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Pressemeldung

Nr. 56 / 2017

14. März 2017 : Der legendäre EMS Synthi 200

Der Studiosynthesizer EMS Synthi 100 ist ein elektronisches Musikinstrument der Extraklasse. Von den weltweit auf nur ca. 35 geschätzten Exemplaren konnte die Universität Osnabrück 1981 mit finanzieller Unterstützung der VW-Stiftung das verbesserte und vermutlich weltweit einzigartige Modell Synthi 200 erwerben. Vom 6. bis 11. März hat die schwedische Künstlerin Lisa Stenberg im Studio B des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik an dem aufwendig gebauten und flexiblen Studiosynthesizer an ihrer elektronischen Komposition gearbeitet.

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© Universität Osnabrück / Elena Scholz

Lisa Stenberg und Prof. Dr. Bernd Enders vor dem legendären Instrument.

»Der modular aufgebaute Synthi 100 ist legendär und heiß begehrt, sogar ein defektes Instrument wurde kürzlich für ca. 100.000 Euro gehandelt.«, erklärt der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Bernd Enders. In Deutschland gibt es wahrscheinlich nur fünf dieser Instrumente, darunter eines in Köln, das der weltbekannte Komponist Karlheinz Stockhausen früher nutzte. Es kommen Musiker extra nach Osnabrück, um sich vor dem Gerät fotografieren zu lassen.

Stenberg, geboren und aufgewachsen in einem kleinen Ort in Nordschweden, komponiert und interpretiert instrumentale, elektroakustische und elektronische Musik. Ihre Musiksprache bewegt sich im elektroakustischen Kontinuum zwischen aufgezeichneten Umweltgeräuschen und synthetischen Klängen, die sie in langsam schwebenden Klangschichten künstlerisch verbindet. Sie komponiert im Kontext darstellender Künste, arbeitet mit Choreografen, Tänzern und anderen Künstlern zusammen und konzipiert öffentliche Klanginstallationen, wie zum Beispiel im Jahr 2014 ein dauerhaft laufendes Stück in einer Fußgängerunterführung im Zentrum der Stadt Umeå.

Seit 2013 ist sie in der experimentellen Musikszene Stockholms als Mitglied der legendären Künstlerszene Fylkingen (eine der weltweit ältesten Organisationen der zeitgenössischen experimentellen Musik, die 1933 gegründet wurde) und im EMS (Elektronmusikstudion) in Stockholm aktiv. Ihre Komposition, an der Lisa Stenberg nun als Gast (composer in residence) an der Universität Osnabrück gearbeitet hat, soll in Athen und in Kassel im Rahmen der „documenta“ 2017 uraufgeführt werden.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Bernd Enders, Universität Osnabrück
Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik
Neuer Graben / Schloss, 49074 Osnabrück
bernd.enders@uni-osnabrueck.de