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Pressemeldung

Nr. 138 / 2018

06. Juli 2018 : Bürgernah und öffentlichkeitswirksam - Osnabrücker Politologe Prof. Eisfeld plädiert für eine Neuausrichtung der Politikwissenschaft

Der emeritierte Osnabrücker Politologe Prof. Dr. Rainer Eisfeld plädiert für eine neuausgerichtete „bürgernahe“ Politikwissenschaft, welche sich stärker auf die Erforschung aktueller Infragestellungen der Demokratie sowie möglicher Gegenstrategien konzentriert und ihre Ergebnisse öffentlichkeitswirksam vertritt. Seine Vorschläge wird er auf dem 25. Weltkongress für Politikwissenschaft vorstellen, der vom 21. bis 25. Juli in Brisbane (Australien) stattfindet.

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© Universität Osnabrück/ Elena Scholz

Prof. Dr. Rainer Eisfeld plädiert für eine neuausgerichtete „bürgernahe“ Politikwissenschaft.

Als Beleg für seine Forderung nach einer bürgernahen Neuausrichtung der Politikwissenschaft für das 21. Jahrhundert nennt der Wissenschaftler der Universität Osnabrück folgende Beispiele: Unsicherheit und Aggressivität als Folgen raschen wirtschaftlichen und kulturellen Wandels, die systematische Verbreitung von Lügen durch Politiker, immer krassere Einkommens- und Vermögensunterschiede, die sich nachteilig auf die politische Beteiligung auswirken.

Aber auch die gesellschaftliche Polarisierung infolge fremdenfeindlicher Vorurteile, die Aushöhlung der Bürgerrechte durch Massenüberwachung im Rahmen von Antiterrorismus-Strategien und Unterminierung wirksamer Strategien gegen den Klimawandel erfordern aktuelle politikwissenschaftliche Reaktionen.

Eisfeld über die Notwendigkeit der Debatte: „Mehr als zu irgendeinem Zeitpunkt seit 1945 erscheinen auch klassische Demokratien wie England oder die USA gefährdet. Die Politikwissenschaft muss auf diese Herausforderung und auf die Sorgen der Bürger weit stärker als bisher, gerade auch öffentlich, reagieren.“

Dianne Pinderhughes, 2007-2008 erste schwarze Präsidentin der amerikanischen Politologenvereinigung APSA, hat Eisfelds Vorschläge als „kühnes Reformprojekt“ bezeichnet. Sie wird zusammen mit australischen, englischen und kanadischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seine Ideen bei einer hochkarätig besetzen Runden Tisch-Debatte in Brisbane erörtern. Ein Buch mit dem Titel „Empowering Citizens, Engaging the Public: Political Science for the 21st Century“ wird in Kürze erscheinen. Eisfelds Kongressteilnahme wird vom DAAD gefördert. 

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. em. Dr. Rainer Eisfeld ,
Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften,
Seminarstraße 33, 49074 Osnabrück,
Tel.: +49 541 969-4149,
E-Mail: rainer.eisfeld@uni-osnabrueck.de