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Pressemeldung

Nr. 207 / 2018

30. Oktober 2018 : Antrittsvorlesung von herausragendem Informatikwissenschaftler an der Universität Osnabrück

Prof. Dr. Olaf Spinczyk ist einer der bundesweit renommiertesten Wissenschaftler im Bereich der Betriebssysteme und der Software für Eingebettete Systeme. Seit September 2018 hat er die Stiftungsprofessur „Eingebettete Softwaresysteme“ an der Universität Osnabrück inne. Gefördert wird die Professur von den Unternehmen CLAAS und der HARTING Technologiegruppe. In seiner Antrittsvorlesung sprach Spinczyk am 29. Oktober über „Eingebettete Systeme 2028 – Automatisch zuverlässig“.

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© Universität Osnabrück/Hermann Pentermann

Prof. Dr. Olaf Spinczyk (3. v. r.) hielt seine Antrittsvorlesung für die Stiftungsprofessur „Eingebette Systeme“ im Beisein von (v. links) Volker Claas (CLAAS), Prof. Dr. Tim Römer, Margrit Harting (HARTING), Dr. Carsten Hoff (CLAAS E-Systems), Dr.-Ing. E-h. Dietmar Harting (HARTING) und Prof. Dr. Susanne Menzel, Vizepräsidentin der Universität Osnabrück.

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Sie sind überall, in Elektronik-, Haushaltsgeräten und Automobilen: Eingebettete Systeme. Es handelt sich dabei um Computersysteme, die in Geräten, Anlagen und Maschinen verbaut sind. Dort übernehmen sie in der Regel Steuerungs- oder Kontrollaufgaben. „In Zukunft werden wir im Zuge der Digitalisierung noch stärker auf Eingebettete Systeme angewiesen sein. Daher ist es unabdingbar, dass diese Systeme trotz ständig steigender Komplexität weiterhin zuverlässig funktionieren. Um den Entwicklungsaufwand und damit die Kosten eingebetteter Computer-Systeme nicht ansteigen zu lassen, muss die verwendete Software sich selbst überwachen und möglichst auch reparieren können. Dies ist ein weites Forschungsfeld, in dem in den nächsten Jahren viel zu tun sein wird“, erklärt Spinczyk.

Sowohl im Maschinenbau wie auch in der Produktion sind Eingebettete Systeme Grundlage für Sensorik, Regelungs- und Steuerungsaufgaben. Sie bilden eine wesentliche Grundlage für zukünftige Entwicklungen, die aktuell unter anderem unter den Schlagworten „Autonomes Fahren“, „Cyber-Physical Systems“, „Internet der Dinge“, „Industrie 4.0“ und „Industrial Internet“ erforscht werden. Mit Prof. Dr. Olaf Spinczyk verstärkt sich die Universität Osnabrück entscheidend in diesem wichtigen Bereich. Die Stiftungsprofessur wird von den beiden Unternehmen CLAAS und der HARTING Technologiegruppe gefördert. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft übernimmt die finanzielle Abwicklung.

„Durch die Stiftungsprofessur wurde ein herausragender Forscher für die Informatik an der Universität Osnabrück gewonnen und es freut mich, dass wir dabei helfen konnten“, sagt Dr. Carsten Hoff, Technischer Geschäftsführer der CLAAS E-Systems. Dr.-Ing. E.h. Dietmar Harting, Gesellschafter der HARTING Technologiegruppe, sieht in der Software für Eingebettete Systeme eine wichtige Herausforderung: „Es wird zu Technologien geforscht, die unseren Alltag heute erst in Ansätzen, aber morgen - vielleicht nicht vollkommen, aber doch entscheidend - verändern werden“, unterstrich er die Bedeutung der Professur und fuhr fort, „dass es die Freiheit, aber auch die Verantwortung von Wissenschaft und Forschung sei, uns als Mitglieder der Gesellschaft auf diese Zukunft vorzubereiten.“

Spinczyk, geboren 1970, gehört zu den herausragenden deutschen Wissenschaftlern im Bereich Betriebssysteme und Software für Eingebettete Systeme. Nach dem Studium der Informatik an der TU Berlin wurde er 2002 an der Universität Magdeburg über „Aspektorientierung und Programmfamilien im Betriebssystembau" promoviert. Seine Zeit als Post-Doc verbrachte er am Lehrstuhl für Verteilte Systeme und Betriebssysteme an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit Herbst 2007 war er Professor an der TU Dortmund und leitet dort die Arbeitsgruppe „Eingebettete Systemsoftware". In seiner Karriere hat Spinczyk bereits mehr als drei Millionen Euro Drittmittel (bei DFG, Bund und Industrie) eingeworben und zahlreiche Forschungsergebnisse in Journalen publiziert. Während seiner Zeit an der TU Dortmund hat er siebenmal den Lehre-Preis der Fakultät für Informatik erhalten.

Hintergrundinformation: Das 1913 gegründete Familienunternehmen CLAAS (www.claas.com) ist einer der weltweit führenden Hersteller von Landtechnik. Das Unternehmen mit Hauptsitz im westfälischen Harsewinkel ist europäischer Marktführer bei Mähdreschern. Die Weltmarktführerschaft besitzt CLAAS mit einer weiteren großen Produktgruppe, den selbstfahrenden Feldhäckslern. Auf Spitzenplätzen in weltweiter Agrartechnik liegt CLAAS auch mit Traktoren sowie mit landwirtschaftlichen Pressen und Grünland-Erntemaschinen. Zur Produktpalette gehört ebenfalls modernste landwirtschaftliche Informationstechnologie. CLAAS beschäftigt über 10.900 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro. 2017 unterzeichnete das Institut für Informatik der Universität Osnabrück mit dem Elektronikspezialisten CLAAS E-Systems in Dissen (Landkreis Osnabrück) einen Kooperationsvertrag.

Die HARTING Technologiegruppe ist ein weltweit führender Anbieter von industrieller Verbindungstechnik für die drei Lebensadern Data, Signal und Power mit 13 Produktionsstätten und Niederlassungen in 44 Ländern. Darüber hinaus stellt das Unternehmen auch Kassenzonen für den Einzelhandel, elektromagnetische Aktuatoren für den automotiven und industriellen Serieneinsatz, Ladeequipment für Elektrofahrzeuge sowie Hard- und Software für Kunden und Anwendungen u. a. in der Automatisierungstechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Robotik und im Bereich Transportation her. Rund 4.600 Mitarbeitende erwirtschafteten 2016/17 einen Umsatz von 672 Millionen Euro.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Olaf Spinczyk, Universität Osnabrück
Institut für Informatik
Wachsbleiche 27, 49090 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2598
olaf.spinczyk@uni-osnabrueck.de