Pressemitteilungen der Universität Osnabrück https://www.uni-osnabrueck.de/kommunikation/kommunikation-und-marketing-angebot-und-aufgaben/pressestelle/pressemeldungen/?no_cache=1 2021-03-04T17:01:51+01:00 news-9093.atom Cognitive Science-Studierende der Uni Osnabrück bringen Reclam-Band zu Alan Turing auf den Weg 2021-03-01T09:55:40+01:00 2021-03-01T09:53:11+01:00 Unter der Leitung von Prof. Dr. Achim Stephan und Prof. Dr. Sven Walter haben neun Masterstudierende des Cognitive-Science-Programms der Uni Osnabrück Alan Turings bahnbrechenden Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ neu übersetzt und mit einem Nachwort versehen. Erschienen ist er in der Reihe Great Papers Philosophie des Reclam-Verlags. Alan Turing (1912-1954), ein britischer Mathematiker und Logiker, gilt als früher Pionier der Kognitionswissenschaft. In seinem Aufsatz von 1950 befasst er sich mit der Frage, ob Computer zu selbstständigen Kognitionsleistungen imstande sind.

„Als der Reclam-Verlag auf uns zukam, eine Neuübersetzung des einflussreichen Textes zu schaffen, entstand schnell die Idee, dies im Rahmen eines einjährigen Studienprojektes zu tun“, so Achim Stephan. Und Sven Walter fügt hinzu: „Solche Studienprojekte verfolgen das Ziel, Masterstudierende in Forschungsteams gemeinsam ein Projekt durchführen zu lassen. Wir Lehrenden schlüpfen hier eher in die Rolle von Coaches.“

Für die Arbeit an der Neuübersetzung bildeten die neun Studierenden Tobias Anton, Micaela Barkmann, Florence Bockting, Guido Dielen, Leonie Dziomba, Friederike Kordaß, Anne Lang, Marcel Ruland und Paul Schütze Arbeitsgruppen. „Wöchentlich saßen wir im sogenannten ‚Armchairlab‘ vor zwei Videobildern, dem Originaltext und der zu überarbeitenden Übersetzung, und gingen regelmäßig Satz für Satz der Übersetzung durch“, erklärt Paul Schütze. „Einzelne nicht einfach zu übersetzende Teile wurden mitunter richtig lange diskutiert, so dass für einen einzigen Satz auch einmal zwanzig Minuten verstrichen“, berichtet Anne Lang. 

In der zweiten Phase folgte ein gemeinsamer Schreibprozess. In mehreren Online-Meetings wurden die Vorschläge der Studierenden diskutiert und sich dann auf die finalen Formulierungen verständigt. 

„Im Nachwort versuchen wir, Turings epochalen Beitrag zu der Frage, ob Computer denken können, ideengeschichtlich zu verorten“, so Achim Stephan. „Insgesamt sprengten wir mit dem Studienprojekt die ursprünglichen Vorgaben des Reclam-Verlages. Deshalb waren wir froh, dass uns das Lektorat etwas mehr Raum zur Verfügung stellte als ursprünglich vorgesehen war. So können wir mit diesem Buch nun ein von Seiten der Studierenden enthusiastisch mitgetragenes Projekt der Öffentlichkeit vorlegen.“

Weitere Informationen:

Link zur Veröffentlichung:

https://www.reclam.de/detail/978-3-15-019647-2/Turing__Alan_M_/Computing_Machinery_and_Intelligence___Koennen_Maschinen_denken_

Weitere Informationen für die Redaktionen:

Prof. Dr. Achim Stephan, Universität Osnabrück
Institut für Kognitionswissenschaft
Wachsbleiche 27, 49076 Osnabrück
Telefon: +49 541 969 3359 
achim.stephan@uos.de 

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news-9091.atom Cognitive Science Master’s Program goes digital - New offer for international students at Osnabrück University Utz Lederbogen 2021-02-26T10:16:10+01:00 2021-02-26T10:12:27+01:00 The Osnabrück University Cognitive Science program is designing a globally-focused digital master’s program where on-site presence, for the most part, will not be required. The online master’s program will start in winter term 2021/22 with the application phase beginning in summer, 2021. In order to implement this new opportunity, Osnabrück University will recieve 540.000 Euro by the end of 2022 from the funding program “International Programs Digital 2020-2022, under the auspices of the German Academic Exchange Service (DAAD). For more information, please visit https://vt.uos.de/cosmos. The goal of the “Osnabrück Cognitive Science Master Online Studies” (OS-COSMOS) program is to extend the existing Master program in such a way that on-site students and remote students have an equal study experience. OS-COSMOS Master students have the option to specialize in Artificial Intelligence, Neuroinformatics, and/or Neuroscience — areas that are already particularly popular with international students in Osnabrück.

“We are very excited to launch OS-COSMOS. The current Cognitive Science program already attracts many international students, who make up almost half of the students in our program. With this new initiative, we can reach an even wider audience, which will be a step towards a more connected future. It also gives us a chance to utilize innovative digital teaching tools across the program”, remarks Prof. Michael Franke, Cognitive Science study dean, and project leader of OS-COSMOS. During the course of this project, courses will be tailored to optimize online learning and interconnect remote and on-site studies, Franke explains further.

In addition to the online coursework, students will be present in Osnabrück every academic year for a few weeks. “An integral aspect of the program is the yearly on-site period here in Germany. During these weeks, students will be able to get to know one another and build a relationship with the instructors and get to know Osnabrück. Although the majority of the program can be completed remotely, we stress the importance of in-person interaction amongst the students”, explains the second project leader, Dr. Tobias Thelen from the Center for Digital Teaching, Campus Management und Higher Education Didactics at Osnabrück University.

Due to the Corona Pandemic, cross-border mobility has been extremely difficult for students. The university landscape is changing rapidly with a trend towards digitalization - a fundamental change in degree programs. The DAAD program “International Programs Digital” addresses this change and therefore will be funding 19 German universities that will receive a total of around eight million Euros.

“Digitalization is a welcome expansion of the study program Cognitive Science as many courses are already offered as hybrid courses, partly online and on-site”, says the dean of studies, Prof. Michael Franke.

Further details available to the media:
Prof. Dr. Michael Franke, Osnabrück University
Institute of Cognitive Science
Wachsbleiche 27, 49090 Osnabrück
Tel. +49 541 969 3370
E-Mail: michael.franke@uni-osnabrueck.de

Dr. Tobias Thelen, Osnabrück University
Center for Digital Teaching, Campus Management und Higher Education Didactics
Heger-Tor-Wall 12, 49074 Osnabrück
Tel. +49 541 969 6502
E-Mail: tobias.thelen@uni-osnabrueck.de

 

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news-9089.atom Master Cognitive Science jetzt digital studieren - Universität Osnabrück öffnet gefragtes Studienangebot für internationale Studierende Utz Lederbogen 2021-02-26T10:11:16+01:00 2021-02-26T10:07:53+01:00 Der Masterstudiengang Cognitive Science der Universität Osnabrück wird für internationale Studierende geöffnet, die überwiegend online teilnehmen und nur für kurze Präsenzphasen in Osnabrück sein werden. Für den Aufbau dieses Angebotes erhält die Universität bis Ende kommenden Jahres 540.000 Euro aus dem Förderprogramm „International Programme Digital 2020-2022” des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Bewerbungen für das Wintersemester 2021/22 sind in Kürze möglich. Weitere Infos: https://vt.uos.de/cosmos Mit dem Projekt „Osnabrück Cognitive Science Master Online Studies“ (OS-COSMOS) wird der bereits etablierte Masterstudiengang Cognitive Science so umstrukturiert, dass Studierende in Präsenz und reine Online-Studierende aus dem Ausland gleichermaßen teilnehmen können. Das Angebot umfasst die drei Schwerpunktbereiche Künstliche Intelligenz, Neuroinformatik und Neurowissenschaften, die von internationalen Studierenden besonders stark nachgefragt werden.  

„Wir freuen uns sehr über den Start von OS-COSMOS im Oktober 2021. Der aktuelle Cognitive Science Master zieht bereits viele internationale Studierende an. Sie machen fast die Hälfte unserer Studierendenschaft aus. Durch diese neue Initiative können wir ein noch breiteres Publikum ansprechen und einen weiteren Schritt in Richtung grenzüberschreitender Lehre machen. Darüber hinaus bietet uns das Projekt auch die Möglichkeit, innovative digitale Lehrkonzepte flächendeckend einzusetzen”, so Prof. Dr. Michael Franke, Studiendekan des Faches Cognitive Science und Projektleiter an der Universität Osnabrück. Im Rahmen des DAAD-geförderten Projekts werden die Kurse im Hinblick auf optimales Online-Lernen sowie die Verzahnung von Online- und Präsenzlehre weiterentwickelt, erläutert Franke.

Zusätzlich zu den Online-Kursen werden auch die internationalen Studierenden jedes akademische Jahr einige Wochen in Osnabrück sein. „Diese jährliche Präsenzphase hier in Deutschland ist ein wesentlicher Aspekt des Programms. In diesen Wochen können sich die Studierenden untereinander kennenlernen und einen Bezug zu Osnabrück und den Lehrenden entwickeln. Obwohl der Großteil des Programms aus der Ferne absolviert werden kann, betonen wir die Wichtigkeit der direkten Interaktion zwischen den Studierenden“, erklärt der stellvertretende Projektleiter Dr. Tobias Thelen vom Zentrum für Digitale Lehre, Campus Management und Hochschuldidaktik (virtUOS).

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die grenzüberschreitende Mobilität für Studierende besonders schwierig geworden. Der Trend zur Digitalisierung an den Hochschulen macht auch eine grundlegende Veränderung von Studiengängen notwendig. Das DAAD-Programm „International Programme Digital" greift diesen Wandel auf und fördert insgesamt 19 deutsche Hochschulen mit insgesamt rund acht Millionen Euro. „Für den Studiengang Cognitive Science ist die Digitalisierung eine willkommene Erweiterung, denn viele Kurse werden bereits als Hybridkurse angeboten, teilweise online und vor Ort“, so Studiendekan Franke.  

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Michael Franke
Institut für Kognitionswissenschaft
Wachsbleiche 27, 49090 Osnabrück
Tel. +49 541 969 3370
E-Mail: michael.franke@uni-osnabrueck.de

Dr. Tobias Thelen
Zentrum für Digitale Lehre, Campus-Management und Hochschuldidaktik
Heger-Tor-Wall 12, 49074 Osnabrück
Tel. +49 541 969 6502
E-Mail: tobias.thelen@uni-osnabrueck.de

 

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news-9086.atom Verbraucherrecht auf digitalen Märkten stärken - Osnabrücker Rechtswissenschaftler Prof. Busch berät EU-Kommission Utz Lederbogen 2021-02-25T20:34:45+01:00 2021-02-25T11:20:14+01:00 Die Europäischen Kommission hat Prof. Dr. Christoph Busch, Direktor des European Legal Studies Institute der Universität Osnabrück, in die „Consumer Policy Advisory Group“ berufen. Die neu eingesetzte Expertengruppe wird die Kommission bei der Umsetzung der EU-Verbraucheragenda beraten. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen des Verbraucherschutzes im digitalen Wandel und eine nachhaltige Verbraucherpolitik. Der Expertengruppe gehören Vertreterinnen und Vertreter von Verbraucher- und Wirtschaftsorganisationen aus allen EU-Mitgliedstaaten an. Ferner wurden vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Österreich und Polen berufen.

„Der Schutz von Verbraucherrechten auf digitalen Märkten ist ein wichtiges Anliegen. Es ist eine Auszeichnung für unser Institut, dass wir die EU-Kommission in diesen Fragen mit unserer Forschung begleiten können“, sagt Professor Busch, der zurzeit als Visiting Fellow am Information Society Project der Yale Law School mitarbeitet. Als Sprecher der Profillinie „Digitale Gesellschaft“, der 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Osnabrück angehören, forscht er rechtsvergleichend zur Regulierung digitaler Märkte und berät die EU-Kommission bereits seit 2018 zu Fragen der Plattformregulierung.

Die Expertise des Osnabrücker Rechtswissenschaftlers ist auch gefragt in der „Expert Group to the EU Observatory on the Online Platform Economy“. Dieses Mandat wurde gerade um zwei Jahre verlängert.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Christoph Busch, Maître en Droit, Universität Osnabrück,
European Legal Studies Institute,
Süsterstraße 28, 49074 Osnabrück,
Tel.: +49 541 969-6055,
christoph.busch@uni-osnabrueck.de

 

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news-9084.atom Positive Bewertung von Studierenden: Uni Osnabrück unter beliebtesten 10 Universitäten 2021-02-24T16:24:47+01:00 2021-02-24T16:21:35+01:00 Bei Nutzerinnen und Nutzern des Online-Bewertungsportals „Study Check“ zählte die Universität Osnabrück im vergangenen Jahr erstmals zu den zehn beliebtesten Universitäten in Deutschland. Im Ranking 2021 verbesserte sich die Universität Osnabrück um 48 Plätze auf den Platz 10 von 80 und erhält damit einen von zehn „Study Check Awards 2021“ mit der Auszeichnung „Top Universität 2021“. Im Gesamtranking von Hochschulen und Universitäten liegt die Universität Osnabrück auf Platz 22 und verbesserte sich um 120 Plätze im Vergleich zum Vorjahr.   „Das außergewöhnlich positive Feedback unserer Studierenden freut uns sehr!“, so Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Universität Osnabrück.  

Beim „Study Check Award 2021“ wurden 43.274 im Jahr 2020 auf der Plattform veröffentlichte Erfahrungsberichte von Studierenden ausgewertet. Study Check rankte alle Einrichtungen nach einem Scorewert von maximal 15, der sich aus den drei Faktoren Sternebewertung, Weiterempfehlungsrate und Anzahl der Erfahrungsberichte zusammensetzt. Die Universität Osnabrück erreichte eine Bewertung von 3,8 von 5 Sternen, eine Weiterempfehlungsrate von 92% und 344 Erfahrungsberichte. Study Check ist ein unabhängiges Bewertungsportal, das angehenden Studierenden eine Entscheidungs- und Orientierungshilfe in der deutschen Hochschullandschaft bietet. 

In den individuellen Erfahrungsberichten hoben die Studierenden der Universität Osnabrück 2020 immer wieder die engagierten Dozierenden und den guten Umgang mit der Corona-Situation hervor. Mit Blick auf die letzten drei Jahre bewerteten die auf Study Check registrierten Studierenden die Kategorien „Bibliothek“ (4,1 von 5 Sternen) und „Studieninhalte“ (3,9 von 5 Sternen) besonders positiv. Das Fach Cognitive Science (24 Bewertungen) und das Fach Biowissenschaften (19 Bewertungen) erreichten eine Weiterempfehlungsrate von 100%.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Frieda Berg
Universität Osnabrück
Kommunikation & Marketing
frieda.berg@uni-osnabrueck.de
Tel. 0541 969-4994

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news-9082.atom Stärkung der Prävention bei jeder Form von islamistischer Radikalisierung - Forschungsverbund MAPEX legt interaktive Datensammlung für die präventive Arbeit an Schulen und der Jugendhilfe vor Utz Lederbogen 2021-02-24T10:21:26+01:00 2021-02-24T10:10:11+01:00 „Islamistischer Terrorismus kann nicht alleine mit repressiven Mitteln bekämpft werden. Deutschland braucht eine koordinierte wissensbasierte Prävention vor allem an Schulen und in der Jugendhilfe“, so die Projektpartner des Forschungsverbundes MAPEX in ihrem Abschlussbericht. In den vergangenen drei Jahren haben sie alle Präventions- und Interventionsprojekte im Bereich des islamistischen Extremismus in Deutschland auf einer interaktiven Online-Plattform (www.mapex-projekt.de) zusammengetragen. Sie fordern ein Zentrum praxisorientierter Präventionsforschung, in dem Wissen zu Extremismus- und Radikalisierungsphänomenen gespeichert, laufend analysiert und vermittelt wird. An dem Forschungsverbund MAPEX nahmen die Universitäten Bielefeld, Osnabrück, Frankfurt sowie die FH Münster teil. Vor allem der Bund und im Besonderen das Innen- und Familienministerium stecken inzwischen viel Geld in die Präventionsarbeit. Alleine in den beiden großen Programmen „Demokratie leben!“ und „Nationales Präventionsprogramm gegen islamistischen Extremismus“ werden jährlich jeweils 100 Millionen Euro verausgabt. „Ob das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird, und ob wirklich alle relevanten Partner beteiligt sind – dazu hatten wir bislang keine valide Datenbasis“, so Prof. Dr. Andreas Zick, der an der Universität Bielefeld das Verbundprojekt koordiniert.

Abhilfe verspricht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 2017 bis 2021 geförderte Forschungsprojekt MAPEX (Mapping und Analyse von Präventions- und Distanzierungsprojekten im Umgang mit islamistischer Radikalisierung), das systematisch alle Präventionsprojekte in Deutschland identifizierte und anschließend telefonisch befragte. Herausgekommen ist unter anderem eine interaktive Landkarte, der präzise entnommen werden kann, wo in Deutschland Prävention geleistet wird. Das Forschungsteam hat insgesamt 1.000 Projekte und Maßnahmen erfasst und 591 telefonische Interviews geführt.

Das Datenmaterial zeige eindrucksvoll auf, dass Bund, Länder und Kommunen und die von ihnen beauftragten Träger in den vergangenen Jahren viel Pionierarbeit geleistet haben. Dennoch gebe es Lücken und Mängel, so der Soziologe Dr. Sebastian Kurtenbach (FH Münster): „Die Versorgung des ländlichen Raumes kommt in der Präventionsarbeit gegen islamistische Radikalisierung nicht selten zu kurz.“

Der Islamwissenschaftler Dr. Michael Kiefer (Universität Osnabrück) ergänzt: „Verbessert werden muss auch die Zusammenarbeit zwischen Maßnahmenträgern. Nicht alle Maßnahmen und Angebote sind Schulen und Jugendhilfen bekannt.“ Ebenso bemängeln die Projektpartner, dass viele präventive Angebote nur für einen bestimmten Zeitraum angeboten werden. So haben die „Respekt Coaches“, die an 190 Schulen ihre Dienste verrichten, allesamt befristete Arbeitsverträge. Dies bedeutet, dass Ende 2021 die Schulen wichtige Präventionsakteure verlieren würden. Für Prof. Dr. Harry Harun Behr  und Dr. Meltem Kulaçatan, die das Frankfurter Teilprojekt in MAPEX leiteten, ist dies „ein unerfreulicher Sachverhalt, der die nachhaltige Strukturbildung in der Präventionslandschaft einschränkt.“

Der Forschungsverbund hat neben der interaktiven Online-Plattform auch ein Buch veröffentlicht, in dem vertiefende Analysen sowie auch Teilstudien publiziert werden. Dort finden sich auch Praxisbeispiele an Schulen, in Kommunen sowie Maßnahmen, die vielversprechend sind für die Deradikalisierung und Distanzierung vom Extremismus.

„Es bedarf aber noch größerer Anstrengungen zur Stärkung der Prävention bei jeder Form von Extremismus“, meint die Koordinatorin Manuela Freiheit von der Universität Bielefeld. Sie verweist auf eine zusätzliche Handreichung, die die Bedarfe an Politik und Institutionen richtet, die für die Stärkung und Entwicklung der Prävention zuständig sind.

„Forschung und Praxis müssen enger verzahnt werden und Wissen schneller in den Transfer gelangen können“, meint Andras Zick, und er ergänzt mit dem Blick auf die Herausforderungen, die mit neuen Extremismusphänomenen einhergehen: „Wir wünschen uns nach vielen Jahren der Forschung im Bereich Radikalisierung und Extremismus ein Wissenschaftszentrum für Radikalisierungsanalyse und Prävention.“

Zum Projektabschluss stellen die Partner des MAPEX-Forschungsverbundes am Freitag, 26. Februar, ihre Ergebnisse während einer Online-Fachtagung zur Diskussion. „Gleichzeitig wollen wir gemeinsam überlegen, an welchen strukturellen Stellschrauben noch gedreht und welche Themen stärker in der Forschung wie in der Praxis bedacht werden müssten, um die Präventions- und Interventionslandschaft gemeinsam weiterentwickeln zu können“, heißt es im Einladungstext.

Dem Forschungsverbund MAPEX gehörten an:
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG), Universität Bielefeld;
Institut für Islamische Theologie (IIT), Universität Osnabrück;
Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Islam, Goethe-Universität Frankfurt am Main;
Fachbereich Sozialwesen, Fachhochschule Münster

Kontakt für Rückfragen:
E-Mail: mapex.ikg@uni-bielefeld.de

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Andreas Zick, Universität Bielefeld
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Tel. +49 521 106-3124
E-Mail: zick@uni-bielefeld.de

Dr. Michael Kiefer, Universität Osnabrück
Institut für Islamische Theologie
Tel. +49 541 969 6220
E-Mail: michael.kiefer@uni-osnabrueck.de

 

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news-9079.atom Kognitionswissenschaftler der Uni weisen Kommunikationsfähigkeiten von Menschen im REM-Schlaf nach 2021-02-18T17:16:08+01:00 2021-02-18T12:42:32+01:00 Mit schlafenden Versuchspersonen lassen sich komplexe Nachrichten austauschen. Das haben Wissenschaftler des Instituts für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück gemeinsam mit internationalen Kolleginnen und Kollegen jetzt in Studien gezeigt. „Wir konnten nachweisen, dass schlafende Menschen nicht komplett von der Wachwelt abgeschottet sind. Sie können im Schlaf sogar Morse-kodierte Matheaufgaben lösen und willentlich Fragen wie ‚Magst du Schokolade?‘ beantworten, ohne dabei aufzuwachen“, sagt Dr. Kristoffer Appel von der Uni Osnabrück. Das Journal Current Biology veröffentlicht die Ergebnisse in seiner Ausgabe vom 18. Februar 2021. „Träume entführen uns in eine andere Realität, eine halluzinatorische Welt, die sich ebenso real anfühlt wie jede wache Erfahrung“, erklärt Appel. „Diese oft bizarren Episoden sind sinnbildlich für den menschlichen Schlaf, aber noch nicht hinreichend verstanden. Retrospektive Traumberichte wiedererwachter Menschen unterliegen der Verzerrung und dem Vergessen, was eine grundlegende Herausforderung für wissenschaftliche Untersuchungen des Träumens darstellt.“ Die Methode des Interactive Dreaming, also der geleitete Austausch zwischen einer träumenden und einer wachen Person, ebnet als vielversprechender Ansatz neuen Forschungen den Weg. 

Die kognitionswissenschaftliche Studie zeigt, dass Personen, die sich während des REM-Schlafes ihres Traumzustandes bewusst waren, in der Lage waren, die Fragen eines Experimentators zu verstehen und ihm Antworten geben. Die Forscher machten sich dabei den Effekt zunutze, dass Wachwelt-Stimuli wie Töne, Lichtblinks und Tappen auf den Handrücken teilweise in Träume inkorporiert werden, d.h. dort direkt oder indirekt eingebaut werden und vom Träumer erkannt werden können. Die Antworten auf die Fragen gaben die Versuchspersonen über Augenbewegungen oder Kontraktionen der Gesichtsmuskel – auch dies lässt sich bis zu einem gewissen Grad aus dem Traum heraus willentlich ansteuern und im Schlaflabor aufzeichnen. Dabei demonstrierten einige der insgesamt 36 Versuchspersonen zahlreiche Fähigkeiten. Dazu gehörten das Erkennen der Wachwelt-Informationen im Traum, die Analyse dieser Informationen (z. B. das Dekodieren von Morse-Code-Lichtblitzen in Matheaufgaben), die Speicherung dieser Informationen im Arbeitsgedächtnis, das Berechnen einfacher Antworten und das willentliche Übermitteln dieser Antworten. Auf diese Weise konnten sechs Versuchungspersonen in 29 Fällen Fragen korrekt beantworten. 

Die Schlaflabor-Experimente wurden an der Universität Osnabrück, der Northwestern University (Chicago/USA), der Sorbonne (Paris/FR) und der Radboud Universität (Nijmegen/NL) durchgeführt – unabhängig voneinander in vier Forschungsgruppen mit leicht unterschiedlicher Methodik, aber stets dem gleichen Ergebnis – und anschließend als Multi-Center-Studie zusammengefasst. Der deutsche Teil der Studie wurde dabei finanziell von der Hans-Mühlenhoff-Stiftung Osnabrück unterstützt. 

„Wir haben die Ergebnisse zusammengefügt, weil wir der Überzeugung sind, dass die Kombination von Ergebnissen aus vier verschiedenen Laboren mit unterschiedlichen Ansätzen die Realität dieses Phänomens am überzeugendsten belegt", sagt Karen Konkoly, Doktorandin an der Northwestern University in Chicago und gemeinsam mit Appel Erstautorin der Arbeit. „Und wir sehen, dass es tatsächlich unterschiedliche Wege gibt, diese bi-direktionale Kommunikation durchzuführen." 

Die potenziellen Anwendungen des Interactive Dreaming außerhalb der Forschung seien mannigfaltig, so Appel. Künstler, Komponisten und Schriftsteller könnten eines Tages vielleicht die Kreativität des Traumzustandes nutzen und ihre Werke direkt in die Wachwelt übertragen. Psychotherapeuten böte sich die Möglichkeit, Albträume direkt während des Auftretens zu behandeln. Neues Wissen „im Schlaf“ zu lernen – der Traum vieler Schüler – sei genauso denkbar wie das Training neuer musikalischer oder sportlicher Fähigkeiten oder das Nutzen der Methode für privates Entertainment. Zunächst müsse allerdings das Interaktive Träumen weiter erforscht und verbessert werden, so der Osnabrücker Kognitionswissenschaftler. 

                   

Zum Artikel in Current Biology, Konkoly et al.: “Real-time dialogue between experimenters and dreamers during REM sleep”

 

Weitere Informationen für die Redaktionen:

Dr. Kristoffer Appel,
Universität Osnabrück
Institut für Kognitionswissenschaft
Wachsbleiche 27, 49074 Osnabrück
Telefon: +49 1577 3234 368

kristoffer.appel@uos.de 

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news-9074.atom Radikalisierungsprävention muslimischer Schülerinnen und Schüler - Lehrkräfte müssen Handlungsfähigkeit wiedererlangen Utz Lederbogen 2021-02-17T11:49:01+01:00 2021-02-17T09:51:33+01:00 Konfrontative Religionsausübung an Schulen ist ein ernstzunehmendes Thema. „Um effektive Radikalisierungsprävention betreiben zu können, benötigen Schulen langfristige Konzepte und professionelle Fachkräfte“, fordert Dr. Michael Kiefer vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück. Die Problemlagen und Handlungsempfehlungen beschreibt er in einem Positionspapier der Konrad-Adenauer-Stiftung, welches jetzt veröffentlicht wurde: https://vt.uos.de/5vaj0 Der Mord an dem französischen Lehrer Samuel Paty Mitte Oktober 2020 hat die Diskussion um konfrontative Religionsausübungen von muslimischen Schülerinnen und Schülern auch in Deutschland wieder entfacht. In Berlin drohte ein elfjähriger Schüler einer Lehrerin mit der Enthauptung. „Islamistische Haltungen und Vorfälle mit muslimischen Schülerinnen und Schülern stellen mit Sicherheit nicht an allen Schulorten ein Problem dar. Aber es gibt zum Teil gravierende Probleme“, erklärt Kiefer, der an der Universität Osnabrück eine Vertretungsprofessur für Soziale Arbeit innehat. Oft wirkten hier jugendspezifische Aspekte, einschneidende Lebensereignisse, Gruppeninteraktionen und islamistische Agitation zusammen.

„Im Regelfall liegen komplexe zirkuläre Kausalitäten vor“, berichtet Kiefer. „Für die präventive und auch intervenierende Praxis bedeutet dies, dass mit unspezifischen und generalisierenden Maßnahmen und Programmen keine hohe Wirksamkeit erzielt werden kann. Vielmehr sind passgenaue Formate gefragt.“

Der Aufstieg des sogenannten Islamischen Staates und die Ausreisen junger Menschen nach Syrien und Irak zeigten überaus deutlich, dass in allen gesellschaftlichen Handlungsfeldern eine umfassende und professionelle Radikalisierungsprävention erforderlich ist. Die Schule sei dafür aber ein äußerst wichtiger Ort, weil hier alle jungen Menschen zwischen dem sechsten und achtzehnten Lebensjahr erreicht werden.

Dabei wird dem islamischen Religionsunterricht eine präventive Wirkung zugesprochen. „Junge Menschen, die in gewaltaffine islamistische Milieus abrutschen, verfügen häufig nur über geringe Kenntnisse der islamischen Religion, auch wenn sie diese für Propagandazwecke instrumentalisieren“, berichtet Kiefer. Belegt werde dies unter anderem durch eine Studie des Forschungsnetzwerks Radikalisierung und Prävention (FNRP) an den Universitäten Osnabrück und Bielefeld, in der die WhatsApp-Kommunikation einer jugendlichen Attentätergruppe untersucht wurde.

Im schulischen Kontext sei das Handlungskonzept „Neue Autorität“ von Haim Omer gefragt, erläutert der Sozialexperte. „Zentrales Ziel muss sein, Erziehende darin zu unterstützen, ihre Handlungsfähigkeit und Wirksamkeit wiederzuerlangen.“ Die Handlungsmaxime lautet: „Wir geben dir nicht nach, und wir geben dich auch nicht auf!“

Das Fazit des Osnabrücker Wissenschaftlers: Schulen benötigen gut abgestimmte und langfristige Präventionskonzepte, die von professionellen Fachkräften durchgeführt werden. Dafür bedarf es ausreichender personeller Ressourcen in der Schulsozialarbeit und im Kollegium. Die großen Bundesprogramme wie zum Beispiel „Demokratie Leben!“ behandelten den Bereich der Radikalisierungsprävention weitgehend als einen Sonderbereich, in dem hochspezialisierte Träger an Einzelprojekten arbeiten. Kiefer: „Diese Fokussierung auf ausgewählte Leuchtturmprojekte ist in der Breite wenig zielführend. Notwendig ist vielmehr eine Stärkung der Regelstrukturen.“

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Michael Kiefer, Universität Osnabrück
Institut für Islamische Theologie
Tel. +49 541 969 6220
E-Mail: michael.kiefer@uni-osnabrueck.de

 

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news-9072.atom International Office erfolgreich bei Antragsstellung / 2020 insgesamt fast 1.000.000 Euro für Erasmus-Mobilität eingeworben  2021-02-16T09:37:55+01:00 2021-02-16T09:34:25+01:00 Die Universität Osnabrück kann ihren Studierenden und Mitarbeitenden auch für die Jahre 2021 bis 2027 Förderungen für Auslandsaufenthalte im Rahmen des Erasmus+ Programm der Europäischen Union in Aussicht stellen. Darüber hinaus war die Universität auch mit Anträgen in den beiden Förderlinien Key Action 103 („Mobilität mit Programmländern“) sowie Key Action 107 („Mobilität mit Partnerländern“) erfolgreich.  Voraussetzung für die weitere Teilnahme am Erasmus+ Programm war es, die Erasmus-Charta für die Hochschulbildung (ECHE) als Qualitätslabel zu erhalten. Die Universität Osnabrück wurde in den drei Bereichen Policy Statement, Einhaltung und Umsetzung der ECHE-Grundsätze sowie Qualität der Projektabwicklung und Verwaltungsstrukturen geprüft und konnte in allen drei Bereichen ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielen.

„So wie wissenschaftlicher Austausch an keine Landesgrenzen gebunden ist, bieten Auslandsaufenthalte den Studierenden eine große kulturelle Bereicherung, die ihr gesamtes Leben prägt. Diesen beiden Grundsätzen ist unsere Universität verpflichtet. Deshalb machen mich die großen Erfolge unseres International Office glücklich und stolz zugleich“, so Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl. „Diese Erfolge zeigen, dass unsere Anstrengungen, die Internationalisierung der Universität zu stärken, von allen gemeinsam getragen werden.“

In der Charta sind zudem auch inhaltliche Vorgaben für die tatsächliche Programmdurchführung verankert. Für die nun kommende Programmgeneration stehen die Themen Digitalisierung, Inklusion, Nachhaltigkeit und Stärkung des bürgerlichen Engagements im Fokus. Laura Rohe, Erasmushochschulkoordinatorin der Universität erklärt: „Durch den Erhalt der ECHE können wir unseren Studierenden auch in den kommenden sieben Jahren wichtige Auslandserfahrungen ermöglichen. Den Auftrag, diese Auslandserfahrungen zukünftig noch nachhaltiger, inklusiver und moderner zu gestalten, nehmen wir als Universität gerne an.“ 

Der Erhalt der ECHE stellt die Voraussetzung für die Förderung von Auslandsaufenthalten innerhalb des Erasmus+ Programms dar. Allgemein bekannt ist das Erasmus+ Programm vor allem für die Förderlinie Key Action 103 („Mobilität mit Programmländern“), über die Studierende und Mitarbeitende an Partnerinstitutionen in europäischen Programmländern entsandt werden können. Hierfür wurden im Jahr 2020 Mittel in Höhe von knapp 650.000 Euro für die nächsten drei Jahre eingeworben. Jährlich nutzen etwa 300 Studierende und Mitarbeitende die Möglichkeit für einen Erasmus+ Auslandsaufenthalt. 

Neben der Förderlinie Key Action 103 war die Universität Osnabrück im Jahr 2020 auch in der Erasmus+ Förderlinie Key Action 107 („Mobilität mit Partnerländern“) mit sechs Anträgen erfolgreich. Im niedersächsischen Vergleich bedeutet dies den zweiten Rang. Das Gesamtvolumen der Anträge beträgt mehr als 330.000 Euro. Über dieses Programm kann sowohl Studierenden- als auch Personalaustausch in beide Richtungen gefördert werden. Die Partnerinstitutionen befinden sich im europäischen und außereuropäischen Ausland. Die Universität Osnabrück kooperiert innerhalb der Programmlinie in den nächsten drei Jahren mit Partnerinstitutionen in Costa Rica, Chile, China, Taiwan, Bosnien und Herzegowina sowie der Ukraine. 

„Die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen dem International Office, den zahlreichen beteiligten Fachbereichen, und unseren Partnerinstitutionen in der Welt zeigt auf beeindruckende Weise, dass Internationalisierung an der Universität Osnabrück nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern aktiv gelebt und weiterentwickelt wird“, erklärt Malte Paolo Benjamins, Leiter des International Office der Universität Osnabrück.  

Weitere Informationen für die Redaktionen:

Malte Paolo Benjamins, Universität Osnabrück
International Office
Neuer Graben 27, 49074 Osnabrück
Telefon: +49 541 969 4972 
malte.paolo.benjamins@uos.de 

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news-9070.atom Nachhaltigkeit in der Finanzbranche fördern - 645.000 Euro aus „Niedersächsischem Vorab“ für Forschungsprojekt der Uni Osnabrück zu Online-Kreditplattformen 2021-02-12T11:38:12+01:00 2021-02-12T11:33:37+01:00 Digitale plattformbasierte Modelle in der Vergabe von Krediten sind das Thema eines neuen interdisziplinären Forschungsprojekts an der Universität Osnabrück. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt „Marketplace lending: Schöne neue Kreditwelt? Interdisziplinäre Forschung zur Plattformarchitektur und zur Förderung nachhaltiger Investitionen“ in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit knapp 645.500 Euro für die nächsten drei Jahre. Im Projekt arbeiten Prof. Dr. Valeriya Dinger (Makroökonomie), Prof. Dr. Peter Grundke (Banken und Finanzierung), Prof. Dr. Frank Teuteberg (Unternehmensrechnung und Wirtschaftsinformatik) sowie Prof. Dr. Karsten Müller (Arbeits- und Organisationspsychologie) zusammen.

Die zur Untersuchung stehenden Kreditvergabeplattformen wie „Auxmoney“ in Deutschland oder „LendingClub“ in den USA vermitteln Fremdkapital in Form von Krediten über Online-Marktplattformen. Die Architektur dieser Plattformen und die Art und Weise, wie sie Informationen verarbeiten, unterscheidet sich im Vergleich zu etablierten Banken, so Prof. Peter Grundke. „Ob die neue Architektur in der Kreditvergabe auch dazu beitragen kann, finanzielle Ressourcen vermehrt in nachhaltige Investitionen zu lenken, das ist eine der Forschungsfragen in unserem Projekt.“

Im Projekt soll die Fähigkeit der neuen Kreditvergabe-Plattformen zur Förderung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft untersucht werden. „Hierzu greifen wir auf einen vielversprechenden mixed-Method-Ansatz zurück, indem wir theoretische, empirische und experimentelle Forschungsmethoden aus der Finanzwirtschaft, der Volkswirtschaftslehre, der Wirtschaftsinformatik sowie der Psychologie miteinander kombinieren“, so Prof. Valeriya Dinger.

Das interdisziplinäre Team will insbesondere untersuchen, ob die Plattformen Transaktionskosten reduzieren, ob sie die Investitionsbereitschaft für ökologisch und sozial nachhaltige Projekte erhöhen und die finanzielle Inklusion stärken können. „Wir wollen besser verstehen, wie diese Plattformen genutzt werden können, um gesellschaftlich wünschenswerte Ergebnisse zu fördern“, sagt Prof. Karsten Müller. „Wenn wir dieses Etappenziel erreicht haben, wollen wir aufbauend auf diesen Erkenntnissen einen Katalog an Gestaltungsprinzipien und Handlungsempfehlungen entwickeln“, ergänzt Prof. Frank Teuteberg.

Das verbesserte Verständnis durch die Osnabrücker Forschungsarbeit soll von Plattformbetreibern zur Optimierung der Architektur ihrer Plattformen eingesetzt werden. Zudem könnten die Erkenntnisse politischen Entscheidungsträgern helfen, neue Finanztechnologien („FinTechs“) so zu regulieren, dass zwar Risiken reduziert, aber zugleich Innovationen nicht eingeschränkt werden.

Das Forschungsprojekt „Marketplace lending“ ist eines von zwei Projekten der Universität Osnabrück, die in der Ausschreibung „Die digitale Gesellschaft: Entwicklungen erforschen, Perspektiven entwickeln, digitale Methoden und Daten nutzen" erfolgreich waren. Insgesamt konnte die Universität so über eine Million Euro im „Niedersächsischem Vorab“ einwerben. Die antragstellende Initiative für das Finanzprojekt entstand aus der interdisziplinären Profillinie „Digitale Gesellschaft – Innovation – Regulierung“ der Universität Osnabrück.
 
Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Peter Grundke, Universität Osnabrück
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Banken und Finanzierung
Tel.: +49 541 969 4721
E-Mail: peter.grundke@uni-osnabrueck.de

 

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news-9068.atom Neue Zeitschrift für Migrationsforschung - Online-Journal erscheint am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) Utz Lederbogen 2021-02-10T10:22:54+01:00 2021-02-10T10:18:30+01:00 Die erste Ausgabe der Zeitschrift für Migrationsforschung (ZMF) ist erschienen. Die neue Zeitschrift wird vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück herausgegeben. Sie ist online kostenlos (Open Access) zugänglich und erscheint zweimal jährlich. Das Journal bietet ein Forum für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Hintergründen, Bedingungen und Konsequenzen räumlicher Bewegungen von Menschen in Geschichte und Gegenwart. Der Link zur ersten Ausgabe: https://doi.org/10.48439/zmf.v1i1 „Wir haben vor allem seit Anfang der 2000er Jahre und dann noch einmal mit der verstärkten Zuwanderung von Schutzsuchenden 2014 bis 2016 einen enormen Schub der Migrationsforschung in Europa und in Deutschland erlebt“, so Prof. Dr. Andreas Pott, der von 2009 bis Ende 2020 als IMIS-Direktor fungierte. Die neue Zeitschrift widmet sich besonders dem durch Migrationsprozesse hervorgebrachten gesellschaftlichen Wandel in Herkunfts-, Transit- und Zielländern.

Die Beiträge präsentieren neue Forschungsergebnisse aus verschiedenen Disziplinen und Forschungsfeldern, diskutieren Konzepte oder formulieren theoretische Angebote. „Es ist eine Plattform für die gesamte Migrationsforschung in all ihren Facetten in deutscher und englischer Sprache“, ergänzt der Migrationsforscher. Alle Aufsätze durchlaufen zur Qualitätssicherung ein anonymes Begutachtungsverfahren. Im ersten Heft geht es in den Beiträgen um Migration und soziale Ungleichheit, Gender, Migrationsethik sowie die Stadt als Ankunftsraum.

„Wir freuen uns, die Zeitschrift für Migrationsforschung im dreißigsten Jahr der Gründung des IMIS herausgeben zu können“, so die neue IMIS-Direktorin Prof. Dr. Helen Schwenken. „Das IMIS ist das älteste Migrationsforschungsinstitut in Deutschland. Vor diesem Hintergrund schien uns das IMIS der richtige Ort zu sein, eine solche Plattform für die fachübergreifende Weiterentwicklung und internationale Vernetzung der Migrationsforschung in Deutschland zu schaffen.“

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Apl. Prof. Dr. Jochen Oltmer, Universität Osnabrück
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)
Seminarstraße 19 a/b, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4365
imis@uni-osnabrueck.de

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news-9066.atom Preis „Frauen Europas“ geht nach Osnabrück - Professorin Tömmel als „Pionierin für ihre wissenschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der EU“ ausgezeichnet Utz Lederbogen 2021-02-08T11:21:16+01:00 2021-02-08T11:18:55+01:00 Die Politikwissenschaftlerin Dr. Ingeborg Tömmel, bis 2008 Professorin für Internationale und Europäische Politik an der Universität Osnabrück, erhält als „Pionierin für ihre wissenschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der EU“ den Preis „Frauen Europas“. Der von der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. (EBD) gestiftete Preis wird im Juni in einem Festakt in Berlin verliehen. Eine weitere Preisträgerin ist Lisi Maier, die Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings. Mit der Gründung des bundesweit ersten Vollzeitstudiengangs der Europawissenschaften 1993 sorgte Prof. Tömmel dafür, dass Themen und Mechanismen der Europäisierung fächerübergreifend zugänglich gemacht werden konnten. Erkenntnisse und Wissen waren und sind dabei für die Politikwissenschaftlerin nie Selbstzweck: „Statt Wissenschaft im Elfenbeinturm zu betreiben, war sie in den intensivsten Arbeitsjahren an der Universität Osnabrück immer aktiv, gesellschaftliche Debatten anzuregen und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen“, heißt es in der Nominierung.

Ausdruck dieses Engagements ist auch das zum Wintersemester 2007/08 ins Leben gerufene „Jean Monnet Centre of Excellence in European Studies“ der Universität Osnabrück, das eine explizite Ausstrahlung auf Stadt und Umland hat. Als erste Direktorin des Zentrums schuf Tömmel Möglichkeiten der kritischen Auseinandersetzung mit Europathemen in der Öffentlichkeit. Insbesondere junge Menschen wollte sie damit für Europathemen

sensibilisieren. Viele der damals angestoßenen Aktivitäten wie Gespräche mit Mandatstragenden an öffentlichen Orten der Stadt werden nach wie vor angeboten.
 
Als Bürgerin hat Tömmel Wissen, Netzwerk und Zeit in eine Vielzahl von lokalen Initiativen und Projekten eingebracht, die sich um die Nord-Süd Verständigung in der EU drehen und für mehr transnationale Solidarität eintreten. Im Mai 2016 war sie Mitbegründerin der Initiative „50 aus Idomeni“, die das Ziel hatte, mindestens 50 Geflüchtete aus griechischen Flüchtlingsunterkünften nach Osnabrück zu bringen. Sie ist auch aktives Mitglied der „Seebrücke-Osnabrück“.

Mit dem „Preis Frauen Europas – Deutschland“ ehrt die EBD seit 1991 Frauen, die sich durch ihr mutiges, kreatives oder hartnäckiges ehrenamtliches Engagement in besonderer Weise für das Zusammenwachsen und die Festigung eines vereinten Europas einsetzen.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Utz Lederbogen
Pressesprecher Universität Osnabrück
Neuer Graben 29, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4370
utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

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news-9064.atom Wie sieht das klimabewusste Osnabrück der Zukunft aus? Online-Podiumsdiskussion der Universität und Hochschule Osnabrück am 10. Februar Utz Lederbogen 2021-02-05T10:37:50+01:00 2021-02-05T10:33:24+01:00 Der globale Klimawandel ist nicht mehr nur Bestandteil wissenschaftlicher Debatten, sondern er ist im alltäglichen Leben der Menschen fühlbar und allgemein sichtbar angekommen. Am Mittwoch, 10. Februar, diskutieren ab 19 Uhr Expertinnen und Experten der Universität und Hochschule Osnabrück die „Globalen Herausforderungen und lokalen Lösungen des Klimawandels am Beispiel der Stadt Osnabrück“. Die Online-Podiumsdiskussion wird auf OS-Radio 104,8 übertragen und ist unter www.youtube.com/user/uniosnabrueck1 und www.youtube.com/user/HochschuleOS abrufbar. Veranstalter ist das Transfer- und Innovationsmanagement (TIM) der Osnabrücker Hochschulen. Der Klimawandel schlägt sich nicht mehr allein in Messwerten nieder, sondern manifestiert sich unter anderem in Wärmerekordjahren, Extremwetterereignissen, einem rapiden Verlust der Biodiversität und in dem seit einem Jahr besonders sichtbaren Waldsterben. Welche Interessenskonflikte gibt es auf lokaler Ebene in Bezug auf den Klimaschutz? Wie sollte das klimabewusste Osnabrück der Zukunft aussehen? Das sind nur einige Fragen, die die Expertinnen und Experten aufgreifen.

Besonders in den Blick nehmen die Diskutanten die „Grünen Finger“ im Stadtgebiet Osnabrück sowie das Freiflächensystem, das die Stadt mit der umgebenden Landschaft verbindet. Auch die regionale Herausforderung, als bedeutender Logistikstandort ökologische und ökonomische Ziele über kommunale Grenzen hinweg zu verbinden, beleuchten die Teilnehmenden.

„Viele Wissenschaftler sagen, dass wir auf dem Weg zum sechsten Massenartensterben sind“, erklärt apl. Prof. Dr. Thomas Fartmann von der Universität Osnabrück. Und das sei erstmals menschengemacht. Den Wert der „Grünen Finger“ hebt Prof. Dr. Hubertus von Dressler von der Hochschule Osnabrück hervor. Mathematiker hätten nachgewiesen, dass das sternenförmige Bild Osnabrücks mit den grauen Radialen und den grünen Fingern im Blick auf Klimawandel und Klimaresilienz ideal sei.

An der Diskussion nehmen teil: apl. Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück, Biodiversität und Landschaftsökologie), Prof. Dr. Hubertus von Dressler (Hochschule Osnabrück, Landschaftsplanung und -pflege), Joy Ruschkowski (Hochschule Osnabrück, Projekt Grüne Finger für eine klimaresiliente Stadt), Birgit Potthoff (Bürgerinitiative Naturnaher Schinkel) und Felix Bücken (Universität Osnabrück, Geographie).

Für Impulsstatements konnten Jonas Michalowski (Fridays for Future) und Siegfried Averhage (Wirtschaftsförderung Landkreis Osnabrück – WIGOS) gewonnen werden. Die Moderation übernimmt Journalist Michael Hafemann (Klima Frieden Osnabrück e.V.).

Weitere Informationen für die Medien:
Dr. Dipl.-Geograph Christian Newton,
Transfer- und Innovationsmanagement (TIM)
der Universität und Hochschule Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2057
E-Mail: c.newton@hs-osnabrueck.de
Internet: https://www.tim-osnabrueck.de/home/

Dr. Utz Lederbogen, Universität Osnabrück
Pressesprecher
Tel.: +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

Holger Schleper, Hochschule Osnabrück
Geschäftsbereich Kommunikation
Tel.: +49 541 969 2175
E-Mail: h.schleper@hs-osnabrueck.de

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news-9062.atom Klimaangepasstes Konzept für die Osnabrücker Logistikbranche 2021-02-04T15:50:03+01:00 2021-02-04T15:43:53+01:00 Klimaveränderungen stellen die Logistikbranche als drittgrößten Wirtschaftsbereich in Deutschland vor große Herausforderungen. In einer Workshop-Reihe erarbeiteten Hochschule und Universität Osnabrück mit Logistikunternehmen, der Wirtschaftsförderung sowie Stadt und Landkreis Osnabrück Ansätze für ein regionales Konzept zur Klimaanpassung in der Logistikbranche. Wie können Logistikunternehmen Flächen in der Region Osnabrück künftig so nutzen, dass sie an die Folgen des Klimawandels angepasst sind? Antworten auf diese Frage entwickelten Hochschule und Universität Osnabrück bei drei Online-Workshops mit Planerinnen und Planern in den Kommunen sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaftsförderung und der Logistikbranche. In den Workshops wurden drei verschiedene Zukunftsszenarien des Flächenmanagements diskutiert. Dabei zeigte sich, dass eine klimaangepasste Form der Flächennutzung im gewerblichen Bereich nur erreicht werden kann, wenn Kommunen und Unternehmen aktiv Verantwortung übernehmen.

Die Region Osnabrück gehört als Teil der Region Münster/Osnabrück zu einem von 23 Top-Logistikstandorten in Deutschland. Klimaereignisse wie Trockenheit, extremer Schneefall oder Unwetter können erhebliche wirtschaftliche Folgen für Unternehmen haben. Vor allem dann, wenn keine Maßnahmen zur Anpassung unternommen werden. Kundinnen und Kunden, Lieferantinnen und Lieferanten, aber auch Mitarbeitende wünschen sich von den Betrieben Anpassung an den Klimawandel. Im Projekt „KlimaLogis – Angepasste Logistik – ein Pilotprojekt im Landkreis Osnabrück“ soll ein regionales Konzept für die Logistikbranche erarbeitet werden.

„Für uns ist es wichtig, gemeinsam mit allen eingebundenen Akteuren ein Konzept zu entwickeln, denn sie müssen dieses Konzept auch später in der Praxis leben“, erklärt Prof. Dr. Marcus Seifert, Projektleiter und Logistikexperte an der Hochschule Osnabrück. „Die Workshop-Reihe hat gezeigt, welche Maßnahmen für alle Akteure realisierbar sind und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss“, sagt Felix Bücken, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geographie der Universität Osnabrück. Konkret bedeutet das: Es ist wichtig, eine Strategie für die gesamte Region zu haben, wie Flächen für logistische Unternehmen genutzt werden sollen.

„Für ein gesamtheitliches Konzept sind von kommunaler Seite einheitliche Regulierungen notwendig, aber auch Unternehmen müssen das Thema Klimaanpassung stärker aufgreifen und als Teil ihres Risikomanagements verstehen“, sagt Prof. Dr. Martin Franz, Projektleiter am Institut für Geographie der Universität Osnabrück. Daher sei es wichtig, dass in den Kommunen fachliches Wissen aufgebaut und vertieft werde. Denn nur so werde für die Region deutlich, welche positiven Effekte Klimaanpassungsmaßnahmen auf die Region haben.

„Dabei zeigen vor allem unsere nationalen und internationalen Analysen, dass wir von Beispielen in Deutschland und anderen Ländern sehr gut lernen können, wie wir Logistikprozesse besser auf den Klimawandel vorbereiten können“, ergänzt Projektleiter Prof. Dr. Kai Michael Griese, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketingmanagement, an der Hochschule Osnabrück.

Im nächsten Schritt schaut sich das Projektteam an, auf welche Weise die Standortwahl eines Unternehmens erfolgt und wie Kommunen Flächen ausweisen. „Dabei nutzen wir die Ergebnisse aus den Workshops, um aufzuzeigen, an welchen Stellen des Auswahlprozesses Fragen der Klimaanpassung eine Rolle spielen können“, erklärt Seifert.

Weitere Informationen für die Medien:

Jan Niklas Eyers, Hochschule Osnabrück
Telefon: +49 541 969 3951
E-Mail: j.eyers@hs-osnabrueck.de

Felix Bücken, Universität Osnabrück
Institut für Geographie
Telefon: +49 541 969-6088
E-Mail: felix.buecken@uni-osnabrueck.de

 

Zum Hintergrund:

Das Projekt „KlimaLogis – Klimaangepasste Logistik – ein Pilotprojekt im Landkreis Osnabrück“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Natur und nukleare Sicherheit mit rund 110.000 Euro gefördert. Verbundpartner ist neben der Hochschule und der Universität Osnabrück der Landkreis Osnabrück. Als Kooperationspartner unterstützen die Stadt Osnabrück, das Kompetenznetzwerk Individuallogistik (KNI) und das Institut für Produktion und Logistik (Logis.Net) das Vorhaben. Die wissenschaftliche Prozessbegleitung erfolgt durch sustainify – Institut für nachhaltige Forschung, Bildung, Innovation.

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news-9057.atom Osnabrücker Hochschulen entwickeln gemeinsam mit der VR-Agentur mindQ GmbH ein Virtual Reality-System für die Laborarbeit in den Nanowissenschaften 2021-01-29T12:40:04+01:00 2021-01-29T11:05:00+01:00 Neue Wege zur Steuerung von Laborgeräten geht das Verbundprojekt „KMU-innovativ - VRnano: Multimodale, bidirektionale und haptische Virtual-Reality-Steuerung hochkomplexer Laborgeräte der Nanowissenschaften“, bei dem Forscherinnen und Forscher der Nanowissenschaften in die Virtuelle Realität versetzt werden. VRnano wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 1,1 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind die Hochschule Osnabrück, die Universität Osnabrück und die Osnabrücker VR-Agentur mindQ GmbH. In den Nanowissenschaften werden Materialien auf der Skala einzelner Atome und Moleküle untersucht, d.h. die Experimente laufen in einem Größenbereich von wenigen Nanometern ab. „Stellt man sich das Verhältnis zwischen einem voll ausgeklappten Zollstock und dem Durchmesser eines menschlichen Haares vor, so entspricht dies in etwa dem Verhältnis zwischen dem Durchmesser des Haares und der Länge eines kleinen Moleküls“, verdeutlicht Dr. Philipp Rahe aus dem Fachbereich Physik der Universität Osnabrück den Unterschied der Größenskalen. Ein grundlegendes Problem der Nanowissenschaften ist daher, Zugriff auf diese winzigen Bausteine zu erhalten.

„Seit Jahren setzen wir hierzu die sogenannte hochauflösende Rastersondenmikroskopie ein. Eine Technik, die uns erlaubt, einzelne Atome nicht nur abzubilden, sondern auch ganz gezielt und kontrolliert zu manipulieren“, sagt Rahe. Bei der Rastersondenmikroskopie werde eine atomar feine Spitze verwendet, um eine Auflösung zu ermöglichen, die weit unter der eines optischen Mikroskops liegt. „Auch wenn wir das wahrscheinlich hochauflösendste Mikroskop in Osnabrück verwenden, ist es weiterhin sehr schwierig, hiermit Moleküle zu untersuchen, sobald sie in einer komplexen dreidimensionalen Form vorliegen.“  

In dem Projekt VRnano soll nun ein System zur Untersuchung solcher komplexen dreidimensionalen Proben entwickelt und neue Messverfahren mithilfe Virtueller Realität (VR) implementiert werden. „Wir möchten eine Laborsteuerung entwickeln, die die Sinne und den Bewegungsapparat des Menschen effizienter für physikalische Messungen nutzt“, erklärt Rahe.

Virtual Reality ermöglicht weltweite Zusammenarbeit in Echtzeit
Prof. Dr. Philipp Lensing, Professor für Computeranimation und Spieleprogrammierung an der Hochschule Osnabrück, visualisiert die Messdaten in Echtzeit, die mit dem Mikroskop aufgenommen werden. So können die Daten in der Virtuellen Realität dargestellt werden. „Experimente in Echtzeit sind schwer beherrschbar. Die Strukturen, die die Nanowissenschaft untersucht, sind so klein, dass sie in der realen Welt mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. In der Virtuellen Realität können diese Strukturen dreidimensional dargestellt werden. Daher bietet sich hier eine große Chance, komplexere Experimente durchführen zu können“, erklärt der Informatiker.

„Die Steuerung über VR macht auch internationale Forschungskooperationen ohne physische Anwesenheit in Osnabrück möglich“, erklärt Lensing. So können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt gemeinsam von verschiedenen Orten gleichzeitig an demselben Projekt in der virtuellen Realität arbeiten. Dazu benötigen sie lediglich eine Internetverbindung und eine VR-Brille. „Wenn nun jemand in der Realität an dem Mikroskop etwas einstellt, zeigt sich in der virtuellen Welt dessen Auswirkung“, erklärt Lensing.

„Die Nanotechnologie birgt als Schlüssel- und Querschnittstechnologie erhebliche wirtschaftliche Potenziale und Wachstumsraten für die Zukunft“, sagt Olaf Gerlach, Geschäftsführer von mindQ GmbH & Co. KG. Die VR-Agentur verspricht sich durch das Projekt einen umfassenden Aufbau von Expertenwissen, um komplexe Daten in interaktiven Visualisierungssystemen darzustellen. „Die Echtweltinteraktion durch und mit Virtual- und Augmented-Reality bietet in technologieorientierten Branchen ein großes Innovationspotential.“

Seit 2017 arbeitet Dr. Philipp Rahe am Fachbereich Physik der Universität Osnabrück. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert seine Nachwuchsgruppe „Steuerung von Elektronentransfer in metallorganischen Materialien auf atomarer Skala“ im Emmy Noether-Programm mit insgesamt 1,8 Millionen Euro.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Philipp Rahe, Universität Osnabrück
Fachbereich Physik
Telefon: +49 541 969 2261
E-Mail: prahe@uni-osnabrueck.de

Prof. Dr. Philipp Lensing, Hochschule Osnabrück
Professor für Computeranimation und Spieleprogrammierung
E-Mail: p.lensing@hs-osnabrueck.de
Telefon: 0541 969 3839
E-Mail: p.lensing@hs-osnabrueck.de

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news-9055.atom Nachhaltige Schweinezucht spielend erlernen: Biologiedidaktiker der Uni Gewinner im „Wissenschaft im Dialog“-Wettbewerb 2021 2021-01-21T14:20:46+01:00 2021-01-21T14:17:28+01:00 Im Projekt „Pig & Click – Build your own pig farm“ der Biologiedidaktik an der Universität Osnabrück können sich Nutzerinnen und Nutzer als Landwirtinnen und Landwirte auf einer Website durch multimediale Inhalte klicken und sich so mit dem komplexen Thema der Schweinehaltung auseinandersetzen. Für diese innovative Idee wird das Team um Dr. Florian Fiebelkorn, Biologiedidaktik der Universität Osnabrück, und seine Doktorandin Elena Folsche mit einem von zehn Preisen der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ 2021 ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro.  Entstanden sind die Kommunikationsideen in der zweiten Runde des Hochschulwettbewerbs „Zeigt eure Forschung!“ im Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie, der jährlich von Wissenschaft im Dialog (WiD) ausgerufen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Eine Jury hat jetzt die besten Kommunikationskonzepte der Forscherinnen und Forschern gekürt. Die zehn Gewinnerteams haben nun Zeit, ihre Ideen bis Dezember 2021 umzusetzen und zu ihren Themen mit der Öffentlichkeit in den Dialog zu treten. Zusätzlich erhalten sie Workshops und Schulungen zu Wissenschaftskommunikation. Die Gewinnerinnen und Gewinner kommen neben der Uni Osnabrück aus Aachen, Bayreuth, Berlin, Bonn, Braunschweig und Flensburg.

In dem Osnabrücker Projekt geht es darum, vor allem Schülerinnen und Schüler für die verschiedenen Perspektiven der Nutztierhaltung am Beispiel der Schweinemast zu sensibilisieren. Dafür wollen die Biologiedidaktiker zusammen mit ihrem Projektpartner BOK + Gärtner (Agentur für Kommunikationsdesign und Szenografie) ein interaktives Scrollytelling für eine (mobile) Website entwickeln, indem die Nutzerinnen und Nutzer in die Lage einer Schweinelandwirtin oder eines Schweinelandwirts versetzt werden. Dabei sind sie unterschiedlichen Nachhaltigkeitsdilemmata ausgesetzt und müssen für ihren landwirtschaftlichen Betrieb Entscheidungen treffen. Am Ende erhalten die Spielenden ein Feedback, ob sie mehr nach ökologischen oder konventionellen Gesichtspunkten gehandelt haben. Ziel: das Spannungsfeld der Schweinefleischproduktion aus Sicht von Landwirtinnen und Landwirten besser verstehen. „Wir möchten, dass die Komplexität erkannt und mehr Verständnis und eine höhere Wertschätzung für die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte entwickelt wird“, so Elena Folsche.
 
Im Februar erhalten die Teams einen zweiteiligen Online-Workshop, in der Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit vermittelt und Kommunikationspläne gemeinsam optimiert werden. Außerdem sollen die Gewinnerinnen und Gewinner beider Wettbewerbsjahre ihre Erfahrungen miteinander austauschen und sich gegenseitig vernetzen. Im Dezember 2021 wird die Jury dann die in die Praxis umgesetzten zehn Kommunikationsprojekte noch einmal begutachten: Welche Formate haben sich als besonders geeignet erwiesen, um eine nachhaltige Auseinandersetzung der Gesellschaft mit dem Thema anzuregen? Bis dahin halten die Teams die Öffentlichkeit im Blog über ihre Fortschritte auf dem Laufenden: www.hochschulwettbewerb.net.
 
 

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Florian Fiebelkorn, Universität Osnabrück
Biologiedidaktik
Barbarastraße 11, 49076 Osnabrück
Telefon: +49 541 969 3511 
florian.fiebelkorn@uos.de

Die Gewinner unter: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/hochschulwettbewerb-zeigt-eure-forschung/

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news-9052.atom Die Zentrale Studienberatung Osnabrück informiert Studieninteressierte online über das Lehramtsstudium 2021-01-19T09:57:06+01:00 2021-01-19T09:52:45+01:00 Am Montag, 25. Januar, informiert die Zentrale Studienberatung der Hochschule und Universität Osnabrück um 16 Uhr online in einer Gruppenberatung über alle in Osnabrück angebotenen Lehrämter der Grund-, Haupt-, Realschulen sowie des Gymnasiums und der berufsbildenden Schulen. Eine Anmeldung ist unter info@zsb-os.de möglich. Sie bekommen anschließend einen Link zum Beratungschat zugeschickt.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Zentrale Studienberatung Osnabrück (ZSB)
Neuer Graben 27, D-49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4999
info@zsb-os.de

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news-9049.atom Koloniale Bezüge bei der Entstehung der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 - Osnabrücker Migrationsforscherin nimmt Stellung zum völkerrechtlichen Schutz der Flüchtlinge Utz Lederbogen 2021-01-20T18:30:43+01:00 2021-01-12T12:32:00+01:00 In diesem Jahr feiert das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 70jähriges Jubiläum. Die sogenannte Genfer Flüchtlingskonvention wurde 1951 verabschiedet und regelt seither völkerrechtlich den Schutz von Flüchtlingen. Seine Verabschiedung wird in der Forschung vorrangig mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs und den frühen Auswirkungen des Kalten Krieges verknüpft. Doch welche Rolle hatte der Kolonialismus? Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Dr. Ulrike Krause vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück in einem aktuellen Aufsatz im Journal of International Relations and Development. Der Fokus auf Europa in der Forschung beruht darauf, dass der Zweite Weltkrieg Millionen von Menschenleben forderte und zu massenhafter Flucht und Vertreibungen beitrug. Manche Staaten waren durch den Krieg kaum oder nicht in der Lage, Schutzsuchende aufzunehmen, anderen fehlte es an politischem Willen. Auch Hilfe von internationale Organisationen blieb meist unzureichend. Nach der Gründung der Vereinten Nationen 1945 sah sich die internationale Gemeinschaft in der Pflicht, die Nachkriegsflüchtlinge zu schützen. In nur sechs Jahren etablierten sie internationale Organisationen, darunter auch das Flüchtlingshilfswerk UNHCR), und ebneten den Weg für die Flüchtlingskonvention.

„Diese politischen Bemühungen zum Schutz von Flüchtlingen in und aus Europa haben die Entwicklungen zweifelsohne geprägt. Sie spiegeln allerdings nur eine Seite einer komplexen Geschichte: die eurozentrische Seite einer globalen Geschichte“, so die Migrationsforscherin.  Zu der Zeit kontrollierten Kolonialmächte weite Teile der Welt. Zudem mussten viele Menschen auch außerhalb Europas – zum Beispiel in China, Indien, Pakistan und Korea – fliehen, teils bedingt durch Kolonialismus. „Vereinzelte Studien zeigen zwar, dass die internationale Gemeinschaft sehr unterschiedlich auf Flüchtlinge in und außerhalb Europas reagierte. Einflüsse von kolonialen Strukturen auf die Entstehung der Flüchtlingskonvention sind indes wenig beachtet“, erläutert Krause in ihrem Aufsatz.

Nach der Vorbereitung eines Entwurfs der Konvention in den Vereinten Nationen riefen sie eine Konferenz im Juli 1951 ein, auf der Staaten die Konvention diskutierten und verabschiedeten. Ulrike Krause analysiert die Debatten der Staaten und belegt den Einfluss historischer Machtkonstellationen und kolonialer Verstrickungen. Von Anfang an war die Zusammensetzung der Staaten, die zur Konferenz eingeladen waren und daran teilnahmen, von kolonialen Machtverhältnissen geprägt.

„Kolonisierte Gebiete wurden nicht eingeladen und somit ausgeschlossen, stattdessen durch die Kolonialmächte vertreten“, schreibt die Osnabrücker Migrationsforscherin. Auf der Konferenz dominierten koloniale und imperiale Staaten die Debatten. Obwohl mehr teilnehmende Staaten eine universelle Flüchtlingsdefinition befürwortete, die also Schutz für alle Flüchtlinge weltweit bereitstellen würde, bestanden einige mächtige Staaten darauf, die Definition auf Flüchtlinge in Europa zu begrenzen. Dass diese Staaten ihr Ziel erreichten, zeigt der verabschiedete Konventionstext.

„Damit wurde der ‚wahre‘ Flüchtling als einer in oder aus Europa festgeschrieben, was gleichwohl die ‚anderen‘ Flüchtlinge und Regionen vernachlässigte“, so Krause. „Dieser Ausschluss beruhte keineswegs auf mangelnden Wissen der Staaten über Flucht weltweit. In Diskussionen erkannten alle teilnehmenden Staaten die weltweit auftretende Flucht an, manche nutzten dies aber, um ihre Interesse zu verfolgen und den Fokus auf Europa zu fordern. Dies führte dazu, dass westliche Belange über weltweite gestellt wurden, was Folgen für den Flüchtlingsschutz in den kommenden Jahren nach sich zog.“

Publikation: Krause, Ulrike (2021), 'Colonial Roots of the 1951 Refugee Convention and its Effects on the Global Refugee Regime', Journal of International Relations and Development, online first,https://doi.org/10.1057/s41268-020-00205-9

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Ulrike Krause, Universität Osnabrück
Institut für Migrationsforschung
und Interkulturelle Studien (IMIS)
Seminarstraße 19 a/b, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4140
ulrike.krause@uni-osnabrueck.de

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news-9047.atom Datenaustausch in der Landwirtschaft ermöglichen - Uni Osnabrück im Projekt Agri-Gaia an neuer Daten-Cloud in der Agrar- und Ernährungsindustrie beteiligt Utz Lederbogen 2021-01-12T15:33:12+01:00 2021-01-12T09:09:33+01:00 Um die vielen Datensätze, die in der digitalisierten Landwirtschaft entstehen, über Betriebe und Hersteller hinweg austauschbar zu machen, erarbeitet das Großprojekt „Agri-Gaia“ eine herstellerübergreifende Infrastruktur für den Austausch von Daten und Algorithmen. Gemeinsam mit Forschung, Politik, Verbänden und Industrie wollen die Projektpartner unter der Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) eine Datennorm und eine Cloudlösung entwickeln. Die Universität Osnabrück ist mit dem Bereich Agrarfernerkundung und mit rechtswissenschaftlicher Expertise beteiligt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit insgesamt 12 Millionen Euro gefördert. Die Universität Osnabrück erhält einen Anteil von über einer Million Euro. Zur Schaffung eines sogenannten KI-Ökosystems realisieren die Partner von „Agri Gaia“ eine innovative B2B-Plattform, die branchenspezifisch adaptierte KI-Bausteine als leicht verwendbare Module bereitstellt und Anwender mit Entwicklern von KI-Algorithmen zusammenbringt. Ziel des Großprojekts ist es, den Kreis von der Sensordatenaufnahme auf der Landmaschine über das Trainieren der Algorithmen auf entsprechenden Servern bis zur kontinuierlichen Aktualisierung und Optimierung dieser Algorithmen zu schließen. Hierfür werden in „Agri-Gaia“ entsprechende Schnittstellen und Standards entwickelt, die eine herstellerübergreifende Infrastruktur entstehen lassen.

Die Arbeitsgruppe Fernerkundung und Digitale Bildverarbeitung des Instituts für Informatik an der Universität Osnabrück wird in landwirtschaftlichen Betrieben Daten erheben, anhand derer Prognosemodelle entwickelt werden können. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) sind die Forscherinnen und Forscher in der Lage, aus der Vielzahl erhobener Daten Muster zu erkennen und zu klassifizieren, Prognosemodelle zu entwickeln und daraus dann Handlungsempfehlungen abzuleiten. „Primäres technisches Ziel ist es, dem Landwirt durch Bereitstellung von Modellen und KI-basierter Bestandskartierung über die Agri-Gaia-Plattform Entscheidungshilfen für eine nachhaltige Bewirtschaftung seiner Flächen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Dr. Thomas Jarmer, Leiter des Projektes „Agri-Gaia“ an der Universität Osnabrück.

„Wir erheben Daten auf dem Acker sowie mit verschiedenen Kamerasystemen auf Drohnen und nutzen darüber hinaus Satellitendaten und weitere Datenquellen, um Bilder von Einzelpflanzen sowie Teilflächen zu generieren“, sagt Jarmer. Diese Daten ermöglichen es, Aussagen über die Entwicklung von Pflanzen zu treffen. „So kann der Landwirt teilflächenspezifische Maßnahmen durchführen, ohne die gesamte Ackerfläche bearbeiten zu müssen“, erläutert der Fernerkundler. Das biete sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile: „Der Landwirt kann an den notwendigen Stellen in der richtigen Menge gezielt düngen oder Unkraut bekämpfen und so seine Flächen viel nachhaltiger bewirtschaften.“

Hieraus ergeben sich vielfältige Rechtsfragen, insbesondere der Schutz von Innovation und die rechtskonforme Nutzung von Leistungen. Zugleich bedarf es für den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Systemen einen eindeutigen rechtlichen Rahmen. Hier steuert der Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Osnabrück seine Expertise bei.

Prof. Dr. Mary-Rose McGuire (Bürgerliches Recht, Recht des Geistigen Eigentums sowie deutsches und europäisches Zivilprozessrecht) wird Grundsätze des geistigen Eigentums (Intellectual Property-Policy) sowie Musterlizenzverträge erarbeiten, die nationale und europäische Vorgaben berücksichtigen. Prof. Dr. Bernd J. Hartmann (Öffentliches Recht, Wirtschaftsrecht und Verwaltungswissenschaften) arbeitet zum Thema Datenschutz an dem Projekt mit.

Zum Konsortium „Agri-Gaia“ gehören neben der Universität Osnabrück und dem DFKI die AgBrain GmbH, der Agrotech Valley Forum e.V., die Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG, die Robert Bosch GmbH, die CLAAS E-Systems GmbH, die Hochschule Osnabrück, die Josef Kotte Landtechnik GmbH, die Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG, die LMIS AG und die Wernsing Feinkost GmbH.
Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Informationen für die Redaktionen:
Dr. Thomas Jarmer, Universität Osnabrück
Institut für Informatik, Fernerkundung und Digitale Bildverarbeitung
Wachsbleiche 27, 49090 Osnabrück
Tel.: +49 541 969-3914
E-Mail: thomas.jarmer@uni-osnabrueck.de

Dr. Utz Lederbogen
Pressesprecher der Universität Osnabrück
Neuer Graben 29, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@ uni-osnabrueck.de

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news-9044.atom Einsamkeit und Wohlbefinden abhängig vom Gesellschaftssystem - Studie der Universitäten Osnabrück und Queensland erschienen Utz Lederbogen 2021-01-11T20:45:02+01:00 2021-01-11T11:31:14+01:00 Durch die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie fühlen sind viele Menschen isoliert und allein. Wie einsam man sich wirklich fühlt, hängt auch vom gesellschaftlichen System ab, wie eine Studie von Prof. Dr. Julia Becker von der Universität Osnabrück in Kooperation mit der University of Queensland, (Australien) zeigt. Sie wurde unter dem Titel „Neoliberalism can reduce well-being by promoting a sense of social disconnection, competition and loneliness“ im British Journal of Social Psychology veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren führten die Studien in Deutschland, Großbritannien und den USA durch. Sie untersuchten, inwieweit der Neoliberalismus das individuelle Einsamkeitsempfinden beeinflusst. Unter Neoliberalismus versteht man, dass die Wirtschaft und die Gesellschaft nach den Prinzipien des freien Marktes organisiert und staatliche Interventionen in die Wirtschaft minimiert werden. Dahinter steckt die Idee, dass Fortschritt am besten durch individuelle Verantwortlichkeiten und Wettbewerbsfreiheit erzielt werden kann.  

Neoliberalismus wurde in der Studie über drei Komponenten erfasst: ökonomische Freiheit (die Wirtschaft wird über den freien Markt reguliert, es gibt wenig staatliche Interventionen), individuelle Verantwortlichkeit (jeder ist

seines Glückes Schmied, der Leistungsgedanke steht im Vordergrund), und soziale Ungleichheit (Arbeitsplätze, Wohnraum und andere gesellschaftliche Ressourcen werden im freien Wettbewerb verteilt, sodass die Stärkeren den größten Anteil bekommen).

„In der ersten Studie fanden wir heraus, dass sich diejenigen einsamer fühlten und über eine schlechtere psychische Gesundheit berichten, die die deutsche Gesellschaft stärker neoliberal wahrnahmen im Vergleich zu denjenigen, welche die deutsche Gesellschaft weniger neoliberal wahrnehmen“, so die Studienleiterin und Psychologin Prof. Dr. Julia Becker von der Universität Osnabrück.

In zwei weiteren Studien zu zentralen Aspekten einer neoliberalen Gesellschaft (ökonomische Freiheit, individueller Verantwortlichkeit und sozialer Ungleichheit) zeigte sich, dass die Vorstellung der neoliberalen Gesellschaft die Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer einsamer machte und sie von einer schlechteren psychischen Gesundheit berichteten im Vergleich zu denjenigen, die sich eine sozial gerechte Gesellschaft vorstellen sollten.

Die Autorinnen und Autoren testeten ein Modell, um zu erklären, warum eine neoliberale Gesellschaft einsam machen kann: Zwei Faktoren waren zentral.
Neoliberalismus führte erstens dazu, dass sich die Menschen mehr in Konkurrenz mit anderen sahen und zweitens, dass sie das Gefühl hatten, dass sie keine sozialen Gruppen haben, die sie unterstützen. Beides führte zu Einsamkeit, welche sich wiederum negativ auf die psychische Gesundheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auswirkte.

Fazit der Studien: Einsamkeit und psychische Gesundheit entstehen nicht in einem luftleeren Raum, sondern sind vom gesellschaftlichen Klima abhängig. Der neoliberale Gedanke des freien Wettbewerbs und individueller Verantwortlichkeit kann dazu führen, dass sich Menschen mehr in Konkurrenz zu anderen sehen, sich weniger von ihren sozialen Gruppen und Netzwerken unterstützt fühlen, was wiederum zu vermehrter Einsamkeit und schlechterer psychischer Gesundheit führt.

Publikation:
Becker, J.C., Hartwich, L., & Haslam, S.A. (in press). Neoliberalism can reduce well-being by promoting a sense of social disconnection, competition and loneliness. British Journal of Social Psychology.
Link: https://bpspsychub.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/bjso.12438

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Julia Becker, Universität Osnabrück
Instituts für Psychologie, Sozialpsychologie
Seminarstraße 20, 49069 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4702 (Sekr.)
julia.becker@uni-osnabrueck.de

 

 

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news-9042.atom Gruppenberatung zum Lehramtsstudium - Zentrale Studienberatung Osnabrück informiert am 11. Januar per Live-Chat Studieninteressierte Utz Lederbogen 2021-01-06T13:04:43+01:00 2021-01-06T13:00:12+01:00 Am Montag, 11. Januar, informiert die Zentrale Studienberatung der Universität und Hochschule Osnabrück (ZSB) um 16 Uhr in einem Live-Chat über alle in Osnabrück angebotenen Lehrämter der Grund-, Haupt-, Realschulen sowie des Gymnasiums und der berufsbildenden Schulen. Die beiden Hochschulen haben ein sehr breites und vielfältiges Fächerangebot. Osnabrück ist der größte Standort für die Lehramtsausbildung in Niedersachsen. Eine Anmeldung ist unter info@zsb-os.de möglich. Anschließend wird ein Link zum Beratungschat übersandt.

Weitere Informationen für die Redaktionen
Zentrale Studienberatung Osnabrück
Tel.: +49 541 969-4999
E-Mail: info@zsb-os.de
Internet: www.zsb-os.de

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news-9037.atom Frieden im Europa der Frühen Neuzeit - Osnabrücker Friedensforschung bringt internationales Handbuch über Frieden heraus 2021-01-04T15:35:24+01:00 2021-01-04T15:01:00+01:00 Ideen, Konzepte, Praktiken und Kulturen des Friedens sind die Themen eines neuen, umfassenden Handbuchs, das maßgeblich am Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) an der Universität Osnabrück entstanden ist. Das über 1.100 Seiten starke „Handbuch Frieden im Europa der Frühen Neuzeit“ umfasst 51 Beiträge zu Friedensbegriffen und -ideen, Friedensordnungen, Friedenspraktiken und -prozessen, Friedenskultur und frühneuzeitlichen Friedensschlüssen. Das zweisprachig, deutsch und englisch, angelegte Handbuch ist im Dezember 2020 bei De Gruyter erschienen Prof. Dr. Siegrid Westphal, Direktorin des Forschungszentrums IKFN, betont die große Bedeutung der thematisierten Epoche: „Die Frühe Neuzeit liefert zentrale Grundlagen für unser heutiges Friedensverständnis und für unsere heutige Friedensdiplomatie. Denken Sie etwa an den in Osnabrück verhandelten Westfälischen Frieden von 1648. Ohne ihn und die zahlreichen weiteren Friedensbemühungen und -prozesse der Zeit von 1500 bis 1800 wäre die Friedenspolitik der Gegenwart nicht denkbar.“

Das Handbuch bringt Friedensideen und -visionen, Friedensprojekte und -ordnungen, staatliche und nichtstaatliche Friedensaktionen sowie kulturelle Manifestationen des Friedens zusammen. In den Beiträgen geht es um Friedenskongresse, Verhandlungstaktiken, Haus- und Landfrieden, Gedächtniskulturen oder Friedenssymbolik in Kunst und Literatur. Auch Artikel über die bedeutendsten Friedensschlüsse der Epoche sind ein wichtiger Bestandteil.

Dr. Volker Arnke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrum IKFN und Redaktionsleiter des Handbuchs: „Unser multiperspektivischer Ansatz, der historische Fragestellungen mit philosophischen, theologischen, musikwissenschaftlichen, kunstgeschichtlichen, sprach- und sozialwissenschaftlichen verknüpft, strebt eine ganzheitliche Abbildung der Friedensthematik an. Damit ist unser Handbuch für Forscherinnen und Forscher vieler Fachrichtungen, aber auch für alle Menschen, die sich dem Frieden verbunden fühlen, von Interesse.“

Als Redaktionsleiter kam Arnke im Osnabrücker Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit die Aufgabe zu, die Mitarbeit von mehr als 70 Beteiligten aus aller Welt zu koordinieren und zusammenzuführen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass es in diesem doch so schwierigen Jahr gelungen ist, unser großes, international angelegtes Handbuchprojekt abzuschließen“, so Prof. Dr. Siegrid Westphal.

Zur Publikation „Handbuch Frieden im Europa der Frühen Neuzeit“, herausgegeben von Irene Dingel (Mainz); Michael Rohrschneider (Bonn); Inken Schmidt-Voges (Marburg); Siegrid Westphal (Osnabrück); Joachim Whaley (Cambridge) und bearbeitet von Volker Arnke (Osnabrück): www.degruyter.com/view/title/536822  

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Volker Arnke, Universität Osnabrück
Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit
Tel.: 0541 969-6021
E-volker.arnke@uni-osnabrueck.de

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news-9036.atom Corona-Mythen aufdecken mit Tonic Water – Chemiedidaktiker der Uni Osnabrück entwickeln 13 Mitmach-Experimente für Zuhause, um Pandemie besser zu verstehen 2020-12-22T10:25:46+01:00 2020-12-22T10:23:23+01:00 Wie sich Aerosole ausbreiten, macht ein spielerisches Experiment mit Tonic Water und einer UV-Lampe auch in den heimischen vier Wänden leuchtend sichtbar. Es ist eines von insgesamt 13 Mitmach-Experimenten in der neuen populärwissenschaftlichen Publikation „Corona zwischen Mythos und Wissenschaft - Mit Tonic Water & Co. in 13 Experimenten die Pandemie verstehen“. Anhand der Mitmach-Experimente wollen die Autoren Prof. Dr. Marco Beeken, Chemiedidaktik an der Universität Osnabrück, und sein Doktorand Lars Otte sogenannte Corona-Mythen aufdecken und die naturwissenschaftlichen Grundlagen dazu praktisch durch „Do it yourself“ vermitteln. „Wir alle haben erlebt, dass sich zeitgleich zur Pandemie weltweit auch verschiedene Mythen rund um das Virus ausgebreitet haben, sei es zu Schmierinfektion, Mindestabstand, zu den Masken, dem Händewaschen oder zum PCR-Test“, so Marco Beeken. „Was an den Mythen dran ist, stellen wir in unserem Buch auf den Prüfstand. Durch Einordnung und Überprüfung in den dafür entwickelten Experimenten machen wir das Wissen erlebbar für alle Neugierigen, ob im schulpflichtigen Alter oder darüber hinaus.“

Mit einer immer größer werdenden Zahl wissenschaftlicher Begriffe, die inzwischen den Alltag in der Corona-Krise bestimmen, wird es für den Laien zunehmend schwerer, Mythos und Wirklichkeit auseinanderzuhalten. Neben einer Einordnung des jeweiligen Mythos finden sich in dem Buch Anleitungen und Erklärungen zu Experimenten, die sich beispielsweise mit der Effektivität verschiedener Masken, dem Unterschied zwischen Desinfektionsmittel und Seife oder der Rolle von Bargeld als Virusüberträger auseinandersetzen.

„Unser Buch ist ein innovatives Format für die Wissenschaftskommunikation“, sagt Marco Beeken. „Wir möchten dazu beitragen, wichtige Aspekte der Pandemie, die den Bürgerinnen und Bürgern in ihrem Alltag begegnen, auf allgemeinverständliche Art und Weise zu erklären und die Neugierde für Naturwissenschaften zu wecken.“

Über die Publikation hinaus haben die Autoren als Service für Lehrkräfte auch Zusatzmaterialien für den Unterricht entwickelt.

Zur Publikation: https://www.bombini-verlag.de/shop/covid19/

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Marco Beeken
Didaktik der Chemie, Institut für Chemie Neuer Materialien
Barbarastraße 7, 49076 Osnabrück‘
Telefon: 0541/969-3378
marco.beeken@uos.de

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news-9034.atom Visionen für den schulischen Alltag: lernfreundlicher, digitaler, demokratischer - Publikation zur Ringvorlesung „Zukunft der Schule“ erschienen Utz Lederbogen 2020-12-21T10:33:58+01:00 2020-12-21T10:30:42+01:00 „Lernen in der Zukunft – Schule im Jahr 2040“ war das Thema einer Ringvorlesung an der Universität Osnabrück im vergangenen Wintersemester. In elf Vorträgen und anschließenden Gesprächsrunden hatten sich die Referentinnen und Referenten mit der Zukunft der Schule aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler, der Erziehungswissenschaft sowie der Pädagogik auseinandergesetzt. Nun liegen die Beiträge in einer Publikation vor. Veranstalterinnen der Ringvorlesung waren apl. Prof. Dr. Monika Fiegert und Prof. Dr. Ingrid Kunze vom Institut für Erziehungswissenschaft. In der Schule für das Leben zu lernen, ist eine permanente Herausforderung. „Schule ist ein Ort, wo das Individuum mit seinem einzigartigen Potenzial im Fokus steht und seine individuellen Fähigkeiten herausgebildet werden“, so die Schulpädagogin Fiegert. Sie fordert in ihrem Beitrag: „Lernen muss praxisorientierter gestaltet werden. Dafür müssen auch neue Fächer ‚erfunden‘ werden.“ In den Niederlanden gebe es beispielsweise „Happiness“ als Unterrichtsfach, das Selbstvertrauen, Soziales Verhalten und Fehlertoleranz lehrt und trainiert. Globale Themen wie Friedens- und Umwelterziehung kommen bislang vielfach zu kurz. Der Unterricht sollte vermehrt draußen stattfinden, wo in einem ganz anderen Maße kreative und soziale Fähigkeiten in Kunst, Musik, Theater oder Sport entwickelt werden können, fordert die Schulpädagogin.

Peter große Prues, Doktorand am Institut für Erziehungswissenschaft, greift den Schülerwunsch „Demokratieerziehung in der Schule“ auf. Möglichkeiten sieht er zum Beispiel durch die Einführung eines Klassenrates, eine wöchentliche Versammlung der gesamten Klassengemeinschaft. „Es gibt feste Abläufe, Ämter und selbst aufgestellte Regeln, um deren Einhaltung sich die Schülerinnen und Schüler kümmern.“

Auch die Partizipation, der dritte Schülerwunsch für die Schule der Zukunft, muss keine Vision bleiben. Anhand von bereits existierenden Modellen zeigt Prof. Dr. Stefan Maykus von der Hochschule Osnabrück auf, wie das in der schulischen Praxis funktionieren kann. „Eine Schule der Zukunft 2040“, so Maykus, „ist vor allem an  ihrem ausgeprägten Bezug zu den Lebenswelten junger Menschen erkennbar.“ „Teilhabeerfahrung“ sei hier das Zauberwort, das etwa in der Lindenschule in Buer unter dem Motto „Wir holen das Dorf in die Schule und die Schule in das Dorf“ umgesetzt wird. Hier erleben die Jugendlichen zum Beispiel eine Generationenwerkstatt in Kooperation mit lokalen Unternehmen und Akteuren, nehmen an Aktivitäten lokal prägender Vereine teil oder gestalten eine Schulzeitung. Sie ist fester Bestandteil der kommunalen Presse, mithin zu einer Dorfzeitung geworden.

Dass der Schülerwunsch nach Digitalisierung in der Schule nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren mit sich bringt und damit einer sehr differenzierten Betrachtung bedarf, beschreibt Prof. Dr. Ferdinand Stebner vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Osnabrück mit seinem Team. Die Corona-Pandemie zeige, wie anfällig das deutsche Schulsystem angesichts fehlender digitaler Konzepte sei. „Ausgehend von der Tatsache, dass Schule generell fern vom Alltag der Schülerinnen und Schüler ist, erst recht aber bei der Unterstützung digitaler Kompetenzen, muss zukünftig zum Beispiel die Nutzung des Smartphones in den Unterricht integriert werden – mit all seinen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung.“ Stebner macht aber auch deutlich: „Schulen benötigen ein ganzheitliches und nachhaltiges Konzept, das Schülerinnen und Schüler auf einen gesunden und lernförderlichen Umgang mit Smartphones vorbereitet.“

Seit langem ist bekannt, dass die Ausgestaltung des Klassenraumes einen positiven Effekt auf die Lernfähigkeit von Schülerinnen und Schüler hat. Von daher überrascht deren Wunsch nach einer lernfreundlicheren Schularchitektur nicht. Nina Roßmann, freie Journalistin in Berlin, erklärt, wie „der Raum als dritter Pädagoge“ in der schulischen Zukunft aussehen kann – als eine „Schule ohne Wände“. Dabei orientiert sie sich am Schulsystem in Dänemark. Das Land ist Vorreiter in Bezug auf das „offene Klassenzimmer“. In Berlin sind bereits 51 Schulen nach dem neuen Prinzip geplant, die ersten zehn davon sollen schon in den nächsten fünf Jahren fertiggestellt werden.

In ihrem abschließenden Fazit und Ausblick zur Ringvorlesung geht Prof. Dr. Ingrid Kunze, Schulpädagogin am Osnabrücker Institut für Erziehungswissenschaft der Frage nach, was sich trotz aller Ungewissheiten über die Schule der Zukunft, die Schule im Jahr 2040 sagen lässt. Dabei relativiert sie so manche Wünsche/Forderungen der Schülerinnen und Schüler als auch die Positionen von Wissenschaftlern. Ein Blick in die Zukunft sei schwierig.

Bildung in der Schule spiele aber bei der Bewältigung der komplexen und bedrückenden Herausforderungen der Menschheit eine zentrale Rolle. Kunze: „Ein für alle zugängliches, hochwertiges und öffentliches Schulwesen hat die Chance, Kitt der Gesellschaft zu sein und den Heranwachsenden zu zeigen, dass diese Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam und im Dialog zu bewältigen sind.“

Unter dem Titel „Lernen in der Zukunft – Schule im Jahr 2040. Probleme – Konzepte – Konsequenzen“ ist die Publikation in der Reihe „Beiträge aus der Osnabrücker Forschungswerkstatt Schulentwicklung“ als Band 7 erschienen. Sie wird dank der finanziellen Unterstützung der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung allen allgemeinbildenden Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie kann unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen werden: www.bohnenkamp-stiftung.de/fileadmin/user_upload/Fiegert_Kunze_Lernen_in_der_Zukunft_Schule_2040.pdf

Weitere Informationen für die Redaktionen:
apl. Prof. Dr. Monika Fiegert, Universität Osnabrück
Institut für Erziehungswissenschaft
Fachgebiet Schulpädagogik
Heger-Tor-Wall 9, 49074 Osnabrück
E-Mail: mfiegert@uos.de

 

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news-9033.atom Eine antike Konfliktlandschaft im Spiegel der Geschichte – Wissenschaftler der Uni Osnabrück erforschen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut von Athen Flussläufe im Kephissostal 2020-12-17T11:22:12+01:00 2020-12-17T11:18:56+01:00 Im Rahmen der Forschungsinitiative „Groundcheck“, die vom Deutschen Archäologischen Institut initiiert wurde, führte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Joachim W. Härtling (Universität Osnabrück) gemeinsam mit Prof. Dr. Katja Sporn (Deutsches Archäologisches Institut, Athen) im September 2020 (geo)archäologische Untersuchungen in Zentralgriechenland durch. Im Tal des Flusses Kephissos möchte das Team herausfinden, ob und wie sich die Fließverläufe seit der frühen Bronzezeit in diesem historisch so wichtigen Durchgangsgebiet zwischen dem östlichen Lokris und Boötien verändert haben. Mit Hilfe von Geländebegehungen, geophysikalischen Erkundungen (Georadar) und Rammkernsondierungen, die entlang von mehreren Transekten (Querschnitten) durchgeführt und ausgewertet wurden, konnte die Arbeitsgruppe erste Erkenntnisse zur Dynamik dieses Flusseinzugsgebiets gewinnen. Zum Einsatz kamen hierbei flussmorphologische, sedimentologische und geophysikalische Methoden.

„Die Befunde geben uns wichtige Hinweise zur Lage früherer Siedlungen und Transportachsen“, so der Geograph Prof. Härtling. „Zudem erhalten wir Informationen zu dieser antiken Konfliktlandschaft, die während der Antike immer wieder Austragungsort zahlreicher Schlachten war, beispielsweise gegen die Perser, Alexander den Großen und verschiedene römische Feldherren.“

„Die bisher durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass sich die Lage des Hauptstroms bzw. der größeren Zuflüsse in den letzten Jahrhunderten nicht verändert haben, während die Vielzahl flacher Überflutungsrinnen auf die ausgeprägte Hochwasserdynamik in der Aue verweisen“, so Prof. Härtling. Dementsprechend sei davon auszugehen, dass die Bedingungen für antike Siedlungslagen bzw. Transportwege weitgehend mit den heutigen übereinstimmen.

Bei dem Unternehmen in diesem Jahr wurden die Hygienekonzepte bzgl. Covid-19 genau eingehalten und so kam es auch zu keinerlei gesundheitlichen Problemen für die teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und studentischen Hilfskräfte. Nicht Corona, sondern der Hurrikane „Iasos“ machte indes der engagierten Truppe einen Strich durch die Rechnung: Innerhalb von zwei Tagen fielen im Kephissostal so hohe Niederschläge, dass die weiteren Arbeiten im Flusstal selbst verhindert wurden.

Im nächsten Schritt sollen nun im Sommer 2021 Tiefbohrungen durchgeführt werden, um die Anzahl, Abfolge und Intensität von Hochwasserereignissen seit der Antike bis heute zu erfassen.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Joachim Härtling, Universität Osnabrück
Institut für Geographie
Neuer Graben 19, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4273
joachim.haertling@uos.de

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news-9031.atom Mitgestalter der neugegründeten Universität - Universität Osnabrück trauert um Psychologieprofessor Dr. Hugo Schwarze Utz Lederbogen 2020-12-15T10:10:49+01:00 2020-12-15T10:07:44+01:00 Die Universität Osnabrück trauert um Prof. Dr. Hugo Schwarze. Er starb am Mittwoch, 18. November, im Alter von 86 Jahren. Schwarze war von 1976 bis zu seiner Emeritierung 1999 als Professor für „Allgemeine Psychologie mit dem Schwerpunkten Lernen, Motivation und Emotion“ am Institut für Psychologie des Fachbereichs Humanwissenschaften tätig. Er gehörte zu den Mitgestaltern der neugegründeten Universität. Hugo Schwarze wurde am 26.11.1933 in Hannover geboren. Nach dem Besuch verschiedener Abendschulen schloss er 1958 das Braunschweig-Kolleg (Gymnasium für Erwachsene) mit dem Abitur ab und nahm im gleichen Jahr das Studium der Germanistik an der Universität Hamburg auf. Nach dem Wechsel in das Studienfach Psychologie, zunächst in Hamburg, ab 1965 an der TH Braunschweig, beendete er sein Studium mit dem Diplom in Psychologie. Während der gesamten Studienzeit war er Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Programmiertes Lernen der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie am Psychologischen Institut der Philips-Universität in Marburg, wo er 1973 mit seiner Promotion zur „Wirksamkeit und Wirkungsweise von Lob und Tadel bei einfachen Lernaufgaben“ auch den Grundstein für sein zukünftiges Arbeitsfeld legte.

1976 erfolgte dann der Ruf an die Universität Osnabrück. Hier erwarteten ihn vielfältige Aufbauarbeiten. Er trug maßgeblich zur Einrichtung des Diplom-Studiengangs Psychologie an der Universität Osnabrück bei und wirkte als Dekan gestaltend an der Entwicklung des Fachbereichs Psychologie, dem Vorläufer des heutigen Instituts, mit.

„Mit seinen breitgefächerten Interessen zwischen Biopsychologie und Philosophie bleibt Hugo Schwarze allen, die ihn kannten als außergewöhnlicher Ideengeber und Förderer von Studierenden, Doktoranden und als humorvoller feinsinniger Kollege in Erinnerung. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie“, so der geschäftsführende Leiter des Instituts für Psychologie, Prof. Dr. Thomas Staufenbiel.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Thomas Staufenbiel, Universität Osnabrück
Leiter des Instituts für Psychologie
Seminarstrasse 20, 49074 Osnabrück
Telefon: + 49 541 969 4512
thomas.staufenbiel@uni-osnabrueck.de

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news-9019.atom Clever und smart: Rabenvögel ziehen beim Hütchenspiel mit Menschenaffen gleich - Studie zur Intelligenz von Raben erschienen 2020-12-10T18:38:08+01:00 2020-12-10T16:08:00+01:00 Dass Rabenvögel erstaunlich schlau sind, weiß eigentlich jedes Kind. Bis jetzt hatten Forscher jedoch nur Einzelaspekte der kognitiven Fähigkeiten von Rabenvögeln untersucht und kaum etwas war über die kognitive Entwicklung bekannt. Eine neue Studie der Universität Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für Ornithologie hat diese Forschungslücke aufgegriffen und die physischen und sozialen Fähigkeiten von Kolkraben mit denen von Schimpansen und Orang-Utans verglichen. In der Fachzeitschrift Scientific Reports wurden die Ergebnisse nun unter dem Titel „Ravens parallel great apes in physical and social cognitive skills“ veröffentlicht. Die Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Pika stellt die erste systematisch-quantitativ groß angelegte Untersuchung der physischen und sozialen Fähigkeiten von Kolkraben dar und bezieht auch die kognitive Entwicklung mit ein. Die Forschenden passten dazu eine experimentelle Testbatterie, die für Primaten entwickelt wurde, an Rabencharakteristika an.

„Um zum Beispiel herauszufinden, ob Raben wissen, wo sich Futter befindet, haben wir Leckereien unter einem Becher versteckt und ihn zwischen anderen Bechern hin- und her bewegt wie bei einem ‚Hütchenspiel‘. Ein Rabe wählt einen Becher aus, indem er mit seinem Schnabel dagegen pickt oder mit dem Schnabel auf ihn zeigt, ein Schimpanse würde dies dagegen mit seinen Fingern
machen“, erklärt Dr. Miriam Sima vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Starnberg, die die Raben im Rahmen ihrer Doktorarbeit auch aufgezogen hat. Die getesteten Raben zeigten demnach bereits im Alter von nur vier Monaten eine vergleichbare kognitive Leistung wie die Menschenaffen, und die Performance veränderte sich nicht sehr über den Testzeitraum.

„Im Alter von vier Monaten sind Rabenkinder schon relativ selbstständig und fangen an, sich für Nichtbrüterverbände zu interessieren. Folglich müssen sie vor allem kognitiv für diese neuen Herausforderungen gewappnet sein“, sagt Studienleiterin Prof. Dr. Simone Pika von der Universität Osnabrück.

Insgesamt wurden acht Raben im Alter von vier, acht, zwölf und 16 Monaten in neun physischen Aufgabenbereichen (zum Beispiel im Bereich „Räumliches Verständnis“), und sechs sozialen Aufgabenbereichen (zum Beispiel im Bereich „Kommunikation“) getestet. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Raben vor allem Tests zum Verstehen von Mengen und Kausalketten sowie das soziale Lernen und die Kommunikation genauso gut meisterten wie Schimpansen und Orang-Utans. Die Forscherinnen planen nun, neue vergleichende Test-Batterien zu entwickeln, die nicht nur Menschen-spezifische, sondern auch artspezifische Fähigkeiten miteinbeziehen, und einen größeren Schwerpunkt auf den Einfluss von Sozialisierung und Entwicklung auf kognitive Leistung legen.

Link zum Artikel: http://nature.com/articles/s41598-020-77060-8

Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Simone Pika
Universität Osnabrück
Vergleichende Kognitionsbiologie
Institut für Kognitionswissenschaft
Artilleristrasse 68, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2721
spika@uos.de

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news-9021.atom Clever and Smart: Ravens are on par with Great Apes in cognitive performance 2020-12-10T18:50:10+01:00 2020-12-10T16:07:00+01:00 It is common knowledge that corvids are extremely clever. However, to date, researchers have mainly investigated single cognitive tasks at a time and little is known about their cognitive development on the whole. A new study at Osnabrück University and Max Planck Institute for Ornithology has allowed for new insights into the cognitive capacities of corvids by comparing the physical and social abilities of common ravens with those of chimpanzees and orang utans. The study’s findings are published in the journal Scientific Reports under the title “Ravens parallel great apes in physical and social cognitive skills”. This research under the direction of Simone Pika represents the first systematic, large-scale, quantitative assessment of the physical and social abilities of common ravens with a special focus on their cognitive development. The researchers used an experimental test-battery which had been previously developed for primates, but adjusted it to make it “raven-friendly”. “For instance, to investigate whether ravens know where food is located, we hid treats under a cup, and moved it quickly back and forth among other cups that were empty, just as one does in the ‘shell game’. A raven selected a cup by pecking or pointing at it with its beak, while a chimpanzee would have done this with their fingers,” explains Miriam Sima of the Max Planck Institute for Ornithology.

At the age of four months, the ravens showed comparable cognitive performance
to that of adult great apes which did not change significantly over the duration of
the study. “This may be due to the fact, that at four months of age young ravens are already quite independent and start to be interested in non-breeding aggregations of conspecifics. Hence, they need to be cognitively on top of things to deal with these new challenges”, says Simone Pika of the Institute of Cognitive Science at Osnabrück University and director of the study.

The researchers tested a total of eight ravens at four, eight, twelve and 16 months of age in nine physical tests (e.g., spatial understanding) and six social tests (e.g., communication). The results showed that the ravens were on par with chimpanzees and orang utans at solving problems, particularly those which involved quantities, causal understanding, social learning and communication. The results reveal that ravens are both social and physical intellects and emphasize that ravens’ cognitive skills are an expression of general rather than domain specific intelligence. The researchers plan to develop new comparative cognitive test batteries that can tap into true species-specific, rather than human-specific, cognitive skills.

Link to the article: http://nature.com/articles/s41598-020-77060-8

Information for Editors:

Prof. Dr. Simone Pika
Osnabrück University
Head of Comparative BioCognition
Institute of Cognitive Science
Artilleristrasse 34, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2721
spika@uos.de

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news-9022.atom Bewahrung und Vermittlung der Geschichte - Osnabrücker Religionspädagoge Prof. Ucar in den wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Haus der Geschichte berufen Utz Lederbogen 2020-12-10T12:24:19+01:00 2020-12-10T12:19:42+01:00 Der Direktor des Instituts für Islamische Theologie der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Bülent Ucar, wurde in den Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland berufen. Ucar wird dem Beirat ab 2021 für eine Dauer von vier Jahren angehören. Mit vier Museen in den Städten Bonn, Leipzig und Berlin vermittelt die Stiftung Zeitgeschichte nach 1945. Basis für die Dauer- und Wechselausstellungen ist die umfangreiche Sammlung. Mit der Sicherung dieser Objekte – Alltags-Gegenstände, Medien und Dokumente – bewahrt die Stiftung Erinnerungen und Kulturgüter vor dem Verschwinden und Vergessen.

„Ich fühle mich außerordentlich geehrt, selbst in diesem ausgezeichnet besetzten Gremium mitwirken zu dürfen, welches sich der Bewahrung und Vermittlung der Geschichte unserer gemeinsamen Heimat verpflichtet fühlt“, kommentierte Ucar seine Berufung. Das Kuratorium, dem Mitglieder des Deutschen Bundestags, der Bundesregierung und des Bundesrats angehören, hatte den Osnabrücker Religionspädagogen einstimmig gewählt.

Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören Historikerinnen und Historiker, Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler, Staatsrechtler und Museumsfachleute an. Sie beraten das Kuratorium und den Präsidenten.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Bülent Ucar, Universität Osnabrück
Direktor des Instituts für Islamische Theologie
Kamp 46/47, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6032
E-Mail: bucar@uni-osnabrueck.de

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news-9013.atom Von typischen Problemen des Wassermanagements lernen - BMBF-gefördertes Projekt unterstützt unter anderem Weser-Ems-Region bei vorausschauender Wasserwirtschaft 2020-12-08T19:58:05+01:00 2020-12-09T08:30:00+01:00 Weltweit ist die Ressource Wasser knapp. Um lokale und regionale Nutzungskonflikte zu verringern, müssen Nutzerinnen und Nutzer über Grenzen hinweg miteinander kooperieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Projekt STEER unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl am Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück. STEER („Erhöhung der STEuerungskompetenz zur ERreichung der Ziele eines integrierten Wassermanagements“) wurde nach über dreijähriger Projektlaufzeit nun erfolgreich abgeschlossen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte das Projekt im Rahmen der Fördermaßnahme „Globale Ressource Wasser“ mit insgesamt über 575.000 Euro gefördert. Weltweit ist die Ressource Wasser knapp. Um lokale und regionale Nutzungskonflikte zu verringern, müssen Nutzerinnen und Nutzer über Grenzen hinweg miteinander kooperieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Projekt STEER unter Leitung von Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl am Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück. STEER („Erhöhung der STEuerungskompetenz zur ERreichung der Ziele eines integrierten Wassermanagements“) wurde nach über dreijähriger Projektlaufzeit nun erfolgreich abgeschlossen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte das Projekt im Rahmen der Fördermaßnahme „Globale Ressource Wasser“ mit insgesamt über 575.000 Euro gefördert.

Das Projektteam konnte mit https://watergovernancetool.eu/ eine Onlineplattform entwickeln, die Akteurinnen und Akteure bei einem integrierten Wassermanagement unterstützt. Das geschaffene Angebot zielt darauf ab, die Ansprüche verschiedener Nutzungsarten aufeinander abzustimmen. Es ist das Resultat eines innovativen Forschungsansatzes zur Förderung von Koordination und Kooperation in den Regionen angesichts typischer Problemlagen. „Wir hoffen, dass unser Angebot dazu beiträgt, Nutzungskonflikte zu verringern und Synergien zu schaffen, um Wasserressourcen vorausschauender und nachhaltiger zu bewirtschaften“, so Projektleiterin Pahl-Wostl.

Um Probleme im Management von Wasserressourcen besser zu verstehen, hatte sich das Forschungsteam in Fallstudien in Deutschland, Spanien, Südafrika, der Mongolei und Iran mit lokalen Akteurinnen und Akteuren über Wissen und spezifische Erfahrungen ausgetauscht. Zudem verglich STEER in einer breiteren Untersuchung in 27 weiteren Fallstudien, wie man mit den Herausforderungen durch unterschiedliche Wassernutzungen umging. Dadurch konnte das STEER-Team ein passgenaues Angebot schaffen, um gemeinsam nach Lösungen für Konflikte um Wassernutzungen zu suchen.

In der Weser-Ems-Region beispielsweise suchen der Wasserversorgungs- und der Landwirtschaftssektor derzeit nach Wegen, wie sich die Nitratbelastung des Grundwassers reduzieren lässt und landwirtschaftliche Betriebe profitabel bleiben. STEER brachte Akteure der Region zusammen und unterstützte sie dabei, innovative Ansätze zu entwickeln.

Neben regionalen Akteuren aus dem Wassersektor (beispielsweise Wasserverbände, Flusseinzugsgebietsorganisationen) sind auch die für Wasserressourcen zuständigen nationalen Ministerien und Behörden sowie Forscherinnen und Forscher, die Wassergovernance-Analysen durchführen und Lösungsvorschläge entwickeln wollen, anvisierte Nutzergruppen. „Mit unserer im Projekt entstandenen Onlineplattform können all diese Nutzer ihr regionales Wassergovernance-System anhand einiger Fragen charakterisieren und erhalten eine Diagnose, welche Governance-Aspekte verbessert werden sollten“, sagt Pahl-Wostl. „Wir freuen uns, dass wir durch das webbasierte Watergovernance Tool auch nach Projektende ein Instrument zur Verfügung stellen, das eine integrierte Bewirtschaftung von Wasserressourcen unterstützt.“

Neben der Universität Osnabrück waren auch das Ecologic Institut, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik, die Universität Kassel, der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband sowie die Emschergenossenschaft am Projekt beteiligt.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl, Universität Osnabrück
Institut für Umweltsystemforschung
Barbarastraße 12, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2536
cpahlwos@uni-osnabrueck.de

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news-9012.atom Kommunikation zwischen Jugendlichen in der Coronakrise - Universität Osnabrück sucht junge Teilnehmende für Online-Umfrage 2020-12-08T13:35:35+01:00 2020-12-08T13:33:56+01:00 Um herauszufinden, inwiefern Jugendliche in Zeiten des Social Distancing in Kontakt zueinander stehen, sucht das Institut für Psychologie der Universität Osnabrück Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, die an einer Umfrage teilnehmen und einen Einblick in ihr Kontaktverhalten gewähren. Eine Teilnahme ist unter https://ww2.unipark.de/uc/sozialekontakte/ möglich. Das Forscherteam, welches von Prof. Dr. Maarten van Zalk geleitet wird, möchte durch die Umfrage Erkenntnisse gewinnen, die dazu beitragen können, zukünftige Krisensituationen besser zu bewältigen. “Wir befinden uns wegen der aktuellen Ausbreitung des Coronavirus in einer höchst herausfordernden gesellschaftlichen Situation. Diese neuartige Situation fordert Erkenntnisse über die Erfahrungen und Meinungen von betroffenen Menschen - insbesondere von Jugendlichen - in diesen Zeiten“, so Prof van Zalk.

Alle Jugendliche, die den Fragebogen komplett beantworten, können an einer Verlosung von 10x250 Euro teilnehmen. Falls sie noch keine 16 Jahre alt sind, wird die Einwilligungserklärung einer erziehungsberechtigten Person für die Teilnahme an dem Fragebogen und an der Verlosung benötigt. Für Teilnehmende zwischen 16 und 17 Jahren gilt dies für die Teilnahme an der Verlosung. Weitere Informationen zur Umfrage und den Teilnahmebedingungen finden sich unter: https://www.psychologie-cms.uni-osnabrueck.de/fachgebiete/entwicklungspsychologie/Forschung/aktuelle_studien/Soziale_Kontakte.html

Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Maarten van Zalk, Universität Osnabrück
Institut für Psychologie
Seminarstraße 20, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6550
maarten.vanzalk@uos.de

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news-9011.atom Ein Blick in die Logistik einer Zelle – Zellbiologin Dr. Ayelen Gonzalez Montoro von der Uni Osnabrück erforscht Kommunikationsprozesse in Zellen 2020-12-07T14:52:07+01:00 2020-12-07T14:49:17+01:00 Wie einzelne Zellbestandteile sich miteinander verständigen, untersucht die Zellbiologin Dr. Ayelen Gonzalez Montoro von der Universität Osnabrück in einem neuen Forschungsprojekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit über 260.000 Euro gefördert wird. Gonzalez Montoros Ziel ist es, anhand modernster bildgebender Verfahren die Kommunikation und die Interaktion rund um den Reservespeicher der Zelle besser zu verstehen. Dazu arbeitet die Forscherin am Labor für zelluläre Kommunikation mit Zellen aus dem Modellorganismus der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae. „Die Logistik von Reservebeständen einer Zelle – was wird eingelagert, was geht wann zu welchem Zweck wieder heraus – ist ganz entscheidend, damit Zellen ihre gesunden Funktionen aufrecht erhalten können“, erklärt Dr. Ayelen Gonzalez Montoro. Die Reservebestände entstehen zum Beispiel bei zellulären Abbauprozessen und werden in der sogenannten „Vakuole“ der Zelle zwischengelagert. Dank der Vakuole können Zellbestandteile auf ihr eigenes Materiallager zurückgreifen, anstatt einen fehlenden Baustein erst ganz neu produzieren zu müssen. „Für meine Forschung spielt besonders die Membran der Vakuole eine Rolle, denn sie umschließt das Reservelager nicht nur, sondern kommuniziert auch mithilfe biochemischer Prozesse mit der Umgebung. Funktioniert diese Kommunikationsschnittstelle allerdings nicht mehr richtig, kann eine Zelle erkranken“, so Gonzalez Montoro.

Über die Methode der Crosslinking Massenspektronomie, an der auch Dr. Fan Liu vom Leibniz Forschungsinstitut für molekulare Pharmakologie in Berlin mitwirkt, und die Fluorenzmikroskopie soll im Forschungsprojekt „Architektur und Dynamik von Proteinkomplexen an Membrankontaktstellen der vakuolären Membran“ nun die Ebene der involvierten Moleküle untersucht werden. „Ich bin besonders interessiert daran, zunächst die intakte Maschinerie der Reservelogistik der Hefezelle abzubilden, und diese dann mit den Funktionsänderungen zu vergleichen, die etwa bei Stoffwechselerkrankungen auftauchen“, erklärt Gonzalez Montoro. 

Inhaltlicher Kontakt:
Dr. Ayelen Gonzalez Montoro
Labor für zelluläre Kommunikation der Universität Osnabrück
Tel.: +49 541 969 3427
ayelen.gonzalez.montoro@uni-osnabrueck.de

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news-9007.atom Aerosolgehalt im Klassenraum bestimmen – Innovativer Sensor erhält ersten Preis beim Make@thon von Uni Osnabrück und FH Südwestfalen und wurde jetzt erfolgreich an einer Schule installiert 2020-11-30T13:40:47+01:00 2020-11-30T13:35:29+01:00 Beim Make@thon der Universität Osnabrück in Kooperation mit der Fachhochschule Südwestfalen hat das Team „Section 77“ einen Sensor entwickelt, der den Kohlendioxidgehalt in der Raumluft von Klassenräumen sicher ermittelt. Daraus lässt sich dann indirekt der Aerosolgehalt in der Luft bestimmen. Der innovative Sensor wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet und am 27. November am Gymnasium Liebfrauenschule in Cloppenburg erprobt. Dazu wurden 20 Sensoren in der Schule installiert, die den Kohlenstoffdioxid-Gehalt (CO2-Gehalt) in verschiedenen Klassenräumen bestimmen. Die Werte werden an einen zentralen Computer der Schule übertragen und bieten der Schule so ein einheitliches und innovatives Raumluft-Monitoring zu Pandemie-Zeiten. Seit Mitte 2020 trägt die Uni mit der Fachhochschule digitale Wettbewerbe, sogenannte „Open Photonik Pro Make@thons“ aus. Hierbei konnten bereits zahlreiche Probleme aus dem Gesundheitswesen gelöst werden. So wurde in einem Wettbewerb beispielsweise der Mund-Nase-Schutz optimiert. Im vierten Make@thon, der vom 13. bis 15. November 2020 stattgefunden hat, wurden die 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun vor die Aufgabe gestellt, ein zentrales CO2-Monitoring-System zu entwickeln, das zum Beispiel in Schulen eingesetzt werden kann, um den CO2-Gehalt der Raumluft zu überwachen. Aktuelle Studien, beispielsweise vom Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin, zeigen einen Zusammenhang zwischen der Aerosol-Konzentration und der CO2-Konzentration. „Es ist demnach anzunehmen, dass hohe CO2-Werte auf eine erhöhte Zahl an Aerosolen in der Umgebungsluft hinweisen könnten. Aerosole stehen in Verdacht, einer der wichtigsten Übertragungswege für das Coronavirus zu sein“, so Lars Otte, Chemiedidaktiker von der Uni Osnabrück.

Die für den Bau des Monitoring-Systems benötigten Komponenten wurden vorab per Post verschickt, so dass die 28 Tüftlerinnen- und Tüftler-Teams direkt starten konnten. Als Sieger ausgewählt wurde das Team „Section77“, das ein Monitoring-System entwickelte, bei dem die Werte aller Sensoren zentral in einem digitalen Dashboard angezeigt werden. Die dort verwendete farbliche Kennzeichnung, angelehnt an eine Ampel, findet sich auch an den Sensoren in den Klassenräumen noch einmal wieder. In diesen ist eine LED-Lampe verbaut, so dass bei zu hohen Werten schnell reagiert werden kann. Es ist so zum einen möglich, unmittelbar in den Klassenräumen auf zu hohe CO2-Werte zu reagieren als auch auf mittelfristige Sicht Problemstellen mit häufig zu hohen Werten zu detektieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Das System wurde am Gymnasium Liebfrauenschule mit 20 Sensoren installiert, deren Messergebnisse nun zentral in der Schule überwacht werden können. Sobald Schülerinnen und Schüler wieder in den Räumlichkeiten der Schule unterrichtet werden, können die Sensoren erprobt werden.

Das Gewinner-Team „Section77“ bestand aus Andre Baumeier, Andreas Weber, Florian Bruder und Justin Otherguy. Die vier Maker aus Offenburg und Umgebung in Baden-Württemberg sind Teil eines Vereins mit knapp 20 festen Mitgliedern.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Lars Otte, Universität Osnabrück
Didaktik der Chemie, Institut für Chemie Neuer Materialien
Barbarastraße 7, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2351
lotte@uos.de

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news-9005.atom Gewaltschutz für geflüchtete Frauen: Forschungsprojekt veröffentlicht einen dokumentarischen Kurzfilm über Frauenprojekte 2020-11-27T10:46:56+01:00 2020-11-27T10:44:24+01:00 Seit 2018 forschen Wissenschaftlerinnen am Forschungszentrum Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) im Rahmen des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Projekts „Willkommenskultur und Demokratie in Deutschland“ zum Gewaltschutz für geflüchtete Frauen. Forschungsbegleitend veröffentlichten sie zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November auf ihrer Homepage den Dokumentarfilm „‚Die Solidarität untereinander: das gibt mir Kraft!‘ Frauenprojekte und die Arbeit mit geflüchteten Frauen“. Der 17-minütige Kurzfilm der Bremer Filmemacherin Anne Frisius porträtiert die Arbeit von Frauenhäusern, einer Frauenberatungsstelle und einer Frauengruppe in Osnabrück und Kassel, wie sie in dem Projekt am IMIS untersucht werden. Der Film „‚Die Solidarität untereinander: das gibt mir Kraft!” Frauenprojekte und die Arbeit mit geflüchteten Frauen“ findet sich unter: http://welcome-democracy.de/frauenprojekte-und-arbeit-mit-gefluechteten-frauen

„Der Zugang für geflüchtete Frauen zu Frauenhäusern, Frauengruppen und Frauenberatungsstellen wie denen, die in dem Film proträtiert werden, ist wichtig, denn die Lebenslagen nach und während der Flucht sind von gewaltbegünstigenden Faktoren geprägt“, so Prof. Dr. Helen Schwenken von der Universität Osnabrück, die das wissenschaftliche Projekt über Willkommenskultur leitet. 

Die deutsche Bundesregierung hat sich mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention im Jahr 2018 zu einem umfassenden Ausbau des Gewaltschutzes bekannt, auch für geflüchtete Frauen. „Der Gewaltschutz für Geflüchtete bleibt allerdings prekär, denn die gegenwärtigen Migrationspolitiken führen dazu, dass sie in gewaltvollen Beziehungen bleiben und vergangene Gewalt nicht adäquat verarbeiten können“, so Projektmitarbeiterin Samia Dinkelaker. „Gewaltbetroffene werden in den Anhörungen des Asylverfahrens teils aufgrund unsensibler Praxis retraumatisiert, obwohl sie eigentlich von geschulten Sonderbeauftragten angehört werden sollten.“ 

Das Forschungsprojekt am IMIS verdeutlicht, dass bestehende Problematiken des Schutzes für Betroffene von geschlechtsspezifischer Gewalt fortbestehen, wie etwa der erschwerte Zugang zu Schutzräumen oder die Schwierigkeit, eine gewaltvolle Partnerschaft aufzukündigen, wenn das Bleiberecht von dem eines gewalttätigen Ehepartners abhängt. 

Die Filmemacherin Anne Frisius gibt mit dem Film „Die Solidarität untereinander“ in die tägliche Arbeit der Frauenprojekte: „In der Arbeit der Projekte spielt eine zentrale Rolle, dass Frauen Entscheidungen über sich und ihr Leben selbst treffen können und ihre Stärke zeigen können“, so Frisius. 

Im Film wird der parteiliche und unterstützende Ansatz der Fachberatungsstellen in Osnabrück und Kassel herausgearbeitet. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erinnern die Protagonistinnen daran, dass solche Einrichtungen immer noch nicht ausreichend finanziert seien: „Wir wünschen uns, dass wir unsere Daseinsberechtigung nicht immer wieder erkämpfen müssen“, so eine Mitarbeiterin eines Frauenhauses. „Ausreichend ausgestattete Frauenhäuser sollten zum Standard einer guten Stadt gehören, damit geflüchtete Frauen am Unterstützungssystem teilhaben können.“ 

Samia Dinkelaker sagt: „Neben der Finanzierung durch Kommunen und Länder müssen aber auch systemische Faktoren adressiert werden – wie Rassismus und traumatische Erfahrungen, die im Asylprozess gemacht werden. Diese Faktoren begleiten die konkrete Gewaltschutzarbeit.“

Zu einigen Forschungsergebnissen: Dinkelaker/Schwenken (2020): „Fragmentierter Schutz an der Schnittstelle von gewaltförmigen Geschlechterverhältnissen und restriktiven Asyl- und Aufenthaltspolitiken“ in der Zeitschrift Bürger & Staat: www.buergerimstaat.de/3_20/migration.pdf

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Helen Schwenken und Samia Dinkelaker
Universität Osnabrück
Forschungszentrum Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)
Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4748
hschwenken@uos.de und samia.dinkelaker@uos.de

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news-9004.atom Grenzen der Wissenschaftsdisziplinen überschreiten – Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl von der Universität Osnabrück zählt zu den meistzitierten Forschenden weltweit 2020-11-25T12:41:48+01:00 2020-11-25T12:38:51+01:00 Es ist eine große Ehre für Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl und darüber hinaus auch ein Zeichen für die interdisziplinäre Forschungsausrichtung der Universität Osnabrück: Die Umweltsystemwissenschaftlerin ist im jährlichen Wissenschaftsranking "Highly Cited Researchers" (Meistzitierte Forscher) in der Kategorie „Cross Field (disziplinenüberschreitend)“ vertreten. Für das Ranking wurden von Clarivate Analytics (ehemals Thomson Reuters) rund 6.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (das entspricht circa 0,1 Prozent aller weltweit Forschenden) aus 21 natur-, ingenieur- und sozialwissenschaftlichen Fachgebieten auf Grundlage der Anzahl der am häufigsten zitierten Publikationen ausgewählt. Sie gelten als die weltweit einflussreichsten Forschenden. Prof. Pahl-Wostl lehrt und forscht seit vielen Jahren am Forschungszentrum Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück. Die studierte Chemikerin und Molekularbiologin, die an der Universität Basel promoviert wurde und sich an der ETH Zürich habilitierte, überzeugt mit einem interdisziplinären Forschungsprofil an der Schnittstelle zwischen den Natur- und den Sozialwissenschaften. Zu ihren weitgespannten Forschungsfeldern gehört neben dem Management der immer knapper werdenden Ressource Wasser unter anderem die Entwicklung von Grundlagen zum Verständnis gesellschaftlicher Lern- und Transformationsprozesse in Richtung Nachhaltigkeit und der Governance von komplexen Mensch-Umweltsystemen. „Es ist eine Seltenheit, dass eine Professur, wie ich sie innehabe, sich in dem eher klassisch organisierten akademischen Umfeld in Deutschland findet“, so Prof. Pahl-Wostl. Allerdings sei genau diese Forschung zu Mensch-Umweltsystemen zentral, um die drängenden Probleme unserer Zeit zu verstehen und auch Lösungen zu entwickeln. „Und sie ist darüber hinaus intellektuell faszinierend und herausfordernd, da es die Notwendigkeit und viel Potential für die Entwicklung innovativer Ansätze gibt. Es ist ein Markenzeichen der Universität Osnabrück, dass Freiräume für interdisziplinäre Gebiete geschaffen werden, worüber ich sehr glücklich bin, denn es gibt mir die Möglichkeit, innovative Forschung zu realisieren und Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern Freiräume für unkonventionelle Arbeiten zu geben.“

Die Aufnahme in das Ranking gilt unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als hohe Auszeichnung ihrer Forschungsarbeiten. Gewertet werden dabei nur die renommiertesten Publikationen. Für die Auswertung existiert ein System mehr als 20 Kategorien. Mehr unter: https://recognition.webofscience.com/awards/highly-cited/2020/

Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Claudia Pahl-Wostl, Universität Osnabrück
Forschungszentrum Institut für Umweltsystemwissenschaft
Institut für Geographie
Barbarastraße 12, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2536
claudia.pahl-wostl@uni-osnabrueck.de

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news-9003.atom Engagiert und begabt – Mahmoud Farrag erhält den DAAD-Preis für internationale Studierende 2020 2020-11-25T11:02:38+01:00 2020-11-25T11:00:47+01:00 Der ägyptische Masterstudent Mahmoud Farrag von der Universität Osnabrück ist mit dem DAAD-Preis für internationale Studierende ausgezeichnet worden. Der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) würdigt internationale Studierende, die ihr Studium in Deutschland absolvieren und sich durch besondere akademische Leistungen und bemerkenswertes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement hervorheben. Verliehen wird der mit 1.000 Euro dotierte DAAD-Preis einmal pro Jahr und Hochschule. In diesem Jahr vergab die Uni Osnabrück ihn im Rahmen eines feierlichen Vergabespaziergangs am Montag, 23. November, an Mahmoud Farrag aus Ägypten. Bereits als Kind kam Mahmoud Farrag mit deutschsprachiger Literatur in Berührung und entwickelte so eine Leidenschaft für die deutsche Kultur. Diese Vorliebe vertiefte er auch wissenschaftlich: neben der Turkologie, Arabistik und Islamwissenschaft studierte er Germanistik an der Universität Kairo. Im Rahmen dieses Studiums absolvierte er dann einen Auslandsaufenthalt, der weichenstellend für seine Zukunft sein sollte: als Erasmus+ Gaststudent kam er 2015 zum ersten Mal nach Deutschland und blieb fortan. Nach einem ausgezeichneten Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaft sowie Wirtschaft und Ethik ist er seit 2019 an der Universität Osnabrück im Masterstudiengang Internationale Migration und interkulturelle Beziehungen immatrikuliert.

Auf Basis seiner herausragenden akademischen Leistungen wurde Mahmoud Farrag von Prof. Dr. Jochen Oltmer, Studiendekan des Fachbereichs Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Vorstandsmitglied des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Uni Osnabrück, für den DAAD-Preis empfohlen. Laut Oltmers Einschätzung ist Mahmoud Farrag ein „hochqualifizierter Student mit einer aufgeschlossenen Persönlichkeit, der vorzügliche Leistungen aufzuweisen hat sowie jede Förderung und Anerkennung verdient.“

Auch sein ehrenamtliches Engagement zeichnet Mahmoud Farrag aus. Ob in der Hochschulpolitik, der Arbeit mit Menschen mit Fluchthintergrund oder im Rahmen einer Mentoren- oder Übersetzungstätigkeit: Farrag findet trotz der Herausforderungen in Deutschland immer Zeit, sich für andere einzusetzen und die Gesellschaft ein wenig besser zu machen.  

„Wir küren auch in diesem Jahr einen Preisträger, der auf beeindruckende Art und Weise verdeutlicht, wie sehr das Land, die Region und die Universität von internationalen Studierenden profitieren. Ich wünsche Herrn Farrag für seine Zukunft viel Erfolg und auch persönlich alles Gute“, so Malte Paolo Benjamins, Leiter des International Office.

Informationen für die Redaktionen:
Malte Paolo Benjamins, Universität Osnabrück
International Office
Neuer Graben 27, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 9694972
malte.paolo.benjamins@uni-osnabrueck.de

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news-9008.atom A Deserving Winner: Mahmoud Farrag receives the DAAD Award for International Students 2020 2020-12-01T09:13:25+01:00 2020-11-25T11:00:47+01:00 Mahmoud Farrag, master student at Osnabrück University, has been awarded the DAAD prize for international students. The prize of the German Academic Exchange Service (DAAD) seeks to honor degree-seeking international students in Germany who achieve outstanding academic results and demonstrate remarkable social or intercultural commitment. Worth 1.000 €, the DAAD prize is awarded only once a year per university. In 2020, Osnabrück University proudly presented the prize to Mahmoud Farrag from Egypt during a ceremonial award walk on Monday, November 23. Mahmoud Farrag encountered German-language literature at an early stage during his childhood years. Through this exposure, he developed a long-lasting passion for German culture – a passion that affected his academic choices quite significantly: in addition to Turkish Studies, Arabic Studies and Islamic Studies, he decided to study German Studies at Cairo University as well. In order to experience Germany and its culture in person, he applied for an exchange semester abroad and thus made a decision that proved to have long-lasting consequences for his academic and personal life. He entered Germany in 2015 wanting to spend an exchange semester only, but ultimately stayed on and pursued a degree. After graduating with an excellent bachelor's degree in Political Science as well as Economics and Ethics, he gained entry into Osnabrück University as a master’s student in International Migration and Intercultural Relations in 2019. Henceforth, he has continued to achieve stellar academic results.

It was on the basis of these academic achievements that Mr. Farrag was recommended for the DAAD prize by Prof. Dr. Jochen Oltmer, Dean of Studies at the Department of Cultural and Social Sciences and board member of the Institute for Migration Research and Intercultural Studies (IMIS) at Osnabrück University. In his letter of support, Oltmer praises Farrag as a highly qualified student with an open-minded personality who excels academically and deserves every support and recognition.

Mahmoud Farrag is not only dedicated to his academic career, but also to his community service. As an active member of student self-administration, a volunteer providing translating services to refugees or simply as a mentor for others, Farrag seemingly always finds time to help others and make society better one step at a time.

"Once again, we have selected a DAAD prize recipient who impressively demonstrates how much the country, the region and the university benefit from international students” remarks Malte Paolo Benjamins, Director of the International Office. “I wish Mr. Farrag every success for his professional and personal future".

Further Information:
Malte Paolo Benjamins, Universität Osnabrück
International Office
Neuer Graben 27, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 9694972
malte.paolo.benjamins@uni-osnabrueck.de

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news-8999.atom Wissenschaftler der Uni entwickeln in EU-gefördertem Projekt neue Hardware, die aus Erfahrungen lernen soll 2020-11-20T09:50:26+01:00 2020-11-20T09:49:00+01:00 Autonome Fahrzeuge oder Geräte für ein smartes Zuhause werden in ihren Anforderungen und Prozessen immer komplexer. Ein neues System des maschinellen Lernens soll künftig dazu beitragen, die Soft- und Hardware von Anwendungen aus dem Bereich Künstlicher Intelligenz robuster, leistungsfähiger und energiesparender zu machen. An einer solchen Lösung arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Technische Informatik an der Universität Osnabrück gemeinsam mit elf weiteren Partnern. Sie werden in dem neuen Projekt VEDLIoT („Very Efficient Deep Learning in IoT“ zu dt. Hocheffizientes Deep Learning im Internet der Dinge) von der Europäischen Kommission für drei Jahre gefördert. Finanziert wird es über die Förderlinie zu Informations- und Kommunikationstechnologien im Programm „Horizont 2020“ der Europäischen Union. Zum thematischen Hintergrund: In einem intelligenten Zuhause, einem sogenannten „Smart Home“, finden die Bewohnerinnen und Bewohner Geräte, die ihr Leben einfacher machen sollen – zum Beispiel einen Kühlschrank, der Lebensmittel nachbestellen und gleichzeitig mit dem Backofen kommunizieren kann. Die Geräte und Komponenten zählen zum Internet der Dinge (englisch: Internet of Things, kurz IoT). Sie sind an ein Netzwerk angeschlossen und erfassen, speichern, verarbeiten und übertragen Daten. IoT-Geräte werden auch bei selbstfahrenden Autos oder der Industrierobotik eingesetzt. 

In dem jetzt gestarteten Projekt VEDLIoT arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Polen, Portugal, Schweden und der Schweiz zusammen. Anstelle klassischer Verfahren, beispielsweise aus dem Bereich der Statistik, setzt das internationale Forschungsteam Verfahren des maschinellen Lernens ein, zum Beispiel Deep Learning. Dafür werden künstliche neuronale Netze genutzt. Mit der selbstlernenden Plattform VEDLIoT sollen IoT-Geräte leistungsfähiger werden und gleichzeitig weniger Energie verbrauchen. Dafür entwickeln die Forschenden eine modulare Hardware-Plattform, die kompakte Rechenmodule unterschiedlicher Leistungsklassen kombiniert.

„Wir wollen die Ressourceneffizienz für Anwendungen der künstlichen Intelligenz weiter optimieren, das heißt, Leistungsfähigkeit steigern und gleichzeitig den Energiebedarf minimieren“, so Prof. Dr.-Ing. Mario Porrmann, Leiter der Arbeitsgruppe Technische Informatik an der Universität Osnabrück. „Dabei verfolgen wir neue Ansätze, in denen die Computerarchitektur nicht fest vorgegeben ist. Die Hardware unserer Rechner wird lernfähig sein und sich im laufenden Betrieb selbständig an geänderte Anforderungen anpassen. Das neue Projekt bildet zusammen mit dem KI-Campus der Universität Osnabrück eine ideale Basis für unsere Forschungsarbeiten.“

„Computer- und IoT-Systeme werden immer leistungsfähiger. Wir können anspruchsvollere Probleme lösen und die Automatisierung vorantreiben, um unsere Lebensqualität zu verbessern“, sagt Prof. Dr.-Ing. Ulrich Rückert. Er ist Koordinator des neuen Projektes VEDLIoT und Leiter der Gruppe Kognitronik und Sensorik der Universität Bielefeld. „Aber die Menge der gesammelten und verarbeiteten Daten ist riesig und die benötigte Rechenleistung sehr hoch. Außerdem sind die Algorithmen oft zu komplex, um Lösungen innerhalb kurzer Zeit zu errechnen.“ Genau hier sollen die neuen Systeme ansetzen, die das Projektteam entwickeln möchte.

Neben Universitäten und Forschungsinstituten, die zur künstlichen Intelligenz und dem Internet der Dinge forschen, sind auch Unternehmen an dem europäischen Projekt beteiligt; vom schwedischen Start-up EmbeDL bis zum deutschen Großkonzern Siemens. Weitere Firmen können sich am Projekt beteiligen. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Anwendungen in den Bereichen Automobil, Automatisierung und Smart Home sollen noch mindestens zehn weitere Anwendungsbeispiele finanziert werden.

Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr.-Ing. Mario Porrmann, Universität Osnabrück 
AG Technische Informatik / Computer Engineering
Wachsbleiche 27, 49090 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2434
mario.porrmann@uni-osnabrueck.de

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news-8997.atom Universität und Hochschule laden zum digitalen Hochschulinformationstag ein  2020-11-13T11:10:39+01:00 2020-11-13T11:08:18+01:00 Die Universität Osnabrück und die Hochschule Osnabrück überzeugen ­– unter anderem mit einem Studienangebot, das neben innovativen Inhalten vor allem eine hervorragende individuelle Betreuung bietet. Einen Überblick über die rund 280 Studiengänge in Osnabrück und Lingen können sich Studieninteressierte am Donnerstag, 19. November, ab 8.30 Uhr auf dem Hochschulinformationstag (HIT) verschaffen. In diesem Jahr findet die Veranstaltung digital statt. Bei mehr als 100 Angeboten geben Professorinnen und Professoren sowie Studierende von Universität und Hochschule Osnabrück Auskunft über studiumsrelevante Fragen und über das studentische Leben.  Mit einem Fokus auf die Bachelorstudiengänge erwarten die Studieninteressierten in diesem Jahr auf digitalem Weg Einführungen in die verschiedenen Fächer und Studienbereiche, virtuelle Labor- und Campus-Rundgänge sowie Beratungsmöglichkeiten.

Es wird sowohl zeitunabhängige Informationsangebote (Videos, Präsentationen, Informationsmaterial etc.) als auch terminierte Online-Live-Veranstaltungen (Probevorlesungen, Vorträge, Sprechzeiten etc.) geben. Die einzelnen Online-Live-Veranstaltungen werden über den ganzen Tag verteilt sein. So können sich Studieninteressierte ein individuelles HIT-Programm zusammenstellen. 

Es ist sowohl möglich, mit einem eigenen Endgerät ganz individuell an Veranstaltungen als auch als Schulklasse oder Kurs per Beamer an gemeinsam ausgewählten Angeboten teilzunehmen. Technische Voraussetzung sind Laptop, PC oder Smartphone, die mindestens über eine Lautsprecherfunktion verfügen. Zur Teilnahme wird idealerweise die aktuellste Version der Browser Firefox oder Chrome benötigt. 

Das vollständige Programm gibt es unter: https://www.zsb-os.de/hit-2020

 

Weitere Informationen für die Redaktionen:

Alex Markgraf, Zentrale Studienberatung Osnabrück (ZSB)

Neuer Graben 27, D-49074 Osnabrück

Tel.: +49 541 969 4137

alex.markgraf@zsb-os.de

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news-8996.atom Start-up von Botanikern der Uni Osnabrück revolutioniert Keimfähigkeitstest von Samen – „seedalive“ mit „Innovate 2020 German Start-up Award“ ausgezeichnet 2020-11-12T11:38:24+01:00 2020-11-12T11:33:50+01:00 Um schnell und effizient herausfinden zu können, ob Pflanzensamen noch keimfähig sind, haben Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe Botanik (Fachbereich Biologie/Chemie) der Universität Osnabrück den Keimfähigkeitstest „seedalive“ entwickelt. Zielgruppe der innovativen Technologie sind Saatgutzüchter, Produzenten, Händler, Genbanken und Landwirte. Das Spin-off-Projekt ist nun mit dem „Innovate 2020 German Agri Start-up Award“ der Osnabrücker Start-up-Initiative „Innovate!“ ausgezeichnet worden. Damit verbunden ist ein Preisgeld von 3.000 Euro. Außerdem wird „seedalive“ vom Bundeswirtschaftsministerium mit einem EXIST-Stipendium gefördert und möchte seine Tests u.a. für Raps und Mais schnell zur Marktreife bringen. Das Management von Samensammlungen ist aufwendig und der Test wurde ursprünglich für eine Anwendung in diesem Bereich entwickelt: Die eingelagerten Samen müssen regelmäßig auf ihre Keimfähigkeit untersucht werden. Bislang verwendete Tests sind teils unzuverlässig, kosten viel Zeit und sind personalaufwendig, oder sie verbrauchen die getesteten Samen, weiß apl. Prof. Dr. Klaus Mummenhoff, der zum Entwicklerteam zählt: „Für den jetzt in Osnabrück entwickelten, einfach durchzuführenden und zuverlässigen Test wird zu einzelnen Samen eine Testflüssigkeit gegeben. Ein Farbumschlag zeigt dann die Keimfähigkeit an“, erklärt der Pflanzenwissenschaftler. Eine blaue Testflüssigkeit zeige voll vitale und keimfähige Samen an, eine pinkfarbene bereits gealterte und nur bedingt keimfähige Samen, während eine farblose Lösung stark geschädigte bis abgestorbene Samen anzeige. „Das Prinzip beruht auf einer natürlichen Freisetzung von organischen Substanzen aus alternden Samen“, so Mummenhoff.

„Es gibt zwei entscheidende Vorteile unseres seedalive-Tests: Er erhält den Samen und er zeigt viel schneller das Ergebnis als herkömmliche Keimungstests“, so Dr. Samik Bhattacharya aus der AG Botanik der Uni Osnabrück, der an der Testentwicklung beteiligt war. Schnelle Keimfähigkeitstests haben auch eine große wirtschaftliche Bedeutung in der Landwirtschaft, denn Millionen von Keimfähigkeitstests werden jährlich weltweit durchgeführt. Bislang dauerte das Ergebnis bis zu 28 Tage und länger. Der seedalive-Test lässt den Osnabrücker Botanikern zufolge schon nach vier Stunden zuverlässig erkennen, ob das Saatgut gesund und keimfähig, also noch nutzbar ist, oder ob es nicht mehr keimfähig und damit wertlos ist.

Mittlerweile hat die Universität Osnabrück die Methodik zum Patent angemeldet. „Wir besitzen mit diesem Test ein Alleinstellungsmerkmal“, so der Entwickler Klaus Mummenhoff. Künftig sollen seedalive-Kunden ihre Samen sogar selbst testen können. Dazu erhalten Landwirte oder Saatguthändler ein Paket aus Chemikalien und einem Protokoll, wie der Test vorzunehmen ist. Das Start-up-Team arbeitet außerdem an einer Smartphone-App, die die Testergebnisse mittels Künstlicher Intelligenz in Echtzeit analysieren soll. „Im kommenden Jahr wollen wir unseren Test in Kooperation mit dem Osnabrücker Start-up seedforward für Raps und Mais zur Marktreife bringen“, so Mummenhoff.

Das junge Start-up wird vom Osnabrücker Seedhouse, dem Brutkasten für aufstrebende Jungunternehmen aus dem Food-, Agrar- und Digitalbereich, gefördert. „Wir bekommen hier quasi einen roten Faden an die Hand, wie wir unser Projekt wachsen lassen können“, sagt Jens Varnskühler, Biologie-Absolvent der Universität Osnabrück, der zum seedalive-Team gestoßen ist. Seit dem 1. November wird seedalive außerdem durch ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Das mittlerweile fünfköpfige Team umfasst weiterhin zwei Masterstudierende aus den Fachrichtungen Biologe (K. Wellmann) und Betriebswirtschaft/Marketing (S. Sauermilch sowie ihr Betreuer Prof. Baumgartner). Das Projekt wird durch Mentoren aus den Fachgebieten Agrarmarketing (Prof. Enneking, Hochschule Osnabrück) und Samenbiologie (Prof. Leubner, RHUL, London) unterstützt. Erste Früchte hat seedalive bereits geerntet: Das Start-up konnte sich gegen starke Konkurrenz aus ganz Deutschland durchsetzen und gewann vorletzte Woche den Innovate 2020 German Agri Start-up Award.

Informationen für die Redaktionen:
apl. Prof. Dr. Klaus Mummenhoff, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastr. 11, 49076 Osnabrück
kmummenh@uni-osnabrueck.de

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news-8994.atom Kraft der Gedanken: Schon die Vorstellung an Bewegung kann die motorische Leistung verbessern – Osnabrücker Sportwissenschaftlerin forscht über mentales Training 2020-11-11T14:51:59+01:00 2020-11-11T14:48:39+01:00 OSNABRÜCK.- Bereits wer sich in Gedanken in einen Bewegungsablauf begibt, kann sich dadurch in seiner motorischen Leistung verbessern. Diese bisweilen von Sportlerinnen und Sportlern eingesetzte mentale Trainingsmethode, das sogenannte Bewegungsvorstellungstraining, wird von Juniorprofessorin Dr. Cornelia Frank am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück untersucht. In einem mit internationalen Kolleginnen und Kollegen besetzten Workshop konnte Frank sich jetzt weiter austauschen: „Trotz vielfältiger Ansätze zum mentalen Bewegungstraining, das aus neurowissenschaftlicher, psychologischer und sportwissenschaftliche Perspektive untersucht wird, gibt es noch kein klares Bild über die neurokognitiven Mechanismen, die der erwiesenen Wirksamkeit von Vorstellungstraining zugrunde liegen“, sagt Cornelia Frank. „Wir wollen herausfinden, was im Körper den Ausschlag dafür gibt, dass sich die reine Vorstellung an einen Bewegungsablauf bereits positiv auf das Erlernen von motorischen Fähigkeiten auswirkt – und wieso nicht erst das tatsächliche Bewegungstraining etwas bewegt.“ 

Mit dem digitalen Workshop, an dem Expertinnen und Experten aus den USA, Kanada, Großbritannien, Belgien, Frankreich und Deutschland teilnahmen, zielte Frank darauf ab, in der ganzen Bandbreite der beteiligten Disziplinen gemeinsam zu bearbeitende, interdisziplinäre Fragestellungen anzuregen: „Besonders die Bereiche der motorischen Kontrolle und des motorischen Lernens entwickeln sich aktuell rasant weiter und sind für unsere Fragestellungen höchst interessant.“ 

Frank plant, im Nachgang ein Themenheft zu den Workshop-Ergebnissen herauszubringen, um über das Bewegungsvorstellungstraining mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, mit Sportlerinnen und Sportlern, Lehrerinnen und Lehrern sowie der interessierten Öffentlichkeit in den Austausch zu kommen. 

Organisiert wurde der Workshop „Neurocognitive mechanisms of motor imagery practice: Current perspectives and new directions“, der Anfang November 2020 stattgefunden hat, von Jun.-Prof. Dr. Cornelia Frank (Universität Osnabrück) sowie Prof. Dr. Aymeric Guillot (Villeurbanne, Frankreich) und Dr. Stefan Vogt (Lancaster, Großbritannien) in Zusammenarbeit mit dem Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung.

Informationen für die Redaktionen:
Jun.-Prof. Cornelia Frank, Universität Osnabrück
Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften
Jahnstraße 75, 49080 Osnabrück
cornelia.frank@uni-osnabrueck.de

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news-8992.atom Osnabrücker Unipräsidentin Menzel-Riedl in den Vorstand der Landeshochschulkonferenz gewählt 2020-11-10T16:04:37+01:00 2020-11-10T16:01:13+01:00 Die Präsidentin der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, ist neues Vorstandsmitglied der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen (LHK). Sie wurde bei der Plenarsitzung der LHK am 9. November in Hannover gewählt. Zudem wählten die Hochschulleitungen mit Prof. Dr. Joachim Schachtner (Technische Universität Clausthal) einen neuen LHK-Vorsitzenden. Die Amtszeiten von Schachtner und Menzel-Riedl beginnen am 1. Januar 2021 für eine Dauer von zwei Jahren. „Ich freue mich über die Wahl in den Vorstand der LHK und das damit verbundene Vertrauen der anderen Mitgliedseinrichtungen“, so Susanne Menzel-Riedl. „In meinem neuen Amt möchte ich mich für eine bessere Wahrnehmung der zentralen Bedeutung der Hochschulen für das Land Niedersachsen und für deren auskömmliche Finanzierung einsetzen.“

Neben den beiden neuen Mitgliedern wurden Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) und Prof. Dr. Gerhard Kreutz (Hochschule Emden/Leer) für eine weitere Amtszeit im Vorstand bestätigt.

In der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen wirken die 21 niedersächsischen Hochschulen in staatlicher Verantwortung zusammen und vertreten ihre gemeinsamen Interessen.

Informationen für die Redaktionen:
Frieda Berg, Universität Osnabrück
Leitung Kommunikation und Marketing
Tel. +49 541 969-4994
frieda.berg@uni-osnabrueck.de

 

 

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news-8990.atom „Auf den Spuren Justus Mösers durch Osnabrück“: Studierende konzipieren einen Audio-Stadtrundgang  2020-11-06T09:06:15+01:00 2020-11-06T09:03:51+01:00 Im Jahr 2020 feiert die Stadt Osnabrück den 300. Geburtstag Justus Mösers (1720-1794). Der Osnabrücker Politiker, Publizist und Aufklärer wurde aufgrund seiner klugen und innovativen Schriften bereits zu Lebzeiten von Geistesgrößen wie Goethe oder Herder geschätzt. Über den Audio-Stadtrundgang „Auf den Spuren Justus Mösers durch Osnabrück“, den Studierende der Uni Osnabrück konzipiert haben, können die Zuhörer auf dem Weg durch die Innenstadt an zehn Stationen in das Leben des Aufklärers eintauchen. Die Intention ist es, Justus Möser mit Hilfe verschiedener Quellen für die heutige Zeit „zum Sprechen zu bringen“, damit sich die Hörerinnen und Hörer ein eigenes Bild über seine Bedeutung –  damals wie heute – machen können. Hierfür entwickelten und inszenierten Studierende der Universität Osnabrück aus dem großen Fundus von überliefertem Material Geschichten des Aufklärers und verklanglichten sie im Tonstudio.

Der Audiostadtrundgang entstand im Rahmen des Projektes „HörWissen“ in einem Seminar im Wintersemester 2019/2020, an dem Studierende der Geschichte, der Germanistik und der Musikwissenschaften beteiligt waren (Leitung: Prof. Dr. Siegrid Westphal, Dr. Katja Barthel, Sarah-Christin Dietrich, M.Ed.).

Der vollständige Stadtrundgang ist auf der Internetseite des Kulturhistorischen Museums Osnabrück verfügbar: https://www.museumsquartier-osnabrueck.de/veranstaltung/moeser-stadtrundgaenge/

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Siegrid Westphal, Universität Osnabrück
Dr. Katja Barthel, Universität Osnabrück
Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)

An der Katharinenkirche 8a, 49069 Osnabrück

Tel: +49 541 969 4859

ikfn@uni-osnabrueck.de


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news-8988.atom Zukunft der Psychotherapie: Behandlung von Suchterkrankungen in der Virtual Reality-Umgebung - Aloys & Brigitte Coppenrath-Stiftung fördert Start-up „LobVR“ von Studierenden der Uni Osnabrück 2020-11-03T11:20:30+01:00 2020-11-03T11:18:03+01:00 OSNABRÜCK.- Die Aloys & Brigitte Coppenrath-Stiftung hat gemeinsam mit der Universität Osnabrück eine Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung des studentischen Start-ups LobVR geschlossen. Das junge Health Care-Unternehmen wurde von fünf Studierenden der Universität Osnabrück gegründet. LobVR möchte therapeutischen Maßnahmen für Suchterkrankte mittels Virtual Reality (VR) nachhaltig verbessern. Die Förderung durch die Stiftung beträgt 36.000 Euro. Die Aloys & Brigitte Coppenrath-Stiftung sieht sich selbst als „Ermöglicherin“. Sie unterstützt junge und innovative Unternehmen, die sich zumeist noch in der Gründungs- bzw. Startphase befinden, über die Bereitstellung von finanziellen Mitteln. Dies soll den mutigen Gründern und Gründerinnen die Möglichkeit geben, sich umfassend auf ihr Gründungsvorhaben zu fokussieren. Die geförderten Projekte verknüpfen das Zukunftsthema der Künstlichen Intelligenz und Digitalisierung mit der Entwicklung von innovativen Lösungen für gesellschaftliche und soziale Probleme.

Das Start-up LobVR verfolgt das Ziel, die herkömmliche Therapie von Suchterkrankungen zu erweitern, indem Therapeuten und Therapeutinnen bei ihrer Arbeit durch VR unterstützt werden. Gemeinsam mit dem Ameos Klinikum in Osnabrück entwickelten die Cognitive Science-Studierenden eine virtuelle Umgebung, in der Suchterkrankte mit herausfordernden Aufgaben konfrontiert werden. So finden sich Patienten und Patientinnen in Situationen wieder, in denen sie im Supermarkt an Regalen mit Alkoholflaschen vorbeigehen müssen oder in ihrem virtuellen Zuhause volle Alkoholflaschen in den Ausguss kippen müssen.

Sumin Kim, Ideengeberin des jungen Start-ups, erklärt die Vorteile dieser Therapie: „Wir verwenden VR-Technologie in Kombination mit der Behandlungsmethode namens ‚Cognitive Behavioral Therapy‘, also einer Verhaltenstherapie. Nutzer und Nutzerinnen können eine physische Präsenz in der virtuellen Welt empfinden und verhalten sich wie in der Realität. Dadurch wird gewährleistet, dass ein VR-Training den gleichen Effekt hat wie ein herkömmliches Verhaltenstraining in der Psychotherapie. Zusätzlich können Therapieanbieter Kosten und Ressourcen einsparen und dabei trotzdem den gleichen Therapieerfolg erzielen.“  

Prof. Dr. Felix Osterheider – Vorstand der Coppenrath-Stiftung – berichtet: „Lob VR zeigt, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz menschliches Handeln in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen unterstützen kann, ohne dabei den Menschen – in diesem Fall den Therapeuten oder die Therapeutin – ersetzen zu wollen.“

Die erste Pilotstudie der Software wurde bereits gemeinsam mit Therapeuten und Patienten erfolgreich durchgeführt. Die Ergebnisse werden in der Planung der weiteren Schritte Berücksichtigung finden, so Imke Mayer, Kommunikationsverantwortliche bei LobVR: „Wir verfolgen zurzeit viele Pläne, entwickeln drei weitere Produkte, darunter z.B. ein Ferntherapietool in Form eines VR Chat Rooms, der einen virtuellen Raum für die therapeutische Konversation und Zusammenarbeit bietet. Die stetige Zusammenarbeit mit Therapiezentren, Kliniken und Partner-Krankenkassen spielt dabei eine große Rolle.“

Langfristiges Ziel des studentische Start-ups aus Osnabrück ist es, dass das Produkt als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) in den Katalog der Krankenkassen aufgenommen wird, sodass alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Software ihren Patienten und Patientinnen zur Verfügung stellen können.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Nina Müller, Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung
Edinghäuser Str. 20b, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 151 726 54360
nm@stiftungcoppenrath.de
https://www.lobvr.com/

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news-8984.atom Entwicklung von indirekten Aerosol-Warnsystemen – Universität Osnabrück veranstaltet 4. Open Photonik Pro Make@thon 2020-11-03T07:45:37+01:00 2020-11-02T09:55:40+01:00 Bereits seit Juli diesen Jahres richtet die Universität Osnabrück zusammen mit der Fachhochschule Südwestfalen regelmäßig den Open Photonik Pro Make@thon aus, um Lösungen für Probleme im Zusammenhang mit der Pandemie zu finden. In der vom 13. bis 15. November stattfindenden 4. Veranstaltung soll nun ein Monitoring der CO2-Konzentration in Klassenräumen entwickelt werden. Wer mitwirken möchte, kann sich unter www.opto-cubes.de anmelden. In Deutschland steigen die COVID-19-Fallzahlen aktuell wieder rasant an. Um das Übertragungsrisiko in geschlossenen Räumen möglichst gering zu halten, ist eine ausreichende Belüftung essentiell. Besonders wichtig ist dies in Schulen, da dort in kleinen Klassenräumen Schülerinnen und Schüler aus vielen verschiedenen Haushalten zusammentreffen. Die Teilnehmenden des Make@thons sollen daher alleine oder in Teams ein CO2-Monitoring-System zum Einsatz in Klassenräumen entwickeln, welches als indirektes Warnsystem für erhöhte Aerosol-Konzentrationen genutzt werden soll. Aktuelle Studien, beispielsweise vom Hermann-Rieschel-Institut der TU Berlin, zeigen einen Zusammenhang zwischen der Aerosol-Konzentration und der CO2-Konzentration. Es ist demnach anzunehmen, dass hohe CO2-Werte auf eine erhöhte Zahl an Aerosolen in der Umgebungsluft hinweisen könnten.

Es sollen Monitoring-Systeme entstehen, mit welchen der CO2-Gehalt in der Raumluft von Klassenzimmern zentral überwacht werden kann. Diese können als indirekte Aerosol-Warnsysteme eingesetzt werden. Die Teilnehmenden erhalten die nötigen Materialien vorab per Post und entwickeln innerhalb von 45 Stunden alleine oder in Teams die geforderten Systeme. Hierzu finden sich bundesweit Makerinnen und Maker digital zusammen und arbeiten an kostengünstigen Lösungen, die in Schulen möglichst schnell und einfach realisiert werden können. Der Gewinnervorschlag wird in der mit dem Forschungsprojekt kooperierenden Schule, dem Gymnasium Liebfrauenschule in Cloppenburg, installiert und hinsichtlich Praktikabilität, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit evaluiert.

Der 4. Open Photonik Pro Make@thon wird vom Freitag, 13. November, um 18 Uhr bis zum Sonntag, 15. November, um 15 Uhr stattfinden. Die Teilnehmenden können sich ihre Zeit an diesem Wochenende frei einteilen. Für Rückfragen und Ratschläge steht über den gesamten Zeitraum ein Team der Universität Osnabrück und der Fachhochschule Südwestfalen zur Verfügung.

Für die Teilnahme am Make@thon sind nicht zwingend besondere Kenntnisse beim Programmieren oder beim technischen Design erforderlich. Auch ein 3D-Drucker ist nicht von Nöten. Alle Ideen werden von einer fachkundigen Jury begutachtet und Preise im Wert von insgesamt 1.000 Euro vergeben.

Informationen für die Redaktionen:
Lars Otte, Universität Osnabrück
Institut für Chemie Neuer Materialien
Barbarastraße 7, 49076 Osnabrück
lotte@uni-osnabrueck.de

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news-8979.atom Lernen und Lehren an Schulen und Hochschulen während der Corona-Pandemie - Podiumsdiskussion zur Digitalen Lehre am 4. November Utz Lederbogen 2020-11-03T15:46:24+01:00 2020-10-30T11:26:00+01:00 Durch die Corona-Pandemie waren die Schulen in der ersten Jahreshälfte wochenlang geschlossen – Homeschooling stand auf dem Plan. Auch die Hochschulen haben quasi über Nacht vom Präsenzbetrieb in den Onlinemodus gewechselt. Am Mittwoch, 4. November, ab 19 Uhr diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule und der Universität Osnabrück sowie Vertreterinnen und Vertreter von Schulen aus der Region über die digitale Lehre mit all ihren Facetten. Die Online-Podiumsdiskussion ist auf den YouTube-Kanälen beider Hochschulen zu sehen und wird zeitgleich auf OS-Radio 104,8 übertragen. Veranstalter ist das Transfer- und Innovationsmanagement der beiden Osnabrücker Hochschulen. An der Diskussion zur digitalen Lehre nehmen als Expertinnen und Experten teil: Prof. Dr. Karsten Morisse, Professor für Medieninformatik und Leiter des e-Learning Competence Centers der Hochschule Osnabrück, das Studierende und Lehrende zum digitalen Lehren und Lernen berät. Außerdem diskutieren von Universitätsseite Prof. Dr. Ursula Walkenhorst, Professorin für Didaktik der Humandienstleistungsberufe, und Miriam Burfeind (Doktorandin der Berufs- und Wirtschaftspädagogik), die unter anderem zu spielerischem, digitalem Lernen in der beruflichen Bildung und Hochschullehre forscht.

Dr. Udo Cronshagen, Schulleiter der Gesamtschule Schinkel, wird von Schulseite das Thema digitale Lehre erläutern. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Frank Ollermann, Professor für Psychologie und User Experience an der Hochschule Osnabrück sowie Leiter des Geschäftsbereichs Hochschuldidaktik im Zentrum für Digitale Lehre, Campus-Management und Hochschuldidaktik (virtUOS) der Universität Osnabrück, das Technologien für Lehre und Hochschulorganisation entwickelt. Unter der Leitfrage „Online-Lehre – Wie funktioniert das?“ sollen auch Fragen von Schülerinnen und Schülern diskutiert werden.

Neue Wege in der Lehre

Zudem gibt es drei Impulsstatements. Prof. Dr. Ingmar Ickerott etwa, Vizepräsident für Digitalisierung an der Hochschule Osnabrück, vertritt die Meinung, dass es bei Treffen in ausschließlich digitalen Räumen an nonverbalen Rückmeldungen fehle und es weitaus schwieriger sei, Vertrauen aufzubauen - sowohl zu den Lehrpersonen als auch zwischen den Lernenden selbst. Helena Haßheider vom e-Learning Competence Center betont den Wert von Plattformen und Raum zum Austausch, um soziale Präsenz auch online zu ermöglichen. Der Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung der Universität, Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger, verweist in seinem Impulsstatement darauf, dass die Pandemie auch die Chance biete, klassische Lehrangebote durch digitale Formate zu erweitern, die auch in der Nach-Corona-Zeit noch Bestand haben werden.

Die Diskussion wird ab 19 Uhr am 4. November abrufbar sein:

Universität Osnabrück bei YouTube

Hochschule Osnabrück bei YouTube

Bereits im Juni sprachen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beiden Osnabrücker Hochschulen in einer Online-Diskussion bei YouTube über das Thema „Welche Auswirkungen hat Covid-19 auf unsere Arbeitswelt?“.
 

Weitere Inforamtionen für die Medien:
Marina Meisner, Transfer- und Innovationsmanagement der Osnabrücker Hochschulen
Albert-Einstein-Str. 1, 49076 Osnabrück
Tel. +49 541 969 7059
E-Mail: m.meisner@hs-osnabrueck.de

 

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news-8977.atom Auch neue Wege beschreiten - Dr. Stefan Ardeleanu übernimmt Professur „Archäologie der römischen Provinzen“ – Wissenschaftliche Leitung der Grabungen in Kalkriese Utz Lederbogen 2020-10-30T17:33:28+01:00 2020-10-30T10:50:00+01:00 Dr. Stefan Ardeleanu wird zum 1. November auf die Juniorprofessur „Archäologie der römischen Provinzen“ am Historischen Seminar der Universität Osnabrück berufen. Gleichzeitig übernimmt der 35-Jährige Archäologe die wissenschaftliche Leitung der Grabungen in Kalkriese, dem vermutlichen Ort der Varusschlacht. Die Stiftungsprofessur wird von der Varus-Gesellschaft getragen, in Kooperation mit dem Land Niedersachsen, dem Landkreis Osnabrück und der Universität. "Wir freuen uns über die Berufung von Prof. Ardeleanu. Die Erforschung der Kalkrieser Fundregion als wissenschaftliches Projekt stellt für die Universität Osnabrück eine besondere Bereicherung dar und trägt maßgeblich zur Attraktivität des Studienfachs Alte Geschichte bei. Durch den besonderen Praxisbezug bietet sich hier die Möglichkeit, in das spannende Forschungsfeld der Schlachtfeldarchäologie einzusteigen“, erklärt die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl während des Pressetermins in Kalkriese.

„Die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Land Niedersachsen, dem Landkreis Osnabrück, der Varus-Gesellschaft, der VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land - Museum und Park Kalkriese und unserer Universität konnte durch den 2017 neu geschlossenen Kooperationsvertrag gefestigt werden. Sie bildet die Basis dieses Erfolgsmodells, das, wie die jüngsten Funde vor Augen führen, auch für die Zukunft großes Potenzial besitzt“, hebt die Universitätspräsidentin hervor.

Über die Neubesetzung der Juniorprofessur freut sich auch Landrätin Anna Kebschull: „Für den Forschungsstandort in Kalkriese ist die Kooperation mit der Universität Osnabrück sehr wichtig, um auch in der Zukunft die archäologische Erforschung des antiken Schlachtfelds voranzutreiben. Mit dem neuen wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Stefan Ardeleanu werden wir, da sind wir sehr zuversichtlich, gemeinsam mit vielen neuen Ideen und Ansätzen in den nächsten Jahren nach vorne gehen.“

Stefan Ardeleanu ist glücklich, an einem „wissenschaftlich wie überregional so bedeutsamen Fundplatz“ mit den Kolleginnen und Kollegen des Museums und Parks Kalkriese zusammenarbeiten zu dürfen. Dabei sucht er auch den engen Austausch mit dem wissenschaftlichen Beirat, dem Landkreis und den verschiedenen Disziplinen der Universität. „Ich verstehe meine Rolle als Schnittstelle zwischen Forschung, Lehre und Öffentlichkeit“, sagt der Archäologe. Gerne möchte er noch stärker die Studierenden in Kalkriese einbinden und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Die laufenden Feld- und Ausstellungsprojekte sind eine Bereicherung der universitären Lehre“, freut sich der Juniorprofessor.

„Wissenschaftlich ist es unser primäres Ziel, die in den letzten Jahren aufgekommenen, noch offenen Fragen – etwa die nach dem zweiten Wall – zu klären.“ Dabei will der Archäologe auch neue Wege beschreiten und neue Fragen generieren. „Mit unseren stetig verfeinerten Methoden, die neben der Grabung und der Begehung auch geoarchäologische und naturwissenschaftliche Analysen einschließen, können wir heute sehr gezielt nach Abläufen bzw. Konsequenzen einer Schlacht im Siedlungswesen betroffener Landschaften fragen“, erläutert Ardeleanu.

Geschäftsführer Dr. Stefan Burmeister freut sich ebenfalls auf die zukünftige Zusammenarbeit. „Museum und Park Kalkriese ist seit über 30 Jahren ein aktiver und lebhafter Forschungsstandort. Viele wegweisende Impulse für die Konfliktlandschaftsforschung gingen von hier aus. Forschung lebt von Austausch und gegenseitigen Anregungen. Von daher freue ich mich sehr, dass wir nun mit Herrn Ardeleanu einen jungen Kollegen an unserer Seite haben.“

Prof. Dr. Stefan Ardeleanu studierte Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Byzantinische Archäologie in Heidelberg, Rom und Aix-en-Provence. Er war in zahlreichen Feldprojekten im Mittelmeerraum tätig (Schweiz, Türkei, Yemen, Tunesien, Algerien). Von 2011 bis 2013 wirkte er am Deutschen Archäologischen Institut in Rom und wurde 2015 an der HU Berlin mit einer Arbeit zum vor- und frührömischen Nordafrika promoviert. 2015 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in Tübingen in dem Projekt „Die römischen Steindenkmäler der Reiß Engelhorn Museen Mannheim“ und wechselte als PostDoc an den Sonderforschungsbereich 933 „Materiale Textkulturen“ in Heidelberg. Dort lehrte und forschte er bis 2020 in zwei Projekten zu „Spätantiken Grabinschriften und Grabriten in den Nordwestprovinzen des Römischen Reiches“. 2016–2017 wurde ihm das einjährige Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts verliehen.

Die Varus-Gesellschaft zur Förderung der vor- und frühgeschichtlichen Ausgrabungen im Osnabrücker Land unterstützt nicht nur die Forschungen in Kalkriese, sondern besonders auch die Einrichtung der Stiftungsprofessur „Archäologie der Römischen Provinzen“ an der Universität Osnabrück. „Wir freuen uns sehr, dass die Wiederbesetzung der Professur nun gelungen ist. Wir hoffen, dass die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem neuen Stelleninhaber Stefan Ardeleanu fortgesetzt werden kann“, so Prof. Dr. Krešimir Matijević von der Europa Universität Flensburg als Vertreter der Varus-Gesellschaft.

Weitere Informationen für die Medien:
Dr. Utz Lederbogen, Pressesprecher der Universität Osnabrück
Neuer Graben 29, 49074 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

 

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news-8981.atom Jung, Muslimisch, Engagiert: Ringvorlesung startet am 3. November 2020-10-30T09:21:20+01:00 2020-10-30T09:19:39+01:00 Zivilgesellschaftliches Engagement stärkt demokratische Strukturen und verhandelt Interessen im öffentlichen Raum: Eine neue Entwicklung ist bei den jungen Musliminnen und Muslimen zu bemerken, die sich zunehmend engagieren und organisieren. Die am 3. November startende Online-Ringvorlesung des Instituts für Islamische Theologie der Uni Osnabrück thematisiert aktuelle Entwicklungen im zivilgesellschaftlichen Raum aus interdisziplinären und internationalen Perspektiven. Der erste Vortrag von Dr. Michael Kiefer am 3. November beginnt um 18 Uhr und trägt den Titel „Muslimische Wohlfahrtspflege in Deutschland: Eine Einführung“. Alle Interessierten werden gebeten, sich unter der Angabe des Datums oder Titels der jeweiligen Veranstaltung per Mail an junus.elnaggar@uni-osnabrueck.de anzumelden. Anmeldeerklärungen folgen dann per Mail.

Informationen für die Redaktionen:
Junus el-Naggar, Universität Osnabrück
Institut für Islamische Theologie
Kamp 46/47, 49074 Osnabrück 
Tel.: +49 541 969 6236
junus.elnaggar@uni-osnabrueck.de

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news-8976.atom Insektenfauna im Wandel – Forscherteam der Uni Osnabrück analysiert Verbreitungsänderung mitteleuropäischer Heuschrecken 2020-10-28T10:03:18+01:00 2020-10-28T09:58:31+01:00 Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass die Insektenbestände in den zurückliegenden Jahrzehnten global stark abgenommen haben. Der Fokus dieser Studien lag vor allem darauf, das Gesamtausmaß des Insektenrückgangs zu quantifizieren. Jedoch sind regional und artengruppenspezifisch unterschiedliche Reaktionsmuster zu erwarten. In einer Studie hat ein Forscherteam der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie der Universität Osnabrück erstmalig Verbreitungsänderungen heimischer Heuschreckenarten auf bundesweiter Ebene analysiert. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Global Ecology and Biogeography veröffentlicht. „Unsere Analysen belegen, dass sich das mitteleuropäische Verbreitungsgebiet vieler Arten im Laufe des 20. Jahrhunderts drastisch verkleinert hat. Die meisten von ihnen gelten inzwischen als gefährdet. Aktuell ist die Verbreitung dieser Arten zwar relativ stabil, aber auf einem niedrigen Niveau“, erläutert Dr. Dominik Poniatowski, einer der Initiatoren der Studie. Im Gegensatz dazu konnten die Wissenschaftler in den letzten 20 Jahren für eine ganze Reihe von Arten positive Verbreitungstrends feststellen. Die gegensätzlichen Trends sind nach Einschätzung der Autoren insbesondere auf die veränderten Einflüsse des Landnutzungs- und Klimawandels zurückzuführen.

Vor allem spezialisierte Arten, die auf eine extensive Landnutzung angewiesen sind, haben bedingt durch tiefgreifende landwirtschaftliche Veränderungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter großflächigen Lebensraumverlusten gelitten. „Ihre letzten Vorkommen beschränken sich heute zumeist auf Schutzgebiete, die wie Inseln in einer ansonsten intensiv genutzten Landschaft liegen“, so Poniatowski. Im Gegensatz dazu führen die Forscher die aktuelle Ausbreitung wärmeliebender, mobiler Heuschreckenarten auf den zunehmenden Einfluss des Klimawandels zurück. „Auch wenn Heuschrecken in Mitteleuropa aktuell eher zu den Gewinnern des Klimawandels zählen, gehen wir davon aus, dass bei einer Fortsetzung des gegenwärtigen Klimatrends insbesondere alpine und trockenheitsempfindliche Arten durch weiter steigende Temperaturen und die zunehmende Häufigkeit von Dürreperioden negativ beeinträchtigt werden könnten“, erläutert apl. Prof. Dr. Thomas Fartmann, Leiter der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie.

Deshalb ist es von essenzieller Bedeutung, frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die die Anpassungskapazität der Ökosysteme gegenüber dem Klimawandel erhöhen und dazu beitragen, die Insektenvielfalt Mitteleuropas langfristig zu erhalten. „Um die Anpassung von Arten an Klimaveränderungen zu ermöglichen, ist es wichtig, in der Landschaft großflächig Lebensräume zu erhalten und zu vernetzen. Die Effizienz dieser Maßnahmen kann nur durch den Aufbau eines langfristigen Monitorings evaluiert werden. Nach unseren bisherigen Erfahrungen erscheinen Heuschrecken dabei als besonders geeignete Artengruppe, da sie rasch auf veränderte Umweltbedingungen reagieren, ähnliche Reaktionsmuster wie andere ökologisch bedeutsame Artengruppen zeigen und mit vergleichsweise geringem Aufwand standardisiert erfasst werden können“, betont Fartmann. Zudem bauen die Wissenschaftler auf die Mithilfe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern: „Durch die Meldung von Beobachtungsdaten über Citizen-Science-Plattformen wie dem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Heuschreckenportal „OrthopteraWeb“ kann dazu beigetragen werden, zukünftige Verbreitungsänderungen noch besser zu dokumentieren“, so Poniatowski. Zudem können durch die Einbeziehung der Öffentlichkeit nach Einschätzung des Forscherteams Vorbehalte gegenüber Insekten abgebaut und die Akzeptanz von Schutzmaßnahmen in der Gesellschaft weiter erhöht werden.

Informationen für die Redaktionen:
apl. Prof. Dr. Thomas Fartmann, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastraße 11, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 3551
t.fartmann@uni-osnabrueck.de

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news-8973.atom Jetzt erst recht und digital - Vortragsreihe "Klimawandel und Klimaschutz" der Scientists for Future Osnabrück startet am 4. November 2020-10-27T13:10:55+01:00 2020-10-27T13:05:14+01:00 OSNABRÜCK.- Auch in diesem Jahr veranstalten die Scientists for Future Osnabrück eine Vortragsreihe, die sich mit den Themen Klimawandel und Klimaschutz beschäftigt. Die Reihe richtet sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die über www.uos.de/live/klimawandel ohne Anmeldung teilnehmen können. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Anschluss an die Vorträge Fragen zu stellen. Die Scientists for Future Osnabrück haben es sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Erkenntnisse und sich daraus ergebende Handlungsmöglichkeiten zu einer nachhaltigen Lebensweise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie bestehen aus ca. 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden aus Osnabrück und Umgebung.

"Die Vorträge behandeln neben naturwissenschaftlichen Grundlagen und technischen Lösungsmöglichkeiten auch rechtliche, wirtschaftliche und soziale Aspekte, die für die politische Umsetzung und Schaffung struktureller Voraussetzungen für einen effektiven Klimaschutz wesentlich sind", erläutert Dr. Carola Meyer den Inhalt der Vortragsreihe.

Die Reihe findet jeden zweiten Mittwoch von 19 bis 20 Uhr statt und startet am 4. November mit einem Vortrag von Prof. Dr. Thomas Fartmann aus dem Fachbereich Biologie der Universität Osnabrück. Er wird die „Auswirkungen des  Klimawandels auf die Biodiversität in Mitteleuropa“ thematisieren.

Wer während der Vorträge eine Frage stellen möchte, kann dies über den YouTube-Chat (erfordert einen Account) tun oder direkt auf der Webseite der Scientists for Future Osnabrück
(https://www.os-scientists4future.de/vortragsreihe-klimawandel-und-klimaschutz/fragen-und-anmerkungen/).

Informationen für die Redaktionen:
Dr. Carola Meyer, Universität Osnabrück
Fachbereich Physik
Barbarastraße 7, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 3553
carola.meyer@uni-osnabrueck.de

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news-8972.atom Genderdiskurse weiterdenken - Studierende der Universität Osnabrück veranstalten Online-Vortragsreihe zur Geschlechterforschung 2020-10-27T13:11:47+01:00 2020-10-27T12:37:56+01:00 OSNABRÜCK.- Vielfältige Perspektiven der Geschlechterforschung und Platz zur Diskussion bietet die am Mittwoch, 4. November, um 16 Uhr startende Vortragsreihe „What The Norm?! Genderdiskurse weiterdenken“, die vom studentischen Projektteam der Forschungsstelle Geschlechterforschung der Universität Osnabrück organisiert wird. Anmeldungen sind für alle Interessierten möglich über Stud.IP oder per Mail an whatthenorm@uos.de. Gefördert wird die Reihe vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der VolkswagenStiftung und dem Pool Frauenförderung der Uni Osnabrück. Durch Rückmeldungen der bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Zertifikats hat das Projektteam festgestellt, dass besonderes Interesse an Themen besteht, die über Mainstream-Diskurse der Geschlechterforschung hinausgehen. Diesem Wunsch möchte die Vortragsreihe mit spannenden und vielseitigen Referentinnen und Referenten sowohl aus dem wissenschaftlichen als auch aus dem praktischen Bereich nun nachkommen.

Geplant ist ein Programm aus neun Vortragsterminen und jeweils anschließender Diskussionsrunde sowie zwei Sitzungen für eine ausführliche Diskussion und Reflexion der Inhalte unter den Zuhörenden. Die Vortragsreihe richtet sich nicht nur an Studierende jeglicher Disziplinen, sondern auch an alle anderen Zuhörerinnen und Zuhörer, die ein grundlegendes Interesse an Geschlechterforschung haben.

Auftakt der immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr stattfindenden Reihe bildet ein Vortrag von Dr. Michaela Dudley am 4. November zur LGBTQI-Aktivistin und Pionierin Marsha P. Johnson. LGBTQI steht hierbei für Lesbian, Gay, Bi, Trans, Queer und Intersex.

Informationen für die Redaktionen:
 Anna Moira Hotz und das WTN?! Projektteam
Forschungsstelle Geschlechterforschung
 Seminarstraße 33, 49074 Osnabrück
whatthenorm@uni-osnabrueck.de

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news-8969.atom „Bewegte Kindheit“ digital - 11. Kongress an der Universität Osnabrück mit über 2000 virtuellen Teilnehmern – Abruf der Beiträge bis 15. Dezember möglich Utz Lederbogen 2020-10-23T13:09:53+02:00 2020-10-23T10:11:27+02:00 Noch vor wenigen Monaten war es unvorstellbar, sich mit Kontaktsperren, Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing zu beschäftigen. Jetzt ist dies tägliche Realität und Großveranstaltungen wie Kongresse und Tagungen müssen neu gedacht werden. An der Universität Osnabrück ist es gelungen, die bundesweit größte Bildungsveranstaltung zum Thema Kindheit aufgrund der Corona-Pandemie in digitaler Form mit letztlich 2.000 Teilnehmenden stattfinden zu lassen. Die über 150 Vorträge und Workshop-Beiträge des Kongresses „Bewegte Kindheit“ können bis 15. Dezember abgerufen werden. Anmeldung: https://kongress-bewegtekindheit.uni-osnabrueck.de/ Der Kongress ging neue Wege, um hochaktuelle und in dieser Zeit der coronabedingten Kontakt- und Bewegungseinschränkungen besonders brisante Fragen zu bearbeiten: Was brauchen Kinder für ein gesundes Aufwachsen, für ihre soziale Entwicklung, für eine gelingende Bildung?

„Nach Absage der ausgebuchten Präsenzveranstaltung mit 3.000 Teilnehmenden in Osnabrück hatten wir einen hohen administrativen Aufwand und auch eine Reihe von Abmeldungen. Gleichzeitig kamen aber neue Interessierte hinzu und zeigten sich erfreut über die Nachhaltigkeit der digitalen Veranstaltung, die nun nicht nur an wenigen Tagen, sondern über Monate hinweg ein attraktives Fortbildungsprogramm boten“, berichtet die Initiatorin Prof. Dr. Renate Zimmer.

An dem virtuellen Kongress unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey nahmen nicht nur Pädagogen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland teil. „Wir hatten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den USA, Korea und China“, erzählt begeistert die Osnabrücker Erziehungswissenschaftlerin Prof. Zimmer. „Das ist der positive Effekt dieser digitalen Veranstaltungsform.“ Auch können die Beiträge viel länger abgerufen werden. Gleichzeitig vermisst sie natürlich die interaktiven Programmangebote, die nur eingeschränkt gezeigt werden konnten. Dennoch: „Mit derzeit 2.000 Anmeldungen war der Kongress ‚Bewegte Kindheit’ auch in diesem Jahr ein Riesenerfolg“, so die Organisatorin.

Dazu beigetragen hat vor allem das Team des Zentrums für Digitale Lehre, Campus-Management und Hochschuldidaktik (virtUOS) der Universität Osnabrück. „Die 150 Vorträge, Seminare und Workshops live und in Aufzeichnungen den 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verfügbar zu machen, braucht schon technisches Know-how, eine digitale Kernkompetenz die wir uns hier an der Universität Osnabrück glücklicherweise über viele Jahre erarbeitet haben“, so der Geschäftsführer Dr. Andreas Knaden und sein Kollege Rüdiger Rolf. Die Erfahrungen aus diesem Kongress sollen nun für weitere Großveranstaltungen genutzt werden.

Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Renate Zimmer, Universität Osnabrück
Tel. +49 541 969 6405,
E-Mail: info@bewegte.kindheit.de
Internet: www.bewegtekindheit.de

Dr. Utz Lederbogen
Pressesprecher Universität Osnabrück
Neuer Graben 29, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.d

 

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news-8968.atom "Ein Unisex-Kleidungsstück, das (Gender-)Grenzen sprengt" – Textiles Gestalten stellt Semesterarbeiten in der Galerie Stichpunkt vor 2020-10-22T09:26:34+02:00 2020-10-22T09:24:22+02:00 Ein Kleidungsstück, das mit tradierten Konventionen bricht: Das ist der Mittelpunkt der neuen Ausstellung des Fachgebiets Textiles Gestalten der Uni Osnabrück in der Galerie Stichpunkt (Seminarstraße 33-34). Das Unisex-Kleidungsstück ist im Rahmen eines Seminars im vergangenen Sommersemester unter der Leitung der Lehrbeauftragten Annette E. Schneider entstanden und wird bis zum Ende des Jahres in der Galerie zu sehen sein. Ausgangspunkt des Seminars waren gesellschaftliche Konventionen und deren teilweise Auflösung durch individuelle und geschlechtsspezifische Bedürfnisse in einer pluralistischen Gesellschaft mit immer weiter sich öffnenden Grenzen. Nach Auslotung einer dementsprechenden Bedürfnislage und deren Analogie in der Kleidung wurde in Gruppenarbeit ein Unisex-Kleidungsstück entwickelt, das diese Anforderungen erfüllt.
Da dieses Seminar nur mit erschwerenden Sicherheitsauflagen realisiert werden konnte, flossen Reflektionen zu Fragen wie Schutzbedürfnis, Erweiterungspotenziale von begrenzten Möglichkeiten nicht nur geschlechtsbedingter, sondern allgemein menschlicher Art ein und bestimmten den Gestaltungsprozess wesentlich.

"So entstand am Ende des Seminars unter Einwirkung von 16 Händen ein Gemeinschaft-Kleidungsstück, welches nicht nur eine Botschaft in Bezug auf Unisex-Kleidung in sich trägt, sondern auch verdeutlicht, was unter Einbindung vieler Ideen und Gedanken - auch in der Corona Pandemie - möglich ist", so Seminarteilnehmerin Anja Leshoff. „Als analoges Präsenzseminar gab es ungewohnte Bedingungen. Es hat jedoch gezeigt, dass es trotz der Corona-Pandemie gut durchführbar war und gerade bei gestalterischen Tätigkeiten auch durchgeführt werden sollte", so Jana Gussenberg, eine weitere Teilnehmerin des Seminars.  

Für das vom Entwurf mit Zeichnung über Schnittkonstruktion und Zuschnitt bis zur Fertigung entstandene Kleidungsobjekt wurde in einem weiteren Schritt eine Fotostrecke konzipiert und realisiert. Diese visualisiert sowohl die genderübergreifenden Möglichkeiten und Situationen, die bedingt durch dieses Kleidungsobjekt erlebbar werden, als auch die Komplexität und Flexibilität dieses Objektes, das sich den Bedürfnissen unterschiedlichster Trägerinnen und Träger sowie Lebenssituationen anpasst und die freie Nutzung jenseits tradierter Konventionen und damit verbundener Einschränkungen ermöglicht.

Informationen für die Redaktionen:
Annette E. Schneider, Universität Osnabrück
Fachgebiet Textiles Gestalten
Seminarstraße 33/34, 49074 Osnabrück
annette.schneider@uni-osnabrueck.de

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news-8966.atom Erstsemesterbegrüßung an der Uni Osnabrück fand online statt 2020-10-14T11:07:12+02:00 2020-10-14T11:05:38+02:00 Dieses Jahr ist vieles anders. Das gilt auch für die Erstsemesterbegrüßung an der Universität Osnabrück. Aufgrund der Coronamaßnahmen konnte sie nicht wie gewohnt in der OsnabrückHalle als Präsenzveranstaltung stattfinden, sondern wurde am Mittwoch, 14. Oktober, ab 10 Uhr online übertragen.  Die rund 3.850 Studienanfänger und -anfängerinnen wurden zu Beginn der Online-Veranstaltung durch die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl und die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke, begrüßt. Außerdem stellten sich das Studentenwerk, der Osnabrücker Oberbürgermeister, Wolfgang Griesert, und der Allgemeine Studierendenausschusses (AstA) vor. 

Ein Novum in diesem Semester ist außerdem das Programm OSKA, mit dem die Erstsemester bei der Veranstaltung bekannt gemacht werden. Bei den OSKAs handelt es sich um etwa 500 Mentorinnen und Mentoren, die die Studienanfängerinnen und –anfänger durch das „hybride“ Semester begleiten. 

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Daniela Räuwer, Universität Osnabrück
Kommunikation und Marketing
Neuer Graben 29, 49074 Osnabrück

Tel.: +49 541 969 6141

daniela.raeuwer@uni-osnabrueck.de

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news-8964.atom Dr. Fabian Thomas von der Uni Osnabrück erhält GEWISOLA-Preis 2020-10-14T10:53:52+02:00 2020-10-14T10:52:27+02:00 Die Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues e.V. (GEWISOLA) vergibt als Auszeichnung für besondere Leistungen jährlich zwei Preise. In diesem Jahr wurde Dr. Fabian Thomas aus dem Fachgebiet für Umweltökonomie der Universität Osnabrück mit dem Preis für die beste Dissertation ausgezeichnet. Seine Arbeit hatte die Verhaltensökonomie der Agrar-Umweltpolitik zum Thema. Thomas setzte sich mit der Frage auseinander, unter welchen Voraussetzungen Landwirtinnen und Landwirte bereit sind, umweltfreundlichere Landnutzungspraktiken anzuwenden. Dabei untersuchte er unter anderem, welchen Einfluss Faktoren wie eine Abneigung gegen Kontrollen oder die Selbstidentität auf das Umweltverhalten der Landwirtinnen und Landwirte haben. Auch die Frage, ob agrarumweltpolitische Instrumente auf freiwilliger Basis oder verpflichtend für alle eingeführt werden sollten, war eine der bearbeiteten Forschungsfragen. Schließlich enthält die Arbeit verschiedene Vorschläge, wie die Europäische Gemeinsame Agrarpolitik in Zukunft durch verhaltensinformierte Politikinstrumente ergänzt werden könnte. 

Umsetzen konnte Dr. Thomas seine Forschung mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die ihm dabei behilflich war, über 450 Landwirtinnen und Landwirte aus Niedersachsen zur Teilnahme an einer Onlinebefragung zu motivieren. Das Forschungsprojekt wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung im Rahmen einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestifteten Alexander von Humboldt-Professur finanziell gefördert.

„Für mich ist dieser Preis nicht nur eine tolle Würdigung meiner Arbeit, sondern auch ein großer Ansporn, diesem für unsere Gesellschaft so wichtigen Thema auch in Zukunft treu zu bleiben“, so Dr. Fabian Thomas. Auch die Inhaberin der Professur für Umweltökonomie, an der Thomas arbeitet, Prof. Dr. Stefanie Engel, zeigte sich erfreut: „Ich freue mich mit Herrn Thomas über diesen Erfolg, der nicht nur die wissenschaftliche Qualität, sondern auch die praktische Relevanz der Arbeit für die Agrar-Umwelt-Politik würdigt“.

Die 1959 gegründete GEWISOLA hat es sich zum Ziel gesetzt, Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues zu fördern, den Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen national und international zu pflegen und der Diskussion von wissenschaftlichen Problemen zu dienen. Der Gesellschaft gehören rund 400 Mitglieder an, die vor allem in der Wissenschaft an Universitäten und Forschungsinstituten, in Verwaltung agrarwissenschaftlicher Unternehmen sowie in Beratung und Praxis als Agrarökonomen und Agrarsoziologen tätig sind.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Fabian Thomas, Universität Osnabrück 
Fachgebiet für Umweltökonomie
Barbarastraße 12, 49076 Osnabrück

Tel.: +49 541 969 3831

fabian.thomas@uni-osnabrueck.de

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news-8963.atom Meilenstein der Sicherheitsforschung – Deutschlandweit umfangreichstes Forschungsprojekt zur Organisierten Kriminalität startet an der Universität Osnabrück 2020-10-08T09:11:59+02:00 2020-10-08T09:10:41+02:00 Organisierte Kriminalität ist ein bedeutsames Thema in der deutschen und europäischen Kriminalpolitik sowie im öffentlichen Diskurs. Mit der Entwicklung neuer Technologien, der Etablierung neuer Märkte und mit vielfältigen gesellschaftlichen und rechtlichen Veränderungen unterliegt Organisierte Kriminalität jedoch einem stetigen Wandel, der einer ebenso flexiblen und zeitgemäßen Antwort der Strafverfolgungsbehörden bedarf. Ziel eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Osnabrück ist es, das Phänomen der „Organisierten Kriminalität 3.0“ ganzheitlich und insbesondere rechtlich zu erfassen, seine Strukturen und Bedrohungspotentiale zu analysieren und Strategien zur Prävention und Repression zu entwickeln. Hierzu treffen ab dem 1. Oktober 2020 unter der Koordination des Osnabrücker Zentrums für Europäische und internationale Strafrechtsstudien (ZEIS) unter Prof. Dr. Prof. h.c. Arndt Sinn eine Vielzahl von Partnern aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Gefördert durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“, stellt das dreijährige Projekt das in Deutschland größte seiner Art dar und ist ein Meilenstein der Sicherheitsforschung. Beteiligt sind neben dem ZEIS auch das Institut für Wirtschaftsstrafrecht der Universität Osnabrück, das Institut für Kriminologie der Universität Tübingen, die Deutsche Hochschule der Polizei, das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie sowie die Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Brandenburg, die Generalzolldirektion, die Generalstaatsanwaltschaften Frankfurt a.M. und Rheinland-Pfalz/Koblenz sowie die Staatsanwaltschaften Düsseldorf und Darmstadt.

„Entscheidend ist es, dem Wandel der Zeit gerecht zu werden und den Blick für die gegenwärtigen Entwicklungen und Bedrohungen im Bereich der Organisierten Kriminalität zu schärfen“, betont Prof. Sinn zum Projektauftakt. „Hierfür bedarf es einer Überprüfung unserer Sicherheitsstrategie, ausgehend von der rechtlichen Erfassung des Phänomens bis hin zur Prozessanalyse in der Praxis“. Zu diesem Zweck bedient sich die bundesweite Forschungskooperation eines interdisziplinären methodischen Ansatzes, der rechtliche, empirische und strategische Gesichtspunkte vereint. Aus einer rechtlichen Perspektive wird das Forschungsprojekt auf der Grundlage der erhobenen Daten eine strafrechtliche Definition der Organisierten Kriminalität entwerfen und die Verbindungen zur Wirtschaftskriminalität herausarbeiten. Aus empirischer und technischer Sicht wird es ein umfassendes OK-Lagebild erstellen sowie ein Unterstützungsprogramm (Crawler) zur Aufspürung von OK-typischen Verhaltensweisen im Internet entwickeln. Vor einem kriminalstrategischen Hintergrund soll sodann das von Organisierter Kriminalität in Zukunft ausgehende Bedrohungspotential für die Bevölkerung abgeschätzt und die damit zusammenhängenden Arbeitsprozesse und Möglichkeiten im Ermittlungsverfahren bewertet werden, um den sich ergebenden Anpassungsbedarf in der Sicherheitsarchitektur Deutschlands zu ermitteln.

Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Arndt Sinn, Universität Osnabrück
Fachbereich Rechtswissenschaften
Heger-Tor-Wall 14, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6133
arndt.sinn@uni-osnabrueck.de

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news-8961.atom Die Zentrale Studienberatung Osnabrück informiert online Studieninteressierte zum Lehramtsstudium  2020-10-01T10:26:42+02:00 2020-10-01T10:24:42+02:00 Jeden Montag informiert die Zentrale Studienberatung der Hochschule und Universität Osnabrück um 16 Uhr in einem Live-Chat über alle in Osnabrück angebotenen Lehrämter der Grund-, Haupt-, Realschulen sowie des Gymnasiums und der berufsbildenden Schulen. Eine Anmeldung ist unter info@zsb-os.de möglich. Sie bekommen anschließend einen Link zum Beratungschat zugeschickt.


Informationen für die Redaktionen:
Zentrale Studienberatung Osnabrück (ZSB)
Neuer Graben 27, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4999

info@zsb-os.de

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news-8959.atom Innovationen für die Medizin: Ergebnisse des dritten Make@thons überzeugen im Alltag 2020-10-01T09:17:09+02:00 2020-10-01T09:15:26+02:00 Der inzwischen dritte digitale „Open Photonik Pro Make@thon“ der Uni Osnabrück machte sich zur Aufgabe, Trinkhilfen für Krankenhäuser und weitere Medizin- und Pflegeeinrichtungen zu entwickeln, die aktuell in vielen dieser Einrichtungen kaum verfügbar sind. Aufgabe der sieben teilnehmenden Maker-Teams war es, für ein Trinkglas eine Trinkhilfe mit dem 3D-Drucker zu entwickeln. Der Gewinner war ein Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen, dessen Idee die Jury wegen ihrer Funktionalität und Einfachheit überzeugte. Insgesamt wurden Preise im Wert von über 1.000 Euro vergeben. Krankenhäuser und weitere Medizin- und Pflegeeinrichtungen kämpfen bereits seit Anfang der Corona-Krise mit Engpässen in der Versorgung dringend benötigter Güter. Während im März und April vor allem der medizinische Mund-Nase-Schutz, FFP-zertifizierte Masken und Schutzkittel nicht in ausreichender Menge vorhanden waren, fehlte es zuletzt oft an Materialien, die nicht direkt mit der Corona-Krise in Bezug gesetzt werden konnten. Dazu gehören auch Trinkhilfen, die in Form von Schnabeltassen täglich in Pflege- und Alteneinrichtungen sowie Krankenhäusern eingesetzt werden. Diese werden zumeist nach dem Gebrauch weggeworfen, da eine Reinigung beziehungsweise Desinfektion zu aufwändig wäre oder den Kunststoff der Trinkhilfen schädigen würde. 

Hier setzte der dritte Open Photonik Pro Make@thon an, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Aufgabe erhielten, für im Krankenhaus verwendete Trinkgläser eine Trinkhilfe mit dem 3D-Drucker zu entwickeln, die problemlos auf dem Glas befestigt und auch einfach wieder abgenommen werden kann. Darüber hinaus sollte das entwickelte Objekt möglichst einfach zu desinfizieren sein, um ein vermeidbares Entsorgen von Kunststoffen zu verhindern. Durch die Wochenendveranstaltung vom 25. bis 27. September konnten so die Maker-Bewegung und aktuelle Kernthematiken der Nachhaltigkeit kombiniert werden. Die Make@thons sind Teil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Kooperationsprojektes der Universität Osnabrück und der Fachhochschule Südwestfalen, welches unter der BMBF-Förderrichtlinie „Open Photonik Pro“ eingefasst ist.

Insgesamt nahmen sieben Teams am Make@thon teil, die über das Wochenende hinweg verschiedene Lösungen für die Problematik entwickelten und am Sonntag bei einer siebenköpfigen Jury einreichten. Diese bestand unter anderem aus Prof. Dr. Dirk Berben, Physiker und 3D-Druck-Experte der Fachhochschule Südwestfalen sowie der Fachärztin für Krankenhaushygiene Christiane Körbel-Peceny und der Fachkrankenschwester für Krankenhaushygiene Kirstin Lusmöller (beide Klinikum Osnabrück), die mit der Problematik an das Projektteam herangetreten waren.

Die Jury hatte am Abschlusstag des Make@thons die schwere Aufgabe, die von den Makerinnen und Makern entwickelten Objekte zu begutachten und zu platzieren. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten zum Teil grundsätzlich verschiedene Ideen, die alle auf ihre Art und Weise sinnvoll und vielversprechend waren“, so Prof. Dirk Berben. Letztlich überzeugte das Modell eines Teilnehmers aus Nordrhein-Westfalen die Jury am meisten. Bei diesem wird die Trinkhilfe ähnlich wie bei einem Coffee-to-Go-Becher auf den Rand des Glases gedrückt und dadurch sicher fixiert. Als besonders vorteilhaft sahen die beiden Hygieneexpertinnen des Klinikums Osnabrück hier die leichte Desinfizierbarkeit durch das einfache Design an. „Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, da auch der Zweit- und Drittplatzierte dahingehend eine überzeugende Idee hatten, dass sie eine Gussform mithilfe des 3D-Druckers entwickelt haben, in die der Aufsatz mit Silikon gegossen werden kann“, kommentierte Johann Schmidt (Universität Osnabrück) das Ergebnis. Der Erstplatzierte wurde mit einem Gutschein für 3D-Druck und Technikzubehör im Wert von 500 Euro belohnt, insgesamt wurden Preise im Wert von über 1.000 Euro ausgeschüttet.

Die Trinkhilfen wurden bereits im Klinikum Osnabrück durch Christiane Körbel-Peceny und Kirstin Lusmöller mit vollem Erfolg getestet. Lusmöller betonte dabei, dass eine weitere Verwendung im Krankenhaus angedacht ist: „Für uns sind diese Trinkhilfen eine hervorragende Möglichkeit, alle Patientinnen und Patienten wieder sicher mit Trinkhilfen versorgen zu können und nicht von eventuellen Versorgungsengpässen betroffen zu sein.“ Sowohl das Gewinnermodell als auch der zweite und dritte Platz sollen nun in verschiedenen Krankenhäusern getestet werden und auf mittelfristige Sicht die teils problematische Versorgungslage entspannen.

Im Laufe des Projektes sollen noch weitere Make@thons stattfinden, bei denen medizinische Ausrüstung mithilfe von 3D-Druckern entwickelt und verbessert werden soll. Der nächste Make@thon findet vom 6. bis 8. November 2020 statt.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Lars Otte, Universität Osnabrück 
Institut für Chemie neuer Materialien
Barbarastraße 7, 49069 Osnabrück

Tel.: +49 541 969 2351

lotte@uni-osnabrueck.de

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news-8958.atom Zur Ehrung seines Lebenswerks – Prof. Dr. Jürgen Kriz von der Universität Osnabrück erhält Bundesverdienstkreuz 2020-09-30T11:53:08+02:00 2020-09-30T11:49:55+02:00 Sein Einsatz für die Förderung und die wissenschaftliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie in Deutschland sowie die konsequente Umsetzung humanistischer Werte ist einmalig: Aus diesem Grund wurde Prof. Dr. Jürgen Kriz von der Universität Osnabrück nun mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Übergabe durch Oberbürgermeister Wolfgang Griesert fand am Dienstag, 29. September, im Rahmen einer Feierstunde im Osnabrücker Rathaus statt. 1944 in Ehrhorn geboren, studierte Kriz Psychologie, Philosophie und Pädagogik sowie Astronomie und Astrophysik an den Universitäten Hamburg und Wien, an der er 1969 auch promoviert wurde. 1974 bis 1999 hatte er den Lehrstuhl für Empirische Sozialforschung, Statistik und Wissenschaftstheorie an der Universität Osnabrück inne. 1980 wechselte er zum Fachbereich Psychologie, in dem er bis 1999 überlappend mit der Methoden-Professur die Professur Psychotherapie und Klinische Psychologie übernahm.

Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010 lehrte Kriz an der Universität Osnabrück, hatte aber auch zahlreiche Gastprofessuren in Wien, Zürich, Berlin, Riga, Moskau und den USA inne. Schon seit vielen Jahren engagiert er sich für die Umsetzung der Wissenschaft im sozialen Bereich. Die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Patientenschulungsprogrammen hat er in Kooperation mit dem Christlichen Kinderhospital Osnabrück maßgeblich vorangetrieben. Zudem hat er sich dort für eine familienzentrierte psychologische Begleitbetreuung von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Auch an der Gründung der Telefonseelsorge in Osnabrück vor 30 Jahren war Kriz federführend beteiligt.

National sowie international ist er ein geschätzter Lehrender, Forscher und Gutachter und gilt als einer der führenden psychotherapeutischen Experten. Aufgrund seiner herausragenden Leistungen wurde er schon mit zahlreichen Ernennungen und Auszeichnungen geehrt, u.a. dem Viktor-Frankl-Preis, dem Preis der Dr. Margrit Egnér-Stiftung, dem Ehrenpreis der Gesellschaft für personenzentrierte Psychotherapie und Beratung e.V., und dem Wissenschaftspreis der Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT).

„Es ist für mich eine Ehre, das Bundesverdienstkreuz für mein Bemühen um eine menschengerechtere Wissenschaft, Psychotherapie und Gesellschaft erhalten zu haben. Ich freue mich sehr, dass damit indirekt auch der große Einsatz sehr vieler Menschen für die Humanistische Psychotherapie in Deutschland anerkannt und gewürdigt wird“, so Prof. Kriz über seine Auszeichnung.

Informationen für die Redaktionen:
Prof. em. Dr. Jürgen Kriz, Universität Osnabrück
Institut für Psychologie
Seminarstraße 20, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4400
juergen.kriz@uni-osnabrueck.de

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news-8956.atom Herbstleuchten im Botanischen Garten – Verlängerte Öffnungszeiten bis zum 25. Oktober 2020-09-29T11:07:13+02:00 2020-09-29T10:45:09+02:00 Ab dem 1. Oktober 2020 wird es in diesem Jahr erstmalig im Botanischen Garten der Uni Osnabrück verlängerte Öffnungszeiten geben. Wird der Garten sonst im Oktober bereits um 16 Uhr geschlossen, wird er nun vom 1. bis zum 25. Oktober, also bis zum Ende der Herbstferien, fast täglich bis 18.30 Uhr geöffnet sein. Die Öffnungszeiten sind: Montag bis Freitag 8 bis 18.30 Uhr, Sonn- und Feiertags 10.30 bis 18.30 Uhr, Samstag: geschlossen. Das ist ein besonderes Angebot für die Bevölkerung, die im Frühjahr aufgrund von Corona-bedingten Einschränkungen mehrere Monate auf einen Gartenbesuch verzichten musste. Im Botanischen Garten ist mittlerweile der Herbst eingezogen. Die Herbstfärbung ist eine pflanzenspezifische Eigenschaft und artabhängig. Während die meisten krautigen Pflanzen mit gelb oder braun gefärbten Blättern die Vegetationsperiode beenden, zeigt sich diese bei den verholzten Arten facettenreicher. Bei den meisten Gehölzen wird die Intensität und Dauer der Herbstfärbung von den Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht beeinflusst. Sie bestimmen auch den Beginn der Herbstfärbung. Beim Abbau des Blattgrüns bleiben gelbe und rote Farbstoffe übrig, die insbesondere den Indian Summer in den USA zu einem spektakulären Ereignis werden lassen.

Bunt und leuchtend zeigt sich auch das mannigfaltige Laub der Pflanzen im Botanischen Garten. Auffallend rot präsentieren sich die früh färbenden Hartriegel (Cornus), Pfaffenhütchen (Euonymus) und die Gewöhnliche Jungfernrebe (Parthenocissus inserta), die ihre rankenden Triebe in den Kronen von verschiedenen Bäumen ausbreitet. Viele andere Gehölze wie Ahorn (Acer), Schneeball (Viburnum), Eisenholzbaum (Parrotia) und Perückenstrauch (Cotinus) färben deutlich später ein.

Neben der Herbstfärbung sind Früchte in unterschiedlichen Farben zwischen den Zweigen zu entdecken: Neben den knallroten Hagebutten der Rosen fallen die rosa überlaufenden Früchte der Weißfrüchtigen Eberesche (Sorbus hupehensis) aus Mittel- und Westchina ins Auge. Diese sind bei anderen Arten von Sorbus überwiegend rot bis orange und bei Vögeln außerordentlich beliebt. Eine besondere Varietät des Kirschapfels (Malus baccata var. mandshurica) schmückt sich mit leuchtend roten Früchten, die an kleine Kirschen erinnern. Ein besonders eindrucksvolles Exemplar findet sich im Areal China. Auch in der Agrobiodiversitätsfläche ist der Tisch noch reich gedeckt und durch die Vielfalt an Gemüsepflanzen auffällig bunt. Hier wachsen verschiedene Sorten von Chilis, Kohl, Mangold und Amarant, mit leuchtenden Früchten, farbigen Blättern oder Blattstielen, nebeneinander.

Es heißt nun Abschied nehmen von den Kübelpflanzen im Garten. Ab Mitte Oktober beginnt das Einräumen in das Überwinterungshaus, so dass der Garten vom 12. bis zum 14. Oktober aus Sicherheitsgründen ganztägig geschlossen sein wird. „Wir freuen uns darüber, dass nach einer langen Zeit des Verzichts die Grüne Schule wieder Themenführungen im Freiland für Gruppen anbieten kann“, so die Direktorin, Prof. Dr. Sabine Zachgo. Neben Gruppenbuchungen sind auch die klassischen Sonntagsspaziergänge wieder im Angebot. Einen bunten Herbststrauß an wechselnden Themen hat die Grüne Schule für den Oktober vorbereitet. Termine und Themen finden sich auf der Website des Botanischen Gartens. Aufgrund der aktuellen Situation ist allerdings eine Anmeldung (Tel. 0541 969-2700 Grüne Schule oder 0541- 969-2739) erforderlich.  

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Dipl.-Psych., Universität Osnabrück
Stabsstelle für Kommunikation und Marketing
Neuer Graben / Schloss, 49069 Osnabrück
Tel: +49 541 969 4516
oliver.schmidt@uos.de

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news-8954.atom Der Klang der Bilder – Musikstudierende der Universität Osnabrück verklanglichen Bilder von Felix Nussbaum 2020-09-29T09:46:32+02:00 2020-09-29T09:19:40+02:00 „Wenn ich untergehe, lasst meine Bilder nicht sterben“ – darum bat der Maler Felix Nussbaum, als er fürchtete, wegen seiner jüdischen Herkunft den Terror des nationalsozialistischen Regimes nicht zu überleben. Und tatsächlich wurden trotz seiner Ermordung 1944 in Auschwitz weder Nussbaum als Mensch noch seine Bilder vergessen. Doch die Erinnerung an „Opfer“ und „Täter“, die Aufklärung über alles, was in diesen Zeiten geschah, muss auch für kommende Generationen ¬– und vielleicht in heutigen Zeiten besonders – stets aufs Neue hergestellt werden. Daher haben Studierende der Uni Osnabrück im Sommersemester 2020 ihre Wahrnehmung der Bilder Felix Nussbaums kompositorisch zum Ausdruck gebracht. Diese Klangkompositionen sind im Rahmen der Ausstellung NUSSBAUM ANDERS SEHEN im Museumsquartier Osnabrück bis zum 1. November 2020 zu sehen bzw. zu hören. „Erinnerungskultur zu pflegen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und sollte nicht nur im Geschichtsunterricht in historischer Annäherung erfolgen. Auch die Künste haben hier einen wichtigen Auftrag – beispielsweise der Musikunterricht in der Schule oder die Musiklehrerbildung“, so die Musikpädagogin Prof. Dr. Dorothee Barth. So haben sich in einem fachdidaktischen Seminar die Studierenden intensiv mit Leben und Werk des Osnabrücker Malers auseinandergesetzt und zu der persönlichen Perspektive auf ein Bild, das sie sich aussuchten, weil es sie in besonderer Weise ansprach, eine digitale Klangkomposition geschaffen.

Die ursprüngliche Planung, dass die Lehramtsstudierenden eine Schulklasse auf ihren kompositorischen Wegen begleiten sollten, musste abgesagt werden, da wegen der COVID-19-Gefährdung kein Präsenz- oder gar Musikunterricht stattfinden konnte. Dass die Studierenden dann kurzerhand diese Aufgabe selbst übernahmen, wurde nicht als Nachteil empfunden. Denn trotz digitaler Ferne im Online-Seminar wurden so vertiefte ästhetische Erfahrungen und emotionales Erleben möglich.

„Die Bilder Felix Nussbaums berühren“, so die Studentin Paula Römer, „sie entführen in die Lebenswelt des Malers und die Leiden des Holocaust. Durch die Reise in die Klangwelt seiner Kunst haben wir am eigenen Leibe erfahren, wie bedeutsam der Bezug der Hochschuldidaktik und auch des schulischen Musikunterrichts auf Themen des ‚wirklichen Lebens‘ ist.“ “Und genau das ist der Grundgedanke so genannter WITRANKO-Seminare (Wissenstransfer durch Kooperation)“, ergänzt Dorothee Barth. „In ein Kooperationsprojekt zwischen Schule, Hochschule und Institutionen des kulturellen Lebens wie das Nussbaum-Museum können drei Partner ihr spezifisches Wissen einbringen und voneinander lernen.“

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Dipl.-Psych., Universität Osnabrück
Stabsstelle für Kommunikation und Marketing
Neuer Graben / Schloss, 49069 Osnabrück
Tel: +49 541 969 4516
oliver.schmidt@uos.de

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news-9001.atom Römischer Schienenpanzer in Kalkriese entdeckt - Wissenschaftler präsentieren einzigartigen Jahrhundertfund Utz Lederbogen 2020-11-20T19:37:03+01:00 2020-09-25T19:30:00+02:00 In Kalkriese am Ort der Varusschlacht haben die Archäologen einen herausragenden Fund gemacht: einen römischen Schienenpanzer aus augusteischer Zeit. Diese aus mehreren Metallplatten zusammengesetzte Rüstung schützte über Jahrhunderte die Oberkörper der römischen Legionäre. „Er ist bislang der älteste und der einzig erhaltene Schienenpanzer. Dieser Fund liefert uns gänzlich neue Einblicke in die römische Rüstungstechnik.“, so Prof. Dr. Salvatore Ortisi (Ludwig-Maximilians-Universität München), seit seinem Weggang von der Universität Osnabrück kommissarischer Leiter der Wissenschaftsabteilung am Museum und Park Kalkriese. In seiner unerwartet guten Erhaltung erfordert der Neufund aus Kalkriese eine Revision unseres bisherigen Wissens über den Standard römischer Militärtechnik.“, so der Archäologe und Geschäftsführer vom Museum und Park Kalkriese Dr. Stefan Burmeister. Obwohl der Schienenpanzer zur festen Ausstattung der römischen Armee gehörte und in römischer Zeit vielfach abgebildet wurde, gibt es kaum Funde, die uns über das reale Erscheinungsbild und die technischen Details dieser Schutzrüstung in Kenntnis setzen.

Bislang musste man immer ins englische Corbridge schauen, wo sechs Hälften von Schienenpanzern gefunden wurden. Diese stammen jedoch aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und sind damit über 100 Jahre jünger als der neue Fund aus Kalkriese. „Hier in Kalkriese wird Geschichte nicht nur ausgegraben, sondern auch geschrieben. Der Fund dieses weltweit ersten erhaltenen Schienenpanzers festigt den Ruf Niedersachsens als eines Archäologielandes ersten Ranges“, so Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler. „Hier in Kalkriese wurde anhand der einzigartigen Funde und Befunde eine neue archäologische Teildisziplin entwickelt:  die Schlachtfeldarchäologie. Heute werden die hier entwickelten Methoden an vielen Stellen der Welt eingesetzt.“, so Minister Björn Thümler, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Das Schicksal eines römischen Legionärs

Bemerkenswert ist auch der Fundkontext des Schienenpanzers. Im Hals-/Schulterbereich lag eine so genannte Halsgeige. Das ist ein typisches Fesselungsinstrument, das die Hände am Hals fixiert und die Handlungsfähigkeit des so Gefesselten wirkungsvoll einschränkt. Halsgeigen wurden in der römischen Armee mitgeführt, um vor allem Kriegsgefangene, deren Schicksal die Sklaverei war, zu fesseln. Die gesamte Fundsituation legt nahe, dass hier ein römischer Legionär als Überlebender des Gefechts von den germanischen Siegern mit dem römischen Unterwerfungssymbol gefesselt wurde. „Der Schienenpanzer ist damit nicht bloß ein einzigartiges archäologisches Fundstück, sondern ebenfalls Teil einer tragischen Szene, die sich hier abbildet. Wir sehen neben all den bisherigen römischen Funden vom Schlachtfeld erstmals ein individuelles Schicksal auf dem Fundplatz Kalkriese, das die schreckliche Seite des Krieges zeigt“, erklärt Burmeister.

Die Entdeckungsgeschichte

Entdeckt wurde der Schienenpanzer bei archäologischen Ausgrabungen in Kooperation mit der Universität Osnabrück im Jahr 2018. Dass es sich um einen weitgehend vollständig erhaltenen Schienenpanzer handelt, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Das Wissenschaftlerteam erahnte lediglich ein sehr großes Metallobjekt im Boden. Um den Fund fachgerecht freilegen zu können, entschied man sich für die Bergung im Block. Ein in der Archäologie gängiges Vorgehen, um den Fund im Anschluss unter Laborbedingungen in der Restaurierung auszugraben. Vor der Freilegung des Blocks, der mit einer Größe von 1,25 m x 1,00 m rund 500 kg auf die Waage gebracht hat, sollte jedoch Licht ins Dunkel gebracht werden. Die erste Reise führte den Block in die große Röntgenanlage des Zollamtes des Flughafens Münster/Osnabrück. Doch das umgebende Erdreich schirmte den metallischen Inhalt so gut ab, dass lediglich klar war, dass es sich hier wirklich um ein sehr großes und metallisches Objekt handeln muss.

Die Reise ging weiter: ins Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS in Fürth. Hier steht das weltweit größte öffentlich zugängliche Computertomographie-System. Die sogenannte XXL-CT erschließt die einzigartige Möglichkeit, großvolumige Objekte vollumfänglich dreidimensional zu erfassen. Durch den Einsatz hoher Röntgenenergien von bis zu neun Megaelektronenvolt wird eine gute Durchdringung des Blocks erzielt, sodass eine besonders dichtetreue Abbildung von unterschiedlichsten Materialien möglich wird. Die räumliche Auflösung liegt dabei im Bereich unterhalb eines Millimeters. Gescannt wurde der Block mit insgesamt 1500 Bildern während einer über mehrere Tage dauernden 360-Grad-Drehung. „Mit unseren CT-Anlagen ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Wir können Unsichtbares sichtbar machen. Das ist ein wichtiger Schritt zur virtuellen Erfassung historisch bedeutsamer Objekte in Sammlungen und Museen“, berichtet Katrin Zerbe, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik EZRT in Fürth des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS. „Mein persönliches Highlight in diesem Projekt ist, Teil eines interdisziplinären Teams zu sein. Als Physikerin zusammen mit Bodenkundlern und Archäologen auf Spurensuche zu gehen, war eine tolle Möglichkeit ein ganz neues Themengebiet kennenzulernen“, so Zerbe weiter. Mit einer E-Mail aus Fürth kam dann endlich Licht ins Dunkel: Es handelt sich tatsächlich um einen römischen Schienenpanzer.

Der Schienenpanzer wird zurzeit in einem aufwändigen Restaurierungsprozess nach und nach, Platte für Platte freigelegt. Durch die obenliegende Erde sind die einzelnen Bestandteile der Rüstung zusammengedrückt – wie bei einer Ziehharmonika sind die Platten über die Zeit ineinandergeschoben worden. Die Platten im Schulter- und Brustbereich sind entnommen und zum Teil schon restauriert. Die Bauchplatten sind noch im Block und werden in den kommenden Monaten freigelegt. „Trotz der schlechten Erhaltungsbedingungen durch den sauren und sandigen Boden in Kalkriese ist der Schienenpanzer in seiner Komplexität relativ gut erhalten. Scharniere, Schnallen und die Bronzebeschläge sind gut erkennbar. Und wir haben sogar organische Bestandteile, wie Reste von Ledereinlagerungen“, so Rebekka Kuiter, Restauratorin im Museum und Park Kalkriese. Nach derzeitigem Erkenntnisstand besteht der Kalkrieser Schienenpanzer aus 30 einzelnen Platten; es fehlen lediglich vier bis fünf Platten.

Das wissenschaftliche Projekt zur Erforschung des Schienenpanzers wird ermöglicht durch eine Förderung der Stiftung Niedersachsen. „Ohne Forschung, keine Erkenntnisse, ohne Erkenntnisse, kein Ausstellen und Vermitteln und somit auch kein Lernen über und von der Vergangenheit. Die Grundlage unserer heutigen Gesellschaft versteckt sich zum Teil in kleinsten archäologischen Funden und möchte erforscht werden“,  erläutert die Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen, Lavinia Francke.

„Gratulation zu diesem sensationellen Fund! Kalkriese bleibt damit ein sehr spannendes wissenschaftliches Projekt. Die langjährige Kooperation des Museums mit der Universität Osnabrück im Bereich der Forschung hat sich bewährt. Unterschiedliche Fachdisziplinen arbeiten eng zusammen, diesen Teil der Geschichte zu erschließen, für Lehre und Forschung, aber auch für ein interessiertes Publikum weit über die Region hinaus.“, so Prof. Dr. Menzel-Riedl, Präsidentin der Universität Osnabrück. Diesen Worten kann sich Landrätin Anna Kebschull, Landkreis Osnabrück, nur anschließen: „Der Fund eines nahezu vollständigen Schienenpanzers ist sensationell. Er unterstreicht die internationale Bedeutung des Fundplatzes Kalkriese. In Kalkriese wird Geschichte ausgegraben – und heute auch geschrieben. Hier wird geforscht und hier werden die Ergebnisse und Erkenntnisse den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Osnabrücker Land und weit darüber hinaus zugänglich gemacht.“

Der römische Schienenpanzer

Der den Oberkörper schützende Schienenpanzer ist eine römische Erfindung der frühen Kaiserzeit. Gegenüber dem bis dahin gebräuchlichen Kettenhemd bot der Schienenpanzer etliche Vorteile. Mit rund 8 kg war er nur halb so schwer, und er ließ sich schneller und effizienter fertigen als das Kettenhemd. Einzelteile konnten bei Verlust leichter ersetzt oder im Schadensfall leichter ausgetauscht werden. Damit brachte der Schienenpanzer wirtschaftliche und logistische Vorteile bei der Versorgung der römischen Armeen mit sich. Auch im Kampf bot er durchaus bessere Eigenschaften im Schutz vor Verletzungen als das Kettenhemd. Bis ins 4. Jahrhundert gehörte der Schienenpanzer zur Standardausstattung der römischen Legionäre.

Der nun vorliegende Fund eines annähernd vollständigen Schienenpanzers aus Kalkriese erfordert eine Revision der bisherigen Vorstellungen von den Anfängen dieser Körperpanzerung. Der neue Fund lässt eine herausragende handwerkliche Qualität erkennen, die einen großen Tragekomfort erzeugen sollte. Die frühere Annahme technisch unausgereifter Lösungen bei der Verbindung der einzelnen Platten kann nicht bestätigt werden; hier entspricht der Kalkrieser Panzer den deutlich jüngeren Rüstungen aus Corbridge. Insgesamt lässt sich hingegen ein Trend zur Vereinfachung und handwerklichen Qualitätsminderung feststellen. Am Anfang der Entwicklung steht eine aufwändige und technisch bereits belastbare Konstruktion; der Aufwand bei der Fertigung wurde mit der Zeit anscheinend jedoch reduziert. Ging man bisher davon aus, dass die Schienenpanzer durch die Jahrhunderte sich vielleicht in technischen Details der Schließmechanismen unterschieden, ansonsten in ihrem Aufbau jedoch einheitlich waren, so muss auch das korrigiert werden. Die Schulterpartie des neuen Fundes zeigt einen vom bisher bekannten und angenommenen grundlegend abweichenden Aufbau: Der Schienenpanzer aus Kalkriese entspricht mehr einer Weste bzw. einem Trägerhemd, da er keine Schienen an den Oberarmen hat und diesen damit keinen Schutz bot. Hier scheinen die römischen Waffenschmiede später nachjustiert zu haben.

Vom Fundstück zum Museumsobjekt

Für Besucherinnen und Besucher ist ein kurzer Film rund um den Schienenpanzerfund entstanden, der im Museum gezeigt wird. In den kommenden Monaten werden Museum und Park Kalkriese mit vielen Beiträgen und Filmen auf Facebook und Instagram einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Im Jahr 2023 ist eine Sonderausstellung zu den Forschungen in Kalkriese geplant, die den Schienenpanzer in den Fokus nimmt. „Nach der römischen Reitermaske, die mittlerweile zum Erkennungszeichen für Kalkriese geworden ist, bietet der Fund eines nahezu vollständig erhaltenen Schienenpanzers im Kontext mit der Halsgeige im Umfeld ganz neue Möglichkeiten der Präsentation“, freut sich Museumsleiterin Dr. Heidrun Derks. „Und wir können hier, wie es aussieht, zum ersten Mal die ganz persönliche Geschichte eines römischen Legionärs erzählen.“, so Derks weiter.

Weitere Informationen für die Medien

Caroline Flöring, Öffentlichkeitsarbeit
VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land gGmbH
Museum und Park Kalkriese
Venner Straße 69, 49565 Bramsche – Kalkriese
Tel. +49 5468 9204-40
E-Mail: caroline.floering@kalkriese-varusschlacht.de

Dr. Utz Lederbogen, Pressesprecher Universität Osnabrück
Neuer Graben 29, 49074 Osnbrück
Tel. +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

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news-8951.atom US-Generalkonsul besuchte Universität Osnabrück - Interesse an einem engen Austausch – Beeindruckt vom KI-Campus Utz Lederbogen 2020-09-23T19:52:08+02:00 2020-09-24T08:33:00+02:00 OSNABRÜCK.- Seinen Antrittsbesuch in Osnabrück nutzte der amerikanische Generalkonsul Darion Akins (Hamburg) auch zu Gesprächen an der Universität Osnabrück. Er informierte sich über aktuelle Forschungsprojekte, den KI-Campus und den Austausch mit Partneruniversitäten in den USA. Begrüßt wurde Generalkonsul Akins von der Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl und dem Vizepräsidenten für Forschung und Nachwuchsförderung Prof. Dr. Kühnberger. Sie stellten dem Gast den KI-Campus der Universität vor. Insbesondere ging es in dem Gespräch um die angewandte und praxisnahe Forschung in Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren der Wirtschaft sowie den Transfer des Wissens in die Praxis. Dabei waren auch die ethischen Standards in der Forschung ein wichtiges Thema. Den Gast interessierte auch die große Zahl der eingeworbenen Stiftungsprofessuren.

Die Universität Osnabrück hat Partnerschaften zu 20 amerikanischen Institutionen, darunter ist auch die renommierte Cornell University zu der die Kognitionswissenschaften einen regen Austausch pflegen. Langjährige Kooperationen gibt es mit University of Evansville sowie der University of Southern Indiana. Evansville hat seit 1991 auch eine Städtefreundschaft mit der Stadt Osnabrück. Die University of South Florida entsendet jedes Jahr im Mai 25 Studierende zur Spring School nach Osnabrück.

Insgesamt zeigte sich der Generalkonsul beeindruckt vom breiten Spektrum der wissenschaftlichen Expertise der Universität Osnabrück und bekundete sein Interesse an einem zukünftig engen Austausch. Generalkonsul Akins trat seinen Dienst in Hamburg im Juli 2019 an. Er ist Berufsdiplomat und Vertreter des Botschafters in den fünf norddeutschen Bundesländern Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Weitere Informationen für die Medien:
Dr. Utz Lederbogen,
Pressesprecher der Universität Osnabrück
Neuer Graben 29, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4370
utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

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news-8949.atom Corona New Model for District-Based Coronavirus Forecasts - Neuroinformatics scientists at Osnabrück University and data specialists at the Jülich Supercomputing Centre provide daily analyses of infection rates Utz Lederbogen 2020-09-23T12:59:55+02:00 2020-09-23T12:34:00+02:00 Neuroinformatics scientists at Osnabrück University and data specialists at Forschungszentrum Jülich are releasing new model results daily to forecast COVID-19 infections. The results include estimates updated daily of the reported new infections and a 5-day forecast for every German district, and are available at https://covid19-bayesian.fz-juelich.de. The predictions are based on data from the Robert Koch Institute, which are statistically analysed using a new model weighted by probability that was developed by Osnabrück’s neuroinformatics scientists on high-performance computers at the Jülich Supercomputing Centre (JSC).

The “COVID-19 Bayesian Modelling for Outbreak Detection”, or BSTI model for short, has two key features that distinguish it from other models: “For one thing, the new method provides a forecast horizon, which allows us to assess the reliability of the predictions. In addition, the model considers the effect of infection rates in neighbouring districts. This allows us to also assess the dynamics of the spread,” explains Prof. Gordon Pipa, head of the neuroinformatics research group on the AI campus at Osnabrück University, which only recently developed the BSTI model in a different context.

One of many challenges presented by breaking down the forecasts into individual districts is the low numbers of cases. “A single forecast trajectory can be misleading, since the reliability of the prediction cannot be assessed,” explains Prof. Pipa. “That is why the BSTI model that we use calculates not just one single likely trajectory, but instead takes many possible trajectories that comply with the data into account. This enables forecast horizons to be calculated as a measure of the distribution of probabilities. This method makes it possible to evaluate the situation including statistical uncertainties, which can provide helpful information even when case numbers are low.”

Moreover, the BSTI model calculates the effect of neighbouring regions. An interaction kernel describes how much a high or low case number in a neighbouring region impacts the infection rate in a district. The neuroinformatics research group in Osnabrück and the Robert Koch Institute successfully used the interaction kernel in 2019 to describe the progression of infections with the rotavirus, as well as Lyme disease and campylobacter bacteria.

Experts from the Jülich Supercomputing Centre (JSC) helped to adapt the method to COVID-19 data and to adjust the code for analysis on Jülich’s supercomputers. “Determining the forecast horizon is extremely compute-intensive, since we deploy many different model variations. Therefore, the statistical modelling requires much more computing time than methods that do not make use of a forecast horizon. In order to make the analyses available on a daily basis immediately after the RKI data are released, we use resources from the Jülich Supercomputing Centre – normal office computers would be completely overwhelmed by the job,” explains Jens Henrik Göbbert of the JSC.

The analyses, which are updated daily, and the option of spatial or temporal visual comparisons are free to access and shown on the website covid19-bayesian.fz-juelich.de in a format that is as comprehensible as possible. “We wanted to make the results available quickly and in an understandable format, so that a broad group of people can talk about the content straight away without getting bogged down in the technology,” explains Göbbert.

For example, visitors to the interactive site can freely select districts to view their 5-day forecasts, or they can compare the latest data reported by the Robert Koch Institute with the estimated actual new infections. Because of delays in the data transfer, the reported figures often, and sometimes considerably, differ from the actual number of new cases. Therefore, the “nowcast” has the goal of providing an initial assessment of the current figures using statistical analyses. A forecast, in turn, provides an estimate of the developments over the next five days.

The project team also has an idea for future challenges in pandemic research. Prof. Pipa explains: “Such interdisciplinary teams could be established as competence centres that go beyond the boundaries of institutes, for example to prepare us by simulating crisis situations for a variety of scenarios and the steps that need to be taken in terms of data acquisition and data analysis, in a similar way to procedures concerning disaster prevention.”

Current forecasts of coronavirus infections by district:
https://covid19-bayesian.fz-juelich.de
Video: How the forecast and analysis work
https://youtu.be/0jvH3nkjR9I

Further information:
Calculations of the reproduction number for German federal states (updated daily): https://www.fz-juelich.de/portal/DE/Forschung/Rtlive/_node.html

Contacts:
Prof. Dr. Gordon Pipa, Osnabrück University
Institute of Cognitive Science
Wachsbleiche 27, 49090 Osnabrück, Germany
Tel: +49 541 969 2277
Email: office@ni.uni-osnabrueck.de

Jens Henrik Göbbert, Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Supercomputing Centre
Wilhelm-Johnen-Straße, 52425 Jülich, Germany
Tel: +49 2461 61 96498
Email: j.goebbert@fz-juelich.de

Press contacts:
Dr. Utz Lederbogen, Osnabrück University
Public Information Officer
Neuer Graben 29, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

Tobias Schlößer, Forschungszentrum Jülich
Corporate communications
Tel. +49 2461 61 4771
E-Mail: t.schloesser@fz-juelich.de

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news-8946.atom Neues Modell für landkreisbezogene Corona-Vorhersagen - Neuroinformatiker der Universität Osnabrück und Datenspezialisten des Jülich Supercomputing Centre liefern täglich aktuelle Auswertungen des Infektionsgeschehens Utz Lederbogen 2020-09-23T12:40:53+02:00 2020-09-23T12:00:00+02:00 Neuroinformatiker der Universität Osnabrück und Datenspezialisten des Forschungszentrums Jülich stellen täglich neue Modellergebnisse zur Vorhersage der Covid-19-Infektionen bereit. Die Ergebnisse enthalten tagesaktuelle Schätzungen der gemeldeten Neu-Infektionen und eine 5-Tages-Vorhersage für jeden deutschen Landkreis, und sind auf der Website https://covid19-bayesian.fz-juelich.de abrufbar. Die Prognosen beruhen auf Daten des Robert Koch-Instituts, die mit einem neuen, wahrscheinlichkeitsgewichteten Modell der Osnabrücker Neuroinformatiker auf Höchstleistungsrechnern des Jülich Supercomputing Centre (JSC) statistisch analysiert werden.

Das „COVID-19 Bayesian Modelling for Outbreak Detection“, kurz BSTIM-Modell, besitzt zwei wesentliche Merkmale, die es von anderen Methoden unterscheidet: „Zum einen liefert die neue Methode einen Vorhersagehorizont, der es ermöglicht, die Verlässlichkeit der Prognosen zu beurteilen. Weiterhin wird der Einfluss vom örtlich benachbarten Infektionsgeschehen mit einbezogen. Das erlaubt uns, auch die Dynamik der Ausbreitung zu bewerten“, erklärt Prof. Dr. Gordon Pipa, Leiter der Arbeitsgruppe Neuroinformatik auf dem KI-Campus an der Universität Osnabrück, die das BSTM-Modell erst kürzlich in einem anderen Kontext entwickelt hat.

Eine von mehreren Herausforderungen bei der Auflösung nach einzelnen Landkreisen sind die niedrigen Fallzahlen. „Eine einzelne Prognosekurve kann irreführend sein, da sich die Verlässlichkeit der Vorhersage nicht beurteilen lässt“, erläutert Prof. Pipa. „Das von uns verwendete BSTIM-Modell berechnet daher nicht nur einen einzelnen wahrscheinlichen Verlauf, sondern berücksichtigt viele mögliche Verläufe, die zu den Daten konform sind. Dies ermöglicht die Berechnung sogenannter Vorhersagehorizonte als Maß für die Streuung der Wahrscheinlichkeiten. Auf diese Weise ist eine Einschätzung der Situation einschließlich statistischer Unsicherheiten möglich, die auch bei niedrigen Fallzahlen hilfreiche Informationen liefern kann.“

Das BSTIM-Modell errechnet überdies den Einfluss angrenzender Regionen. Ein sogenannter Interaktionskernel beschreibt, wie sehr sich eine hohe oder niedrige Infektionszahl in einer benachbarten Region auf das Infektionsgeschehen in einem Landkreis auswirkt. Die Osnabrücker Arbeitsgruppe Neuroinformatik und das Robert Koch-Institut hatten den Interaktionskernel bereits 2019 erfolgreich eingesetzt, um den Verlauf von Infektionen mit dem Rotavirus sowie Borreliose und Campylobacter-Bakterien zu beschreiben.

Experten des Jülich Supercomputing Centre (JSC) halfen dabei, die Methode für COVID-19-Daten zu adaptieren, und den Code für die Analyse auf den Jülicher Superrechnern anzupassen. „Die Ermittlung des Vorhersagehorizonts ist äußerst rechenintensiv, da wir dazu auf sehr viele Modellvariationen abgewiesen sind. Daher braucht die statische Modellierung deutlich mehr Rechenzeit als Methoden die auf einen Vorhersagehorizont verzichten. Um die Analysen täglich unmittelbar nach der Verfügbarkeit der RKI-Daten zur Verfügung stellen zu können, nutzen wir Ressourcen des Jülich Supercomputing Centre – normale Arbeitsplatzrechner wären damit weit überfordert“, erklärt Jens Henrik Göbbert vom JSC.

Die tagesaktuellen Auswertungen sowie die Möglichkeit räumlicher und zeitlicher Vergleichsdarstellungen sind öffentlich zugänglich und werden auf der Webseite covid19-bayesian.fz-juelich.de möglichst allgemeinverständlich dargestellt. "Wir wollten die Ergebnisse schnell und auf verständliche Weise zur Verfügung stellen, damit eine breite Zielgruppe zeitnah über Inhalte reden kann und man sich nicht an der Technik aufhalten muss“, erklärt Göbbert.

Besucherinnen und Besucher der Seite können etwa interaktiv 5-Tages-Prognosen für frei wählbare Landkreise aufrufen, oder die aktuellen Meldedaten des Robert-Koch-Instituts mit den geschätzten tatsächlichen Neuinfektionen vergleichen. Aufgrund von Verzögerungen bei der Datenübermittlung weichen die gemeldeten Zahlen oftmals und teils erheblich von der tatsächlichen Zahl der neuen Fälle ab. Ein sogenannter „Nowcast“ verfolgt dabei das Ziel, zunächst die aktuellen Zahlen mittels statistischer Analysen abzuschätzen. Ein "Forecast" liefert eine Schätzung der Entwicklung für weitere fünf Tage.

Auch für künftige Herausforderungen im Bereich der Pandemieforschung hat das Projektteam schon eine Idee. Prof. Pipa: „Solche interdisziplinären Teams könnten als Kompetenzzentren über die Grenzen von Instituten hinweg etabliert werden, um sich zum Beispiel durch Simulation von Krisensituationen auf verschiedene Szenarien und deren notwenigen Schritte bei der Datenbeschaffung und Datenanalyse vorzubereiten, ähnlich dem Katastrophenschutz.“

Aktuelle Vorhersagen der Corona-Infektionen nach Landkreisen:
https://covid19-bayesian.fz-juelich.de
Video: Wie funktioniert die Vorhersage und Analyse
https://youtu.be/0jvH3nkjR9I

Weitere Informationen:
Tagesaktuelle Berechnungen der Reproduktionszahl für deutsche Bundesländer: https://www.fz-juelich.de/portal/DE/Forschung/Rtlive/_node.html

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gordon Pipa, Universität Osnabrück
Institute of Cognitive Science
Wachsbleiche 27, 49090 Osnabrück
Tel. +49 541 969 2277
E-Mail: office@ni.uni-osnabrueck.de    

Jens Henrik Göbbert, Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Supercomputing Centre
Wilhelm-Johnen-Straße, 52425 Jülich, Germany
Tel. +49 2461 61 96498
E-Mail: j.goebbert@fz-juelich.de

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Utz Lederbogen
Pressesprecher der Universität Osnabrück
Neuer Graben 29, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4370
E-Mail: utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de

Tobias Schlößer, Forschungszentrum Jülich
Unternehmenskommunikation
Tel. +49 2461 61 4771
E-Mail: t.schloesser@fz-juelich.de

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news-8944.atom „Gestärkt von Anfang an“ – Uni Osnabrück beteiligt sich an Projekt zur Gesundheitsförderung bei Kindern 2020-09-23T09:26:59+02:00 2020-09-23T09:23:12+02:00 Kindern vielfältige Zugänge zu einem gesunden Lebensstil eröffnen und sie in ihren Ressourcen stärken: Das ist Ziel des kürzlich gestarteten Projekts „Gesundheitsförderung in der Kita – Gestärkt von Anfang an“, an dem das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Uni Osnabrück, unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Erhorn, als wissenschaftliche Begleitung beteiligt ist. Mit dem geplanten Projekt soll ein Konzept entwickelt werden, das auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Initiative zur Stärkung der Gesundheitsförderung im Elementarbereich durch die alltagsintegrierte Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung ins Leben rufen will.

„Im Sinne einer ‚Prävention von Anfang‘ an nimmt das Projekt die spezifischen Herausforderungen im Altersbereich von Krippenkindern in den Blick, damit die Kinder schon früh Freude an Bewegung und einer gesunden Ernährung entwickeln. Die Gesundheitsförderung für die Kleinsten unterscheidet sich dabei zum Teil erheblich von den Bedingungen und Angeboten, die bereits für ältere Kinder vorliegen. Zudem wird das Verhältnis von frühkindlicher Gesundheitsbildung und gesundheitlichen Belastungen von Kindern aus sozial schwachen Familien mitbetrachtet und damit ein wichtiger Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit aller Kinder geleistet“, so die Projektverantwortlichen.

Pädagogische Fachkräfte sind dabei zentrale Schlüsselpersonen für die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Familien. Deshalb stellen die Weiterqualifizierung von Kita-Fachkräften als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie ein kooperatives Lernen im Rahmen eines Tandemkonzepts mit Wissenschaftlern einen wichtigen Projektbaustein dar. Zudem können über die Fachkräfte nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern erreicht und für die Schaffung einer gesundheitsförderlichen Umgebung sensibilisiert und gestärkt werden – der Grundstein für eine nachhaltige Umsetzung der Projektziele.

Die Gesamtleitung des Projektes liegt bei der Bürgerstiftung Osnabrück (KIBS). Weitere Kooperationspartner sind das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe), die Stadt Osnabrück und der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück. Gefördert wird das Projekt durch die Evangelischen Stiftungen Osnabrück, das Gesundheitszentrum Bad Laer und die Stadt Osnabrück.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Jan Erhorn, Universität Osnabrück
Institut für Sportwissenschaften
Jahnstr. 75, 49080 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6415
jan.erhorn@uni-osnabrueck.de

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news-8940.atom Engagiert für die Mitarbeitenden - Die Universität Osnabrück trauert um ihren langjährigen Personalratsvorsitzenden Utz Lederbogen 2020-09-18T13:48:08+02:00 2020-09-18T12:50:30+02:00 Die Universität Osnabrück trauert um Wolfgang Streffer. Der langjährige Vorsitzende des Personalrats verstarb im Alter von 76 Jahren am 6. September 2020. Wolfgang Streffer, geboren 1944 in Bad Godesberg, studierte nach einer Maschinenschlosserlehre in Göttingen Pädagogik und absolvierte zugleich ein Lehramtsstudium. 1972 kam er als Planer für das Projekt der einphasigen Lehrerausbildung nach Osnabrück und wirkte am Aufbau der Universität Osnabrück mit. Von 1981 bis 1992 war er Leiter der Zentralen Studienberatung. Als Vorsitzender des Personalrats setzte er sich von 1974 bis zum Ruhestand im Mai 2009 für die Belange der Mitarbeitenden der Universität in vielfältiger Weise ein.

Gewerkschaftlich organisiert wirkte Streffer viele Jahre in der Bundestarifkommission mit. „Er engagierte sich besonders für die Ausgestaltung von Tarifverträgen und sorgte für eine angemessene Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so der Vorsitzende des Personalrats, Thomas Placke rückblickend. „Wir verlieren mit Wolfgang Streffer einen engagierten und geschätzten Mitarbeiter und Kollegen.“

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news-8938.atom Osnabrück auf dem Weg zur Modellregion für Patientensicherheit - GesundheitsCampus Osnabrück mit Aktionen zum Welttag der Patientensicherheit Utz Lederbogen 2020-09-18T12:54:11+02:00 2020-09-18T11:26:00+02:00 Osnabrück geht auf seinem Weg zur Modellregion für Patientensicherheit als leuchtendes Beispiel voran. Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit fand am Donnerstag (17. September) ein Aktionsprogramm statt, zu dem der GesundheitsCampus Osnabrück gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit aufgerufen hatte. Weltweit wurden am 17. September abends Gebäude in Orange beleuchtet, um auf die Bedeutung der Patientensicherheit hinzuweisen. Orange, weil die Weltgesundheitsorganisation Orange zur Farbe der Patientensicherheit gewählt hat. So erstrahlten in Osnabrück unter anderem das Schloss der Universität, der Caprivi-Campus der Hochschule, das Marienhospital, das Christliche Kinderhospital, die OsnabrückHalle, das Heger Tor, das Forum am Dom sowie Gebäude der Firma Zender, die seit der Coronakrise Atemmasken statt Autoteile fertigt.

„Patientensicherheit ist ein sehr wichtiges Thema für die immer komplexer werdende Gesundheitsversorgung“, sagt Dr. Daniel Kalthoff. Er ist Koordinator des GesundheitsCampus Osnabrück, einer von Hochschule und Universität getragenen Plattform, die den Austausch von Wissenschaft und Praxis fördern und damit neue Impulse für die Zukunft der Gesundheitsversorgung geben will. „Wir möchten mit der Initiative auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen - und auch zeigen, was gerade in unserer Region schon dafür getan wird.“

Als Beispiele nennt er das seit über zehn Jahren etablierte MRE-Netzwerk der Gesundheitsregion Osnabrück zur Bekämpfung von Krankenhauskeimen, ein im Vorjahr gegründetes Netzwerk zur besseren Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz sowie das von dem renommierten Experten und Osnabrücker Dr. Peter Gausmann initiierte bundesweite Fehlermeldesystem für die Versorgung von COVID-19 Patienten.

Patientensicherheit sei ein komplexes Thema, führt Kalthoff weiter aus: „Es verlangt nach einer fundierten wissenschaftlichen Betrachtung – auch, um wirksame Maßnahmen für die Praxis ableiten zu können. Die Idee, Osnabrück zu einer Modellregion für Patientensicherheit zu entwickeln, stand daher von Anfang an weit oben auf der Agenda des GesundheitsCampus Osnabrück, was vielfältige Aktivitäten in Forschung und Lehre verdeutlichen.“

Dazu zählt eine elektronische Patientenakte, die im Team um Prof. Dr. Ursula Hübner von der Hochschule Osnabrück speziell für Übergaben entwickelt und erprobt wird. „Gerade solche Schnittstellen sind kritisch für die Patientensicherheit“, sagt Hübner. „Informationskontinuität ist hier eine Grundvoraussetzung, dazu ist gute Kommunikation wichtig. Die kann und sollte digital unterstützt werden.“

Die Kommunikation zwischen verschiedenen Berufsgruppen ist daher auch fester Bestandteil im Lehrplan von über 2.500 Studierenden, die an den Osnabrücker Hochschulen einen Studiengang mit Gesundheitsbezug gewählt haben. Zudem wurden Weiterbildungsangebote speziell für Angehörige von Gesundheitsberufen entwickelt, erklärt Anja Gieseking, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Osnabrück. „Wir bieten verschiedene Zertifikatsmodule auch zu Themen der Patientensicherheit an, die speziell auf die Erfordernisse Berufstätiger zugeschnitten sind und besonders den Transfer in die Praxis berücksichtigen.“

Die Abteilung New Public Health an der Universität Osnabrück geht unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Babitsch in einem Forschungsprojekt der Frage nach, wie Krankenhauspersonal befähigt werden kann, eine nachhaltige Sicherheitskultur zu gestalten. „Wir haben dazu eine interaktive Online-Lernumgebung für den Einsatz im Krankenhaus entwickelt und erprobt, die den Ansatz des problemorientierten Lernens nutzt und dadurch nah an der praktischen Anwendung ist“, so Babitsch. Dadurch solle unter anderem das Lernen aus Fehlern in Einrichtungen des Gesundheitswesens unterstützt werden.

Dafür setzt sich auch das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) unter Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers ein: „Fehler zu machen ist menschlich. Nicht aus ihnen zu lernen gefährlich“, sagt Petra Blumenberg. Sie ist Vorstandsmitglied des APS und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege an der Hochschule Osnabrück. „Wir wollen dabei unterstützen, das Lernen aus Fehlern institutionell zu verankern“, so Blumenberg weiter. Das APS erarbeitet und veröffentlicht dazu regelmäßig Handlungsempfehlungen für das Gesundheitswesen sowie Patienteninformationen.

Weitere Informationen: http://www.gesundheitscampus-osnabrueck.de/patientensicherheit

Weitere Informationen für die Medien:
Dr. Daniel Kalthoff, GesundheitsCampus Osnabrück
Tel.:  +49 541 96 -2060
E-Mail: kalthoff@gesundheitscampus-osnabrueck.de

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news-8936.atom Engagiert im polnischen Verbraucherforum – Rechtswissenschaftlerin Dr. Aneta Wiewiórowska-Domagalska von der Universität Osnabrück erhält Ehrenmedaille 2020-09-17T12:45:42+02:00 2020-09-17T12:41:23+02:00 Für ihren Einsatz im Expertenausschuss des polnischen Verbraucherforums erhielt Dr. Aneta Wiewiórowska-Domagalska aus dem European Legal Studies Institute (ELSI) der Universität Osnabrück die Ehrenmedaille des polnischen Bürgerrechtsbeauftragten Prof. Dr. Adam Bodnar. Dr. Aneta Wiewiórowska-Domagalska ist seit 2015 im ELSI tätig und hat sich vor allem auf den Bereich des Verbraucherrechts spezialisiert. Seit 2019 ist sie Co-Vorsitzende des Verbraucher-Expertenausschusses des polnischen Bürgerrechtsbeauftragten, der das wichtigste Verbraucherforum Polens bildet. Sie nahm am Bürgerrechtskongress teil, organisierte die Arbeit des Verbraucherforums und unterstützte bedeutende Verbrauchergerichtsfälle vor dem Obersten Gerichtshof Polens und dem Europäischen Gerichtshof.

Der stellvertretende Bürgerrechtsbeauftragte, Dr. Maciej Taborowski, zeigt sich vor allem begeistert vom Engagement, das die Osnabrücker Wissenschaftlerin dem Forum und damit dem Schutz der Verbraucherrechte der polnischen Bürgerinnen und Bürger widmet. Die Dynamik der Aktivitäten hat das Forum ihr zu verdanken. Dies rechtfertige die Vergabe der Ehrenmedaille.

„Ich fühle mich sehr geehrt, die Auszeichnung zu erhalten“, so die akademische Rätin Dr. Wiewiórowska bei der Entgegennahme des Abzeichens. „Es war eine große Freude, als Teil des Forums mit einem so fantastischen Team zu arbeiten und zu sehen, wie unsere Tätigkeit die Lage der Verbraucher in Polen konkret verbessert. Ich hoffe, wir werden unsere Arbeit weiter fortsetzen können.“

Informationen für die Redaktionen:
Dr. Aneta Wiewiórowska-Domagalska, Universität Osnabrück
European Legal Studies Institute (ELSI)
Süsterstraße 28, 49069 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6098
aneta.wiewiorowska@uni-osnabrueck.de

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news-8935.atom Neue Wege der Zusammenarbeit - Start-up von Studierenden der Uni Osnabrück erhält Stipendium 2020-09-17T11:19:47+02:00 2020-09-17T11:18:12+02:00 Für ihr tolles Engagement und die Entwicklung einer digitalen Lernplattform, um Schülerinnen und Schülern spielerisch die Grundlagen des Programmierens zu vermitteln, erhielt das Start-up pearprogramming ein Stipendium von der Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung in Höhe von 56.100 Euro. Das Start-up wurde 2017 gegründet und besteht mittlerweile aus einem Team von acht Studierenden der Universität Osnabrück.  Die Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, engagierten Existenzgründern und Existenzgründerinnen finanziell unter die Arme zu greifen. Die bisher geförderten Projekte bewegen sich vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie Digitalisierung und stellen oftmals innovative Möglichkeiten zur Lösung gesellschaftlicher Probleme bereit.

Auch das Osnabrücker Startup pearprogramming bewarb sich in diesem Jahr um eine Förderung bei der Stiftung. Mit der digitalen Lernplattform „PearUp“ sollen Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse für das Thema Informatik begeistert werden. Hierfür entwickelte das Team von pearprogramming eine digitale Lernplattform, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, spielerisch ein virtuelles IT-Startup zu gründen und dabei die Grundlagen des Programmierens zu erlernen. Das ursprüngliche Team, bestehend aus drei Studierenden der Universität Osnabrück, konnte die Stiftung bereits 2017 erstmalig vom Potenzial der Idee überzeugen. Knapp drei Jahre später kann das Projekt bereits große Erfolge aufweisen. Mittlerweile arbeitet ein Team von insgesamt acht Studierenden an der Weiterentwicklung der Lernplattform, die bereits von über 3000 Schülerinnen und Schülern genutzt wurde. Im Januar wurde sie mit dem Innovationspreis für digitale Bildung „delina“ in der Kategorie „Frühkindliche Bildung und Schule“ prämiert. Das große Engagement des Teams und die erzielten Fortschritte überzeugten Vorstand und Kuratorium der Aloys & Brigitte COPPENRATH-Stiftung: Jean-Philipp Almstedt, Malin Spaniol, Jannik Steinmann, Sophia Schulze-Weddige und Erik Andres erhalten insgesamt 56.100 Euro für ihr außergewöhnliches Engagement.

„Das Projekt hat der ABC-Stiftung sehr viel zu verdanken. Ohne Sie stünden wir nicht da, wo wir heute stehen“, so Mitgründer Paul Ohm.
Und Andreas Pache, Vorstand der Stiftung, ergänzt abschließend: „Dieses Start-up verbindet auf einzigartige Weise digitalen Fortschritt, Pädagogik und Gründergeist. Das hat uns überzeugt.“

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Nina Müller, Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung
Edinghäuser Str. 20b, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 1796510796
nm@stiftungcoppenrath.de

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news-8932.atom Weiterer Mosaikstein für den KI-Campus der Universität Osnabrück - ROSEN Gruppe stiftet Professur für Semantische Informationssysteme Utz Lederbogen 2020-09-15T10:16:54+02:00 2020-09-15T10:13:05+02:00 Die weltweit agierende ROSEN Gruppe (Stans, Schweiz) unterstützt den Ausbau des KI-Campus der Universität Osnabrück. In den kommenden fünf Jahren fördert die Unternehmensgruppe über den Stifterverband eine Professur für „Semantische Informationssysteme“. Auf die Professur konnte zwischenzeitlich der Informatiker Prof. Dr. Martin Atzmüller berufen werden. Jetzt gab es ein erstes Zusammentreffen mit dem Stifter. Die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl bedankte sich für die bemerkenswerte Unterstützung der ROSEN Gruppe. „Das Engagement hilft uns, den Ausbau des KI-Campus an der Universität Osnabrück schnell voran zu treiben. Die Professur wird im Osnabrücker KI-Campus interdisziplinär optimal eingebettet, um nicht nur wichtige Forschungsfragen im technischen Sinne zu adressieren“, freute sich die Universitätspräsidentin. „Wichtig ist uns bei der Profilbildung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), neben den informationstechnischen und kognitionswissenschaftlichen Aspekten auch die juristischen, sozialwissenschaftlichen und ethischen Implikationen des zunehmenden KI-Einsatzes zu betrachten.“

Patrik Rosen, Vertreter der Eigentümerfamilie der ROSEN Gruppe, erklärte zu dem Engagement: „Künstliche Intelligenz ist eine wichtige Technologie für die ROSEN Gruppe und wird uns in den kommenden Jahren einen enormen Innovationsschub ermöglichen. Es freut uns sehr, dass wir im KI-Campus der Universität Osnabrück gut aufgehoben sind und einen weiteren Mosaikstein hinzufügen können“, so Rosen. „An der Universität werden nicht nur innovative Softwarelösungen erforscht und entwickelt, sondern zum Beispiel auch ethische und rechtliche Fragestellungen untersucht. Die Künstliche Intelligenz nimmt heute zunehmend Einfluss auf die Gesellschaft, sodass es wichtig ist, diesen Wandel positiv zu gestalten. Das ist unserem Unternehmen sehr wichtig.“

Der Informatiker Prof. Dr. Martin Atzmüller hat zum 1. August die Stiftungsprofessur „Semantische Informationssysteme“ übernommen. Er wird sich vor allem mit interpretierbarem und erklärbarem Maschinellem Lernen, der Analyse multimodaler komplexer Daten, sowie interaktiver Entscheidungsunterstützung befassen. „Mit Hilfe dieser Ansätze der Künstlichen Intelligenz/Data Science sollen große Datenmengen – die durch die Digitalisierung und das Internet der Dinge (IoT) gewonnen werden – analysiert, semantisch interpretiert und dadurch für den Menschen besser nutzbar gemacht werden“, erläutert der Informatiker. Zuvor war Professor Atzmüller an den Universitäten Würzburg und Kassel, der Université Sorbonne Paris Nord und der niederländischen Tilburg University tätig.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Martin Atzmüller, Universität Osnabrück
Institut für Informatik
Wachsbleiche 27, 49069 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 7372 oder 2480
E-mail: martin.atzmueller@uni-osnabrueck.de

 

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news-8930.atom Empathie und Fleischkonsum: Zwei Bachelorarbeiten in Fachzeitschrift „Umweltpsychologie“ veröffentlicht 2020-09-16T07:26:16+02:00 2020-09-15T08:58:55+02:00 Wie hängen Emotionale Intelligenz und Naturempathie zusammen? Und welche Auswirkung hat die Empathie gegenüber Nutztieren auf den Konsum von Fleisch? Mit diesen Fragen beschäftigen sich zwei Bachelorarbeiten aus der Abteilung Biologiedidaktik der Universität Osnabrück, die nun in der Fachzeitschrift "Umweltpsychologie" veröffentlicht wurden.  Die Herausgeberinnen und -geber haben sich zum Ziel gesetzt, das Fachgebiet der Umweltpsychologie in der gleichnamigen Fachzeitschrift als relevante Umweltwissenschaft einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Die vielfältigen umweltpsychologischen Positionen sollen hier zu einem anregenden Diskurs zusammengeführt werden. So auch die Arbeiten von Maresa Anna Temmen und Katharina Kern. 

In der Untersuchung von Maresa Anna Temmen wurden Osnabrücker Studierende auf ihre Emotionale Intelligenz im Zusammenhang mit ihrer Umweltbetroffenheit und Naturempathie untersucht. Es zeigte sich, dass Studierende mit einer geringeren Emotionalen Intelligenz weniger betroffen von Umweltproblemen waren und auch ein geringeres Empathievermögen gegenüber Tieren und Pflanzen zeigten. Kein Grund zur Panik: Insgesamt wiesen die Osnabrücker Studierenden eine hohe Emotionale Intelligenz, Umweltbetroffenheit und Naturempathie auf. „Die Einflüsse und Auswirkungen der Emotionalen Intelligenz wurden bisher im Bereich der Umweltpsychologie kaum erforscht. Die Ergebnisse meiner Studie konnten allerdings zeigen, dass durchaus Verbindungen bestehen. Ich freue mich sehr, dass diese Erkenntnisse nun veröffentlicht wurden“, so Maresa Anna Temmen über ihre Arbeit. Sie studiert an der Universität Osnabrück Biologie und Physik für das Lehramt an Gymnasien.  

In der Studie von Katharina Kern zeigte sich, dass „Viel-Fleisch-Esser“ in Deutschland eine signifikant geringere Empathie gegenüber Nutztieren (Milchkühe, Mastschweine, Legehennen) aufwiesen als „Wenig-Fleisch-Esser“. Kurz gesagt gilt also der Trend: Je höher der Fleischkonsum, desto geringer die Empathie gegenüber Nutztieren. „Mein Ziel war es, die Empathie gegenüber Nutztieren unter Berücksichtigung der invasivsten Nutzungsform – der Produktion von Fleisch – zu untersuchen. In meiner Masterarbeit möchte ich auf dem Gebiet weiterforschen, um beispielsweise herauszufinden, inwieweit sich die Empathie zwischen Haus- und Nutztieren unterscheiden und welchen Einfluss die beiden Empathie-Formen auf unser Konsumverhalten tierischer Nahrungsmittel haben“, so Katharina Kern über ihre Arbeit. Sie studiert Biologie und Mathematik auf Lehramt an Gymnasien. Als Abschlusskandidatin und studentische Hilfskraft der Abteilung Biologiedidaktik der Universität Osnabrück ist ihr Forschungsschwerpunkt die Untersuchung psychologischer Einflussfaktoren auf ein nachhaltiges Konsumverhalten mit einem Fokus auf dem Konsum von Fleisch.

„Beide Bachelorarbeiten machen deutlich, dass publikationswürdige Forschung an der Universität Osnabrück nicht nur auf Master- und Doktorarbeitsniveau stattfindet, sondern engagierte Abschlusskandidaten und Abschlusskandidatinnen bereits während ihrer Bachelorarbeiten reale Forschungs- und Publikationserfahrungen sammeln können“, so Dr. Florian Fiebelkorn aus der Abteilung für Biologiedidaktik, der beide Arbeiten begleitete. 

Weiter Informationen zur Zeitschrift „Umweltpsychologie“ sind verfügbar unter: https://www.umweltpsychologie.de/

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Florian Fiebelkorn, Universität Osnabrück
Abteilung für Biologiedidaktik
Barbarastr. 11, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 3511
florian.fiebelkorn@uni-osnabrueck.de

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news-8923.atom Auszeichnung für herausragende Wissenschaftskommunikation - Prof. Dr. El-Mafaalani von der Universität Osnabrück erhält Preis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Utz Lederbogen 2020-09-10T14:00:09+02:00 2020-09-10T13:51:16+02:00 Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) zeichnet Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Universität Osnabrück, für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der öffentlichen Wissenschaftskommunikation aus. Prof. El-Mafaalani hat sich, so der Vorstand der DGS, als Soziologe in besonderem Maße um die Vermittlung fachlicher Kenntnisse an eine nicht-fachliche Öffentlichkeit verdient gemacht. Als erfolgreicher, mehrfach übersetzter Bestsellerautor, Diskussions- und Interviewpartner bei zahlreichen öffentlichen Auftritten sowie als Gast, Redner und Referenz in allen einschlägigen Medien und Formaten betreibt Aladin El-Mafaalani in herausragender Weise soziologische Wissenschaftskommunikation und erreicht in der Verbreitung soziologischen Wissens auch international eine hohe Sichtbarkeit. „Diese Auszeichnung hat für mich einen enorm hohen Stellenwert, weil das Fachkollegium die Übersetzungen von Wissenschaft in die Gesellschaft als sinnvoll und gelungen bewertet. Und das freut mich sehr“, so El-Mafaalani.

Prof. El-Mafaalani wird mit dem „Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der öffentlichen Wirksamkeit der Soziologie“ auf der Eröffnungsveranstaltung des in diesem Jahr coronabedingt digital stattfindenden Soziologiekongresses am 14. September ausgezeichnet. Die Laudatio hält Prof. Dr. Anja Weiß (Universität Duisburg-Essen).

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Universität Osnabrück
Fachbereich 3: Erziehungs- und Kulturwissenschaften
Arndtstraße 32, 49078 Osnabrück
Tel.: +49 541 969-4674
aladin.el-mafaalani@uni-osnabrueck.de

 

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news-8921.atom Ball der Universität Osnabrück 2021 abgesagt – Nächster Termin schon bekannt 2020-09-10T10:49:41+02:00 2020-09-10T10:47:22+02:00 In den letzten vier Jahren machten alle Tanzfreudigen beim Ball der Universität Osnabrück die Nacht zum Tag und feierten ausgelassen in der ausverkauften OsnabrückHalle. Aufgrund der Beschränkungen im Zuge der Corona Pandemie und ihrer unabsehbaren Entwicklung in den kommenden Monaten können aktuell leider keine Großveranstaltungen stattfinden. Um keine Risiken für Besucherinnen und Besucher einzugehen, musste der Ball der Universität Osnabrück deshalb leider für 2021 abgesagt werden. Umso schöner soll es dafür im nachfolgenden Jahr werden, denn schon jetzt steht fest: Am 22. Januar 2022 findet die nächste unvergessliche Ballnacht statt. Die aktuellen Infos zum Ball werden zu gegebener Zeit auf www.uni-osnabruck.de/uniball bekanntgegeben.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Daniela Räuwer, Universität Osnabrück
Kommunikation und Marketing
Neuer Graben 29, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6141
daniela.raeuwer@uni-osnabrueck.de

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news-8920.atom Aufklärer in Doppelrolle – Forschungsprojekt der Uni Osnabrück vom Land Niedersachsen gefördert 2020-09-08T09:01:43+02:00 2020-09-08T08:59:19+02:00 Zwei herausragende Vertreter der nordwestdeutschen Aufklärung nimmt ein interdisziplinäres Forschungsprojekt vom Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) der Uni Osnabrück in den Blick: Das ab dem 1. Oktober vom Land Niedersachsen im Rahmen des Forschungsprogramm Pro*Niedersachsen geförderte Projekt „Aufklärer in Staatsdiensten“ richtet seinen Fokus auf Justus Möser (1720-1794) und Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781). Aufgeteilt in zwei Teilprojekte mit drei Jahren Laufzeit, werden die beiden Aufklärer von Prof. Dr. Kai Bremer und Prof. Dr. Siegrid Westphal aus literatur- bzw. geschichtswissenschaftlicher Perspektive betrachtet. Zentral ist dabei die Doppelrolle als publizistisch tätige Aufklärer einerseits und als Staatsdiener bzw. Staatsbeamte andererseits.

Möser, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr umfangreich gefeiert wird, ist als Herausgeber des Osnabrücker Intelligenzblattes und für weitere publizistische Tätigkeiten bekannt, die seine aufklärerischen Ambitionen belegen. Gleichzeitig konnte er als Inhaber verschiedener Ämter innerhalb der Regierung des Hochstifts Osnabrück Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nehmen. Lessing war seit 1770 als Bibliothekar der herzoglichen Bibliothek und ab 1776 als Hofrat im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel mit den Erwartungen des Hofes konfrontiert und verarbeitete seine aufklärerischen Ideen literarisch und mittels publizistischer Kontroversen. Das zentrale Erkenntnisinteresse des Forschungsvorhabens richtet sich vor diesem Hintergrund auf die Frage nach dem jeweiligen aufklärerischen Handlungsspielraum in Abhängigkeit vom jeweiligen Dienstverhältnis.

Das Forschungsvorhaben steht zugleich in enger Verbindung mit dem erst jüngst eingeworbenen IKFN-Projekt „Justus Möser im Netzwerk der deutschen Aufklärung“, das seit diesem Frühjahr großzügig von der Osnabrücker Bohnenkamp-Stiftung für drei Jahre unterstützt wird.
 
Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Siegrid Westphal, Universität Osnabrück
Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)
Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4418
siegrid.westphal@uni-osnabrueck.de

Prof. Dr. Kai Bremer, Universität Osnabrück
Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)
Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4457
kai.bremer@uni-osnabrueck.de

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