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Artemisia Gentileschi

2.370

Dozenten

Beschreibung

apl. Prof. Dr. Melanie Ulz
Artemisia Gentileschi
Proseminar (Grundmodul B)
Dienstag, 10-12 Uhr Raum: 15/114

Artemisia Gentileschi (1593-1653) zuehlt heute zu den bedeutendsten und zugleich bekanntesten Kuenstler*innen des Barock. Das war jedoch nicht immer so. Als Tochter des Malers Orazio Gentileschi, zunuechst im vueterlichen Atelier ausgebildet, war sie zu Lebzeiten als Kuenstlerin zwar sehr erfolgreich und erlangte große berufliche Anerkennung. Nach ihrem Tod geriet sie jedoch in Vergessenheit; die ueltere Kunstgeschichtsschreibung maß ihr keine große kuenstlerische Bedeutung zu. Ein Grund hierfuer ist hoechstwahrscheinlich in der Vorstellung vom exklusiv muennlich gedachten Kuenstlergenie zu suchen; eine Vorstellung, die auf der nur dem Mann zugeschriebenen Fuehigkeit zum – geistigen – Schoepfertum (im Unterschied zum Gebueren) basiert. Diese seit der Antike tradierte Geschlechterrollenverteilung wirkt im kunsthistorischen Diskurs als struktureller Ausschlussmechanismus von Frauen als Kuenstlerinnen (im Unterschied zur Frau als Bild) teilweise bis heute nach. Erst die feministische Kunstgeschichtsschreibung der 1990er Jahre ‚entdeckte’ die Kuenstlerin und ihr Œuvre wieder. Seitdem reist die Publikation neuerer Forschungsarbeiten zu Gentileschi nicht ab und in Ausstellungen werden lange Zeit als verschollen geglaubte Bilder der OEffentlichkeit wieder zuguenglich gemacht.
Die neure Forschung aufgreifend, moechte das Seminar am Beispiel von Leben und Werk Gentileschis die historische Situation und den Stellenwert von Kuenstlerinnen u.a. im Hinblick auf Ausbildung, Berufsbild und Kunstmarkt beleuchten aber auch die von der Kunstgeschichtsschreibung produzierten Ein- und Ausschluesse von Frauen als Kuenstlerinnen kritisch diskutieren.

Literatur zur Einfuehrung
Mary D. Garrard: Artemisia Gentileschi. The image of the female hero in Italian Baroque art, Princeton UP 1989.
Susanna Stolzenwald: Artemisia Gentileschi. Bindung und Befreiung in Leben und Werk einer Malerin, Stuttgart: Belser 1991.
Dagmar Lutz: Artemisia Gentileschi. Leben und Werk, Stuttgart: Belser 2011.
Jesse M. Locker: Artemisia Gentileschi: The language of painting, New Haven. Yale UP 2015
Sheila Barker (Hg.): Artemisa Gentileschi in a changing light, London: Harvey Miller 2017

Weitere Angaben

Ort: 41/104: Di. 10:00 - 12:00 (13x), 15/114: Di. 10:00 - 12:00 (1x)
Zeiten: Di. 10:00 - 12:00 (wöchentlich), Ort: 41/104, 15/114
Erster Termin: Di , 29.10.2019 10:00 - 12:00, Ort: 15/114
Veranstaltungsart: Proseminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)

Studienbereiche

  • Veranstaltungen > Kunstgeschichte > Veranstaltungen
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