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Pressemeldung

Nr. 219 / 2017

10. November 2017 : International bedeutsam: Forschungsbau „Center of Cellular Nanoanalytics Osnabrück“ feierlich eingeweiht

Es ist ein Gebäude, das die internationale naturwissenschaftliche Forschungsstärke der Universität Osnabrück sichtbar macht: Mit dem bundesweit einmaligen interdisziplinären Zentrum für zelluläre Nanoanalytik sollen neue Ansätze der modernen Zellbiologie realisiert werden. Wissenschaftler aus über 30 Arbeitsgruppen verschiedener Bereiche der Naturwissenschaften und Mathematik werden dort künftig mithilfe modernster Technik forschen. Die feierliche Einweihung des Center of Cellular Nanoanalytics (CellNanOs) fand am Freitag, 10. November, am Campus Westerberg statt.

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© Universität Osnabrück / Elena Scholz

Freuen sich über die neue Forschungsstätte: Vertreterinnen und Vertreter des Landes, der Stadt und der Universitätsleitung mit dem Vorstand des CellNanOS.

Zur Vorgeschichte: Nach einer vergleichenden Begutachtung durch den Wissenschaftsrat wurde die Finanzierung des Forschungsbaus CellNanOs mit jeweils 50 Prozent durch das Land Niedersachsen und den Bund empfohlen. Unter dem Begriff „Forschungsbau“ wird die gemeinsame Förderung von Neu-, Um- oder Erweiterungsbauten mit national einmaliger Forschungsprogrammatik an Hochschulen durch das Land und den Bund verstanden. Neben dem European Legal Studies Institute ist das CellNanOS der zweite Forschungsbau der Universität Osnabrück.

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Bei der Einweihung zeigte sich Carsten Mühlenmeier, Leiter der Hochschulabteilung im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, beeindruckt: »Mit dem CellNanOS ist in Deutschland ein Zentrum der Zellbiologie entstanden, das mit seinem interdisziplinären Ansatz auch für die internationale Forschung bestens aufgestellt ist. Für die Universität Osnabrück bietet das neue Forschungszentrum die Chance, die fächerübergreifende Zusammenarbeit weiter auszubauen. Damit schärft die Universität ihr Profil und stärkt zugleich den Forschungsstandort Niedersachsen.« Eine Aussage, der auch der Präsident der Universität, Prof. Dr. Wolfgang Lücke, zustimmt: »Die Biologie der Universität Osnabrück verfügt über internationale Strahlkraft – und das bereits seit vielen Jahren. Möglich ist ein solcher Erfolg indes nur, weil alle an einem Strang ziehen. Auch in dieser Hinsicht ist das fächerübergreifende Engagement der Beteiligten mehr als nur beispielhaft.« Ebenfalls beeindruckt zeigte sich Eva-Maria Westermann, Osnabrücker Ratsmitglied, die in ihrer Rede unterstrich, wie sehr ein solches Forschungszentrum der gesamten Region zugute komme.

Das dreistöckige Forschungszentrum ist an das Hauptgebäude der Biologie angeschlossen und bietet der Universität die Möglichkeit, ihren gesamten naturwissenschaftlichen Bereich auszubauen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Bereiche Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Kognitionswissenschaft können aktuelle Fragen der Zellbiologie auf international kompetitiver Ebene bearbeitet werden. »Im Vordergrund steht dabei die Erforschung der Funktion von Proteinen im zellulären Zusammenhang. Im Forschungsbau geben modernste bildgebende und bioanalytische Techniken Einblicke in komplexe zelluläre Prozesse, die auch neue Ansätze zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder Krebs ermöglichen«, erklärte Prof. Dr. Jacob Piehler, Biophysiker des Fachbereichs Biologie/Chemie der Universität Osnabrück.

Das Gebäude, entworfen vom Hannoveraner Architekturbüro BKSP Grabau, Leiber, Obermann und Partner mbB, umfasst insgesamt 1.500 Quadratmeter Hauptnutzfläche, verteilt auf drei Stockwerke. Dabei ist das Erdgeschoss für hochempfindliche Licht- und Elektronen-Mikroskopie vorgesehen. Es erfüllt sehr hohe biologische und physikalische Sicherheitsanforderungen, die beispielsweise die Verwendung von Hochleistungs-Lasern zur Erforschung von Infektionsprozessen ermöglicht.

Im ersten Obergeschoss befinden Forschungslabore, die den beteiligten Arbeitsgruppen eine umfassende Infrastruktur für organische und anorganische Synthesen sowie Biochemie, Molekular- und Zellbiologie zur Verfügung stellt. Im zweiten Obergeschoss finden sich unter anderem Büro- und Schulungsräume sowie ein Konferenzraum. Realisiert wurden neben klassischen Büros auch Open-Space-Büros, Konferenz- und Besprechungsräume sowie durch Offenheit geprägte Kommunikationszonen. Ein Virtual Reality Labor soll es Wissenschaftlern ermöglichen, dreidimensionale Darstellungen von Zellen nicht nur von außen zu betrachten sondern virtuell selber „einzutreten“. Eine technische Besonderheit stellt die schwingungsarme Bodenplatte des Gebäudes dar. Sie trägt einen Betonblock von 80 Tonnen mit einer gefederten Aufhängung. Nur mit Mikroskopen auf solch einem Fundament behalten die Forscher einen „ruhigen“ Blick auf die kleinsten Funktionseinheiten einer Zelle.

In der Fassadengestaltung nimmt ein umlaufendes Ziegelband die Materialität der umgebenden historischen Gebäude auf und erinnert somit auch an die zuletzt entstandenen Neubauten auf dem Campus. Cristina von Pozniak-Bierschenk, Leiterin des Staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland, hob die gute Zusammenarbeit hervor: »Es ist erfreulich, wie effektiv und reibungslos der Planungs- und Bauprozess verlaufen ist. Dafür danke ich insbesondere den Projektbeteiligten der Universität Osnabrück sowie unseren Fachplanern.«

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Jacob Piehler, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastraße 11, 49076 Osnabrück
Tel. +49 541 969 2800
piehler@uni-osnabrueck.de