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Pressemeldung

Nr. 5 / 2018

08. Januar 2019 : Zwölf Innovationen gegen Medizinrückstände im Wasser

Wie lassen sich medizinische Rückstände und multiresistente Bakterien im Umweltkreislauf reduzieren? Mit dieser Frage befasst sich das grenzüberschreitende Projekt MEDUWA (MEDicine Unwanted in WAter). Dem vom INTERREG-VA Deutschland-Niederländischen Programm finanzierten Konsortium aus 27 Unternehmen, Universitäten, Krankenhäusern sowie staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen gehört auch das Institut für Umweltsystemforschung (IUSF) der Universität Osnabrück an.

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© Universität Osnabrück/Jürgen Berlekamp

"Von der Quelle bis zur Senke": Entnahme einer Sedimentprobe aus der Vechte, dem Fluss des Einzugsgebiets im Innovationsprojekt MEDUWA.

Entwickelt werden zwölf Innovationen, um der gesundheitlichen Bedrohung durch antibiotikaresistente Bakterien und Medikamente, die Wasser, Boden, Nahrung und Luft verunreinigen, entgegen zu treten. Gleichzeitig werden diese Innovationen, die regionale Wirtschaft unterstützen. Das deutsch-niederländische Vecht(e)-Einzugsgebiet ist Pilotgebiet des Projekts.

Am Dienstag, 15. Januar, treffen sich Interessenvertreter mit Projektpartnern anlässlich des zweiten Stakeholder und Partner Treffens. Die Interessengruppen vertreten lokale, regionale und nationale Regierungsbehörden, Unternehmen und NGOs, die sich mit der Gesundheit von Mensch und Umwelt in beiden Ländern befassen. Das Treffen findet am Ufer des Vechte-Sees in Nordhorn statt. „Das MEDUWA Stakeholder-Partner-Treffen ist eine Plattform für Wissensaustausch“, erklärt Projektmanagerin Bianca Müllmann vom IUSF. „Seit der ersten Zusammenkunft im März 2018 haben die Stakeholder wertvolle Beiträge in Form von Beratung, Daten und Kontakten für das Projekt sowie die Identifizierung von Vermarktungsmöglichkeiten geleistet.“ Das diesjährige Treffen wird sich weiterhin auf diesen Ansatz stützen, der es zukünftigen Nutzern der Innovationen ermöglicht, zu ihrer Entwicklung beizutragen. Was niederländische und deutsche Praktiker voneinander lernen können, ist ein weiterer Schwerpunkt dieser zweiten Zusammenkunft.

Die zu entwickelnden Lösungen konzentrieren sich auf Medikamentenrückstände von der „Quelle bis zur Senke“: Um das Problem ganzheitlich anzugehen, werden Lösungen entwickelt, die die Medikamente gar nicht erst ins Wasser gelangen lassen bis hin zu ihrer Entfernung aus dem Wasser. Beispiele für Innovationen sind ein Überwachungssystem zur Messung von Substanzen im Wasser rund um die Uhr und wie sich diese auf die Wasserumwelt auswirken oder etwa die Verringerung der Abhängigkeit von Antibiotika für die Tiergesundheit. Ebenfalls angedacht sind Filtrations- und Oxidationstechnologien zur Reduzierung oder Beseitigung von Schadstoffen, antibiotische Substitute aus pflanzlichen Quellen, Arzneimittel aus pflanzlichen und tierischen Enzymen sowie ein Online-Tool zur Visualisierung von Veränderungen im gesamten Flusseinzugsgebiet. Insgesamt decken die Innovationen zahlreiche Einsatzmöglichkeiten ab.

Das Watershed Information System (WIS) wird es den Nutzern beispielsweise ermöglichen, die Verbreitung von Medikamenten und multiresistenten Bakterien unter verschiedenen hydrologischen, klimatischen und anderen Szenarien zu vergleichen. Das Modell "Geo-referenziertes regionales Umweltbewertungsinstrument für europäische Flüsse" (GREAT-ER) hilft den Nutzern, Hotspots im Fluss und ihrer Nebenflüsse zu identifizieren. Ein weiteres Werkzeug innerhalb des WIS, der Grauwasser-Fußabdruck, ermöglicht es den Anwendern, die Freisetzung von Medikamenten und Bakterien in die Umwelt aus den Hauptquellen wie Krankenhäusern, Haushalten und landwirtschaftlichen Betrieben sowie aus der Produktion einzelner landwirtschaftlicher Produkte wie Fleisch und Milchprodukten zu berechnen und zu vergleichen.

„Das Projekt bietet den Unternehmen einen Vorsprung bei der Entwicklung und der Einführung der Innovationen“, so Projektinitiator und Mitglied der Projektkoordination Alfons Uijtewaal der in Enschede ansässigen Stiftung Huize Aarde. „Mit Unterstützung der EU und der beteiligten Forschungseinrichtungen ist es möglich, bei der Bewältigung dieser komplexen Herausforderung wegweisende Fortschritte zu erzielen.“ Am Ende des Tages werden die Beteiligten eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit über das Ende des Projekts im Jahr 2020 hinaus zu fördern. Weitere Informationen unter: www.meduwa.eu

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Neuer Graben / Schloss, 49074 Osnabrück
Tel: +49 541 969 4516
oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de