Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Pressemeldung

Nr. 191 / 2018

16. Oktober 2018 : Warum geht der Frieden verloren? Interdisziplinäre Tagung befasst sich mit Verlust und Wiedergewinn von Frieden über die Epochen hinweg

Warum und unter welchen Umständen wird Frieden aufgegeben und unter welchen Gegebenheiten wird Frieden wiederhergestellt? So lautet die Kernfrage der Tagung „Wendepunkte. Friedensende und Friedensanfang vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Gegenwart“, die vom 24. bis zum 26. Oktober im Osnabrücker Schloss stattfindet.

Im Mittelpunkt der interdisziplinären Fachtagung steht ein zentrales Paradoxon der Menschheitsgeschichte: Warum sind Menschen in bestimmten Situationen bereit, den allseits als höchstes Gut angesehenen Frieden zugunsten des Verderben bringenden Krieges – die „Geißel“ der Menschheit, wie es in der Präambel der UN-Charta heißt – aufzugeben?

„Auf der Suche nach Motiven und Intentionen für die zeitweise Aufgabe des Friedens und seine spätere Wiederherstellung verfolgen wir das Ziel, Dynamiken und Wendepunkte herauszuarbeiten, die die Prozesse beeinflusst haben“, so Prof. Dr. Siegrid Westphal, Direktorin des Forschungszentrums Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit. Sie ist eine der vier Veranstalterinnen und Veranstalter der Konferenz, die sie in Kooperation mit Prof. Dr. Ulrich Schneckener von der Deutschen Stiftung Friedensforschung, Prof. Dr. Michael Rohrschneider vom Bonner Zentrum für Historische Friedensforschung und Prof. Dr. Christoph Rass vom Historischen Seminar der Universität Osnabrück durchführt.

„Die verschiedenen historischen Kontexte des Dreißigjährige Krieges (1618–1648), des Ersten Weltkrieges (1914–1918) und der Kriege im ehemaligen Jugoslawien (1991–2001) bilden die Basis dafür, grundlegende Fragen zum Übergang von Frieden und Krieg zu beantworten“, führt der Friedens- und Konfliktforscher Ulrich Schneckener aus. Der Frühneuzeithistoriker Michael Rohrschneider ergänzt: „Es geht uns dabei um eine epochenübergreifende Herangehensweise und einen interdisziplinären Austausch von Politik- und Geschichtswissenschaft, um auf diese Weise zu neuen Erkenntnissen zu kommen.“ „Wir möchten auch Antworten auf die Frage gewinnen, welche Schlüsse wir aus der Entstehung und Überwindung vergangener Konflikte für die heutige Friedenssicherung ziehen können“, wie Christoph Rass, Experte für den Ersten Weltkrieg, abschließend hinzufügt.

Die Tagung, die u.a. aus Anlass von 400 Jahren Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, 370 Jahren Westfälischer Frieden und 100 Jahren Ende des Ersten Weltkrieges ausgerichtet wird, ist die einzige wissenschaftliche Veranstaltung in Osnabrück, die sich im mehrfachen Gedenkjahr 2018 explizit mit dem Thema „Frieden“ auseinandersetzt. Weitere Informationen unter: www.wendepunkte.uni-osnabrueck.de

Weitere Informationen für die Medien:
Dr. Volker Arnke, Universität Osnabrück
Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN)
Neuer Graben 19/21, D-49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6021
volker.arnke@uni-osnabrueck.de