Podcast ›Production Site‹
›Production Site‹
Der Podcast über die gesellschaftliche Aushandlung von Migration
Wie wird Migration gesellschaftlich verhandelt? Welche Perspektiven prägen wissenschaftliche und öffentliche Debatten? Und wie können wir Migration jenseits vermeintlicher Selbstverständlichkeiten neu denken?
In der ersten Staffel des Podcasts Production Site sprechen internationale Wissenschaftler:innen und Expert:innen in sechs Episoden über zentrale Fragen der Migrationsforschung. Das Besondere: Auf jedes Gespräch folgt ein reflexiver Abschlussdialog mit Wissenschaftler:innen des Sonderforschungsbereichs „Produktion von Migration“ (SFB 1604) der Universität Osnabrück. Gemeinsam ordnen sie die diskutierten Themen ein, hinterfragen etablierte Perspektiven und beleuchten sie aus der reflexiven Forschungsperspektive des SFB. Ergänzt wird die Staffel durch eine Bonus-Episode, die den Sonderforschungsbereich 1604 porträtiert und Einblicke in seine Forschung, Fragestellungen und Arbeitsweise gibt.
Production Site lädt dazu ein, Migration als gesellschaftlich hervorgebrachtes Phänomen neu zu betrachten – kritisch, interdisziplinär und im Dialog.
Staffel 1 (6+1 Episoden): Sommer 2026
Bonus Episode : Im Porträt
Der Sonderforschungsbereich „Produktion von Migration“ (SFB 1604)
In dieser Bonusepisode werfen wir einen genaueren Blick auf den Sonderforschungsbereich „Die Produktion von Migration“ (SFB 1604). Welche Begriffe und Konzepte verwendet er, und wie ist er aufgebaut? Was bedeutet „Produktion von Migration“ eigentlich? Und warum betrifft die Forschung im SFB uns alle?
Die Wissenschaftskommunikatorinnen Feline Engling Cardoso und Vera Hanewinkel moderieren diese Episode und sprechen mit Forschenden, die erklären, womit sich der SFB 1604 beschäftigt und wie seine Forschung funktioniert.
Season 01 Episode 01 : Die Vorreiterin
Czarina Wilpert und die Anfänge der Migrationsforschung in Deutschland
Sie prägte die Migrationsforschung in Deutschland von ihren Anfängen an mit: Czarina Wilpert. Als Wissenschaftlerin mit eigener Migrationserfahrung – wie gelang es ihr, sich in einem von weißen Männern dominierten Forschungsfeld zu behaupten? Welche Lebenserfahrungen prägten ihre Forschung und ihren Blick auf Einwanderinnen und Einwanderer sowie deren Nachkommen? Und was konnte sie erkennen, das Forschenden mit einem „rein deutschen Blick“ verborgen blieb?
Season 01 Episode 02 : Der Grenzgänger
Gerhard Kromschröder und seine Rollenreportage “Als ich ein Türke war”
Wie erlebte in den 1980er Jahren ein als türkischer Straßenkehrer verkleideter Deutscher den Alltag in einer migrantisierten Arbeitswelt? Welche Erfahrungen machte er in dieser Rolle und wie haben sie seine Sicht auf die deutsche Gesellschaft geprägt? Darüber spricht der Journalist Gerhard Kromschröder in dieser Folge. Dabei geht es auch um Alltagsrassismus, seine Recherchen in der rechten Szene, den Umgang mit verdrängter deutscher Geschichte und die Verantwortung des Journalismus.
Season 01 Episode 03 : Stadtbild(er)
Umkämpfte Wissensproduktion über Migration in der Stadt
Herbst 2025: Die sogenannte Stadtbilddebatte, angestoßen vom Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, erhitzt die Gemüter: Migration als „Problem im Stadtbild?“ Anlass genug, einmal genauer über das Verhältnis von Migration und Stadt nachzudenken. Wie und von wem wird Wissen über Migration in der Stadt produziert? Wie wird Migration verräumlicht? Welche machtvollen Begriffe und Kategorien wirken – und welche Alternativen zum problemzentrierten Blick lassen sich ausmachen? Darum geht es in dieser Episode.
Season 01 Episode 04 : Die neue Minderheit
Integration und Zusammenhalt in superdiversen Nachbarschaften
Großstädte werden zunehmend vielfältiger. In manchen Stadtvierteln stellt keine einzelne Bevölkerungsgruppe mehr die zahlenmäßige Mehrheit – Menschen ohne Migrationshintergrund sind dort nur noch eine Minderheit unter vielen. Was bedeutet das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die vorherrschenden Vorstellungen von Integration?
Maurice Crul und Frans Lelie von der Vrije Universiteit Amsterdam haben diese Fragen untersucht und diskutieren ihre Erkenntnisse mit dem Migrationsforscher Jens Schneider. Im abschließenden Gespräch wird er von seiner Kollegin Norma Schemschat begleitet.
Season 01 Episode 05 : (K)ein sicherer Ort?!
Klimabedingte (Im)Mobilität in den Vereinigten Staaten von Amerika
Der Klimawandel verstärkt Migration – doch wer zieht weg, wer bleibt, und warum? Aurora A. Sauter spricht mit dem Experten für Klimaanpassung Jesse M. Keenan von der Universität Tulane über die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Migration und Immobilität. Im Mittelpunkt stehen dabei die Vereinigten Staaten – einer der weltweit größten Verursacher von CO₂-Emissionen, der zunehmend auch auf eigenem Territorium mit den Folgen von Klimakatastrophen konfrontiert ist. In einem abschließenden Dialog reflektieren Aurora A. Sauter und Thomas Scheffer die weiterreichenden Implikationen dieser Entwicklungen.
Season 01 Episode 06 : Die Wissenschaftsaktivistin
Nina Glick Schillers Einsatz gegen die Erosion der Menschenrechte
Wie aktivistisch kann, sollte oder muss Migrationsforschung sein – insbesondere in Zeiten wachsenden Autoritarismus und einer beobachtbaren Erosion der Menschenrechte sowie der Rechte von Migrant*innen? In dieser Episode sprechen die Professorinnen Christine Lang und Janine Dahinden mit der international renommierten Migrationsforscherin Nina Glick Schiller genau über diese Fragen. Wie politisch neutral kann Forschung überhaupt sein, und welche Verantwortung trägt sie gegenüber der Gesellschaft?