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Pressemeldung

Nr. 189 / 2017

10. Oktober 2017 : Neu berufen: Der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Maarten Van Zalk beginnt seine Tätigkeit an der Universität Osnabrück

Entwicklungs- und Sozialpsychologie, Methodenlehre und Klinische Psychologie: Prof. Dr. Maarten Van Zalk ist breit aufgestellt, was die verschiedenen psychologischen Fachgebiete angeht. Seit dem 1. Oktober hat der gebürtige Niederländer die Professur für Entwicklungspsychologie an der Universität Osnabrück inne. Mit seiner Ankunft wird zugleich eine thematische Neuorientierung im Fachgebiet vorgenommen.

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© Prof. Dr. Maarten Van Zalk

Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Maarten Van Zalk ist seit 1. Oktober Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Osnabrück. Foto: privat

Geboren 1981 in Hengelo, studierte Van Zalk von 2000 bis 2005 Psychologie an der Universität Utrecht. »Bereits in der Schule hat es mich interessiert, wie Menschen sich entwickeln, welche Mechanismen dem zugrunde liegen; da lag ein Psychologie-Studium einfach nahe.« Dieses Interesse war nicht allein im wissenschaftlichen Denken begründet, sondern darüber hinaus auch in der realen Lebenswirklichkeit, was dazu führte, dass der Student bereits im ersten Semester an einem Projekt für gefährdete Jugendliche teilnahm.

Nach dem Master-Abschluss folgte die Arbeit an der Dissertation, in der Van Zalk sich mit der Frage befasste, wie Jugendliche Freundschaften schließen und vor allem mit wem. »Es ging mir darum, die Hintergründe dieser Entscheidungen zu verstehen.« Nach Abschluss dieser 2009 eingereichten Untersuchung war es für Van Zalk klar, dass seine Zukunft in Forschung und Lehre liegen würden. Wobei er indes sich auch in den folgenden Stationen seiner Karriere nicht allein auf die klassische Entwicklungspsychologie fokussierte. Ebenso wichtig ist ihm die Sozialpsychologie, wobei er versucht, beide Teildisziplinen zu verbinden. In den folgenden Jahren arbeitete der Wissenschaftler – unter anderem als DAAD-Gastprofessor – an renommierten Universitäten in Schweden, den Niederlanden und Großbritannien, seine letzten Stationen waren die Universitäten Münster und Oxford.

Hier in Osnabrück möchte Van Zalk nun diesen verbindenden Ansatz beibehalten und hat bereits verschiedene Projekte in Vorbereitung. Im Vordergrund dabei steht der methodische Ansatz, weniger im Labor zu forschen, sondern stattdessen das menschliche Verhalten im Kontext der realen Lebenswirklichkeit zu erfassen und zu analysieren. Eines dieser angedachten Projekte bezieht sich auf die Arbeit mit Psychologiestudierenden, die er in Forschungspraktika einbinden will, damit sie künftig Schüler mit den Auswirkungen von Vorurteilen vertraut machen können. Das Besondere dabei: Es geht nicht um die Dämonisierung von Vorurteilen, sondern darum, ihnen ein positives tolerantes Denken entgegenzusetzen, den Schülern also Alternativen aufzuzeigen. Die Studierenden sollen auf diese Weise eng in die Forschung eingebunden werden. Langfristig ist es vorgesehen, dass sie zum Abschluss solcher Kurse, in denen sie erlernen, wie man sensitiv mit kulturellen Unterschieden umgeht, ein Zertifikat erhalten werden.

Prof. Van Zalk betont, dass in diesem "Tolerance Project" vor allem die didaktischen Fähigkeiten trainiert werden, die später als Therapeut und in der Schule bei der Arbeit mit Jugendlichen wichtig seien – vor allem wenn man beispielsweise mit Geflüchteten oder Patienten mit einem anderen ethnischen Hintergrund arbeitet. Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Situation jugendlicher Geflüchteter: »Ungefähr 85 Prozent von ihnen haben psychosoziale Probleme, aber weniger als fünf Prozent bekommen überhaupt eine Form von Unterstützung«, erklärt Van Zalk. »Wir beginnen ein Projekt, in dem die Studierenden wissenschaftliche Erfahrungen in diesem Kontext sammeln können.«

Diese Schwerpunkte ersetzen indes ein bisheriges Projekt: So wird die Babysprechstunde, die seit vielen Jahren von der Universität für Eltern von Kindern zwischen 0 und 3 mit Regulationsstörungen angeboten wurde, eingestellt. Die sehr erfolgreich arbeitende Einrichtung war von Prof. Van Zalks Vorgängerin, Prof. Dr. Heidi Keller, und weiteren Lehrenden der Psychologie ins Leben gerufen worden. Van Zalk betont, dass unabhängig vom Einstellen der Sprechstunde die Studierenden auch weiterhin eine starke Praxisorientierung in ihrer Ausbildung erhalten werden. Dies unterstützt auch der Vizepräsident für Hochschulentwicklung und Strategie, Prof. Dr. Thomas Bals: »Ich bin mir sicher, dass wir mit den neuen innovativen Projekten von Prof. Van Zalk für unsere Psychologiestudierenden interessante neue Perspektiven schaffen.«

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Oliver Schmidt, Universität Osnabrück
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Neuer Graben 29, 49069 Osnabrück
Tel: +49 541 969 4516
oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de