Praktisch-methodisches Projekt/PMP-Prüfung

Studierende in selbstgefertigtem Streetart-Mantel
© Anja Leshoff

Ablauf der PMP-Prüfung

Mit dem praktisch-methodischen Projekt (PMP-Prüfung) weisen die Studierenden nach, dass sie die im Studium erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten innerhalb eines Themas praktisch und methodisch anwenden und den Umsetzungsprozess dokumentieren können. Bei den Qualifizierungszielen geht es darum, theoretisches, technisches und handwerkliches Wissen und Können zu vernetzen sowie eine Aufgabe in einem festgelegten Zeitraum eigenständig praktisch und methodisch zu erarbeiten, zu präsentieren bzw. zu inszenieren und den Findungs- und Gestaltungsprozess schriftlich zu reflektieren. Zu den Inhalten gehören Textilien und Kleidung aus technischer, methodischer und gestalterischer Perspektive, außerdem Präsentations-, Ausstellungs- und Inszenierungsmöglichkeiten von Textilien und Kleidung sowie Methoden der Ideenfindung und Problemformulierung.

Zur Anmeldung für die PMP-Prüfung müssen mehrere Module abgeschlossen und nachgewiesen werden. Die Formuare für die Modulbescheinigungen und die formalen Vorgaben für die Dokumentation finden auf der Homepage unter  Downloads. Zur Vorbereitung auf die PMP-Prüfung findet ein Pflichtseminar statt, das in der Regel im sechsten Semester besucht wird. Dieses PMP-Seminar dient zur Ideenfindung und -entwicklung, zum Austausch und zur Planung der Prüfung. Die Prüfung selbst findet am Ende des PMP-Seminars in einem festgelegten Prüfungszeitraum und zu einem Präsentationsdatum statt. Zur Unterstützung bietet das Fachgebiet ein PMP-Kolloquium auf freiwilliger Basis an. Weitere Informationen erteilt  Christine Löbbers.

Ein Beispiel für die PMP-Prüfung ist das praktisch-methodische Projekt der Textilstudierenden Anja Leshoff. Unter dem Titel "So wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus" hat sich Anja Leshoff mit der Frage auseinandergesetzt, ob sich Streetart auf einen textilen Bildträger transformieren läßt:

"Braucht Streetart eine kalte Wand oder lässt sich die Intention des Künstlers/der Künstlerin auf einem vollkommen gegensätzlichen Bildträger - einem Mantel - erzielen. Bei der Transkription von Stein auf Textil sollen Bildaussage und Bildsprache beibehalten, verschiedene Elemente in ihrer Technik aber auf das neue Trägermaterial angepasst werden. In meinem Praktisch-Methodischen-Projekt mit Prüfung habe ich mich zuerst mit der Streetart-Malerei auseinandergesetzt und im experimentellen Umgang mit verschiedenen Stilmitteln (Sprühfarbe, Dripsticks, Schablonen, etc.) ein eigenes Bildmotiv auf einer Hauswand (ca. 5 x 3 Meter) umgesetzt. Um die charakteristischen Merkmale von Streetart-Malerei besser nachvollziehen zu können, wendete ich viele dieser Merkmale ins Gegenteil. Aus hartem, kaltem, unbeweglichem und distanziertem Stein und Beton wurde ein weicher, warmer und beweglicher Mantel, der seinen Träger/seine Trägerin umschließt. Auf dieses textile Material wurde die bildnerische Umsetzung zu 'So wie man in den Wand  hinein ruft, so schallt es hinaus' großflächig übertragen. Wichtig war eine Anpassung der Technik an das neue Material und die Erhaltung von Bildelementen. Unter Einbezug verschiedener textiler Techniken (Sticken, Nähen, etc.) und Materialien (Samt, Spitze, Sweat, Strick, Gewebe, etc.) behielt ich die Flexibilität als wichtiges Merkmal des Mantels bei und inszenierte diesen an unterschiedlichen Orten. Dabei beobachtete ich, ob die Wirkung des Mantels auf die Betrachtenden vergleichbar zur Wirkung der Hauswand ist." Anja Leshoff.

Foto: Anja Leshoff

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