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Pressemeldung

Nr. 221 / 2017

16. Juni 2017 : Das Morgenland im Klassenzimmer: Universität kooperiert mit renommiertem Festival

Erstmalig ist die Universität Osnabrück offizieller Kooperationspartner des international renommierten Morgenland Festivals mitten in Osnabrück. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Musik des Libanon: Ein Land zauberhaft gelegen am Mittelmeer, mit aktuell über einer Million Flüchtlinge aus Syrien, mit schmerzhafter Geschichte, mit dem vielleicht besten Essen der Welt – und einer spannenden Musikszene!

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© Foto / Anna Rakhvalova

Besuchte Osnabrücker Schülerinnen und Schüler im Unterricht: Layale Chaker, Musikerin des Morgenland Festivals aus dem Libanon.

Studierende des Institutes für Musikwissenschaft und Musikpädagogik holen das Morgenland auch in Osnabrücker Klassenzimmer. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern finden sie Berührungspunkte in der zunächst als fremd empfundenen Musik des Libanon und organisieren als Höhepunkte einen Unterrichtsbesuch der Künstlerinnen und Künstler – zum Beispiel von Layale Chaker.

Die in Paris lebende Ausnahmemusikerin lässt in ihrem Projekt „Mkammas - von Goldenen Zeiten“ den Libanon der 50er Jahre wieder aufleben: »Wie unsere freigeistigen Beduinen kennt auch unsere Musik weder die Zersetzung des „Fruchtbaren Halbmonds“ in viele kleine Staaten, noch die Trennung von Land und Geschichte. Sie weiß nichts von der Geburt der Krise, nichts vom Streben nach Existenz, nach Identität und Vorherrschaft zwischen all diesen frisch gezeichneten Grenzen. (...) Jeder Moment im Leben von Assyrern, Aramäern, Arabern, Kurden und Beduinen wird von ein und den selben Rhythmen und Melodien begleitet. Was könnte geopolitische Deals und Wirren besser überwinden, als dieser Gedanke?«, erklärt sie.

»Es ist ein Sog – wenn man einmal angefangen hat, sich mit dieser faszinierenden Musik zu beschäftigen, möchte man sich immer tiefer versenken«, schwärmt Edin Mujkanovic, der das Seminar gemeinsam mit Prof. Dr. Dorothee Barth durchführt. Als Musikdidaktikerin ergänzt Barth: »Mich hat die Offenheit der Osnabrücker Musiklehrer sehr gefreut. Obwohl diese Musik auch für sie neu ist, sind sie unserer Einladung gefolgt und haben sich neugierig und offen auf die Musik eingelassen. Das ist ein wichtiger Schritt zu interkultureller Kompetenz!«

Vor allem die persönliche Begegnung mit den Musikern kann Grenze schneller überwinden als das Wissen über Musiktheorie, was Timo Neumann, ein Student des Lehramts nur bestätigen kann: »Durch das gemeinsame Musizieren mit den Musikerinnen und Musikern wurde plötzlich die fremde Musik ein Stück weit zu meiner eigenen. Das war eine ganz besondere Erfahrung.« Von dieser Erfahrung waren wohl auch die Schülerinnen angetan, denn immerhin hat eine halbe Klasse freiwillig das Konzert mit Layale Chaker zusammen mit vier Musiklehrerinnen und -lehrern besucht.

Weitere Informationen für die Redaktion:
Prof. Dr. Dorothee Barth, Universität Osnabrück
Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik
Neuer Graben / Schloss, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4249
dorothee.barth@uni-osnabrueck.de