Leben in der Superdiversität. Über das Zusammenleben in der Gesellschaft der Minderheiten

Werkstattgepräch (MARKK, Hamburg)

Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit haben so viele Leute aus so verschiedenen Regionen der Erde so eng in großen und kleineren Städten zusammengelebt wie heute. Zugleich ist diese „Superdiversität“ schon fest etabliert, neu ankommende Menschen treffen auf die hier geborenen Kinder und Enkel der vor Jahrzehnten Eingewanderten. All das verändert unsere Stadtviertel: Die bisherige Mehrheit „ohne Migrationsgeschichte“ hört auf, in der Mehrheit zu sein, sie wird zu einer Minderheit unter anderen Minderheiten. Für nicht Wenige ist dies eine Herausforderung. Wie also gehen Menschen „ohne Migrationshintergrund“ mit dieser Situation um? Fühlen sie sich auf einmal „fremd“ im eigenen Stadtteil oder begrüßen sie die zunehmende Vielfalt? In ihrer bahnbrechenden Untersuchung „Becoming a Minority“ kommen Maurice Crul und Frans Lelie zu verblüffenden Ergebnissen: Egal, ob Menschen eine positive oder negative Meinung zu Migration und Diversität haben – sie nehmen längst Teil an gemeinsamen nachbarschaftlichen Praktiken, aus denen ersichtlich wird, wie man in einer superdiversen Umgebung gut zusammenleben kann. 

Nach einer Einführung in die zentralen Thesen und Ergebnisse der Forschungsarbeit durch die beiden Autor*innen Maurice Crul und Frans Lelie diskutieren wir mit Akteur*innen aus der Communityarbeit und werfen einen Blick auf die Praxis des Zusammenlebens in superdiversen Stadtteilen: Welche Strategien des Zusammenlebens haben sich entwickelt, welche Rolle spielt dabei die Gestaltung des öffentlichen Raums und welche Forderungen an die Politik ergeben sich daraus? 

Es diskutieren & informieren:
Prof. Maurice Crul & Frans Lelie – Freie Universität Amsterdam
Dr. Jens Schneider – SFB 1604 „Produktion von Migration“, Universität Osnabrück
Özlem Avcı – Lehrerin, Künstlerin sowie aktiv in den Bereichen Kultur und politische Bildung
Sahar Syawash  – Gemeinwesenarbeiterin, Poliklinik Veddel, Schwerpunkt Wohnen

Moderation:
Dîlan Sina Balhan – freie Moderatorin und Bildungsreferentin sowie Rechtsanwältin,  Hamburg

Begrüßung: 
Dr. Barbara Plankensteiner – Direktorin des MARKK

Eine Kooperation von Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg, Sonderforschungsbereich "Produktion von Migration", verikom gGmbH und dem MARKK. 

Kontakt:  Jens Schneider

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