Forschung: Ein Überblick

Das Leitbild der Forschung der Professur kennzeichnet sich durch eine empirisch-quantitative sowie eine gestaltungsorientierte Auslegung von Forschungsarbeiten. Diesbezüglich geht es nicht nur um die Erforschung der Gestaltung von Informationssystemen, sondern auch um die Schaffung eines Grundverständnis, welches in der Etablierung und Entwicklung von theoretischen Grundlagen besteht. 

Die Forschungsschwerpunkte der Professur greifen aus methodischer Sicht qualitative wie auch quantitative Methoden auf, die sich auf die folgenden thematische Schwerpunkte verteilen:

 

Thematische Schwerpunkte der Forschung

Digitale und immersive Arbeitsumgebungen gewinnen zunehmend an Bedeutung und verändern die Art und Weise, wie wir arbeiten und lernen grundlegend. Diese Umgebungen, die von Virtual Reality (VR) über Augmented Reality (AR) bis hin zu Mixed Reality (MR) reichen, bieten neue Möglichkeiten für Kollaboration, Training und Innovation. Unser Lehrstuhl befasst sich aktiv mit der Gestaltung und Erforschung dieser digitalen und immersiven Arbeitswelten. Neben Grundlagenforschung konzentrieren wir uns auf die Implementierung digitaler Lehre in immersiven Umgebungen und analysieren die Anwendung dieser Technologien in organisationalen Kontexten. Wir untersuchen, wie diese Technologien Arbeitsprozesse neu gestalten, die Zusammenarbeit verbessern und Innovationen fördern und tragen so zur Entwicklung zukunftsweisender Arbeitsplätze bei. Technologien wie das Metaverse oder hybride Systeme sind dabei ein Aspekt unserer Arbeit.

 

Die Digitalisierung verändert grundlegend unsere Arbeits- und Lebensweise und ermöglicht neue Interaktionsformen. Die Interaktion mit Maschinen ist jedoch oft von Hürden geprägt, die es zu überwinden gilt, um eine effektive Mensch-Maschine-Interaktion zu gewährleisten. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Entwicklung smarter, intelligenter Assistenten, die von Nutzenden akzeptiert und so eingesetzt werden, dass ein gegenseitiger Lerneffekt entsteht. Diese intelligenten Assistenten sollten als Facilitatoren verstanden werden, sie lernen von den Nutzenden, aber auch die Nutzenden von ihnen.

Die Professur erforscht intensiv den Einsatz und die Gestaltung von textbasierten Agenten (besser bekannt als Chatbots), insbesondere im Kontext der digitalen Lehre, mit dem Ziel, die Interaktion zwischen Mensch und Bot motivierender und effektiver zu gestalten.

Ein wachsender Schwerpunkt unserer Arbeit liegt zudem auf der Erforschung von KI-Agenten und deren Potenzial, Arbeitsabläufe und Arbeitsprofile grundlegend zu verändern. Generative KI eröffnet hierbei völlig neue Möglichkeiten. Wir untersuchen hierbei digitale Agenten in immersiven Umgebungen und analysieren, wie diese konzipiert und implementiert werden können, um komplexe Aufgaben zu automatisieren, kreative Prozesse zu unterstützen und personalisierte Arbeitserlebnisse zu schaffen. Dabei betrachten wir sowohl die technischen Aspekte der Agentenentwicklung als auch die sozialen und organisatorischen Auswirkungen ihrer Einführung. Unser Ziel ist es, zu verstehen, wie KI-Agenten die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine optimieren und die Zukunft der Arbeit aktiv mitgestalten können, wobei der Mensch stets im Mittelpunkt steht. Wir untersuchen, wie diese Technologien eingesetzt werden können, um Arbeitsabläufe zu optimieren, neue Kompetenzen zu fördern und die Anforderungen an zukünftige Arbeitsprofile neu zu definieren

 

Persuasive Technologien spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Informationssystemen, indem sie darauf abzielen, die Einstellungen und das Verhalten von Nutzern auf überzeugende Weise zu verändern, ohne Zwang, Manipulation oder Täuschung. Konzepte wie digitales Nudging und Gamification fallen hierunter. Digitales Nudging nutzt verhaltensbeeinflussende psychologische Effekte, um Nutzer in ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, während Gamification spielerische Elemente in nicht-unterhaltungsbasierte Umgebungen integriert, um das Nutzungserlebnis zu verbessern oder Verhalten zu verändern. Allerdings ist der Einsatz dieser Technologien nicht unumstritten. Insbesondere digitales Nudging wird zunehmend mit dem Begriff der „Dark Patterns“ in Verbindung gebracht, also irreführenden oder manipulativen Designpraktiken, mit denen die Professur sich kritisch auseinandersetzt. Hier kommt die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) ins Spiel. KI-gestützte Systeme können eingesetzt werden, um personalisierte Nudges und Gamification-Elemente zu entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Nutzer zugeschnitten sind. Dies ermöglicht eine noch effektivere Verhaltensänderung, birgt aber gleichzeitig auch das Risiko einer ungewollten Beeinflussung oder sogar Manipulation.

Unsere Professur erforscht daher, wie KI-gestützte persuasive Technologien ethisch und verantwortungsvoll gestaltet werden können. Wir untersuchen, wie KI genutzt werden kann, um transparente und nachvollziehbare Nudges zu entwickeln, die Nutzern die Kontrolle über ihre Entscheidungen lassen. Darüber hinaus untersuchen wir, wie Gamification-Elemente und digitale Nudges gezielt eingesetzt werden können, um unerwünschtem Verhalten entgegenzuwirken.