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Pressemeldung

Nr. 55 / 2019

08. April 2019 : Text und Kontext – Text als Kontext. Interessante Tagung an der Uni Osnabrück

Vor kurzem fand die erste Tagung des [PostDoc]Netzwerk Nord unter dem Titel „Text und Kontext – Text als Kontext. Mittelalterliche Handschriften als Basisgröße einer mediävistischen Literaturwissenschaft“ an der Universität Osnabrück statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Vielfalt der behandelten Themen.

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© Lena von Beek

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Vielfalt der behandelten Themen während der Tagung.

Dass die Texte des Mittelalters in erster Linie als Handschriften überliefert sind, ist keine bahnbrechende Neuigkeit. Trotzdem wird den Handschriften oft – gegenüber dem einzelnen überlieferten Text – meist weniger Interesse entgegengebracht. Dabei ist es für die Interpretation eines Textes keineswegs uninteressant, mit welchen anderen er überliefert ist. Sammelhandschriften verfolgen nicht selten ein bestimmtes Konzept, das den einzelnen Text in einen übergreifenden Sinnzusammenhang stellt. Dieser wird leicht übersehen, wenn der Text nicht im Kontext seines Überlieferungsverbundes betrachtet wird. Auf der Tagung haben germanistische Mediävistinnen und Mediävisten dieses Thema in den Blick genommen.

So zeigten die Vorträge, wie ein Blick in eine Sammelhandschrift Ergebnisse relativieren kann, die die Forschung lange postulierte – etwa in Hinblick auf die Überlieferung der ‚Reise des Sankt Brandan‘. Dieser wurde oft ein weltliches Interesse unterstellt, eine Neugier am Unbekannten, während die Überlieferung eine andere Interpretation nahelegt: In einer von Sebastian Holtzhauer vorgestellten Handschrift offenbart sich ein deutlicher Fokus auf das Fegefeuer, wenn man die gesammelten Texte der Handschrift gemeinsam untersucht. Auch die chronologische Ordnung von Handschriften kann durch einen tieferen Blick und den Vergleich einzelner Varianten diskutiert werden, wie Anabel Recker es am Beispiel zweier Meisterliederhandschriften des 15. Jahrhunderts vorführte. Scheinbar naheliegende Verhältnisse, die bisher angenommen wurden, erscheinen dann als brüchig. Nicht zuletzt diskutierten die Teilnehmenden in einem abschließenden Workshop, welche zukünftigen Projekte die germanistische Mediävistik anstoßen könnte, um die Erfassung noch unbekannter volkssprachiger Handschriften handhabbar zu machen – beispielsweise über ein Citizen-Science-Projekt.

„Die Tagung hat mir thematisch eine sehr tolle Grundlage für meine Abschlussarbeit gegeben“, sagte Teilnehmerin Gesa Huismann aus Hamburg. Für das nächste Jahr ist bereits die nächste Tagung des [PostDoc]Netzwerk Nord in Planung.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing Neuer Graben 29, 49076 Osnabrück
Tel: +49 541 969 4516
oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de