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Pressemeldung

Nr. 192 / 2018

16. Oktober 2018 : Zwischen Gender Equality und Rollback? Osnabrücker Zukunftsdiskurse starten mit Auftaktveranstaltung

Zwei hochkarätige Rednerinnen und Redner eröffnen am Freitag, 26. Oktober, um 11 Uhr die vom Land Niedersachsen geförderte Debattenreihe „Zukunft der Geschlechtergerechtigkeit“ an der Universität Osnabrück. Zu dieser öffentlichen Auftaktveranstaltung lädt die Forschungsstelle Geschlechterforschung herzlich in den ehemaligen Senatssitzungssaal der Universität, Seminarstraße 20, Raum 15/130, ein.

Um einen breiten Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu ermöglichen, sind alle Interessierten herzlich zur Teilnahme eingeladen; Anmeldung zur Auftaktveranstaltung bis zum 24. Oktober unter zukunft@uos.de. Darüber hinaus wird die Veranstaltung im Livestream unter www.fgf.uos.de/zukunft/live zu verfolgen sein.

Die Soziologin Prof. Dr. Susanne Völker (Universität zu Köln) wird dort unter der Frage „Wessen Allianzen, wessen Feminismus?“ diskutieren, wie wir den Herausforderungen aktueller Ungleichheiten begegnen können. Der Moderator Tarik Tesfu – bekannt vom Youtubekanal „Jäger & Sammler“ – wird in seinem Beitrag mit dem Titel „Feminismus meets Internet meets Mainstream meets Yeah!“ erklären, warum Feminismus und Mainstream wunderbar zusammenpassen. Danach werden die beiden ihre Thesen zur Diskussion stellen und, moderiert durch die Koordinatorin der Forschungsstelle Geschlechterforschung an der Universität Osnabrück, Judith Conrads, mit dem Publikum debattieren. Kontroversen und Diskussionspunkte können im Anschluss vertieft werden.

Diese Standortbestimmung bildet den Ausgangspunkt für die Debattenreihe, die bis Herbst 2019 den Dialog zwischen akademischem Geschlechterwissen, Öffentlichkeit und gesellschaftlicher Praxis beleben wird. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist für das gesellschaftliche Zusammenleben zentral. „Die Kategorie Geschlecht betrifft jede und jeden. Nahezu in jeder Lebenslage wird, bewusst oder unbewusst, das Gegenüber und die eigene Person geschlechtlich wahrgenommen und adressiert“, erklärt Judith Conrads.

Hinzu komme, dass derzeit gleichzeitig viele widersprüchliche Entwicklungen parallel zu beobachten sind. Formaler Gleichstellung stehen weiter andauernde Ungleichheitsverhältnisse auf der Grundlage von Geschlechterhierarchien und Geschlechterunterscheidungen gegenüber, so etwa beim Gender Pay Gap, der Verteilung von Care-Arbeit oder der Situation von Trans- oder Inter-Menschen. Das Erstarken von Tendenzen, die Anti-Diskriminierungs- und Gleichstellungsmaßnahmen ablehnend gegenüberstehen, macht eine Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen umso notwendiger. Wissenschaft kommt hierbei die Aufgabe zu, mit ihrer Forschung Impulse zu setzen für eine zukunftsfähige – und damit auch geschlechtergerechte – Gesellschaft.

Die Zukunftsdiskurse bieten einen Rahmen für eine sachlich geführte und transparente Debatte, die unterschiedliche Positionen zulässt und den fachlichen Austausch und kritische Reflexionen fördert. Dazu erklärt die Sprecherin der Forschungsstelle Geschlechterforschung Prof. Dr. Christiane Kunst (Alte Geschichte): „Um die Gegenwart verstehen und die Zukunft verändern zu können, gilt es auch, das Verständnis dafür zu schaffen, warum wir heute noch immer in einer geschlechterungerechten Welt leben, welche Traditionslinien sich als dauerhafte Normen und Werte in die Gesellschaft eingeschrieben haben und wie die Generationen vor uns damit umgegangen sind.“ Sprecherin Prof. Dr. Helen Schwenken (Soziologie) ergänzt: „Ziel der Reihe ist es aufbauend darauf, Konzepte und Strategien zu entwickelt, die wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen und Ansätze für ein künftiges geschlechtergerechteres Zusammenleben skizzieren.“

Die Auftaktveranstaltung dient als orientierende Standortbestimmung. Die Zukunftsdiskurse werden in drei Debatten virulente politische und gesellschaftliche Fragestellungen aus einer Geschlechterperspektive ausleuchten – um den Transfer von aktueller Forschung zu ermöglichen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu beleben. Die erste Debatte findet am 8. November 2018 (17 bis 20 Uhr) statt. Dort wird über Bildung und Geschlecht im Spannungsfeld von Differenz und (Un-)Gleichheit diskutiert. Die Perspektiven und Denkanstöße aus den Debatten werden auf einer Abschlusskonferenz im Herbst 2019 gebündelt.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Forschungsstelle Geschlechterforschung, Universität Osnabrück
Schloßstraße 8, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4221/4379
zukunft@uni-osnabrueck.de