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Pressemeldung

Nr. 239 / 2017

05. Dezember 2017 : Die Universität Osnabrück trauert um Prof. Dr. Claus Kerkhoff

Die Universität Osnabrück trauert um den Biochemiker Prof. Dr. Claus Kerkhoff, der nach schwerer Krankheit im Alter von 55 Jahren am 25. November verstarb. Professor Kerkhoff war maßgebend und mit großem organisatorischem Geschick an der Gründung und Fortentwicklung des Instituts für Gesundheitsforschung und Bildung beteiligt.

Dabei hat er dem von ihm geleiteten Fachgebiet Biomedizinische Grundlagen eine neue, unter anderem stark mit dem Niedersächsischen Institut für Berufsdermatologie sowie mit dem Forschungszentrum „Center of Cellular Nanoanalytics Osnabrück“ verknüpfte Forschungsrichtung gegeben. Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Studierenden sind tief bestürzt über diesen schweren Verlust.

Professor Kerkhoff wurde am 9. Mai 1962 in Ahaus/Westfalen geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1982 bis 1989 Chemie an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster und schloss das Studium mit dem Diplom ab. Von 1989 bis 1994 widmete er sich Forschungsarbeiten an den Instituten für Klinische Chemie der Universitäten Münster und Regensburg. Aus diesen Arbeiten ging seine Dissertation zum Thema „Regulation des Cholesterin-Ein- und Austransportes in humanen mono-nukleären Phagozyten“ hervor. Von 1994 bis 1997 wirkte Claus Kerkhoff als wissenschaftlicher Mitarbeiter an zahlreichen Instituten mit: am Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie der Universität Regensburg, am Institut für Molekularpharmakologie der Medizinischen Hochschule Hannover, und am Institut für Experimentelle Dermatologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. An diesem Institut wurde er 1998 zum wissenschaftlichen Assistenten ernannt.

Seine Forschungen zur „Rolle der Calcium-bindenden Proteine S100A8 und S100A9 im intra- und transzellulären Arachidonsäure-Metabolismus von Zellen des vaskulären Kompartiments“ bildeten die Grundlage seiner Habilitation, die im Jahr 2003 im Fach Immunologie an der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erfolgte. Im folgenden Jahr ernannte ihn die Westfälische Wilhelms-Universität Münster zum Wissenschaftlichen Oberassistent am Institut für Immunologie. Dort hat er bis 2009 gewirkt. Von 2010 bis 2011 arbeitete Claus Kerkhoff am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und übernahm in den beiden folgenden Jahren die Projekt- und Laborleitung der Fraunhofer-Forschergruppe „Extrakorporale Immunmodulation“ in Rostock, wo er gleichzeitig am Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums wirkte. Seit Mai 2013 leitete Professor Kerkhoff das Fachgebiet Biomedizinische Grundlagen der Gesundheitswissenschaften im Institut für Gesundheitsforschung und Bildung der Universität Osnabrück.

Seine Forschungsinteressen galten vor allem den molekularen Mechanismen der Stressantwort-induzierten S100-Genexpression in Epithelzellen, der Rolle der beiden S100-Proteine S100A8 und S100A9 in der Wundheilung sowie molekularen Mechanismen der Inflammations-assoziierten Tumorgenese. Professor Kerkhoff zeichnete sich durch rege nationale und internationale wissenschaftliche Aktivitäten aus. Er wirkte als Gutachter für mehr als 40 internationale Fachzeitschriften, ferner für Institutionen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, den Northern Ireland Chest Heart & Stroke, die Research Promotion Foundation of Cyprus, den Luxembourg National Research Fund und den Latvian Science Council. Zwei Ergebnisse seiner Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wurden patentiert.

Das Institut für Gesundheitsforschung und Bildung verdankt Professor Kerkhoff unermesslich viel: Er hat als Vorsitzender des Prüfungs- und Haushaltsausschusses gewirkt, war Mitglied zahlreicher Kommissionen und auch des Fachbereichsrates. In seiner fast zwei Jahre währenden Tätigkeit als Institutsdirektor hat Claus Kerkhoff mit großer Umsicht und Sorgfalt die mit dem Aufbau verbundenen schwierigen Aufgaben zu meistern verstanden. Von den Studierenden wurde er als ein akademischer Lehrer mit großer Hingabebereitschaft und Empathie, als ein respektvoller, fairer, zuverlässiger und jederzeit ansprechbarer Mensch geschätzt.

Seine wissenschaftlichen Interessen, die weit über seine Fachdisziplin hinausreichten und mehr und mehr auch wissenschaftsethische und wissenschaftsphilosophische Fragen einschlossen, haben ihn zu einem allseits willkommen geheißenen und geschätzten Kollegen geformt. In seiner menschlichen Wärme, persönlichen Zugewandtheit und einzigartigen stoischen Gelassenheit hinterlässt er im Institut eine große Lücke. Tiefer aber reißt sein Tod eine Lücke in seine junge Familie. Ihr gilt das besondere Mitgefühl aller Mitglieder des Instituts für Gesundheitsforschung und Bildung und des Fachbereichs Humanwissenschaften.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
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