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Pressemeldung

Nr. 62 / 2018

12. April 2018 : Türkei im Umbruch - Öffentliche Ringvorlesung mit zehn türkischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in der Türkei nicht mehr tätig sein dürfen

Die Türkei ist im Umbruch. Um die politischen, kulturellen und ökonomischen Facetten zu beleuchten, organisiert Dr. Bediz Yilmaz vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück im Sommersemester 2018 eine Ringvorlesung. Eingeladen sind zehn renommierte türkische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die aus politischen Gründen nicht mehr in der Türkei tätig sein dürfen. Die erste öffentliche Veranstaltung findet am Montag, 16. April, um 14.15 Uhr im ehemaligen Kreishaus, Neuer Graben 40 statt. Gast ist Dr. Melehat Kutun von der Universität Kassel.

„Die Ringvorlesung behandelt Schlüsselthemen des Umbruchs in der Türkei wie den Aufstieg des Autoritarismus und Ein-Mann-Regimes, das Erstarken religiöser Institutionen, die Situation von Geflüchteten sowie städtische Transformationen“, berichtet die Organisatorin Dr. Bediz Yilmez. Sie selbst musste 2016 die Türkei verlassen und vertritt derzeit die Professur „Migration und Gesellschaft“ an der Universität Osnabrück.

Alle Vortragenden unterschrieben 2016 eine Friedenspetition, in der sie die türkische Regierung aufforderten, das harte Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung im überwiegend von Kurden bewohnten Südosten des Landes zu beenden. Seit der Veröffentlichung der Petition wurden fast 500 Unterzeichnende von ihren türkischen Universitäten entlassen, zur Kündigung oder Pensionierung gezwungen. Ungefähr 50 von ihnen sind derzeit über Stipendien an deutschen Hochschulen tätig.

Die Mehrzahl kann derweil die Türkei aufgrund einer zusammen mit der Kündigung verordneten Reisepass-Sperre nicht verlassen, wodurch kritische Stimmen in der Wissenschaft zum Schweigen gebracht werden sollen. „In dieser Situation öffnet die Ringvorlesung einen Raum für diese Stimmen und vergegenwärtigt die mangelnde akademische Freiheit in der Türkei“, so Bediz Yilmaz. Die Gastvortragenden werden entweder als Exilierte nach Osnabrück kommen oder per Videokonferenz aus der Türkei dazu geschaltet.

Die Ringvorlesung wird unter anderem durch die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt Stiftung finanziell unterstützt. Die Vorträge werden aufgezeichnet und stehen dann online auf der Seite www.sozialwissenschaften.uni-osnabrueck.de der Universität Osnabrück sowie auf der Seite der Off-University (Organisation für den Frieden) zur Verfügung.

Die Ringvorlesung findet bis zum 2. Juli jeweils am Montag zwischen 14.15 und 15.45 Uhr statt. Das Gesamtprogramm ist unter folgender Adresse abrufbar: www.imis.uni-osnabrueck.de/fileadmin/6_Veranstaltungen/Ringvorlesung_Contemporary_Turkey_SoSe_2018.pdf

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Bediz Yilmaz, Universität Osnabrück,
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien,
Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück,
Tel.: +49 541 969 4796,
E-Mail: bediz.yilmaz.bayraktar@uni-osnabrueck.de