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Pressemeldung

Nr. 4 / 2019

04. Januar 2019 : „Gibt es das Umweltunbewusste?“ Vortrag in der Ringvorlesung der Profillinie „Mensch – Umwelt – Netzwerke“

Gibt es das Umweltunbewusste? Diese Frage verfolgt Prof. Dr. Simon Richter von der University of Pennsylvania mit Blick auf das Verdrängte in der niederländischen und deutschen Wahrnehmung vom Klimawandel. Der namhafte Umweltgeisteswissenschaftler spricht im Rahmen der Ringvorlesung der Profillinie „Mensch – Umwelt – Netzwerke. Komplexe Systeme, Wahrnehmungsmuster, Interaktionen“ der Universität Osnabrück am Dienstag, 8. Januar, um 18 Uhr im Schlosshauptgebäude, Raum 11/213.

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© privat

Prof. Dr. Simon Richter von der University of Pennsylvania.

Prof. Dr. Simon Richter von der University of Pennsylvania gehört international zu den führenden Wissenschaftlern im Bereich der Umweltgeisteswissenschaften. Er ist im Beirat des „Penn Program in Environmental Humanities“ und leitet den Forschungsschwerpunkt „The Languages of Sustainability“, der sich der Analyse kulturell-sprachlicher Implementierung von Nachhaltigkeit in globalen Zusammenhängen widmet. In seinem Beitrag „Gibt es das Umweltunbewusste? Zum Verdrängten in der niederländischen und deutschen Wahrnehmung vom Klimawandel“ beleuchtet er die Rolle dieses Verdrängten mit Bezug auf die Delta Werke in den Niederlanden und die Energiewende in Deutschland. Analysiert werden im ersten Fall die weitauseinandergehenden, auch offiziellen Schätzungen, wie viel von den Niederlanden unter Meeresspiegel liegt, und im zweiten die alle zwei Jahre erscheinenden Berichte des Umweltministeriums zum Umweltbewusstsein in der Bundesrepublik.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist eine augenfällige Koinzidenz: Als Freud 1932 in einer Reihe von neuen Vorlesungen Rechenschaft über die Psychoanalyse ablegte, war man in den Niederlanden gerade dabei, den lange gehegten Traum vom "Afsluitdijk" zu verwirklichen. Freud hat anscheinend mit Interesse zugeschaut und erkannte in der Verpolderung eine Analogie zur Psychoanalyse, die er mit der "Trockenlegung der Zuydersee" verglich. Der Beitrag wirft vor diesem Hintergrund die Frage auf, ob wir Freuds Analogie „Wo Es war, soll Ich werden.“ umkehren dürfen und ob es ein Umweltunbewusstes gibt, also ein unbegrenztes, unerforschtes Reservoir, wohin die unausgedrückten Ängste, die mit den Umweltleistungen Deutschlands und der Niederlanden verbunden sind, verdrängt werden.

Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Treffen der Profillinie ab 20 Uhr in der Aula des Schlosses statt, zu der alle Zuhörerinnen und Zuhörer herzlich eingeladen sind, um sich über Perspektiven der Umweltgeisteswissenschaften im Rahmen interdisziplinärer Nachhaltigkeitstransformationen auszutauschen. Am Mittwoch, 9. Januar, findet im Mitgliederkreis der Profillinie ein Workshop mit Simon Richter zu “Resilience – Infrastructure – Governance: Environmental hermeneutics and fraught in conjunction with large infrastructure developments for flood resilience in the Netherlands and Indonesia” statt (9-11 Uhr, Institut für Umweltsystemforschung (IUSF)).

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Susanne Schlünder, Universität Osnabrück
Institut für Romanistik/Latinistik
Neuer Graben 40, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4443
susanne.schluender@uni-osnabrueck.de