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Pressemeldung

Nr. 295 / 2015

01. Dezember 2015 : Uni Osnabrück feiert zehn Jahre Aufbaustudiengang Berufsschullehramt

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Ein vor zehn Jahren an der Universität Osnabrück eingerichteter (Quereinstiegs)Masterstudiengang bietet die Möglichkeit, sich zum Lehrer für berufliche Schulen weiterzuqualifizieren und ergänzt so den grundständigen einschlägigen Lehramtsstudiengang für berufliche Schulen. Auf der Jubiläumsveranstaltung zogen die Verantwortlichen am 20. November eine positive Bilanz dieses landesweit einmaligen Angebots.

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© Universität Osnabrück / Kristina Beinke

Die Universität Osnabrück feiert zehn Jahre Aufbaustudiengang Berufsschullehramt. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Manfred Eckert von der Universität Erfurt.

Seit Jahren fehlen in Niedersachsen im gewerblich-technischen Bereich Lehrkräfte für berufliche Schulen, insbesondere in den beruflichen Fachrichtungen Elektrotechnik und Metalltechnik. In der Lehr- und Forschungseinheit Erziehungswissenschaft und verantwortet vom Fachgebiet Berufs- und Wirtschaftspädagogik werden daher an der Universität Osnabrück verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung des einschlägigen Studienangebots unternommen. Dazu zählen neben dem Quereinstiegsmaster zusätzlich auch Maßnahmen zur Rekrutierung von Studierenden wie der „Schüler-Lehrer-Akademie“ sowie erfolgreiche drittmittelgeförderte Initiativen wie „HoPe“ und das im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung geförderte Projekt „PLan C“ zur Erhöhung der Studierendenzahl und Absolventenquoten im Lehramt für berufliche Schulen.

Der Quereinstiegsmaster will diesem Lehrermangel entgegenwirken, indem er sich an Ingenieurinnen und Ingenieure mit einem Bachelor oder einschlägigem (Fach)Hochschulabschluss aus dem Metall- und Elektrobereich richtet, die als Berufsperspektive eine Lehrtätigkeit an beruflichen Schulen anstreben. Die dazu erforderlichen fachdidaktischen und erziehungswissenschaftlichen Kompetenzen bzw. Kenntnisse und Fertigkeiten sowie das Studium eines allgemeinbildenden Unterrichtsfaches werden in diesem Aufbaustudium an der Universität Osnabrück in vier Semestern erworben. Im Jahr 2014 wurde zudem die berufsbegleitende Variante „LBSflex“ dieses Studiengangs als Modellversuch eingerichtet, mit der es ermöglicht wird, das Studium während der Berufstätigkeit in sechs Semestern zu absolvieren.

Mit diesen Studienangeboten erhalten einerseits Ingenieurinnen und Ingenieure die Chance, ihrem Wunsch nach der Ausübung des Lehramtes nachgehen zu können. Und andererseits profitieren die Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen von der umfangreichen Praxiserfahrung ihrer Lehrerinnen und Lehrer, die mitunter sogar in denselben Betrieben wie ihre Schüler gearbeitet haben.

Auf der Jubiläumsveranstaltung, an der rund 60 ehemalige Studierende teilnahmen, die heute als Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen tätig sind, betonte Prof. Dr. Thomas Bals, Berufspädagoge und Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Kulturwissenschaften der Universität Osnabrück, die enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis in dem Programm: »Es hat sich gezeigt, dass die Abschlussquote des Studiengangs bei rund 90 Prozent liegt. Diese außerordentlich hohe Zahl dürfte andernorts nur selten zu finden sein und ist zusammen mit den positiven Rückmeldungen bezüglich der Bewährung dieser Absolventinnen und Absolventen durch die örtlichen Schulleiterinnen und Schulleiter ein deutliches Zeichen für uns, mit unserer Arbeit und dem Quereinstiegsmaster weiterzumachen.« Auch Gabriele Hackbarth vom Niedersächsischen Kultusministerium lobte das besondere Engagement der Universität Osnabrück für diesen landesweit einmaligen Studiengang.

In dem anschließenden Festvortrag ging Prof. Dr. Manfred Eckert von der Universität Erfurt auf die akademische Ausbildung zum Gewerbelehrer und auf die Quer- und Seiteneinsteiger als “Sondermaßnahme“ zur Lehrkraftgewinnung ein. Dabei machte der Erziehungswissenschaftler deutlich, dass es beim Quereinstieg in die Schule für Ingenieurinnen und Ingenieure vor allem darauf ankomme, ein systematisch aufgebautes und theoriegeleitetes Studium zu absolvieren, um berufsbiographische Entwicklungsprozesse in Gang zu setzen. Abschließend stellte er heraus, warum das zehnjährige Jubiläum des Quereinstiegsmasters so bedeutungsvoll ist: »Das Modellkonzept selbst ist nicht neu und nicht originell, aber das Modell hier ist jetzt zehn Jahre alt und lebendige Realität. Es hat neue Entwicklungen angestoßen und wurde erfolgreiche in die Realität der Bildungslandschaft implementiert - sowohl an der Universität, aber auch in der Kultusadministration und bei den Schulverwaltungen, in der Bildungspolitik und an den Studienseminaren und den Schulen. Das verdient allergrößte Anerkennung!«  

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Thomas Bals, Universität Osnabrück
Leiter des Instituts für Erziehungswissenschaft
Katharinenstraße 24, D-49078 Osnabrück
Tel. +49 541 969 6305
tbals@uni-osnabrueck.de