Aktuelles
Junk Kouture
Ein Outfit aus dem Seminar Junk Kouture ist bei der Fashion Revolution Week Ende April in Oldenburg zu sehen. Die Initiative Oldenburg handelt fair zeigt das Kleid aus Kaffeetüten-Abfällen Bitter Sweet Taste der Studierenden Kim Truong nach der Aktionswoche im Mai im Schaufenster von maas natur und in der Folge im Weltladen in Oldenburg. Das Seminar Junk Kouture fand unter der Leitung von Anke Beccard statt. Die Anregung zum Seminar stammt aus Irland. Junk Kouture kann an einigen irischen Schulen neben den Standardfächern gewählt werden. Die Schüler:innen entwerfen und nähen ein Kleidungsstück aus wiederverwertbaren Materialien. Die Entwürfe werden von einer Fachjury bewertet. Die Entwürfe werden im Finale in Dublin präsentiert und im Fernsehen übertragen. Junk Kouture breitete sich seither bis New York, London, Paris und Abu Dhabi aus. Neben der Auseinandersetzung mit Konsum lag ein Schwerpunkt im Seminar darauf, alternative Materialien zu verarbeiten, wie Papier, Plastik, Fahrradschläuche, Aluminiumdosen oder Kaffeeverpackung. Die Kreation Bitter Sweet Taste von Kim Truong zeigt die Narben unseres Konsums. Zwischen glänzenden Kaffeetüten und Restmaterialien steckt eine unbequeme Wahrheit: Luxus für uns – Ausbeutung für andere. Jeder Schnitt, jede Naht ist ein stiller Protest gegen Wegwerfmentalität und ungerechte Arbeitsbedingungen. Das Kleid setzt ein Zeichen für Gerechtigkeit und Wertschätzung.
Foto: Timos Zdoupas
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Kooperationsbesuch aus Groningen mit Workshop Künstlerbuch
Bei einem Kooperationsbesuch eruierten die Universitäten Groningen und Osnabrück eine bilaterale Zusammenarbeit im Bereich der Materiellen Kultur und des Textilen Gestaltens. Bestandteil des Besuchs von Ann-Sophie Lehmann (Universität Groningen) und Nienke Heijes (Minerva Akademie Groningen) war ein Workshop zum Thema Künstlerbuch, an dem Studierende aus Groningen und Osnabrück teilnahmen. Koordiniert wurde das Projekt von Prof.in Dr.in Ann-Sophie Lehmann, Professorin für Kunstgeschichte und Materielle Kultur an der Universität Groningen sowie Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt, Fachsprecherin des Textilen Gestaltens der Universität Osnabrück. Im dreitägigen Workshop „Künstlerbuch: Fadenführendes Gestalten – Komponieren mit Textilien und Papier“ von Mareike Alexander setzten sich die Teilnehmer:innen praktisch mit Künstlerbüchern als Gestaltungsform auseinander. Nach der Betrachtung von Beispielen aus der Kunstgeschichte und der Popkultur folgte die Erkundung verschiedener Techniken und Materialien - mit Papier und Schere ebenso wie mit Faden und Nadel. Das Seminar schuf einen Raum für spielerisches Erforschen - sowohl kollaborativ als auch individuell. Anschließend wurde die Form des Künstlerbuchs Seite für Seite entwickelt. Ob das Objekt in einer Box aufbewahrt oder mit einer buchbinderische zusammengeführt wird, wurde individuell entschieden. Ein Besuch der von Studierenden des Textilen Gestaltens unter Leitung von Bärbel Schmidt eröffneten Ausstellung „Blau“ in Bad Essen rundete den Kooperationsbesuch ab.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Blaudruck: Traditionelles Handwerk neu entdeckt
Ein Semester lang haben sich Studierende intensiv mit dem immateriellen Kulturerbe des Blaudrucks in Deutschland und Georgien beschäftigt. In Projektgruppen tauchten sie in die Geschichte, Technik und kulturelle Bedeutung dieses traditionsreichen Handwerks ein. Eine Gruppe erforschte die historische Entwicklung des Blaudrucks, während andere das Produktionsverfahren – vom Färben mit Indigo bis hin zu modernen Varianten mit Bezanthren – untersuchten. Ein weiteres Team erstellte ein Musterbuch sowie Powerpointpräsentationen zu Motiven aus dem Bestand des Einbecker Blaudrucks. Zudem befragten Studierende zwei Grundschulklassen zu ihren Vorstellungen vom Blaudruck. Eine weitere Gruppe widmete sich gemeinsam mit Bärbel Schmidt der Blaudruck-Tradition in Georgien, dem Kooperationspartner des Fachgebiets. Dort steht das Supra, das traditionelle Festmahl der Georgier, im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Früher war dieses gemeinschaftliche Essen kaum ohne das charakteristische blaubedruckte Tischtuch – das „Blue Table Cloth“ denkbar, das zum festen Bestandteil der Tischkultur gehörte. Die Staatliche Kunstakademie Tiflis hat eigens für die Ausstellung ein „Blue Table Cloth“ angefertigt, dafür danken wir. Dabei wurden auch Unterschiede in der heutigen Praxis deutlich: Während in Deutschland vielerorts noch mit traditionellen Modeln gearbeitet wird und vor allem der Färbeprozess modernisiert wurde, kommt in Georgien häufig das Siebdruckverfahren zum Einsatz. Beide Verfahren ermöglichen eine schnellere und kostengünstigere Produktion und eröffnen zugleich neue gestalterische Möglichkeiten, etwa durch den Einsatz weiterer Farben.
Aus den Projekten ist eine Ausstellung entstanden, die zum Entdecken und Erkunden einlädt – Anfassen ist ausdrücklich erlaubt. Alle Ausstellungsobjekte sowie das -equipment wurden mit den vorhandenen Mitteln des Fachgebiets selbst hergestellt. Das Fachgebiet Textiles Gestalten dankt dem Kunstverein Bad Essen für die Möglichkeit, die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Ein besonderer Dank gilt der Schroubek-Stiftung in München, die das Projekt mit einer Fördersumme von 2.500 Euro großzügig unterstützt und damit einen wichtigen Beitrag zur Realisierung der Ausstellung geleistet hat.Ein besonderer Dank gilt außerdem dem Einbecker Blaudrucker Ulf Ahrens für seine fachkundige Unterstützung und den Workshop in Einbeck. Für die filmische und fotografische Begleitung engagierten sich Osnabrücker Filmenthusiasten, allen voran Eva Berger, Margret Kellermann-Aumüller und Wolfgang Sparenberg. Weitere Unterstützung erhielten die Studierenden von universitärer Seite vom Tischlermeister Jürgen Menkhaus, von Christine Löbbers sowie von den studentischen Hilfskräften Christina Fusch, Daria Ivanow und Sara Hermsmeier. Die technische Installation übernahmen Markus Tiesmeyer und Felix Wurm vom IT-Team.
Foto: Daria Ivanov
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Ausstellung "Blau" im Schafstall Bad Essen
Ausstellungskooperation des Textilen Gestaltens
Die Ausstellung „Blau“ vereint künstlerische und kulturgeschichtliche Zugänge zur Farbe Blau. Zu sehen sind Cyanotypien von Nike Gerochristodoulou, deren künstlerische Praxis Fotografie, Naturbeobachtung und Materialprozesse verbindet. Die Arbeiten entstehen in kameraloser Belichtungstechnik und erkunden Formen, Spuren und atmosphärische Erscheinungen der Farbe Blau. Ergänzend präsentieren Studierende des Fachgebietes Textiles Gestalten der Universität Osnabrück unter der Leitung von Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt ihre Recherchen und Gestaltungen zum Blaudruck in Deutschland und Georgien, die sie im Seminar „Ein Kleid für den Tisch“ erarbeitet haben. Ein besonderes Element bildet die georgische Tafel Supra mit dem Tischtuch Lurji Supra, die die symbolische Bedeutung blauer Muster in der georgischen Tischkultur hervorhebt. In drei Ausstellungsräumen entsteht ein Dialog zwischen zeitgenössischer Cyanotypie und Blaudruckkultur, der die gestalterische Vielfalt und historische Tiefe der Farbe Blau sichtbar macht.
28.03. bis 17.05.2026: Schafstall Bad Essen - „BLAU!“, Nike Gerochristodoulou/Cyanotypien, Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt und Studierende der Universität Osnabrück/Blaudruck.
Eröffnung: 27.03.2026, 19.00 Uhr, Schafstall Bad Essen.
Plakat: Schafstall Bad Essen.
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DRESSED - Rom Macht Mode im Museum Hamm
Die Ausstellung DRESSED - Rom Macht Mode, die das Museum Kalkriese in einem Kooperationsprojekt mit dem Textilen Gestalten erarbeitet hat, ist nach Kalkriese und Nebra bis Juli 2026 im Museum Hamm zu sehen. Am Ausstellungskonzept waren Studierende im Modul Forschen und Präsentieren unter Leitung von Bärbel Schmidt über zwei Semester beteiligt. Bei der Vorbereitung ging es um Fragen wie: Was waren beliebte Kleidungsstücke der Römer und Römerinnen? Welche Kleidungsattribute verliehen Macht und Status? Welche Materialien und textilen Techniken kamen zum Einsatz? In der Vorbereitung arbeiteten die Studierenden zu den Themen Mode und Nachhaltigkeit im alten Rom, insbesondere während der Ära des Kaisers Augustus. Die Intention war es, die vestimentäre Vergangenheit dieser Zeit mit all ihrem Facettenreichtum zu untersuchen. Gleichzeitig sollten Möglichkeiten für eine nachhaltigere Modeindustrie in unserer Gegenwart erkundet werden. Unterstützung erhielten die am Projekt beteiligten Studierenden von Studienkolleg:innen, die an der Anfertigung der textilen Ausstellungsobjekte mitgearbeitet haben und von drei textilbegeisterten Osnabrückerinnen. Die Koordination der zahlreichen Textilobjekte wie Tuniken, Togen oder Stolas lag in den Händen der Textildozentin Christine Löbbers. Im Team aus Studierenden und Lehrenden wurde für die Ausstellung genäht, gefärbt, filmisch dokumentiert und für den Aufbau präpariert. Der Tischlermeister der Universität, Jürgen Menkhaus, erstellte in enger Abstimmung mit dem Museum einen funktionsfähigen Gewichtswebstuhl, der eines der Highlights in der Ausstellung ist.
Informationen zur Ausstellung im Museum Hamm
Foto: Bärbel Schmidt
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Stichwort in Textilbibliothek der Abeggstiftung
Jahrespublikation des Textilen Gestaltens in Archiven und Bibliotheken
Die Textilbibliothek der Abegg-Stiftung hat die Printausgaben der Jahrespublikation Stichwort des Textilen Gestaltens in ihren Bestand aufgenommen. Die Abegg-Stiftung ist ein Institut zur Erforschung und Restaurierung historischer Textilien mit einem zugehörigen Museum. Der Abegg-Stiftung ist außerdem ein Studiengang zur Textilkonservierung in Kooperation mit der Hochschule der Künste in Bern angegliedert. Zum Bestand der kunsthistorischen Textilbibliothek der Abegg-Stiftung gehören mehr als 60.000 Bände und 200 Zeitschriften, darunter die St!chwort des Textilen Gestaltens. Die Publikation erscheint einmal jährlich als digitale Version und zusätzlich in einer kleinen Druckauflage für einen ausgewählten Verteiler. Die Fachpublikation bietet aktuelle Beiträge zu textilwissenschaftlichen, didaktischen und gestalterischen Themen. Ein Schwerpunkt liegt auf studentischen Bachelor- und Masterarbeiten und auf Einblicken in Studium und Forschung des Textilen Gestaltens. In regelmäßigen Abständen widmet sich die St!chwort spezifischen Schwerpunktthemen, z. B. dem Modul Forschen & Präsentieren und dem Thema Textil studieren. Derzeit ist die Ausgabe 2025 in Arbeit unter dem Oberthema Repair & Recycle. Die Redaktion und Gestaltung liegen bei Bärbel Schmidt und Lucia Schwalenberg. Neben der digitalen Ausgabe auf der Homepage des Textilen Gestaltens und dem Bibliotheksportal der Universität Osnabrück ist die St!chwort u. a. auf der internationalen Forschungsdatenbank EBSCO vertreten.
Foto: Lucia Schwalenberg.
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Förderzusage aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung
MWK und EU unterstützen House of Innovation
Mit einer Zuwendung in Höhe von fast einer Millionen Euro unterstützen das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) das geplante House of Innovation (HOI) der Universität Osnabrück. Am Projekt sind u.a das universitätseigene DigiLab und das St!chLab des Textilen Gestaltens beteiligt. Das Förderprogramm unterstützt Zuwendungen zur Innovation durch Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Der Zuwendungszweck ist die Unterstützung Studierender der Universität Osnabrück bei Innovation und Gründung durch Infrastruktur, Werkstätten und Mentoring. Im geplanten House of Innovation sollen gezielt Gründungsprojekte aus dem Hochschulkontext unterstützt werden. Einbezogen sind die Werkstätten, das Equipment und das Know-how des universitären Makerspaces DigiLab sowie des textilen Makerspaces Stichlab. Der Förderzeitraum beginnt am 01.01.2026 und endet am 30.06.2028.
Foto: Wolfgang Sparenberg.
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Grüße aus dem Textilen Gestalten
Frohe Festtage und ein gutes neues Jahr
Wir wünschen allen eine besinnliche Weihnachtszeit, erholsame Feiertage und einen gelungenen Start in das neue Jahr. Möge 2026 Gesundheit, Zuversicht und viele positive Impulse bringen.
Ihr Team des Fachgebiets Textiles Gestalten
Gestaltung Weihnachtskarte: Christina Fusch, Daria Ivanov.
Foto: Lucia Schwalenberg.
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Exkursion im Ausstellungsseminar
Workshop in der Blaudruckerei in Einbeck
Im Rahmen des Ausstellungsseminares „Ein Kleid für den Tisch“ nahmen Studierende unter der Leitung von Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt an einem Workshop in der Blaudruckerei in Einbeck teil. Ulf Ahrens, Eigentümer der seit 1638 bestehenden traditionellen Einbecker Blaudruckerei, führte in die Kunst des Blaudruckens ein. Blaudruck zählt seit 2018 zum immateriellen Weltkulturerbe. Für die Studierenden ist die praktische Erfahrung des Blaudruckens eine wichtige Grundlage für die geplante Ausstellung "Blau", die am 27. März 2026 im Schafstall in Bad Essen eröffnet wird. Im Workshop entstanden erste Ausstellungsobjekte. Gemeinsam mit der Künstlerin Nike Gerochristodoulou, die Cyanotypien präsentiert, zeigen die Studierenden ihre Recherchen und Objekte zum Blaudrucken in Georgien und Deutschland. Die Osnabrücker Filmenthusiasten hielten den Prozess des Blaudruckens mit der Kamera fest und erstellen einen Film über Blaudrucken für die Ausstellung. Gefördert wird die Ausstellung von der Schroubek-Stiftung, München.
Foto: Bärbel Schmidt.
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Ausstellung zur Textilproduktion in der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück
Vortrag über gestreifte KZ-Häftlingskleidung
Im Rahmen der in der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück zu sehenden Ausstellung „Maschinen dröhnen, Nadel schleppt den Faden, scharfes Messer glänzt, schneidet entzwei und sticht.“ (Ausstellungsdauer 24.08. – 31.10.2025) der in Berlin lebenden französischen Künstlerin Dominique Hurth hielt Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt im Berliner Programm Künstlerische Forschung einen Vortrag über die gestreifte KZ-Häftlingskleidung. Die Künstlerin griff für den Titel ihrer Ausstellung auf einen Auszug aus dem Gedicht „Die Nachtschicht“ von Halina Golczowa, geschrieben 1942/43 über ihre Arbeit in der im KZ Ravensbrück ansässigen Texled, zurück. Bärbel Schmidt ging in ihrem Vortrag auf die Entstehung und Funktion der gestreiften Lagerkleidung ein, sprach über die Marginalisierung weiblicher Erfahrungen und Lagerbiografien sowie über die KZ-Kleidung als historische Quelle. Im Anschluss an den Vortrag tauschten sich die Künstlerin Dominique Hurth, die Mitarbeiterin der Gedenkstätte Ravensbrück, Hannah Sprute, und Bärbel Schmidt mit den Zuhörer:innen über Fragen zur gestreiften Lagerkleidung sowie über die Marginalisierung von Frauen in der Erinnerungspolitik aus.
Foto: Studio Hurth, Leo.
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Junk Kouture - made in Osnabrück
Schaufensterpräsentation des Textilen Gestaltens in Kooperation mit der Marketing Osnabrück GmbH
Studierende des Textilen Gestaltens präsentieren Ergebnisse des Seminars Junk Kouture in einer Schaufensterpräsentation in Osnabrück. Für das Schaufensterprojekt arbeitete das Textile Gestalten erstmals mit der Marketing Osnabrück GmbH zusammen. Leerstände in der Innenstadt werden mit Seminararbeiten aus dem Textilen Gestalten bespielt. Die Studierendenarbeiten aus dem Seminar bei Anke Beccard sind bis Ende 2025 in der Osnabrücker Theaterpassage am Domplatz 6 zu sehen. Die Anregung zum Seminar Junk Kouture stammt aus Irland. Junk Kouture kann an einigen Schulen in Irland von Schüler:innen im Alter von 13 bis 18 Jahren neben den Standardfächern gewählt werden. Die Schüler:innen entwerfen und nähen ein Haute-Couture-Kleidungsstück aus wiederverwertbaren Materialien, die sie vorher gesammelt haben. Die Entwürfe werden von einer Jury aus Fachleuten, ehemaligen Teilnehmenden und Prominenten bewertet. Jeder Entwurf wird im Finale in Dublin auf der Bühne präsentiert, begleitet von einem selbst gewählten Song. Die Performance spielt neben dem Design und der handwerklichen Ausführung eine wichtige Rolle. Seit 2015 wird die Präsentation im Fernsehen übertragen. Junk Kouture breitete sich seither nach New York, London, Paris und Abu Dhabi aus. Nach einer Einführung der Studierenden ging es zunächst darum, recycelbares Material zu sammeln. Neben der Auseinandersetzung mit Konsum lag ein Schwerpunkt des Seminars darin, alternative Materialien zu verarbeiten, wie Papier, Plastik, Fahrradschläuche, Aluminiumdosen oder ausgediente Kaffeetüten. Manuelle Fertigkeiten wurden vertieft und ausgebaut. Junk Kouture bietet Schulen und Schüler:innen die Möglichkeit, Kreativität praktisch einzusetzen. Die Teilnehmer:innen lernten die Thematik der Kreislaufwirtschaft kennen und wendeten das Gelernte an. Vor der Schaufensterpräsentation in der Osnabrücker Innenstadt präsentierten die Studierenden ihre Kreationen bei einer Modenschau im Innenhof des Textilen Gestaltens. Die Modelle regen dazu an, die Idee der Junk Kouture für Schüler:innen an deutschen Schulen als Bildungsangebot in gestalterischen Fächern zu etablieren.
Foto: Timos Zdoupas.
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Kunst und re:pair FESTIVAL
Eine Reise von Hannover nach Wien
Eigentlich war unsere Alumni Anja Leshoff als Referentin zum re:pair FESTIVAL Wien eingeladen. Da sie aufgrund einer neuen beruflichen Aufgabe absagen musste, sprangen Christine Löbbers und Lesley-Ann Baldwin vom Textilen Gestalten ein. Anja Leshoff stellte ihr umfangreiches und sorgfältig vorbereitetes Material zur Verfügung. 25 Studierende machten sich mit Christine Löbbers und Lesley-Ann Baldwin zunächst auf den Weg nach Hannover zur Ausstellung „NIKI. KUSAMA. MURAKAMI. LOVE YOU FOR INFINITY“ im Sprengel Museum. Die Schau vereint Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami – drei Künstler:innen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Körper, Farbe und Popkultur auseinandersetzen. Nach einem spannenden Ausstellungstag setzten die Lehrenden ihre Reise nach Wien fort. Dort folgte der Beitrag beim re:pair FESTIVAL Wien mit einem Workshop zu den Techniken des Scotch und Swiss Darning, zwei Methoden der Strickreparatur. Die Teilnehmenden brachten ihre reparaturbedürftige Maschenware mit. Garne in allen Farben luden zum Experimentieren ein. Zum Einstieg diente ein Probestück. So entstanden individuelle Reparaturen, die funktional und ästhetisch ansprechend waren. Das re:pair FESTIVAL Wien fand 2025 zum vierten Mal statt und widmet sich dem Reparieren als kultureller Praxis. Vom 13. bis 31. Oktober 2025 verwandelte sich das Atelier Augarten in einen Ort des kreativen Austauschs. In Workshops, Vorträgen und Ausstellungen zu Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und sichtbarer Reparatur zeigte sich, wie viel Kreativität, Wissen und Wertschätzung im Wiederherstellen steckt.
Foto: Lesley-Ann Baldwin
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Ersti-Woche
Begrüßung der Erstsemester-Studierenden
In der Ersti-Woche für das Wintersemester 2025/26 werden die Erstsemesterstudierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten herzlich begrüßt. Die Fachschaft Textiles Gestalten und die Ersti-Tutor:innen haben ein buntes Programm zusammengestellt. Es wird Raum für alle Fragen rund um den Studienanfang und für ein herzliches Kennenlernen geben.
Foto: Fachschaft Textiles Gestalten
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Die Handwebstuhlsammlung im Tuchmacher Museum Bramsche
Ein Kooperationsprojekt mit dem Textilen Gestalten der Universität Osnabrück
Die Handweberei ist ein zentrales Thema des Tuchmacher Museums Bramsche, der im Zuge der Neugestaltung der Dauerausstellung eine eigene Ausstellungseinheit gewidmet werden soll. Das Tuchmacher Museum besitzt eine Sammlung von rund zwei Dutzend Handwebstühlen, meist von Höfen aus der Region oder aus Werkstattauflösungen. In einem Kooperationsprojekt mit dem Textilen Gestalten geht es darum, die Webstühle für die Sammlung qualitativ zu dokumentieren. Das Projekt umfasst die Begutachtung und technische Beschreibung der Webstühle, die Überprüfung auf Vollständigkeit und Funktionalität, die Beschreibung der Einsatzmöglichkeiten, die Zuordnung und den Einbau von Einzelteilen, die Fotodokumentation, Restaurierungsziele sowie das Anweben von ein oder zwei ausgewählten Webstühlen. Das Projekt „Qualitative Inventarisierung, Konservierung und Ausstellung“ ermöglicht erstmals einen umfassenden Überblick über die Handwebstuhlsammlung des Tuchmacher Museums Bramsche. Dies ist eine wertvolle Grundlage für weitere Forschungsarbeiten und für potenzielle Kooperationen beispielsweise von Museen auf der Suche nach fehlenden Exponaten oder Zubehör. Das Projekt wird mit Fördermitteln des Fördervereins Tuchmacher Museum Bramsche e.V., des Landkreises Osnabrück, des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e.V. und des Landes Niedersachsen unterstützt.
Die Handwebstuhlsammlung im Tuchmacher Museum Bramsche (PDF, 5.00 MB)
Foto: Lucia Schwalenberg
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Bärbel Schmidt als Gutachterin in Groningen
Disputation von Mirjam Deckers zu Gunta Stölzl
Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt war Gutachterin im Promotionsverfahren von Mirjam Deckers zum Thema "Gunta Stölzl (1897-1983): Werkstatt from Germany to Switzerland". Mit einem innovativen Forschungsansatz hat die Promovendin Leben und Werk der ersten Bauhaus-Webmeisterin und ihrer Werkstätten bzw. Ateliers aufgearbeitet. Die Verteidigung der Dissertation an der Universität Groningen fand der niederländischen Tradition folgend in akademischer Kleidung statt. Alle Kommissionsmitglieder befanden die Dissertation nach der Disputation als herausragend. Bärbel Schmidt und Lucia Schwalenberg nutzten die Gelegenheit, das Fachgebiet Textiles Gestalten der Universität Osnabrück mit seinen textilwissenschaftlichen, didaktischen, gestalterischen und nachhaltigkeitsorientierten Arbeitsschwerpunkten mit einer Vorlesung vor Masterstudierenden, Lehrenden und Textilsachverständigen am Lehrstuhl für Materielle Kultur der Universität Groningen vorzustellen. Anschließende Gespräche über eine Kooperation mit Prof.in Dr.in Ann-Sophie Lehmann verliefen erfolgreich. Da sowohl das Department in Groningen als auch das Textile Gestalten in Osnabrück zum Schwerpunkt Materielle Kultur arbeiten, ist zum Sommersemester 2026 eine Summerschool zum Thema "Things that matter" angedacht.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Demenzdecken für Altenheim
Studierende übergeben Decken an Osnabrücker Altersheim
In einem Seminar unter der Leitung von Mareike Alexander im Textilen Gestalten ging es um die Erstellung und Erarbeitung textiler Strukturen und Objekte im Zusammenhang mit Demenz. In Kooperation mit der Möwe und dem dortigen Nähtreff soll ein "textiler Raum" geschaffen werden, der neben den textilen Handarbeiten, dem Nähen und dem Experimentieren zu textilen Themen einen Ort des Dialogs, des Zuhörens, des Erzählens, des Lernens voneinander sowie einen respektvollen Umgang miteinander schaffen soll. Die Möwe ist eine soziale Einrichtung in Osnabrück, deren Ziel es ist, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. Das Seminar fand jeweils zur Hälfte in den Räumen des Textilen Gestaltens und der Möwe statt. In Kooperation mit der Möwe entwickelten die Studierenden in dem Seminar gemeinsam Demenzdecken, die anschließend der Osnabrücker Cariatas-Pflegeeinrichtung Paulusheim gespendet wurden. Zwei der Studierenden, Maya Bokern und Elina Klink, präsentierten die Demenzdecken anschließend für die beiden Demenzstationen des Paulusheims und erhielten von der Pflegedienstleitung Merle Kaufmann eine Führung durch das Altenheim. Die Demenzkranken, die Pflegedienstleiterin und die Pflegerinnen freuten sich sehr über die Spende. Für die Studierenden war es eine wertvolle Erfahrung, ihre studentische Arbeit im Uni-Projekt in der Praxis im konkreten sozialen Umfeld zur Anwendung zu bringen.
Bildtext: Maya Bokern, Merle Kaufmann, Elina Klink (v. l. n. r.) mit den Demenzdecken vor dem Paulusheim in Osnabrück.
Foto: Maya Bokern
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Kreislaufwirtschaft
Textiles Gestalten mit Vortrag zum Thema Kreislaufwirtschaft und Repair-Kultur bei der Jahrestagung der Nordseekommission
Zu einem Vortrag über Kreislaufwirtschaft und Repair-Kultur war das Textile Gestalten bei der Jahrestagung der Nordseekommission in Oldenburg eingeladen. Bärbel Schmidt und Lucia Schwalenberg referierten über die Schwerpunkte des Fachgebietes mit dem Fokus auf dem studentischen Kleidungsverleih Fairo Moda, dem textilen Makerspace St!chlab sowie der Reparaturtechnik Visible Mending als Ausdruck der textilen Repair-Kultur. Die international besetzte Nordseekommission ist Bestandteil der Konferenz der peripheren Küstenregionen (KPKR) als Kooperationsplattform für die Regionen rund um die Nordsee. Zu den Mitgliedern gehören u. a. Regionen in Norwegen, Schweden, Dänemark, Schottland, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Eine der Arbeitsgruppen der Nordseekommission beschäftigte sich auf der Jahrestagung im Alten Landtag in Oldenburg mit den Themen Kreislaufwirtschaft, lokales Engangement und grüne Erneuerung in den Nordseeregionen. Neben dem Vortrag des Textilen Gestaltens zu textiler Kreislaufwirtschaft, Fair Fashion und Repair-Kultur nahm die Gruppe an einer geführten Tour durch das Ressourcencenter Oldenburg mit Repair Café teil. Die Führung wurde geleitet von Niko Paech und Monja Veelders. Die Leitung der Tagung lag bei Marta Jacuniak-Suda als für die Tagung zuständiger Koordinatorin für die Weser-Ems-Region. Zu ihren Schwerpunkten gehören Nachhaltigkeitsprogramme und Förderprojekte wie das Interreg-Programm.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Kunstakademie Tiflis zu Gast
Erste deutsche Erasmus-Partnerschaft der Partnerhochschule aus Georgien
Das Textile Gestalten der Universität Osnabrück baut derzeit die erste deutsche Erasmus-Partnerschaft mit der Staatlichen Kunstakademie Tiflis auf. Im Sommersemester 2025 sind die ersten beiden Studierenden aus Georgien in Osnabrück in Seminare und Workshops im Textilen Gestalten integriert. Für eine intensive Arbeitswoche kamen nun mit Prof. Tinatin Kldiashvili als Vizepräsidentin und Maya Kipiani als Leiterin des International Office der Kunstakademie Tiflis hochrangiger Besuch hinzu. Die beiden Länder Deutschland und Georgien verbindet das gemeinsame textile UNESCO-Weltkulturerbe des Blaudrucks, der in Georgien mit Lurji Supra als Blue Table Cloth und mit lebendigen Blaudruckwerkstätten in Niedersachsen und dem übrigen Deutschland eine besondere Bedeutung hat. Die Besuchswoche beinhaltete einen mehrtägigen Workshop "Inspiration from the Blue Table Cloth in Batik Technik", eine Exkursion zur Blaudruckerei nach Jever, einen Gedankenaustausch im International Office der Universität Osnabrück sowie eine Besichtigung des Tuchmacher Museums Bramsche.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Fashion Revolution Week
Kooperationsprojekt mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
Im Rahmen der bundesweiten Aktionstage zur Fashion Revolution Week lud die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Kooperation mit der Universität Osnabrück zu der Veranstaltungsreihe „Revolution im Kleiderschrank – wie kann Fair Fashion gelingen?“ ein. Zum Auftakt bot das Textile Gestalten eine Führung an. Ein Highlight war ein Workshop zum "Visible Mending". Unter Leitung von Anja Leshoff werteten die Teilneher:innen mit Handstichtechniken Kleidungsstücke ästhetisch auf. Die Fortsetzung bildete in der DBU eine Führung durch die Ausstellung "Textilindustrie - Trendsetterin für Umwelt- und Klimaschutz", die sich mit den ökologischen Folgen der Modeindustrie und nachhaltigen Alternativen auseinandersetzt. Im Zentrum einer Podiumsdiskussion zum Thema "Revolution im Kleiderschrank - wie kann Fair Fashion gelingen?" standen die Fragen zu fairem Modekonsum und einem Wandel der Modeindustrie. Zu den Referierenden gehörten Sabine Kaldonek von der NGO FEMNET, Lesley-Ann Baldwin aus dem Textilen Gestalten sowie Volker Berding von der DBU.
Foto: Lesley-Ann Baldwin.
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Aus der Schulpraxis
Textiler Projekttag an der Thomas Morus Schule
Die Verknüpfung von Theorie und Praxis war einer der zentralen Aspekte des Seminares „Planung und Durchführung von Textilprojekten“ unter der Leitung von Swantje Möhlmann. Studierende des Textilen Gestaltens sowie einige fachfremde Lehramts-Studierende, konzipierten unter dem Oberthema „Nachhaltigkeit“ unterschiedliche textile Projekte für Schüler und Schülerinnen der Thomas Morus Schule (TMS) Osnabrück. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den pädagogischen und didaktischen Grundlagen des Projektunterrichtes und der Ästhetischen Bildung wurden die individuellen Projektideen rund um textile Techniken sowohl theoretisch als auch praktisch in Gruppenarbeit vorbereitet. Die Durchführung der Projekte „Upcycling für die Umwelt - Lampenschirme aus alten Milchkartons“, „Nach kaputt kommt schöner“ – Visible Mending kreative Reparaturtechniken für Kleidungsstücke“ sowie „Waschen, aber richtig: Sauber für dich und die Umwelt“ fand an einem Projekttag mit den Jahrgangsstufen 5, 6, 7 und 10 statt. Weitere Projekte wurden an der Friedensschule Osnabrück umgesetzt und ebenfalls im Anschluss von den Studierenden reflektiert. Die Planung und Durchführung der Textilprojekte bot zum wiederholten Mal die Möglichkeit, neben der theoretischen Bildung auch Praxiserfahrung in der Schule zu erhalten.
Foto: Anja Leshoff.
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Die Kunst, sich selbst zu tragen: Fridas Kleiderschrank
Frida Kahlo ist berühmt für ihre Selbstbildnisse in voluminösen Röcken, bestickten Blusen und Accessoires. Nach ihrem Tod verfügte ihr Ehemann Diego Rivera, ihre Privaträume 50 Jahre zu verschließen. 2004 wurde ihre Kleiderkammer geöffnet mit mehr als 200 farbenprächtigen, teilweise ethnischen Kleidungsstücken, orthopädischen Korsetts, Haarbändern und Schmuck. Im Rahmen des Seminars Fridas Kleider im Modul Forschen und Präsentieren setzten sich Studierende intensiv mit der Kleidung von Frida Kahlo auseinander. Die Ausstellung in der St!chpunktgalerie präsentiert Einblicke in die Arbeit. Ein Dank geht an die beteiligten Studierenden und an die Unterstützung bei den Tischlerarbeiten durch den Universitätstischler Jürgen Menkhaus und bei der Technik beim IT-Support der Universität, Markus Tiesmeyer. Die Leitung des Semiars lag bei Christine Löbbers und Lesley-Ann Baldwin.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Amsterdam-Exkursion
Stedelijk Museum: Unravel - the power and politics of textiles in art
Die Ausstellung Unravel - the power and politics of textiles in art war das Ziel einer Amsterdam-Exkursion. Textilien sind Bestandteil des täglichen Lebens und Medium in der Kunst. Sie wecken Erinnerungen, repräsentieren Überzeugungen und erzählen persönliche Geschichten mit gesellschaftem Bezug. Die Ausstellung im Stedelijk Museum untersucht die Rolle von Textilien in der Kunst mit folgenden Schwerpunkten: Subversive Stitch (Widerstand gegen Textilien als Frauenarbeit), Fabric of Everyday Life (gelebte Erfahrungen), Borderlands (sichtbare und unsichtbare Grenzen), Bearing Witness (Gesellschaftspolitik), Wound and Repair (Mittel zur Heilung), Ancestral Threads (überliefertes und alternatives Wissen). Neben Pionier:innen der Textilkunst nutzen viele junge Künstler:innen textile Materialien und Techniken. In der Ausstellung vertreten sind u. a. Magdalena Abakanowicz, Igshaan Adams, Sanford Biggers, Louise Bourgeois, Diedrick Brackens, Jagoda Buić, Feliciano Centurión, Judy Chicago, Myrlande Constant, Cian Dayrit, Tracey Emin, Gee’s Bend/Lorraine Pettway, Jeffrey Gibson, Harmony Hammond, Sheila Hicks, Tau Lewis, Ibrahim Mahama, Georgina Maxim, Antonio Pichillá Quiacaín, Faith Ringgold, Zamthingla Ruivah, Hannah Ryggen, Lenore Tawney, Cecilia Vicuña, T. Vinoja und Sarah Zapata. Auf einer geführten Tour setzten sich die Studierenden aktiv mit Textilkunst auseinander. Im Vorfeld und nach der Exkursion bestand die Möglichkeit zur Erkundung Amsterdams, wie des Repaircafés De Steek oder der Denim City im Kulturzentrum De Hallen sowie zur Marktrecherche in der alternativen Modeszene Amsterdams.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Jetzt geht's rund
Exkursion zur Deutschen Bundesstiftung Umwelt
In der Ausstellung Jetzt geht‘s rund im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück dreht sich alles um die Vermittlung von Nachhaltigkeit. Dazu gehören Fragen wie: Was wäre, wenn wir Produkte möglichst lange nutzen? Wenn Abfälle Rohstoff für Neues sind? Wenn Dinge länger leben, indem wir reparieren oder tauschen? So zu wirtschaften, nennt man Circular Economy. Im Gegensatz dazu bedeutet die herkömmliche lineare Wirtschaft, dass Produkte wie Smartphones, T-Shirts oder Sneaker häufig nur kurz genutzt und dann weggeworfen werden. Das führt zu knappen Ressourcen, wachsenden Müllbergen, schädlichen Abgasen und Abwässern. So zu produzieren und zu konsumieren gefährdet unserer Umwelt und unsere Lebensgrundlagen. Die Ausstellung zeigt, wie es anders gehen kann. Unter Führung der Umweltjournalistin und pädagogischen DBU-Mitarbeiterin Wiebke Lenz und Assistenz des Praktikanten Jan Pohlmann besuchten 25 Studierende des Textilen Gestaltens die Ausstellung der DBU in Osnabrück. An interaktiven Stationen gestalteten die Exkursionsteilnehmer:innen virtuell einen kreislaufgerechten Sneaker und setzten sich mit Rohstoffen wie Gummi, Pilzen oder Sand auseinander. Das Angebot richtet sich an angehende Lehrkräfte für die Weitergabe im Schulalltag. In Teams entwickelten die Exkursionsteilnehmer:innen Ideen zum Kreislaufdenken und sammelten Material für die spätere Arbeit mit Schüler:innen in der Schule. Bestandteil der Exkursion war ein Gedankenaustausch über die Aufgaben der DBU als einer der größten Umweltstiftungen Europas und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als einem Studienschwerpunkt im Fachgebiet Textiles Gestalten.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Hochschulforum
Textildidaktik: Lehrende aus sieben deutschen Hochschulen in Osnabrück
Zu einer Fachtagung zur Textildidaktik trafen sich Lehrende aus sieben deutschen Hochschulen im Fachgebiet Textiles Gestalten der Universität Osnabrück. Initiatorinnen des textilen Hochschultreffens waren Prof.in Dr.in Annemarie Grundmeier von der Pädagogischen Hochschule Freiburg und Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt von der Universität Osnabrück. Beteiligt waren außerdem die Technische Universität Dortmund, die Universität Paderborn, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die Pädagogische Hochschule Weingarten und die Europa-Universität Flensburg. Thematisch ging es um Nachwuchsförderung, die Situation an den einzelnen Standorten, Kooperationsmöglichkeiten bei der Anwerbung von Drittmitteln sowie Vernetzungsmöglichkeiten der Interessenverbände.
Foto: Lucia Schwalenberg
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50 Jahre UOS: Wissen_schaft: Zukunft
Textiles Gestalten mit Workshops und Führungen am Tag der Offenen Tür
Wissen_schaft: Zukunft - unter diesem Motto steht das 50jährige Jubliäum der Universität Osnabrück. Dies feiert die Universität u. a. mit Friedensgesprächen, einer Wanderausstellung und einem Tag der Offenen Tür. Das Fachgebiet Textiles Gestalten hat sich daran mit Workshops und Führungen beteiligt. Gut besucht waren die Workshops und Präsentationen zum Flowerhammering, in dem aus Pflanzenfarben Kunstwerke auf Büttenpapier entstanden, das Visible Mending, in dem aus beschädigter Kleidung neue Lieblingsstücke wurden und das textile Makerspace Stichlab, in dem am Lasercutter das Uni-Logo auf abgetragenen Jeans gelasert wurde. Ebenfalls gut frequentiert waren die Führungen durch die Werkstätten und durch Fairo Moda sowie die Ausstellung mit Exponaten von Studierenden. Herzlichen Dank an die Koordinatorinnen Alexandra Wilker, Christine Löbbers und Anja Leshoff sowie an die Studierenden Jamie Bock, Lissy Felgenhauer, Susanna Hartmanns, Maja Kreimer, Luzia Meyer-Rohen, Jordy Schulz, Elisabeth Weber, Daria Ivanov. luisa Mark und Marieke Oevermann, die sich tatkräftig bei der Gesaltung des Tages eingebracht haben.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Re:pair Festival Wien
Handwerk trifft Nachhaltigkeit: Workshop zum Visible Mending in Wien
Im Zeichen von Nachhaltigkeit und Kreativität lud das Re:pair Festival Wien Anja Leshoff und Christine Löbbers vom Fachgebiet Textiles Gestalten der Universität Osnabrück ein, einen Workshop zum Thema "Visible Mending" zu halten. Das Festival fand zum dritten Mal statt. Es stand unter dem Motto "Konsumierst du noch oder reparierst du schon?" und bot über 120 Veranstaltungen in 18 Tagen. Die Teilnehmer:innen des Workshops im Museums Quartier in Wien erweiterten ihre Reparaturfertigkeiten und setzten stilistische Akzente. „Visible Mending“ ist nicht nur eine Technik, um beschädigte Textilien zu reparieren. Es ist auch eine Kunstform, die den Wert von Kleidung bewahrt und die Nachhaltigkeit fördert. In einer Welt voller Fast Fashion zeigte der Workshop, wie Kleidung mit kreativen Ideen und verschiedenen Reparaturtechniken ein zweites Leben erhält. Der Schwerpunkt lag auf den Techniken "Scotch-Darning" und "Swiss-Darning" für Maschenwaren. Nach drei Stunden intensiver Arbeit an den verschiedensten Lieblingskleidungsstücken gingen die Teilnehmer:innen inspiriert nach Hause. Sie können ihre neu erlernten Fertigkeiten nun in weiteren Projekten umsetzen. Unter den Anwesenden entstand im Workshop die Idee, sich weiter zum Austausch und zu gemeinsamem Arbeiten zu treffen. Damit war das Ziel, das Bewusstsein für nachhaltige Praktiken im Textilbereich zu schärfen und zu zeigen, dass Reparaturen nicht nur notwendig, sondern auch schön sein können, erreicht.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Venedig-Exkursion
Biennale in Venedig
Für 13 Studierende des Fachgebiets Textiles Gestalten gab es zur 60. Biennale in Venedig die Gelegenheit, in die große Kunstwelt einzutauchen. Die italienische Lagunenstadt bot auch in diesem Jahr Kunst auf hohem Niveau. Im Rahmen der Exkursion besuchten die 13 Teilnehmer:innen und zwei Dozentinnen zunächst die Giardini della Biennale, eine von Napoleon errichtete Parkanlage. Am folgenden Tag lud die ehemalige Schiffswerft, die Arsenale, zu einer großen Bandbreite an künstlerischen Arbeiten ein. Auch auf der diesjährigen Biennale fiel das besonders große Spektrum an textilen Exponaten auf. Das passte in das erprobte Konzept, dass die Studierenden Referate vor im Vorhinein ausgesuchten Werken halten. Der letzte Tag der Exkursion nach Venedig stand den Studierenden zur freien Verfügung und wurde genutzt, um die attraktive Lagunenstadt mit ihren unzähligen Sehenswürdigkeiten zu besuchen.
Foto: Lesley-Ann Baldwin
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Posthum
Schenkung Bild Hiltrud Schäfer
Dank der Vermittlung von Prof.in Bärbel Schmidt und Alexandra Wilker ist ein Bild der 2023 verstorbenen Textilkünstlerin und langjährigen Kollegin Hiltrud Schäfer posthum in den Besitz des Fachgebietes Textiles Gestalten gelangt. Das 1985 entstandene Werk mit dem Titel "Spuren" war im Besitz von Wolf-André und Barbara Sturm aus dem Familien- und Freundeskreis der Künstlerin. Das Ehepaar suchte nach einem passenden Platz für das Textilkunstwerk. In einem inspirierenden Austausch ergaben sich vielfältige Gemeinsamkeiten und Vernetzungen, die in die Übergabe des Bildes an das Textile Gestalten mündeten. Das Werk kehrt damit zur großen Freude des Kollegiums an den Schaffensort der langjährigen Lehrenden des Textilen Gestaltens zurück. Hiltrud Schäfer hat die zeitgenössische Textilkunst und das Textile Gestalten mit inspirierenden Lehrveranstaltungen geprägt. Das Bild steht stellvertretend für ihr fruchtbares Schaffen im Textilen Gestalten der Universität Osnabrück. Ein großer Dank gilt dem Ehepaar Wolf-André und Barbara Sturm für diese wunderbare Fügung und Übergabe.
Bildtext: Wolf-André Sturm, Alexandra Wilker und Bärbel Schmidt (v. l. n. r.) bei der Übergabe
Foto: Barbara Sturm
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Stichwort 2023
Jahrespublikation des Textilen Gestaltens erschienen
Im Mittelpunkt dieser Ausgabe stehen Studien-, Prüfungs-, Haus- und Bachelorarbeiten aus dem Textilen Gestalten. Dazu gehören die Kontexteprüfung Gut beladen von Laura Borm, die Bachelorarbeit Pre-Consumer Waste von Anja Leshoff sowie die Hausarbeiten von Hilke Spannhoff (Recycling versus Fast Fashion), Luzia Meyer-Rohen (Yves Saint Laurent) und Melanie König (Miuccia Prada). Alexandra Wilker leitete die ersten Seminare des neu in der Prüfungsordnung verankerten Studienmoduls zum Selbststudium als pädagogische Praxis. Einblicke in das damit verbundene Oberthema Digitalisierung und Nachhaltigkeit gewährt die Arbeit der Studierenden Theresa Veerkamp zur Technik des Handspinnens. Ein Highlight des Jahres 2023 war die Kooperation mit der Draiflessen Collection zur Occhitechnik unter Leitung von Christine Löbbers. Nachhaltiges Möbeldesign bestimmte das vom Raumausstattermeister Klaus Schmidt durchgeführte Seminar Sitzwerk, das durch den Tischlermeister Jürgen Menkhaus unterstützt wurde. Die Abgeordnete Lehrerin, Swantje Möhlmann, zeigt zwei Beispiele für Medienkisten im Bereich Didaktik. Nachhaltigkeit nimmt im Studienangebot einen hohen Stellenwert ein. Ein Exempel ist der Better Fashion Walk unter Leitung von Lesley-Ann Baldwin. Ein Bericht über eine Reise nach Georgien taucht in die textile Kunst dort ein. Außerdem finden sich Informationen über die Eröffnung des St!chLab, den Ausbau internationaler Partnerschaften, den Textilkünstler Ibrahim Mahama, die Exkursion zum re:pair Festival Wien, die textile Praxis in den Werkstätten und den Färbegarten im Botanischen Garten. Der Ausblick auf die kommende Jahrespublikation kündigt als Schwerpunkt das neue Modul Forschen und präsentieren in wissenschaftlichen Kontexten im Fachgebiet Textiles Gestalten an.
Foto: Bärbel Schmidt
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Better Fashion Guide
Nachhaltigkeitsguide für die Stadt Osnabrück
Der Better Fashion Guide ist das Ergebnis des Seminars Vestimentärer Nachhaltigkeitsguide für die Stadt Osnabrück von Lesley-Ann Baldwin. Im Rahmen des Seminars beschäftigten sich die Studierenden mit dem Thema Slow Fashion und suchten nach einer nachhaltigen Mode-Szene in Osnabrück. Die Seminarteilnehmenden recherchierten und besuchten modische Nachhaltigkeitsakteur:innen in der Hasemetropole. Sie führten Gespräche über deren Visionen und setzten sich mit individuellen Schwerpunktthemen auseinander. Das Ziel war es, ein Bewusstsein für eine umweltfreundliche Garderobe zu entwickeln. Ein besonderer Dank geht an das Institut für Sozialwissenschaften für die finanzielle Unterstützung bei der Veröffentlichung des Guides.
Better Fashion Guide (PDF, 1.78 MB)
Getaltung: Lesley-Ann Baldwin, Marie Hense (Monecke)
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Occhi
Kooperation mit der Draiflessen Collection
Die Ergebnisse einer Kooperation des Textilen Gestaltens mit der Draiflessen Collection mit Occhi-Arbeiten von Studierenden zeigt die Schaufenstergalerie Stichpunkt. Occhi ist eine fast vergessene textile Technik, bei der Spitzen mithilfe eines auf einem Schiffchen aufgewickelten Fadens gebildet werden. Wie wurde Occhi ursprünglich hergestellt? Auf welche historischen Quellen können wir zurückgreifen, wenn wir Occhi wiedererlernen wollen? Und wie können Occhi-Spitzen zeitgemäß interpretiert werden? Diese und andere Fragen stellten sich die Studierenden während der Recherche zu diesem Thema und nicht zuletzt beim Anfertigen ihrer Arbeiten. Die filigranen Ergebnisse dieser theoretischen wie praktischen Auseinandersetzungen zeigt die Galerie Stichpunkt in der Seminarstraße 33-34 in Osnabrück.
Foto: Anja Leshoff.
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Auszeichnung für gute Lehre
Alexandra Wilker für Mühlenhoff-Preis nominiert
Am 20. Juni 2024 wurde unsere Kollegin Alexandra Wilker für den renommierten Hans-Mühlenhoff-Preis für gute akademische Lehre nominiert. Die Studierenden haben sie aufgrund ihrer innovativen Lehrmethoden im Bereich Forschendes Lernen, ihre Förderung des selbständigen Lernens, ihre verlässliche Unterstützung, Teambildung und den respektvollen Umgang für den Preis vorgeschlagen. Das gesamte Team des Textilen Gestaltens, allen voran die Nominierte, freut sich sehr über die Anerkennung und Wertschätzung seitens der Studierenden.
Foto: Bärbel Schmidt
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Cut and Recreate
Alles verwerten
Wir dekonstruieren, um Neues zu rekonstruieren, zu gestalten, zu entwerfen. Aus Alttextilien wird neue Kleidung, Mode, Kostüme oder Kunst. Doch nichts darf ungenutzt bleiben. Im Kontext eines nachhaltigen, bewussten Umgangs mit Kleidung und Textilien arbeiten Studierende des Textilen Gestaltens mit Alttextilien der gemeinnützigen Möwe gGmbH in Osnabrück. An dieser Stelle herzlichen Dank an das Team der Möwe für die Spende von Alttextilien, die ansonsten in regelmäßigen Abständen von einem Recyclingunternehmen abgeholt werden. Die Arbeit mit den gespendeten Alttextilien ermöglichte den Studierenden eine vielseitige Nutzung und Umgestaltung auf der Grundlage diverser Materialien, Farben und Formen. Neben dem Aspekt eines nachhaltigen Umgangs mit Textilien fanden die künstlerische Auseinandersetzung mit Dekonstruktion im Bereich der Musik, Kunst, Mode und Kostümbild sowie der Bezug zum Arbeitsumfeld der Schule statt. Im Kern des Seminars stand zuerst die Dekonstruktion. So wurde ein Kleidungsstück komplett aufgetrennt. Aus welchen Schnittteilen und Materialien besteht ein Kleidungsstück, mit welchen Techniken von Hand oder maschinell wurde es gefertigt, wer hat das Kleidungsstück wohl getragen und in welchen Kontext ist das Kleidungsstück kostümhistorisch einzuordnen. Im zweiten Schritt, der Rekonstruktion, entstand Neues, von tragbarer Kleidung bis zum textilen Kunstobjekt. So wurden Fäden getauscht, Schnittteile kombiniert und sich untereinander geholfen. Die Studierenden lernten den Second Hand Laden und das Arbeitsprojekt der Möwe in Osnabrück kennen, um auch im privaten Rahmen einen nachhaltigen Umgang mit Textilien oder Möbeln fortzuführen.
Foto: Mareike Alexander
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DRESSED - Rom Macht Mode
Kooperationsprojekt des Fachgebiets Textiles Gestalten mit dem Museum Kalkriese
Nach intensiver Vorbereitung eröffnet das Museum Kalkriese am 26. April die Sonderausstellung DRESSED – Rom Macht Mode. Die Ausstellung präsentiert den interdisziplinären Wissensaustausch zwischen dem Fachgebiet Textiles Gestalten und dem Museum Kalkriese. Bei der Zusammenarbeit ging es um Fragen wie: Was waren beliebte Kleidungsstücke der Römer und Römerinnen? Welche Kleidungsattribute verliehen Macht und Status? Welche Materialien und textilen Techniken kamen zum Einsatz? Für das Fachgebiet Textiles Gestalten ist die Kooperation mit der Varusschlacht im Osnabrücker Land gGmbH Museum & Park Kalkriese eine Premiere. Das sich über zwei Semester erstreckende Projekt ist der erste Durchgang des Moduls Forschen und Präsentieren in wissenschaftlichen Kontexten. In der Vorbereitung arbeiteten die Studierenden zu den Themen Mode und Nachhaltigkeit im alten Rom, insbesondere während der Ära des Kaisers Augustus. Die Intention war es, die vestimentäre Vergangenheit dieser Zeit zu untersuchen. Dazu gehörten Forschungsfragen nach den römischen Moden, dem Modeverhalten, der Produktion, der Nachhaltigkeit, dem Handel sowie den Sitten und Gebräuchen. Gleichzeitig sollten Möglichkeiten für eine nachhaltigere Modeindustrie in unserer Gegenwart erkundet werden. Die Erkenntnisse sollten über die akademische Welt hinaus für die Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert werden. Unterstützung erhielten die Studierenden von Studienkolleg:innen, die aufgrund ihres Interesses an der Anfertigung der textilen Ausstellungsobjekte mitgearbeitet haben und von drei textilbegeisterten Osnabrücker Bürgerinnen. Die Koordination der Anfertigung der zahlreichen Textilobjekte wie Tuniken, Togen oder Stolas lag in den Händen der Textildozentin Christine Löbbers. Im Team aus Studierenden und Lehrenden wurde genäht, gefärbt, filmisch dokumentiert und für den Aufbau präpariert. Der Tischlermeister der Universität Osnabrück, Jürgen Menkhaus, erstellte in enger Abstimmung mit dem Museum einen funktionsfähigen Gewichtswebstuhl, der einer der Highlights in der Ausstellung ist. Die Sonderausstellung DRESSED – Rom Macht Mode ist bis zum 24.11.2024 im Museum Kalkriese zu sehen.
Foto: Bärbel Schmidt.
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Selbststudium
Ergebnispräsentation als Popup-Ausstellung
Um die eigenständige Erarbeitung, Planung und Durchführung textiltechnischer Aufgabenstellungen geht es im Modul Technik und Produktion. Der im Rahmen der neuen Modulordnung des Fachgebietes Textiles Gestalten erstellte Studieninhalt ist als Selbststudium mit einem begleitenden Kolloquium konzipiert. Selbststudium bezeichnet eine Lernform, bei der sich Lernende allein oder begleitet mit Hilfe von Lernmitteln wie Büchern oder anderen Quellen Wissen aneignen. Im Rahmen der Umgestaltung von Studiengängen kommt dem Selbststudium eine verstärkte Bedeutung zu. Dies ist dem Umstand einer komplexen Welt geschuldet, in der eigenständiges Verstehen und Handeln Voraussetzung für die Überwindung globaler Krisen sind. Die Studierenden des vergangenen Semesters präsentierten ihre Ergebnisse in Form einer Popup-Ausstellung im Textilen Gestalten. Für die Lehrende Alexandra Wilker gelang es den beteiligten Studierenden erfolgreich, sich auf einen ergebnisoffenen Prozess einzulassen, interessengeleitete Schwerpunkte zu setzen und sich dabei eigenen Lücken bei der Wahl der Aufgabe zu stellen. Die Studierenden thematisierten im Rahmen des Selbststudiums Textiltechniken wie Spinnen, Färben, Stricken, Häkeln, Sticken, Weben, Färben Nähen, Upcycling, Tuften und Filzen. Dabei kamen sowohl digitale wie analoge Technologien zum Einsatz.
Foto: Theresa Veerkamp
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Kooperation mit dem Uni-Shop
UOS-Schlüsselanhänger aus dem Textilen Gestalten
Der Uni-Shop bietet in seinem Sortiment zukünftig UOS-Schlüsselanhänger aus dem Textilen Gestalten an. Das Kooperationsprojekt basiert auf einem Seminar zum Thema Mitbringsel und Gastgeschenke. In dem Seminar haben sich Studierende Gedanken über handliche, nachhaltige und genderneutrale Präsente gemacht. Dabei entstanden Prototypen wie USB-Hüllen, Freundschaftsbänder oder Uni-Beutel. Ziel war es, sowohl archaische als auch digitale textile Technologien einzusetzen. Der von der Studierenden Marieke Oevermann entworfene Schlüsselanhänger ist mit einer Knüpftechnik gefertigt. Knotentechniken gehören zu den ältesten textilen Techniken der Menschheit. Schon in der Steinzeit nutzten die Menschen Knoten, um Netze, Körbe und Bekleidung zu fertigen. Bis heute bilden Knoten einen wichtigen Bestandteil unserer materiellen Kultur. Das verwendete Garn ist aus reiner Baumwolle in der Uni-Farbe rot, gelb oder natur. Die Metallhalterung ist aus wiederverwertetem Material. Die am Schlüsselanhänger angebrachte hölzerne Perle ist mit Hilfe des Lasercutters im Makerspace St!chLab des Textilen Gestaltens mit dem Logo der Universität Osnabrück versehen worden. Die handgefertigten Schlüsselanhänger sind ab sofort zu den Öffnungszeiten des Uni-Shops erhältlich. Ein großer Dank geht an Anke Beccard für die Begleitung des Kooperationsprojektes, an die Studierenden des Seminars für die wertvollen Ideen zum Thema und an Mareike Oevermann für die Idee, Umsetzung und Produktion der ersten Serie für den Uni-Shop.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Exkursion zu JAB Anstoetz
Einblicke in die Arbeitsweise eines Textilverlages
Bei einer Exkursion zu JAB Anstoetz in Bielefeld erhielten Studierende des Textilen Gestaltens Einblicke in die Arbeitsweise des größten Stoffverlages der Welt. Das 1946 gegründete deutsche Familienunternehmen bietet eine hochwertige Palette von Inneneinrichtungsstoffen und Möbeln in weltweiten Showrooms von Paris, Mailand, Tokio bis New York. Von den rund 1.400 Mitarbeiter:innen ist ein Großteil im Stammhaus in Bielefeld beschäftigt. Zum Firmenkomplex gehören die Bielefelder Werkstätten in Form einer Manufaktur für die handwerkliche Fertigung von Polstermöbeln. Hier bearbeiten Polster:innen, Näher:innen, Raumausstatter:innen und Tischler:innen in aufwändiger Handarbeit Aufträge für Einrichtungsgeschäfte weltweit. Die Studierenden hatten die Gelegenheit zum Gespräch mit Mitarbeiter:innen in den Produktionsabteilungen von der Polsterei über den Zuschnitt bis zum Lager. Beeindruckend waren u. a. die Vielfalt der handwerklichen Techniken, die Liebe zum Detail, der hohe Qualitätsanspruch, die hauseigene Ausbildung und die Inklusion über die Integration betreuter Mitarbeiter:innen aus Bethel. Ein Highlight war der Besuch des neueröffneten firmeneigenen Treffpunkts frei[raum] genauso wie der Abschluß im Fabrikverkauf, wo die Studierenden textile Materialien für ihre aktuellen Projekte aussuchen durften. Die Exkursion war aus dem Seminar Sitzwerk - Nachhaltiges Möbeldesign entstanden. In diesem Semiar unter der Leitung des Raumausstattermeisters Klaus Schmidt und der Unterstützung des Tischlermeisters Jürgen Menkhaus ging es um die Entwicklung funktionstüchtiger Sitzmöbel unter Berücksichtigung des schonenden Einsatzes von Ressourcen. Ein wichtiger Aspekt war die Kooperation zwischen Universität, Handwerk und Industrie. Die Auseinandersetzung mit handwerklichen und industriellen Arbeitszusammenhängen erweitern den Erfahrungshorizont und den Lebensweltbezug der Textilstudierenden. Für das Seminar hatte JAB Anstoetz als Kooperationspartner sämtliche textilen Materialien gesponsert. Ein großer Dank geht an die JAB-Innenarchitektin Diane Beckmann und den Werkstattleiter der JAB-Polsterei Matthias Brökelmann für den vielschichtigen und kostbaren Exkursionstag.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Kooperationsreise nach Georgien
Textile Kultur an der Schnittstelle zwischen Ost und West
Textile Kultur, das Weltkulturerbe Blaudruck und die Berührungspunkte zwischen Ost und West waren die Hauptthemen einer Kooperationsreise nach Georgien von Prof.in Bärbel Schmidt und deren wissenschaftlichen Mitarbeiterin Lucia Schwalenberg. Länder wie Georgien an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien sind geprägt von einem vielschichtigen Ansatz in Bezug auf Kulturgeschichte, zeitgenössischem Design und den Herausforderungen der Postsovietzeit. Georgien strebt die Wiederbelebung handwerklicher und industrieller Fertigkeiten und Techniken an. Universitäre und kulturelle Einrichtungen erforschen und aktivieren textile Techniken wie Blaudruck, Filzen, Weben und Seidenbearbeitung. Diese Techniken werden an der Staatlichen Kunstakademie in Tiflis gelehrt sowie von einer wachsenden Zahl von Textilkünstler:innen und Institutionen wie der Unesco unterstützt. Die Kooperationsreise wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst/DAAD zur Vorbereitung für Mobilitätsprojekte mit Partnerländern gefördert. Zur Fortsetzung des Projektes werden in Georgien konkrete Kooperationsmöglichkeiten eruiert mit der Staatlichen Akademie der Künste, ihrem experimentellen Forschungslabor für Blaudruck/Lurja Supra, dem Staatlichen Seidenmuseum und regionalen Textilkünstler:innen sowie weiteren möglichen Institution.
Fotos: Staatliche Kunstakademie Tiflis
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Stichlab eröffnet
Neuer Makerspace im Textilen Gestalten
Am 5. Juli 2023 hat das Textile Gestalten das Stichlab mit einer großen Zahl von Gästen eröffnet. Dazu gehörten der Vizepräsident für Studium und Lehre der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Jochen Oltmer, das UOS-Team Kommunikation und Marketing, das Team des UOS-DigiLab, Marco Bazalik für die Zentrale Studienberatung, der Inistitutsleiter der Geografie, Prof. Dr. Andreas Pott, Studierende, Lehrende und technische Mitarbeiter unterschiedlicher Fachgebiete. Ein großer Dank geht an Anke Beccard mit den studentischen Mitarbeiterinnen Marieke Oevermann, Occa Muscheites und Frederique Harder für die Projektvorbereitung, die Studierenden für die Modenschau zur Eröffnung, Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt für die Projektleitung und das Team des Textilen Gestaltens für die Begleitung. Das St!chLab ist ein textiler Makerspace in direkter Nachbarschaft zum studentischen Kleidungsverleih Fairo Moda in Gebäude 52/E02, Neuer Graben 7 (Eingang über Seminarstraße), Osnabrück. Es ist mit analogen und digitalen Maschinen und Geräten für die Herstellung, Reparatur und das Upcycling von Kleidung und Textilien ausgestattet. Dazu gehören u. a. ein Lasercutter, Stick- und Nähmaschinen sowie ein Plotter. Mit dem St!chLab initiiert das Fachgebiet Textiles Gestalten eigenverantwortliche Lernprozesse im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Kleiderspenden, die nicht an Fairo Moda gehen, können zu neuen Kleidungsstücken bzw. Textilien umgearbeitet werden. Eigene Kleidung kann repariert oder hergestellt werden. Die Besucher:innen werden durch studentische Hilfskräfte betreut. Die Öffnung erfolgt nach Absprache für alle Angehörigen der Universität (Mitarbeitende und Studierende) und ermöglicht den Austausch über die Grenzen unterschiedlicher Disziplinen hinweg. Für eine hauptamtliche Begleitung sollen Mittel eingeworben werden. Als Begleitprogramm sind Seminare zur Makerculture mit praktischer Arbeit im St!chLab sowie wechselnde monatliche Themen vorgesehen. Vorteile für die Lehrenden sind die Verankerung von Nachhaltigkeit und bewusstem Kleidungskonsum in die Lehre. Die gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen können angehende Lehrkräfte im weiteren Studienverlauf und in ihrem zukünftigen Beruf und Schulalltag integrieren. Der offene Austausch und die Unterstützung beim gegenseitigen Lernen im Makerspace bereichert die universitäre Ausbildung. Das Stichlab wurde von der Universität Osnabrück als Good Practice-Beispiel gefördert. Als förderungswürdig galt der Jury der neue Lehr- und Lernort aufgrund seines Potentials, Lehren und Lernen flexibler zu gestalten, Präsenzzeit wertvoll zu nutzen, eigenverantwortliches Lernen zu fördern, Kompetenzen für eine digitalisierte Welt zu entwickeln und digitale Tools souverän zu nutzen.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Makerspaces
Kooperationsreise von Osnabrück nach Berlin
Textile Studies, Craft Education und Makerspaces waren die Schwerpunkte einer Kooperationsreise von Osnabrück über Hannover, Hildesheim, Halle und Wildau nach Berlin. Die Reise war Bestandteil des Förderprojektes "Craft Education und Makerspaces" mit Reisen nach Finnland, die Niederlande und Belgien. Das Kultusministerium unterstützt das Kooperationsprojekt mit Fördermitteln aus dem Programm INTENSIVinternational zur Stärkung der europäischen Zusammenarbeit. Das Fachgebiet Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück bildet für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Damit kommt dem Fachgebiet eine besondere Aufgabe in der Bildung für nachhaltige Erziehung und in gestalterischen Kompetenzen zu. Das Projekt eruiert Makerspacers als zukunftsorientierte Orte im Sinne eines gleichberechtigten Zugangs zu Produktions- und Bildungsressourcen und Räumen für gemeinschaftlichen Wissenstransfer.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Nominierung für Mühlenhoff-Preis
Lesley-Ann Baldwin von Studierenden für Auszeichnung vorgeschlagen
25 Wissenschaftler:innen wurden von Studierenden der Universität Osnabrück für den Hans Mühlenhoff-Preis 2023 für gute akademische Lehre vorgeschlagen. Unter den Nominierten ist Lesley-Ann Baldwin vom Fachgebiet Textiles Gestalten. Lesley-Ann Baldwin zeichnet sich durch ihr hohes Engangement im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aus. So rief Lesley-Ann Baldwin 2021 den ersten und einzigen hochschuldidaktischen Kleidungsverleih unter dem Namen Fairo Moda ins Leben. Im Zusammenhang mit einer Lehrveranstaltung erstellte sie 2022 einen vestimentären Nachhaltigkeitsguide für die Stadt Osnabrück. Lesley-Ann Baldwin reiht sich damit in eine engagierte Riege von Wissenschaftler:innen der Universität Osnabrück ein. Den Preis erhielten Prof. Dr. Chadi Touma und Dr. rer. nat. Dominique Remy aus dem Fachbereich Biologie/Chemie und Dr. Imke von Maur aus dem Fachbereich Humanwissenschaften. Die Ehrung übernahm der Vizepräsident für Studium und Lehre, Prof. Dr. Jochen Oltmer, der das Gewicht der Nominierung durch die Studierenden selbst hervorhob: „Kreative, innovative und spannende Lehre ist neben der Forschung integraler Bestandteil unserer Universität. Und wer könnte dies besser beurteilen, als unsere Studierenden? In diesem Sinne bedeutet allein schon eine Nominierung eine besondere Auszeichnung, zu der ich allen mit großer Freude gratuliere.“
Foto: Lucia Schwalenberg
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Besuch aus Ghana
Textilkünstler Ibrahim Mahama zu Gast im Textilen Gestalten
Am 31. Mai 2023 besuchte der aus Ghana stammende Konzept-, Objekt-, Aktions- und Performancekünstler Ibrahim Mahama gemeinsam mit Juliane Schickedanz und Anna Jehle, Leiterinnen der Kunsthalle Osnabrück, das Fachgebiet Textiles Gestalten zwecks eines informellen Austausches. Markenzeichen des Künstlers sind aus gebrauchten Jutesäcken erstellte monumentale Plastiken. Die ehemals als Transportbehältnis für Kakao verwendeten Säcke tauscht Mahama auf ghanaischen Märkten gegen neue Säcke aus. Mit Jutesäcken und ghanischem Ghonja-Baumwollstoff verhüllte er gemeinsam mit seinen Mitarbeiter:innen bereits weltweit zahlreiche Gebäude: u. a. das Nationaltheater in Accra, diverse Wohnhäuser und die Kwame Nkrumah University and Technology in Kumasi in Ghana sowie anlässlich der documenta 14 die Kasseler Torwache. Ibrahim Mahama wird anlässlich des 375jährigen Friedensjubiläums und des 30. Jahrestages der Kunsthalle Osnabrück das seit 2020 leerstehende Galeria-Kaufhof-Gebäude mit einer Installation aus den o. b. Materialien verhüllen. In einem Vortrag im Osnabrücker Rathaus informierte er über seine Arbeiten, Arbeitsweise und das Projekt in Osnabrück. Mahamas Anliegen ist es, historische Handelsrouten zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent nachzuzeichnen und so auf die Auswirkungen des Welthandels auf seine Heimat Ghana hinzuweisen. Ein Besuch im Fachgebiet Textiles Gestalten lag aufgrund der textilen Materialien, mit denen der Künstler arbeitet, nahe. Während des Besuches informierte sich Mahama über die Studiermöglichkeiten sowie über die technologische Ausstattung des Faches.
Foto: Wolfgang Sparenberg
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Kooperationsreise in die Niederlande und Belgien
Textile Studies, Craft Education and Makerspaces: Förderung durch Niedersächsisches Kultusministerium
Textile Studies, Craft Education und Makerspaces ist der Kern einer Förderung durch das Niedersächsische Kultusministerium für das Fachgebiet Textiles Gestalten der Universität Osnabrück. Nach einer Kooperationsreise nach Finnland im Sommer folgte eine Reise zu Makerspaces und Forschungsinstitutionen in die Niederlande und Belgien. Das Kultusministerium unterstützt das Kooperationsprojekt mit Fördermitteln aus dem Programm INTENSIVinternational zur Stärkung der europäischen Zusammenarbeit. Internationalisierung ist ein Schwerpunktthema im Strategieprozess der Universität Osnabrück. Ziel ist die Steigerung des Austausches und die Generierung internationaler Nachwuchswissenschaftler*innen. Unter Berücksichtigung von Forschungsschwerpunkten sollen Forschungslandschaften mit einzelnen Ländern aufgebaut werden. Vor dem Hintergrund des Bildungsauftrages und der gesellschaftlichen Verantwortung der Universität gilt das besonders für Lehramtsstudiengänge. Ziel ist die Erhöhung der Standortattraktivität in der internationalen Hochschullandschaft und die Gewinnung von internationalen Studierenden und Wissenschaftler:innen. Das Fachgebiet Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück bildet für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Damit kommt dem Fachgebiet eine besondere Aufgabe in der Bildung für nachhaltige Erziehung und in gestalterischen Kompetenzen zu.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Good Practice
Textiles Gestalten mit zwei Projekten als Good Practice Beispiele der Universität Osnabrück gefördert
Im Wintersemester 2022/23 wurden zwei Lehrvorhaben des Textilen Gestaltens im Rahmen des UOS.DLL-Projektes mit studentischen Hilfskraftstunden gefördert. Beim ersten Projekt handelt es sich um den Aufbau eines textilen MakerSpace mit analogen und digitalen Textilmaschinen bzw. -geräten für die Herstellung, Reparatur und das Upcyclen von Kleidung und Textilien. Mithilfe einer studentischen Hilfskraft sollen unter anderem Tutorials und Mikromodule zur Einführung in die Geräte entwickelt werden. Als förderungswürdig galt der Jury das Projekt aufgrund seines Potentials, Lehren und Lernen flexibler zu gestalten, Präsenzzeit wertvoll zu nutzen, eigenverantwortliches Lernen zu fördern, Kompetenzen für eine digitalisierte Welt zu entwickeln und digitale Tools souverän zu nutzen. Die Antragstellerin war Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt. Das zweite Projekt ist ein vestimentärer Nachhaltigkeitsguide für die Stadt Osnabrück. Hierbei entwickeln Studierende des Textilen Gestaltens einen Textilguide, der Alltagstipps und Wissen über Nachhaltigkeit und einen bewussten Kleidungskonsum vermittelt. Die Zielgruppe sind Bewohner:innen der Stadt Osnabrück und der Umgebung. Die Studierenden werden von der Hilfskraft bei der Entwicklung des Guides unterstützt. Der Förderschwerpunkt lautet hierbei, Lehren und Lernen flexibler zu gestalten sowie eigenverantwortliches Lernen zu fördern. Die Antragstellerinnen waren Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt und Lesley-Ann Baldwin.
Foto: Wolfgang Sparenberg
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Nachruf
Hiltrud Schäfer
Am 16. Januar 2023 verstarb unsere langjährige Kollegin, die Textilkünstlerin Hiltrud Schäfer, im Alter von 85 Jahren nach einem Leben voller Schaffenskraft. Wir sind dankbar für die Erinnerung an ihren Beitrag zur zeitgenössischen Textilkunst mit unzähligen, spannenden und inspirierenden Lehrveranstaltungen für unsere Studierenden, so die Ausstellung bücher sätze zeichen, die Hiltrud Schäfer für das Textile Gestalten gemeinsam mit Studierenden gestaltet hat und aus der die obige Abbildung stammt. Stellvertretend für das Kollegium ein Auszug aus einer Laudatio Annette Hülsenbecks: "Liebe Hiltrud, du liebst es Ausstellungen zu konzipieren und aufzubauen, die Objekte, die in oft langwierigen Arbeitsprozessen entstanden sind, kommen ins Licht, werden gezeigt, gesehen, kommentiert, regen zu Austausch und Gesprächen an. Im Rahmen der Fachöffentlichkeit sei heute ein Rückblick gestattet, der andeutungsweise zeigt, welchen Beitrag Du für die Lehre im Textilen geleistet hast. Von Anfang an hast Du für die universitäre Lehre Deine Erfahrungen und Erfindungen aus der eigenen künstlerischen Werkstatt genutzt, den Studierenden zur Verfügung gestellt, großzügig mit Rat und Hilfe, mit Zeit, mit Aufmerksamkeit und Anregungen. Das Repertoire textiler Techniken hast Du erweitert, Grenzen der traditionellen Anwendungen überschritten, neue Kontexte gefunden. Es geht Dir immer um eine Ernsthaftigkeit der Aufgabe und um Spielräume ihrer Lösungen, nicht um die Erfüllung eines Programms, sondern die Findung eigenen Ausdrucks. Deine Studienreisen führten Dich nach Japan, nach Taiwan, du warst als Artist in Residence in Bolivien. Mit Deinen Arbeiten warst Du in vielen nationalen und internationalen Ausstellungen präsent, in Australien, Tunesien, Israel, Rumänien, in Österreich und der Schweiz. Du hast Preise gewonnen, bist ausgezeichnet worden. Inhaltlich spielt in Deinen Arbeiten der Mensch in seiner Verletzlichkeit, Verletztheit und Vergänglichkeit eine zentrale Rolle, die große Arbeit für die Biennale in Lausanne thematisierte dies in einer Folge von handgeschöpften Hemden von der Intaktheit zur Auflösung und Zerfall, das Hemd als Körper. Freude am Suchen und Finden, am Sammeln speisen Deine Arbeiten zu Künstlerbüchern, zu Findbüchern ganz eigener Art. Das Karl Valentin Zitat zur Kunst, die schön ist, aber viel Arbeit macht trifft sehr auf Deine Arbeitsweise zu – deren Resultate nicht die Schwere der Arbeit, sondern die Leichtigkeit des Könnens auszeichnen."
Text: Annette Hülsenbeck
Foto: Bärbel Schmidt
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TIES - Textiles in Europe Studies
Uni Osnabrück bei textilem Studientreffen in den Niederlanden
Unter dem Namen TIES - Textiles in Europe Studies, hat sich eine Gruppe von Textilforscher:innen auf internationaler Ebene zusammengefunden. Bei einem Studientreffen im Textile Research Centre in Leiden trafen sich Vertreter:innen der Gruppe aus Ungarn, Spanien und den Niederlanden. Für Deutschland war Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt vom Textilen Gestalten der Universität Osnabrück beteiligt. Thema des zweitägigen informellen Treffens war die Stärkung von Textil- und Modestudien. TIES plant die Vertiefung von textilarchäologischen Studien im Hinblick auf textile Produktion und Handel. Bestandteil der Zusammenkunft war eine Veranstaltung im Volkenkunde Museum in Leiden mit ModeMuze, einer niederländischen Online-Plattform für Textilien, Kleidung und Accessoires aus unterschiedlichen Museen.
Foto: Maxim Mordovin
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Workshop Pflanzenfärben mit Anne Hederer
Von A wie Avocado bis Z wie Zwiebelschale
"Die Farben der Natur" war der Titel eines Workshops zum Pflanzenfärben mit Anne Hederer, Textildesignerin und Werkstattleiterin an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin. In vier intensiven Tagen experimentierten Studierende des Textilen Gestaltens der Universität Osnabrück mit Pflanzen wie Walnuss, Malve, Sonnenhut oder Birke in unterschiedlichen Färbeverfahren. Zunächst hieß es, Pflanzen aus dem eigens angelegten Färbepflanzenbeet im Botanischen Garten der Universität Osnabrück zu ernten. Das Färbepflanzenbeet war durch eine fruchtbare inneruniversitäre Kooperation mit dem Fachbereich Biologie entstanden. Ein herzlicher Dank geht an Prof. Dr. Nico Dissmeyer als stellvertretendem Leiter des Botanischen Gartens und an Yvonne Bouillon als der technischen Leiterin, die dem Textilen Gestalten eine eigene Beetfläche ermöglichten. Das Färbepflanzenbeet war von Frühjahr bis Sommer von Textilstudierenden mit Färbepflanzen eingesät, gehegt unf gepflegt worden. Die Ernte aus dem Botanischen Garten erweiterte Anne Hederer für den Workshop mit einer reichen Schatztruhe voller pflanzlicher Färbemittel, aus der die Studierenden für die Experimente und Versuchsreihen schöpften. So entstanden tiefe Rottöne aus Krapp, zartes Nude aus Avocado, leuchtendes Gelb aus Sonnenhut oder Birke, warme Brauntöne aus Walnuss und zarte Töne aus Tagetes. Sogar Schwarz als schwierigste aller Färbungen gelang im Experiment. Anne Hederer führte die Studierenden systematisch ein in die Grundlagen der Kalt- und Warmfärbungen, Bundle-Dying und Shibori-Techniken mit faszinierenden Ergebnissen. Die Versuchsreihen galt es in Färbetagebüchern und Messreihen festzuhalten.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Kooperationsreise nach Finnland
Textile Studies, Craft Education and Makerspaces
Drittmittelförderung durch Niedersächsisches Kultusministerium
Textile Studies, Craft Education und Makerspaces war der Kern einer Kooperationsreise des Textilen Gestaltens nach Finnland zu dortigen Hochschulen und Institutionen. Das Niedersächsische Kultusministerium unterstützt das Kooperationsprojekt mit Fördermitteln aus dem Programm INTENSIVinternational zur Stärkung der europäischen Zusammenarbeit in voller Höhe von 10.000 Euro. Das Projekt wird nun mit einer Konkretisierung der Zusammenarbeit und dem Ausloten von Kooperationsmöglichkeiten zwischen finnischen Hochschulen, der Universität Osnabrück als niedersächsischer Hochschule und dem niederländischen Textile Research Centre in Leiden fortgesetzt. Internationalisierung ist ein Schwerpunktthema im Strategieprozess der Universität Osnabrück. Ziel ist die Steigerung des Austausches und die Generierung internationaler Nachwuchswissenschaftler*innen. Unter Berücksichtigung von Forschungsschwerpunkten sollen Forschungslandschaften mit einzelnen Ländern aufgebaut werden. Vor dem Hintergrund des Bildungsauftrages und der gesellschaftlichen Verantwortung der Universität gilt das besonders für Lehramtsstudiengänge. Ziel ist die Erhöhung der Standortattraktivität in der internationalen Hochschullandschaft und die Gewinnung von internationalen Studierenden und Wissenschaftler:innen. Das Fachgebiet Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück bildet für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Damit kommt dem Fachgebiet eine besondere Aufgabe in der Bildung für nachhaltige Erziehung und in gestalterischen Kompetenzen zu. Die nordischen Länder haben in der gestalterischen Bildung ein weit über die Schulbildung hinausgehendes Verständnis in Form einer sogenannten Craft Education. Das Ziel ist lebenslanges Lernen als generations-, kultur- und disziplinübergreifendes Bildungskonzept. Besonderen Ausdruck findet diese Craft Education neben der Ausbildung an Universitäten in partizipatorischen Makerspaces. Internationale Ansprechpartner:innen sind in Finnland Universitäten in Rovaniemi, Turku/Rauma und Helsinki/Eespo.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Ausstellungseröffnung Hohe Schneiderkunst
Kooperationsprojekt mit der Draiflessen Collection
Was passiert, wenn Studierende des Fachgebietes Textiles Gestalten der Universität Osnabrück sich von vier großen Couturières wie Madame Grès, Madeleine Vionnet, Christian Dior und Cristóbal Balenciaga in einem Seminar inspirieren lassen? Was passiert, wenn Studierende des Fachgebietes Textiles Gestalten der Universität Osnabrück aufgefordert werden, eine Ausstellung zu diesen Modeschöpfer*innen innerhalb eines Kunstmuseums zu konzipieren und zu realisieren? Was passiert, wenn Inspirationen und Konzepte zusammen finden? Das kann in der Ausstellung Hohe Schneiderkunst im Museum Draiflessen Collection in Mettingen seit 18.07.2021 entdeckt werden. Die das Kooperationsprojekt begleitende Textilkuratorin Maria Spitz (Draiflessen Collection) und die Lehrende Christine Löbbers (Textiles Gestalten/Universität Osnabrück) freuen sich mit den Studierenden über eine sehr gelungene Ausstellung. Die Ausstellung unter dem Motto “4 Modeschöpfer*innen – 4 Kleider – 4 Studierendenteams – ist bis zum 31.10.2021 zu sehen.
Foto: Maria Spitz
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Irgendwann ist jetzt
Verabschiedung Renate Michalick
Bei wunderbarem Wetter, bester Bewirtung durch die Familienbildungsstätte FABI und musikalisch begleitet durch Simon Hagen und Herrn Wang wurde die langjährige Lehrkraft im Textilen Gestalten, Renate Michalick, in den Ruhestand verabschiedet. Auszüge aus der Rede von Bärbel Schmidt anläßlich des Abschieds: "Irgendwann ist jetzt – deine Begeisterung für dieses Lied von Max Giesinger hat mich inspiriert. Wir alle denken während unseres Arbeitslebens oft, irgendwann werde ich das und das endlich tun – spätestens dann, wenn ich in den Un-Ruhestand wechsele. Ich bin sicher, dir ist es ähnlich ergangen. Und jetzt ist für dich irgendwann. Plötzlich ist es jetzt so weit. Du hast in den 35 Jahren deiner universitären Laufbahn viele Seminare zum Siebdruck, zur Wertschöpfungskette, zum Nähmaschinennähen, zum Stricken analog und digital und und und durchgeführt. Immer hat dich die Neugierde und das Interesse am textilen Thema angetrieben. Deshalb hast du regelmäßig bereits geplante Veranstaltungen völlig neu konzipiert und wenn du der Meinung warst, sie muss überarbeitet werden, überarbeitet. Alle deine Seminare waren durchgängig perfekt vorbereitet. Lange Jahre hast du die Studierenden mit interessanten Exkursionen beglückt. Durch dich lernten sie beispielsweise die phantastischen Ausstellungen des Martha, Herford, kennen. Wir alle danken dir für die inspirierende Zusammenarbeit in all den Jahren und wünschen dir alles, alles Gute für den nächsten spannenden Lebensabschnitt: Irgendwann ist jetzt."
Foto: N. N.
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Leihen statt Kaufen
Fairo Moda eröffnet mit Click & Borrow-Konzept
Endlich ist es soweit, am 1. Juni 2021 öffnet Fairo Moda seine Türen. Der universitätsinterne sowie hochschuldidaktische Kleidungsverleih befindet sich auf dem Innenstadt-Campus im Gebäude 52/E03 mit Zugang gegenüber der Seminarstraße 33 in Osnabrück. Das Prinzip funktioniert wie eine Bibliothek mit Kleidung statt Büchern. Fairo Moda möchte nach dem Motto der Sharing Economy (wie beim Car-Sharing-Prinzip) handeln und eine Möglichkeit für gemeinsamen Kleidungskonsum anbieten. Initiiert wurde das Projekt im Fachgebiet Textiles Gestalten. Der Studiengang setzt sich in seiner wissenschaftlichen Theorie intensiv mit der vestimentären Nachhaltigkeit auseinander und bietet nun zusätzlich eine praktische Möglichkeit für Studierende und Mitarbeitende der Universität Osnabrück in Form eines Kleidungsverleihs. Zeitgleich dürfen drei Kleidungsstücke entliehen werden. Das Angebot ist kostenlos. Bei der Anmeldung fällt eine Kaution von 60 Euro an, die bei der Abmeldung zurückgezahlt wird. Das Geld oder ein Teil des Geldes wird einbehalten, wenn es zum Verlust oder zu Beschädigungen an den entliehenen Textilien kommt. Aufgrund der aktuellen Lage wird es am 1. Juni 2021 ein Soft-Opening geben. Eine kleine Eröffnungsfeier ist aufgeschoben und nicht aufgehoben. Sie soll stattfinden, wenn sich die Corona-Situation entspannt hat und Zusammenkünfte wieder möglich sind. Fairo Moda hält sich an die Corona-Maßnahmen. Das Hygienekonzept sieht eine Click & Borrow-Terminorganisation vor und ein Leitsystem durch das Gebäude 52 (Eingang über Seminarstraße, Ausgang über Neuer Graben). Weiterhin müssen Besucher:innen eine FFP2-Maske tragen und sich an die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln halten. Da die Fairo Moda-Räumlichkeiten nicht groß sind, ist es zunächst einer Person pro Slot erlaubt, den Verleih zu besuchen. Modische Beratung gibt es, wenn gewünscht, gerne von den betreuenden Studierenden. Diese erstellen auf Wunsch auch Fotos, falls Interessierte per Messenger eine Meinung von Freund:innen einholen möchten. Die Mitgliederanzahl von Fairo Moda ist begrenzt, weshalb es sich lohnt, frühzeitig einen Termin zum Stöbern, Anmelden und Ausleihen zu vereinbaren. Das Angebot beschränkt sich derzeit noch auf Damen-Oberbekleidung.
Foto: Lesley-Ann Baldwin
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Musterschatz
Textilstudierende entwickeln Gewebe für die historische Beiderwandweberei Meldorf
Die Stiftung Mensch verfügt im Alten Pastorat in Meldorf über eine deutschlandweit einzigartige Beiderwandweberei. Bestandteil der Weberei ist ein historisch gewachsener Musterschatz mit komplexen Jacquardkartenläufen, historischen Webstühlen, Maschinen und Geräten sowie einem Archiv an Gewebezeichnungen und Musterproben. Der Betrieb erfolgt durch die Stiftung Mensch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Handicap. Die Produktion orientiert sich an historischen Vorlagen. Durch den Kontakt mit dem Werkstattleiter, Wolfgang Sternberg, entstand die Idee, mit Studierenden neue, zeitlose Entwürfe für die historische Museumsweberei zu entwerfen. Bereits in vorigen Semestern hatten Studierende Entwürfe entwickelt, beispielsweise für eine Bauhaus-Ausstellung des Tuchmacher Museums Bramsche, für den akademischen Schal der Universität Osnabrück oder für ein Sozialprojekt in Sri Lanka. Wolfgang Sternberg hatte im Zuge der Werkstatt-Restrukturierung im Textilen Gestalten bei der Restaurierung des facheigenen Lochkartenjacquardwebstuhles geholfen. Nun bot sich die Gelegenheit zu einer weiteren Zusammenarbeit - eine kulturhistorische Annäherung an die Beiderwandweberei auf zeitgenössischer Basis.
Instandsetzungsarbeiten an den Geräten ermöglichten seit Kurzem das Schlagen von neuen Kartenläufen in Meldorf. Dies eröffnete die Möglichkeit für das Kooperationsprojekt zwischen der Beiderwandweberei der Stiftung Mensch und dem Fachgebiet Textiles Gestalten der Universität Osnabrück. Angeregt durch die historischen Motive, die in Stand gesetzte Technik und die ursprünglich intendierte Museumspraxis, in der Werkstatt neue Muster zu entwickeln, machten sich die Studierenden an die Arbeit. Ziel war es, zeitlose, geometrische Muster zu entwickeln, die sich mit überschaubarem Aufwand in Jacquardkartenläufe umsetzen lassen könnten. Die aufwändigen historischen Kartenläufe erfordern Tausende von Jacquardkarten, die Karte für Karte geschlagen und zu einem Lauf zusammengenäht werden müssen. Zur praktischen Umsetzung sollten Muster entwickelt werden, die mit ein- bis zweihundert Jacquardkarten im Werkstattbetrieb der Stiftung Mensch umsetzbar sein könnten.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Textilort Großschönau
Interdisziplinärer Kooperationsworkshop
Der Textilort Großschönau hat eine jahrhundertealte Tradition in der Textilproduktion, vor allem im Bereich der Damast-, Jacquard- und Frottierweberei. Der Ort liegt in der Oberlausitz im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Tschechien und Polen. Die Region war aufgrund der klimatischen Bedingungen über Jahrhunderte Leinenanbaugebiet. Zwei ortsansässige Leineweber erlernten im 17. Jahrhundert in Holland die Kunst der Damastweberei. 1666 kam so der erste Damastwebstuhl Deutschlands nach Großschönau. Der Ort entwickelte eine Blütezeit in der Damastweberei für herrschaftliche Tischwäsche, Familienwappen und kirchliche Textilien. Mit der Erfindung des Jacquardwebstuhls durch Joseph-Marie Jacquard im Jahre 1805 wurden die Zugwebstühle der Damastweberei durch die Lochkartenwebstühle der Jacquardweberei ersetzt. 1856 wurde in Großschönau der erste Frottierwebstuhl Deutschlands in Betrieb genommen. Im Zuge der Industriealisierung kam es zur Gründung zahlreicher Webereien. In den Weltkriegsjahren kamen technische Textilien wie Schlachboote und Rettungswesten hinzu. Nach der Wende mußten viele der Betriebe schließen. Bis heute produzieren im Ort zwei Industriewebereien: Die Jacquardweberei Damino und der Frottierwarenhersteller Frottana. Im Ort zeigt das Deutsche Damast- und Frottiermuseum die textilen Verbindungen des Ortes auf. Hier steht einer von weltweit drei erhaltenen Zampelwebstühlen. Im Schaumagazin des Museums sind Maschinen in Funktion. Ein Textillehrpfad verweist auf textile Orte wie eine Leinenbleichwiese mit Leinentrockenturm. Produktionsstandorte und Fabrikantenvillen. Ortsbildprägend sind im gesamten Ortskern von Großschönau und dem angrenzenden Waltersdorf rund 700 sogenannte Umgebindehäuser, eine spezielle Form von Fachwerkhäusern mit integrierten Lehmbausockeln. In diesen Umgebindehäusern wurde einst an Damastwebstühlen im häuslichen Verlagssystem produziert. Im Ort ist auch eine ehemalige Webschule erhalten, die jedoch derzeit größtenteils leersteht. Im Rahmen eines Projektes zu "Potentialen von Kleinstädten in periphären Lagen" hat die Hochschule Neubrandenburg unter Projektleitung von Prof. Peter Dehne sogenannte Szenarioprozesse begleitet. Aus dieser Projektbegleitung entstanden Visionen für das Zukunftspotential von Großschönau als Textilort. Um Ideen und Visionen für die Nutzung der ehemaligen Webschule in Großschönau zu entwickeln, konzipierte der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen "Kreatives Sachsen" einen Kooperationsworkshop mit TeilnehmerInnen aus den Bereichen Textil, Kultur, Technik, Architektur, Hochschule, Museen und Kreativwirtschaft.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Figurentheater
Was trägt der Kasperle von heute?
Eintauchen in eine andere Welt und diese aktiv mitgestalten. Das taten 15 Studierende der Universität Osnabrück im Rahmen der Lehrveranstaltung: FIGURENTHEATER - Was trägt das Kasperle von heute? des Fachgebietes Textiles Gestalten unter der Leitung von Mareike Alexander. Die Grundlagen des Figurentheaters sowie die Besonderheiten und Herausforderungen dieser Theatergattung bildeten den theoretischen Einstieg in das Seminar. So ging es neben der Geschichte des Figurentheaters um die vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten, die diese Theaterform bietet und darüber hinaus um eine mögliche Umsetzung im Schulunterricht. Denn die Studierenden befinden sich derzeit im Master und stehen somit kurz davor, als Lehrperson Textiles Gestalten zu unterrichten. Das Seminar schuf Raum für künstlerisches und freies Arbeiten. In der Theorie scheint vieles möglich, wie aber sieht die Welt des Figurentheaters um uns herum wirklich aus? Das Seminar fand in Form von Blockseminaren vollständig digital statt. Florian Rzepkowski, Leiter des Figurentheaters Osnabrück, öffnete digital den Vorhang, indem er als Experte an einer der Online-Sitzungen teilnahm und Fragen der Studierenden beantwortete. Grundlage für die Entwürfe sind kleine, selbst geschriebene Geschichten, zu denen Figuren und Bilder geschaffen werden sollten, um so den Prozess eines Figurentheaters von der ersten Idee, über den Entwurf bis zu einem fertigen Kostümbild zu durchleben. Das Ergebnis zeigt eine Vielzahl verschiedenster Figurenarten: von Stabfiguren, über Handpuppen bis hin zu Marionetten, hergestellt aus diversen Materialien. Die Figuren wurden zu Hause von den Studierenden gefertigt. Der Austausch über erste Ideen, mögliche Materialien und Schwierigkeiten fand im virtuellen Raum statt. Jede Figur erzählt eine ganz eigene Geschichte vom Leben und vielleicht auch von dieser wilden Zeit, die wir momentan erfahren. Mareike Alexander gibt einen kurzen Einblick in die Geschichte dieser Kunstform: 'Der genaue Ursprung des Puppentheaters ist zeitlich wie geografisch nicht ganz eindeutig. Vielmehr weisen die unterschiedlichen Arten von Figuren unterschiedliche Herkunftsländer auf. So zeigte beispielsweise das Marionettentheater bereits in der griechischen Antike erste Anfänge. Wie der Name des Seminars schon verrät, sollte auch die Figur des Kasperls, als Einstieg in die Thematik, nicht unbetrachtet bleiben. Franz Graf von Pocci (1807-1876) schrieb eine Vielzahl an Geschichten, in denen der Kasper Larifari erstmals auftauchte. Vorläufer des im deutschsprachigen Raum vertretenen Kasperls ist vermutlich die Figur Pulcinella aus der Commedia dell´ arte im 16. Jahrhundert in Italien. Das Puppen- und Kasperletheater ist, neben dem Kasperle geprägt durch drei Rollenmuster, die durch die mitwirkenden Figuren verkörpert werden. Für Gerechtigkeit und Ordnung sorgen Puppen, wie der König oder der Wachtmeister. Damit diese auch etwas zu tun haben, gibt es natürlich auch die stereotyp Bösen (Hexe, Zauberer, Teufel, Räuber). Nun wären die Bösen ja schwer sichtbar, wenn es nicht im Gegensatz dazu auch die Guten gäbe - und da wären wir bei der Fee, Gretel und der Großmutter. Wir betrachteten in dem Seminar zudem die Arbeit von Paul Klee. In den Jahren von 1916 bis 1923 fertigte Klee 50 Puppen für seinen Sohn und verwendete hierzu Materialien, die er in seiner Umgebung fand. So nutzte er beispielsweise Rinderknochen, Bürstenköpfe und Nussschalen. Die Betrachtung von Klees Handpuppen war dahingehend spannend, dass im Rahmen des Seminars auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geachtet wird. So soll der Blick für die vorhandene Materialvielfalt um uns herum geöffnet werden und Klees Ansatz kann so zu der Verwendung von Bestehendem inspirieren'. Das Figurentheater bietet dem regionalen und überregionalen Figurenspiel eine Bühne in historischer Kulisse: Der gemeinnützige Verein befindet sich in der Osnabrücker Altstadt in der 'Alten Fuhrhalterei'.
Foto: Florian Rzepkowski
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Roaring Twenties
Modenschau zum Zeitalter der Goldenen Zwanziger
Eine Zeitreise der besonderen Art erlebten Besucherinnen und Besucher der Zonta Charter Feier im Alando Palais in Osnabrück am 26. Oktober. Textilstudierende ließen in einer Modenschau das Zeitalter der 20er jahre auferstehen. Über mehrere Monate gestalteten die Studierenden in einem Seminar typische Modelle dieses Jahrzehntes und präsentierten die Mode eiinem Publikum, das anlässlich des 100jährigen Jubliäums des Zonta-Vereins im Stil der 20er Jahre erschienen war. Das musikalische Gefühl der "roaring twenties" wurde durch ein Jazz-Trio transportiert, das die Show live begleitete. Besonderes Augenmerk lag im Seminar auf der Verbindung von Zeitgeist und Mode der 20er Jahre. In dieser Zeit nahm die Emanzipation der Frauen, insbesondere die Veränderung der Stellung der Frau in der Gesellschaft, spürbar Fahrt auf. Das neue Selbstbild der Frauen spiegelte sich in der veränderten Mode wider: Selbstbewusster Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, angemessene und praktische Kleindung für neu eroberte Berufsfelder und lustvolles Genießen der hinzugewonnenen Freiheiten. Dies ließen die Studierenden in ihre Entwürfe einfließen. Der historische Kontext wurde in der Moderation der Modelle erläutert. Das Projekt entstand unter der Leitung von Alexandra Wilker und Christine Löbbers, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Textilen Gestalten.
Foto: Philipp Falke
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Fördermittel für textiles Forschungsprojekt
Zusage für Forschungsprojekt im Textile Research Centre Leiden
Der von Bärbel Schmidt an das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gestellte Antrag zum Themenschwerpunkt: Erzählstoff – Forschungsbasierte Notizen über das vestimentäre Gedächtnis des deutschen Kleidungsbestandes im Textiles Research Centre in Leiden ist positiv beschieden worden. Dem Fachgebiet stehen 6.800 Euro für die Umsetzung zur Verfügung. Im Fokus des Projektes steht die im Textile Research Centre in Leiden gesammelte Kleidung deutscher Provenienz. Das TCR ist ein autarkes Forschungsinstitut, dass sich auf anthropologische und archäologische Themen im Bereich von Textilien und Kleidung spezialisiert hat. Aufgrund von personellen Kapazitäten sind noch nicht alle Textilien systematisch erfasst. Dies betrifft auch die in der Sammlung befindlichen Sammlungsstücke deutscher Herkunft. Eine Aufarbeitung könnte zu einem besseren Verständnis über Kleidungsstile in den Niederlanden und Deutschland führen. Zudem könnte über die Kleidungsstücke das alltägliche Kleidungsverhalten in beiden Ländern analysiert werden. Kleidung hatte in vergangener Zeit einen anderen Stellenwert im Leben der Menschen. Sie wurde über Generationen hinweg vererbt. Heute werden jährlich unzählige Kollektionen produziert. Viele Konsumenten und Konsumentinnen folgen er Vorgabe der Textilindustrie, indem sie ständig neue Kleidung kaufen und dabei nicht auf nachhaltige Produktionsbedingungen achten. Der Blick zurück auf einen anderen Umgang mit Kleidung und Textilien dient dazu, das Thema Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu vertiefen. In einem ersten Schritt soll eine Inventarisierung der Kleidungsstücke und Textilien von den Studierenden erfolgen. Im zweiten Schritt sollen deren Gebrauchsfunktionen, materieller Wert, Schmuck, Schutz oder deren gesellschaftlichem Ansehen ebenso erarbeitet werden wie bei vorhandener Provenienz Deutungen und Erinnerungen, die sich darin Ausdruck verschaffen.
Fotos: Bärbel Schmidt.
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Verstärkung im Team
Lucia Schwalenberg mit Dissertationsprojekt im Textilen Gestalten
Seit September 2019 ist arbeitet Lucia Schwalenberg als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Textilen Gestalten. Neben ihren Lehrveranstaltungen wird sie an ihrem Dissertationsvorhaben zum Thema Textile Erinnerungsorte bei Prof. Dr. Bärbel Schmidt arbeiten. Lucia Schwalenberg hat an der Universität München, der Hochschule Hannover und der Kunsthochschule Linz Journalismus und Textildesign studiert. Sie ist Webermeisterin und ausgebildete Waldorfpädagogin. Lucia Schwalenberg arbeitet seit 2012 als Lehrbeauftragte mit dem Schwerpunkt Weberei im Textilen Gestalten. Sie hat den Werkstattbereich des Fachgebietes restrukturiert, den Lochkartenjacquard restauriert und den digitalen Jacquardwebstuhl in den Lehrbetrieb integriert. Lucia Schwalenberg hat in den vergangenen Semestern u. a. die Textilexkursion nach Sri Lanka unter Leitung von Prof. Dr. Bärbel Schmidt begleitet und den Entstehungsprozess des akademischen Schals für die Promovend:innen der Universität Osnabrück. Außerdem hat sie die Entwicklung einer Kollektion nach Bauhaus-Archivproben von Studierenden für das Tuchmacher Museum Bramsche und die Redaktion der St!chwort betreut.
Foto: N. N.
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Der akademische Schal der Universität Osnbrück
Entworfen von Studierenden im Textilen Gestalten
Ein Symbol für die eigenen akademischen Leistungen und die Verbundenheit zur Universität Osnabrück: Im akademischen Schal vereinen sich universitäres Schaffen und Handwerkskunst. Der aus Seide und Biobaumwolle gewebte Schal wurde von Studierenden aus dem Fachgebiet Textiles Gestalten entwickelt und in regionaler Manufakturarbeit hergestellt. Erstmals wurde er bei der Promotionsfeier 2019 an die Promovierten und Habilitierten der Universität Osnabrück übergeben. Seit Sommer 2019 ist der Schal auch im Unishop erhältlich. Der Weg des akademischen Schals begann mit der Anfrage des Präsidiums an das Fachgebiet Textiles Gestalten, mit Studierenden einen akademischen Schal der Universität zu entwickeln. Eine willkommene Bitte, weil sich mit dem Uni-Schal-Projekt die Chance bot, den mit Investitionsmitteln neu angeschafften digitalen Jacquard-Webstuhl für eine anspruchsvolle und konkrete Aufgabe in Betrieb zu nehmen. Die Studierenden recherchierten die Hintergründe akademischer Kleidung und beschäftigten sich mit Symbolen und gestalterischen Elementen der Universität sowie der Stadt Osnabrück. In Skizzen und Entwürfen entwickelten sie Vorlagen, die im digitalen Bildbearbeitungsprogramm überarbeitet, mit Gewebebindungen belegt und am digitalen Jacquard-Webstuhl gewebt wurden. Bei Präsentationen mit dem Präsidium und der Kommunikationsabteilung kristallisierte sich ein Gemeinschaftsentwurf heraus. Auf dem realisierten Entwurf wandert das Logo der Universität über den Schal ebenso wie die Studierenden, die die Universität erfolgreich durchlaufen. Die Silhouette Osnabrücks und des Schlosses mit dem Schriftzug UOS symbolisiert den zentralen Ort der Universität. In der Mitte verbindet sich das Friedensrad der Stadt mit einer Lilie als Symbol für Weisheit und Erkenntnis und als Sinnbild für den Schlossgarten als zentralem Treffpunkt der Studierenden. Mit Udo van der Kolk wurde eine regionale Jacquard-Weberei gefunden, die in der Lage ist, nach Designvorlagen in Kleinserie von 100 oder 200 Stück zu weben. Dazu mussten die Bindungen für die Kett- und Schussdichte umgezeichnet und der Kartenlauf mit mehr als 5.000 Jacquard-Karten für die gesamte Schallänge angefertigt werden. Der Schal wird in roter Seide auf schwarzer Baumwolle als Meterware gewebt und mit Saum und Fransen versehen.
Der akademische Schal der Universität Osnabrück (PDF, 4.36 MB)
Foto: Ralf Orlowski
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Bauhausstoffe als Inspiration
Ausgehend von ausgewählten Proben lassen sich die Studierenden im Projekt Bauhaus-Webwerkstatt an der Universität Osnabrück inspirieren. Während die Studierenden an den Proben arbeiten, begutachten und reparieren die Technikexperten Wolfgang Sternberg und Hans-Heinrich Schwalenberg im Tuchmacher Museum die Kartenschlagmaschine. Erstmals in der zwanzigjährigen Geschichte des Museums ist sie im Einsatz. Erstmals werden in dieser Ausstellung zu den vorhandenen drei historischen Kartenläufen selbst geschlagene Muster im Museum gewebt. Nach einer Schulung an der Kartenschlagmaschine stanzen die Museumstechniker Antonio Torres und Volker Leismann in hochkonzentrierter Arbeit die Entwürfe Gunta Stölzls und der Osnabrücker Studierenden in Jacquardpappen. Schussreihe für Schussreihe lesen die Beiden je 400 Positionen von der Patrone ab und übertragen die Bindungspunkte in Lochungen. Sie nähen die Kartenläufe am Nähbrett zusammen und hängen den Lauf in das Jacquardprisma ein. Für alle Beteiligten ein beglückender Moment, als die ersten Kartenläufe schließlich das richtige Musterbild ergeben, manchmal noch korrigiert werden müssen, manchmal auch auf Anhieb klappen. Die aus den Stölzl-Proben entwickelten Wollstoffe sind exklusiv zur Ausstellungseröffnung im Museumsshop als Kollektion erhältlich. Das Tuchmacher Museum Bramsche ist mit seinen historischen Gebäuden der Tuchmacher-Innung idyllisch am Flussufer der Hase gelegen. Insbesondere die als Uniformstoffe hergestellten Tuche im leuchtenden „Bramscher Rot“ machten die Tuchmachergilde berühmt. Den Farbstoff für den besonderen Rot-Ton gewann der Schönfärber der Gilde aus den Wurzeln der Krapppflanze.
Es liegt nahe, dass das Bramscher Rot im Kooperationsprojekt des Tuchmacher Museums und der Universität Osnabrück zu den Archivproben Gunta Stölzls eine Rolle spielt. Neben neutralen Tönen von weiß bis grau, enthält die Probenauswahl der Studierenden eine Palette an roten Entwürfen. Ein Teil der Entwürfe wird ergänzend zum Museumsjacquard an der Schaftmaschine des Museums auf einer roten Wollkette gewebt und nach dem Walken und Rauhen zu Wolldecken verarbeitet. Für die Studierenden ist es motivierend, sich mit einer anspruchsvollen und konkreten Aufgabe zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum auseinanderzusetzen. Und das für das wenige Kilometer von Osnabrück entfernte Tuchmacher Museum, das die Studierenden aus Exkursionen und Projekten schätzen. Die Aussicht, die Entwürfe am Jacquardwebstuhl des Museums zu realisieren und die entstehenden Wolldecken im Museumsshop zu präsentieren, ist zusätzlicher Ansporn. In Gruppenarbeit konzentrieren sich die Studierenden bei der Entwicklung und Umsetzung der Archivproben von Gunta Stölzl auf diejenigen Entwürfe, die am Museumsjacquard technisch umsetzbar sind. Dies sind Entwürfe im Schussdouble für „Polka-Dots“ und einen handgezeichneten Entwurf Gunta Stölzls sowie die Umsetzung des Museumslogos in Form eines Weberschiffchens. Außerdem Gewebe in Flechtköper und Waffelbindung, die aufgrund der Fadendichten und Platinenzahl am Museumswebstuhl von 14 auf acht Schäfte adaptiert werden.
Foto: Ralf Orlowski
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Fairo Moda
Textilstudierende entwickelt Konzept für studentischen Kleidungsverleih
Im Durchschnitt kaufen die Deutschen bis zu 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Muss das wirklich sein? Das fragt sich auch Lesley-Ann Baldwin, Studentin des Fachgebietes Textiles Gestalten. Auf diese Frage hin konzipierte sie eine Studierendenfirma. Studierende sollen zukünftig Kleidungsstücke ausleihen und tauschen können, anstatt sie wegzuwerfen. Zusätzlich verbindet Baldwin den Verleih mit einem geplanten Modul für ihr Fach, um Praxis und Lehre zu verbinden. Die Studierende ist im Wettbewerb „Let's Change the Fashionsystem“ von FEMNET e.V. als Favoritin nominiert. Die heutige Modebranche sei eine der umweltschädlichsten Industrien der Welt. Durch Überproduktion und schnelllebige Trends werden Ressourcen verschwendet. Die Verleihstelle Fairo Moda und ihr geplantes Modul zum Nachhaltigkeitsmanagement im Textilen Gestalten der Universität sollen über die Zustände aufklären. Studierenden sollen in nachhaltigem Konsumverhalten vor Ort unterstützt werden. In einer zentralen Verleihstelle sollen sich Studierende Kleidungsstücke für Alltag und besondere Anlässe ausleihen und diese tauschen können. Die Studentin erklärt: „Das Prinzip ähnelt dem einer Bibliothek – nur mit Kleidung statt mit Büchern.“ Das geplante Modul zum Nachhaltigkeitsmanagement soll Fairo Moda mit der universitären Lehre verbinden. Die Modulbeschreibung könnte in über 30 Fächern sowohl in die Didaktik als auch in den Professionalisierungsbereich der 2-Fächer-Bachelor eingegliedert werden. In Seminaren sollen sich die Studierenden mit ökologisch und ökomischen Themen sowie mit der Modeindustrie auseinandersetzen. Damit ihr Konzept umgesetzt werden kann, hat sich Baldwin beim Wettbewerb „Let's Change the Fashionsystem“ des gemeinnützigen Vereins FEMNET e.V. beworben. Die Studentin hat ihr Konzept außerdem für das Projekt „LehrZeit an der Uni Osnabrück“ eingereicht, um im Rahmen des Strategiepakets Lehre gefördert zu werden.
Foto: Wolfgang Sparenberg
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Wiederbelebung eines traditionellen Textilhandwerks
Ausstellung zum Blaudruck und Stipwerk im Textile Research Centre
Das textile Handwerk des Blaudruckens ist in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes Deutschland aufgenommen worden. Im Wintersemester 2018/19 setzen sich Textilstudierende im Seminar „Weltkulturerbe: Blaudruck und Stipwerk“ mit diesen historischen Handwerkstechniken auseinander. Ein Schwerpunkt ist die Frage, wie diese Techniken wieder im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden können und welche Produkte dabei helfen, dass beide Techniken den Weg zurück in den Alltag schaffen. So entstanden zahlreiche moderne Kleidungsstücke und Objekte aus Stoffen mit alten Blaudruckmustern. Alle Exponate fordern zum Greifen, Befühlen, Betasten oder Verändern auf.
Foto: Bärbel Schmidt
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Inspirationsquelle Sri Lanka
Exkursion in ein Land mit reicher textiler Tradition
Eine Gruppe von Studierenden und Lehrenden des Textilen Gestaltens reiste im Frühjahr 2018 für drei Wochen zu einer Textilexkursion nach Sri Lanka. Sri Lanka ist ein Land mit reicher textiler Tradition insbesondere im Bereich der Weberei. Das Land befindet sich nach fast 30jährigem Bürgerkrieg im Wiederaufbau. In Sozialprojekten, Handwerkszentren und Manufakturen werden Handwebstühle aufgebaut und zur Produktion einheimischer Textilien verwendet, unabhängig von der Massenproduktion in industriellen Freihandelszonen. Voraussetzung für die erfolgreiche Vermarktung der handgewebten Textilien ist neben der handwerklichen Ausführung hochwertiges Design. Konkrete Aufgabe für die Exkursionsgruppe unter der Projektleitung von Bärbel Schmidt war die Unterstützung eines Sozialprojekts im ehemaligen tamilischen Bürgerkriegsgebiet im Norden Sri Lankas. Die Studierenden entwickelten und präsentierten Designs für handgewebte Textilien für WEAVE, ein Projekt, das alleinerziehenden Frauen, häufig tamilischen Kriegswitwen, durch die Arbeit in Kooperativen und an heimischen Webstühlen ein eigenes Einkommen ermöglicht. Weitere Bestandteile der Textilexkursion waren Besuche bei Textil-Hochschulen auf der Insel, in einem traditionellen Webdorf im Tamilengebeit, einer Färbe-Iniative in den Bergen Sri Lankas, bei Textilmanufakturen, TextilkünstlerInnen und –desigernInnen, dem National Crafts Council, dem Nationalmuseum Colombo und dem Goethe-Institut. Ermöglicht wurde die Vorbereitung von Kooperation und Exkursion durch internationale Kontakte der ehemaligen Osnabrücker Universitätsabsolventin, Mirja Kekeritz, die mit einem DAAD-Stipendium in Sri Lanka forscht.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Digitaler Jacquardwebstuhl TC2 für den Lehrbetrieb
Im Fachgebiet Textiles Gestalten erfolgt nach umfangreicher Restrukturierung des Werkstattbereichs die verstärkte Einbeziehung digitaler Technologie in Forschung und Lehre. Die Geräteausstattung wird im Spannungsbogen zwischen analoger und digitaler Technologie neu zusammengestellt, gewichtet und zukunftsweisend orientiert. Dazu gehört die Inbetriebnahme eines digitalen Jacquardwebstuhls, kurz TC2. Im Grundkonzept bildet und erweitert sich dadurch ein textiles Forschungslaboratorium für Studierende und Lehrende mit zukunftsfähiger Ausstattung. Es entsteht eine schlüssige Verbindung von historisch gewachsenem technischem Gerätebestand eines Lochkartenjacquards mit Kartenschlagmaschine als analogem Prototyp der Digitalisierung bis zur neuesten Enwicklung digitaler Webtechnologie. Der Sprung ins 21. Jahrhundert im textilen Bereich. Die Universität Osnabrück ist mit dieser digitalen Ausstattung deutschlandweit herausragend in der Ausstattung des Werkstattbereiches für die Studierenden der Textilpädagogik.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Historischer Lochkartenjacquardwebstuhl
Restaurierung im Werkstatt-Bereich des Textilen Gestaltens
Im Rahmen der Restrukturierung des Werkstattbereichs im Textilen Gestalten erfolgt eine Restaurierung des historischen Lochkarten-Jacquardwebstuhls des Faches. Im Werkstattbereich besteht eine kulturhistorisch gewachsene umfangreiche Geräteausstattung, die für eine textilpädagogische Hochschule in Deutschland herausragend ist. Zur Ausstattung gehören neben dem Lochkartenjacquard mit Kartenschlagmaschine und Didaktikmodell, ein Tastatur-, Muster-, ein Kontermarsch- und ein Hochwebstuhl, Tischwebstühle und eine Vielzahl unterschiedlicher Webrahmen und Geräte wie Spulgeräte und Schärbaum. Zur Erweiterung des Lehrbetriebs in den Bereich der Digitalisierung erfolgt die Anschaffung eines digitalen Handjacquards. Im textilen Bereich bildet sich damit exemplarisch der Spannungsbogen von archaischen textilen Techniken über industrielle Produktionstechniken bis zur digitalen Technologie. Der historische Lochkarten-Jacquardwebstuhl kam über mehrere Stationen in den Fachbereich Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück. Ursprünglich angeschafft in den 60er Jahren vom Textilmuseum Neumünster, kam er über die Gründerin des Europäischen Textilnetzwerks ETN, Beatrijs Sterck, in den 70er Jahren nach Hannover. Von dort holte ihn in den 80er Jahren Almut Bohnsack, ehemals Professorin im Textilen Gestalten, nach Osnabrück. Almut Bohnsack war involviert in die Vorbereitungen zur Technikgeschichte des Deutschen Museums München und anderer Museen. Den Webstuhl erwarb sie zusammen mit einer Kartenschlagmaschine von Anfang des 20. Jahrhunderts, die ebenfalls im Textilmuseum Neumünster stand. Dazu gehört auch das zum Vorbereiten der Kartenläufe erforderliche Schnürbrett. Durch diese textil- und kulturhistorische Einheit ist der technische und gestalterische Arbeitsablauf der Jacquardweberei nachvollziehbar und reproduzierbar. Der Jacquardwebstuhl war durch unsachgemäßen Gebrauch und Stillstand zu Beginn der Restaurierung nicht einsatzfähig. Für den technischen Support wurde Wolfgang Sternberg, Leiter der Museumsweberei Meldorf gewonnen. Bei der Restaurierung hilfreich war die Sachkunde von Jürgen Menkhaus/Universitäts-Tischlerei. Die Restaurierung der Kartenschlagmaschine erfolgte durch Dipl. Ing. Hans-Heinrich Schwalenberg. Bei unterstützenden Arbeiten am Jacquardkopf war die ehemalige Studentin Vanessa Seifert im Einsatz. Die Gesamtkoordination des Projektes lag bei der Textildesignerin Lucia Schwalenberg.
Foto: Lucia Schwalenberg
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Leinen-Projekt
Aussaat im Museumsgarten
Vor dem ehemaligen Eingang des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück wird ein Beet vorbereitet. Hier soll Flachs wachsen, gedeihen und blühen und auf die Sonderausstellung „Leinen 2016 – true born Osnabrughs“ im August 2016 aufmerksam machen. Im April 2016 stellt Bärbel Schmidt vom Textilen Gestalten im Garten des Kulturgeschichtlichen Museums/Felix-Nussbaum-Haus die ehemals in der Region Osnabrück üblichen Riten zur Aussaat des Leinsamens vor. Kinder der CampusKita des Studentenwerkes Osnabrück begleiten die Veranstaltung unter Leitung von Christiane Harig mit Frühlingsliedern. Symbolisch werden auch sie Leinsamen aussäen. Ob die Saat aufgeht und der Flachs blüht, wird man erst nach 100 Tagen erkennen, so sagt es eine alte Bauernweisheit. Doch bis zur Eröffnung der Ausstellung "Leinen 2016 - true born Osnabrughs" im Mai sollten die ersten grünen Sprossen zu sehen sein. Die Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit der Vergangenheit, in der der Faserflachs in der Region zu Hause war und in der Osnabrücker Kaufleute mit dem strapazierfähigen Leinenstoff, der weltweit "true born Osnabrughs" genannt wurde, erfolgreich Handel betrieben. Die von Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten erarbeitete Ausstellung erlaubt auch Blicke in eine Zukunft, in der Flachs, Leinsamen und Leinen für manche Herstellungsbereiche eine ökologisch interessante Alternative sind.
Foto: Bärbel Schmidt
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Bärbel Schmidt: Beste Uni-Professorin 2014
Mühlenhoff-Preis für Gute Lehre
Für ihre "exzellenten Leistungen in der Hochschullehre" ist Bärbel Schmidt mit dem Hans-Mühlenhoff-Preis geehrt worden. Eine neunköpfige Studierenden-Jury wählte Bärbel Schmidt aus 18 WissenschaftlerInnen der Universität aus, die von den Studierenden nominiert worden waren. Der von dem Osnabrücker Kaufmann und Mäzen Hans Mühlenhoff gestiftete Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird seit 2001 jährlich vergeben. Mehr als 400 Studierende haben Vorschläge für die Auszeichnung abgegeben. Bärbel Schmidt verstehe es, so die Jury, ihre Lehrveranstaltungen "spannend, abwechslungsreich, gut strukturiert und informativ zugleich" zu gestalten. Der Vizepräsident für Studium und Lehre, Joachim Härtling, würdigte Bärbel Schmidt bei der Preisverleihung: "Mit Prof. Bärbel Schmidt wird eine Hochschullehrerin ausgezeichnet, die in der Lehre schon seit langem exzellente Leistungen erbringt. Ganz besonders ihr Engagement und ihre kreativen Methoden werden von ihren Studierenden zurecht anerkannt und gewürdigt." Bärbel Schmidt lehrt und forscht seit 2006 an der Universität Osnabrück im Textilen Gestalten. Dabei widmet sie sich beispielsweise der Frage, warum Kleidung stigmatisiert und wie man Textilien durch wissenschaftliche Spurensicherung ihr Wissen entlockt.
Foto: N. N.
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