der größte Vernichtungsort in Weißrusslandwährend der deutschen Besatzungszeit von 1941 bis 1944. Der dort ermordeten Juden gedenkt die Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“ des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund, der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" Minsk und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die ab dem Abend des 14. November Station im gemeinsamen Bibliotheksgebäude der Universität und der Hochschule Osnabrück auf dem Westerberg macht.

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© IBB Dortmund / Minsk & Stiftung Denkmal

Plakat zur Malyj-Trostenez-Ausstellung in Osnabrück

1941 und 1942 wurden mehr als 22.000 deutsche Bürgerinnen und Bürger mit jüdischen Wurzeln nach Minsk und Trostenez deportiert. Sie hatten die Illusion, dass die nationalsozialistische Führung ihnen dort die Möglichkeit geben würde, eine neue Existenz aufzubauen. In Minsk angekommen, wurde die Mehrzahl der Deportierten jedoch sofort getötet und in Gruben verscharrt. Bis zum 18. Januar 2020 erzählt die Ausstellung in Osnabrück die Geschichte der Opfer und des Verbrechens. Sie hat zum Ziel, Malyj Trostenez als europäischen Tat- und Erinnerungsort in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern.

Als Veranstalter vor Ort haben sich die Universitätsbibliothek, das Historische Seminar der Universität Osnabrück (Professur für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung) und die Volkshochschule der Stadt Osnabrück zusammengefunden, die gemeinschaftlich auch das Begleitprogramm mit Vorträgen und einer Podiumsdiskussion in Kooperation mit den Osnabrücker Friedensgesprächen organisieren. Diese Veranstaltungen stehen allen Interessierten offen und sind eng verzahnt mit den kommunalen Gedenkveranstaltungen um den 9. November, um die historische Erinnerung wachzuhalten und öffentlich nicht zuletzt an die junge Generation zu vermitteln.

In Zeiten eines erstarkenden populistischen Revisionismus und wachsender antisemitischer Bedrohung, die sich nun konkret und grauenhaft auch in Deutschland wieder Bahn bricht, gilt es, gemeinschaftlich und gemeinsinnig Haltung und Solidarität zu zeigen.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 14. November, 18 Uhr, sprechen Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin, und Dr. Aliaksandr Dalhouski von der Geschichtswerkstatt Minsk. Die Veranstaltung findet im Vortragsraum im Erdgeschoss des Gemeinsamen Bibliotheksgebäudes statt (Campus Westerberg, Nelson-Mandela-Platz 1).

Weitere Informationen und das Begleitprogramm gibt es unter www.ub.uni-osnabrueck.de/die_bibliothek/ausstellungen/aktuelle_ausstellungen.html

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Anneke Thiel, Universität Osnabrück
Universitätsbibliothek
Alte Münze 16/Kamp, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 4314
anneke.thiel@ub.uni-osnabrueck.de