Labore

An dieser Stelle erhalten Sie einen Überblick über die Labore der Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie (DUG) bzw. des Instituts für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (  iDerm).

Was leistet die Hautphysiologie?

In der experimentellen Dermatologie haben nichtinvasive quantitative hautphysiologische Meßmethoden (sog. `Bioengineering-Verfahren´) in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Unterschied zu der klinischen Beurteilung von Hautschäden und Hautveränderungen liefern diese Untersuchungsmethoden objektive, quantifizierbare, parametrisch meßbare und reproduzierbare Ergebnisse. Der entscheidende Vorteil im Vergleich zu invasiven Verfahren, wie z.B. histologischen Untersuchungen, liegt darin, daß die Dynamik von Schädigungs- bzw. Reparationsvorgängen erfaßt werden kann, wohingegen z.B. Biopsien immer nur punktuelle Stadien einer Reaktionskinetik widerspiegeln können.

 

Zu den primären Einsatzbereichen der verschiedenen nicht-invasiven Meßmethoden gehören:

  • berufsdermatologische Fragestellungen;
  • die diagnostische Differenzierung von irritativen und kontaktallergischen Reaktionen;
  • die Evaluation der individuellen Hautempfindlichkeit;
  • die Charakterisierung von verschiedenen Ekzemformen;
  • Wirksamkeitsnachweise und Sicherheitsbewertungen von Kosmetika, Hautschutzpräparaten und externen Therapeutika;
  • sowie die objektive Beurteilung der irritativen Potentiale von verschiedenen Stoffen.

Mit den Bioengeneering-Verfahren verfügen wir heute über sehr empfindliche Messgeräte, mit denen wir uns über den Funktionszustand der Haut sehr viel genauer als mit dem bloßem Auge informieren können. Das besondere dieser "hautphysiologischen Untersuchungen" (skin bioengineering) ist, dass die Messung keine Belastung für den Untersuchten darstellt und deshalb auch wiederholt durchgeführt werden kann. So sind wir zum Beispiel in der Lage, die Wasserdampfabgabe durch die Haut zu messen (sog. transepidermaler Wasserverlust). Die Messung des transepidermalen Wasserverlustes gilt als direktes Maß für die Barrierefunktion der Hornschicht. Durch diese Messung kann zum Beispiel ermittelt werden, wann eine Entzündung der Haut wieder vollständig abgeklungen und die Haut wieder voll belastbar ist. Derartige Messungen konnten unter anderem zeigen, dass die Haut nach Rückbildung von äußerlich sichtbaren (klinischen) Krankheitserscheinungen keineswegs sofort wieder die volle Widerstandsfähigkeit besitzt.

Ausstattung und Untersuchungsmethoden

  • Vollklimatisiertes hautphysiologisches Labor
  • Barrierefunktion der Haut: Transepidermaler Wasserverlust (Tewameter® TM300)
  • Hautfeuchtigkeit (Corneometer® CM825, Nova DPM, Skincon-200EX Hygrometer)
  • Objektivierung der Hautfarbe und Pigmentierung (Chromameter® CR300 und Mexameter® MX16)
  • Hautelastizität (Cutometer® SEM575)
  • Sebumgehalt der Haut (Sebumeter® SM815)
  • pH- Wert der Hautoberfläche (Skin pH Meter® PH905)
  • 3D in vivo Beurteilung des Oberflächenprofils sowie Rauhigkeit der Haut (PRIMOS®)
  • Optische Kohärenz Tomograhie (OCT)
  • Bildgebendes Verfahren zur Beurteilung des Durchblutungszustandes der Haut (Laser-Doppler Imager®, Infratec®)
  • Imaging von Hautbefunden und Verlaufsdokumentation; auch Hautkrebsscreening (Photofinder®)
  • Kontaktlose Temperaturerfassung definierter Hautareale (Thermaphil System®)
Hautphysiologie: Chromameter

Unsere Leistungen

Zu unseren Leistungen gehören die Konzeption eines optimalen Studiendesigns, Verfassen des Ethikantrages und Einholung des positiven Votums der Ethikkommission der Universität Osnabrück, Probandenrekrutierung und -aufklärung, Studiendurchführung bzw. Anwendungsbeobachtungen, Datenmanagement, Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse, Erstellung von Berichten (Zwischen- und Abschlussberichte) und Publikationen in deutschsprachigen und internationalen fachbezogenen Wissenschaftsjournalen.

 

Qualitätsmanagement

Die Konzeption und Durchführung von Studien erfolgt in Übereinstimmung der „good clinical practice“ (GCP; gemäß der „Verordnung über die Anwendung der Guten Klinischen Praxis bei der Durchführung von klinischen Prüfungen mit Arzneimitteln zur Anwendung am Menschen (GCP-Verordnung - GCP-V).

 

Wir arbeiten entsprechend etablierter Standards und Leitlinien:

  • Fullerton A, Fischer T, Lahti A, Wilhelm KP, Takiwaki H, Serup J (1996) Guidelines for measurement of skin colour and erythema. A report from the Standardization Group of the European Society of Contact Dermatitis. Contact Dermatitis 35(1):1-10. doi.org/10.1111/j.1600-0536.1996.tb02258.x
  • Berardesca E, European Group for Efficacy Measurements on Cosmetics and Other Topical Products (EEMCO) (1997) EEMCO guidance for the assessment of stratum corneum hydration: electrical methods. Skin Research and Technology 3(2):126–132. doi.org/10.1111/j.1600-0846.1997.tb00174.x
  • Parraa JL, Paye M, The EEMCO Group (2003): EEMCO Guidance for the in vivo Assessment of Skin Surface pH. Skin Pharmacology and Applied Skin Physiology 16 (3):188-202. doi.org/10.1159/000069756
  • Piérard GE, Piérard-Franchimont C, Marks R, Paye M, Rogiers V, the EEMCO group (2000) EEMCO Guidance for the in vivo Assessment of Skin Greasiness. Skin Pharmacology and Applied Skin Physiology 13(6): 372-389. doi.org/10.1159/000029945
  • Rogiers V, and the EEMCO Group (2001) EEMCO Guidance for the Assessment of Transepidermal Water Loss in Cosmetic Sciences. Skin Pharmacology and Applied Skin Physiology 14(2):117-128. doi.org/10.1159/000056341
  • Pinnagoda J, Tupker RA, Agner T, Serup J (1990) Guidelines for transepidermal water loss (TEWL) measurement. A Report from the Standardization Group of the European Society of Contact Dermatitis. Contact Dermatitis 22(3):164-178. doi.org/10.1111/j.1600-0536.1990.tb01553.x
  • Lévêque JL (1999) EEMCO guidance for the assessment of skin topography. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 12(2):103-114.

Was wird im Allergielabor gemacht?

Bei Allergien handelt es sich um Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auf körperfremde, eigentlich unschädliche Substanzen, sogenannten Allergene. In unserer Allergieabteilung erfolgt eine diagnostische Abklärung dieser Erkrankungen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf beruflich bedingten allergischen Reaktionen und damit insbesondere auf der Abklärung von Kontaktallergien.

Folgende diagnostische Tests werden durchgeführt:

  • Hauttestungen (Epikutantest, Pricktest, Reibtest)
  • Serologische Labordiagnostik (IgE-Bestimmung)
  • Standardisierte physikalische Testungen (Kälte, Wärme, Druck)
  • Arbeitsplatzbezogene Expositionstestung

 

Woran forschen wir?

Epidemiologische Auswertung der Epikutantestdaten:

Unsere Abteilung ist Mitglied des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) ( https://www.ivdk.org/de/). In diesem wissenschaftlichen Multicenter-Projekt, welches in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe (DKG) innerhalb der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) durchgeführt wird, übermitteln die beteiligten Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz die bei der Epikutantestung erhobenen Daten an das zentrale Register. Die Auswertung dieser Daten ermöglicht ein kontinuierliches klinisch-epidemiologisches Monitoring von Kontaktallergien und es können Bedarfe für Präventionsmaßnahmen abgeleitet werden. Mitarbeitende aus unserer Abteilung sind aktiv bei der Auswertung und Publikation dieser Daten beteiligt. Ein Schwerpunkt liegt hierbei bei beruflich bedingten Kontaktallergien.

 

Literatur (Auswahl):

  • Reissig D, Schubert S, Brans R, Lang C, Rieker-Schwienbacher J, Rueff F, Schröder-Kraft C, Bauer A (2025) Contact Sensitization in the Cleaning Industry: Updated Analysis of Contact Allergy Surveillance Data of the Information Network of Departments of Dermatology. Dermatitis. doi.org/10.1177/17103568251404879
  • Heizmann L, Schubert S, Bauer A, Becker D, Brockow K, Dickel H, Kränke B, Lang C, Oppel E, Wagner N, Weisshaar E, Wilfinger D, Brans R; IVDK (2026) Epidemiological Comparative Study on Contact Sensitisations in Woodworkers With Occupational Dermatitis: Patch Test Data of the Information Network of Departments of Dermatology, 1999 to 2023. Contact Dermatitis 94(2):125-136. doi.org/10.1111/cod.70041
  • Brans R, Schröder-Kraft C, Gina M, Heratizadeh A, Weisshaar E, Bauer A, Strom K, Skudlik C, Schubert S; IVDK (2024) Epidemiological case-control study on contact sensitisation in female foot care specialists with occupational contact dermatitis: Patch test data of the Information Network of Departments of Dermatology (IVDK), 2008 to 2022. Contact Dermatitis 91(2):112-118. doi.org/10.1111/cod.14616
  • Molin S, Brans R*, Bauer A, Becker D, Kreft B, Mahler V, Skudlik C, Stadler R, Szliska C, Weisshaar E, Geier J (2024) Associations between tobacco smoking status and patch test results-A cross-sectional pilot study from the Information Network of Departments of Dermatology (IVDK). Contact Dermatitis 91(3):203-211 (*shared first authorship). doi.org/10.1111/cod.14593
  • Geier J, Schubert S, Rieker-Schwienbacher J, Brans R, Weisshaar E, Kränke B, Brockow K, Ruёff F, Recke A, Uter W; IVDK (2024) Declining frequency of sensitization to fragrance mixes I and II: IVDK-data of the years 2012-2021. Contact Dermatitis 90(5):470-478. doi.org/10.1111/cod.14493
  • Uter W, Hallmann S, Gefeller O, Brans R, Symanzik C, Oppel E, Lang C, Kränke B, Treudler R, Geier J (2023) Contact allergy to ingredients of hair cosmetics in female hairdressers and female consumers-An update based on IVDK data 2013-2020. Contact Dermatitis 89(3):161-170. doi.org/10.1111/cod.14363

 

Weitere nicht-allergologische Diagnostik

In der täglichen dermatologischen Praxis kann die diagnostische Abgrenzung von Ekzemen und Schuppenflechte (Psoriasis) eine besondere Herausforderung darstellen, insbesondere dann, wenn die Hautveränderungen ausschließlich an den Händen und/oder Füßen auftreten. Bei der Auswahl einer geeigneten Therapie hat jedoch die korrekte Diagnosestellung eine hohe Bedeutung.

Zur besseren diagnostischen Abklärung erfolgt daher in unserem Labor anhand einer minimalinvasiv entnommenen Hautprobe die Bestimmung des molekularen Klassifikators mit dem LabDisk-Analyzer der Firma Dermagnostix. Mit diesem Verfahren wird die Expression der Gene NOS2 und CCL27 untersucht, was zur besseren Differenzierung zwischen Ekzem und Psoriasis beitragen kann.

Unsere Abteilung war an einem seitens der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) geförderten Forschungsprojekt (FB323) beteiligt, in dem die Bedeutung dieser modernen diagnostischen Methode für Patienten und Patientinnen mit beruflich bedingten Hauterkrankungen untersucht wurde.

  • Bentz P, Eyerich K, Skudlik C, Schröder-Kraft C, Löffler H, Pföhler C, Leitz N, Thölken K, Weisshaar E (2026) Molecular Diagnostics in Hand Dermatoses: Clinical Findings and Health-Related Quality of Life in a 3-Year Follow-Up Cohort Study. Dermatology and Therapy. doi.org/10.1007/s13555-026-01663-8
  • Bentz P, Eyerich K, Skudlik C, Schröder-Kraft C, Löffler H, Pföhler C, Leitz N, Thölken K, Weisshaar E (2026) Molecular Classification in a Cohort of Occupational Dermatological Patients: Diagnostic Results and Course of Ability to Work and Sick Leave Over Two Years. Acta dermato-venereologica 12:106:0023. doi.org/10.2340/actadv.v106.adv-2025-0023