C3 | Die Produktion von Räumen der Fachkräftemigration: Anwerbung und Mobilität von Ärzt:innen
C3 | Die Produktion von Räumen der Fachkräftemigration: Anwerbung und Mobilität von Ärzt:innen
Das Teilprojekt untersucht die Produktion von neuen Räumen der Fachkräftemigration am Beispiel der Anwerbung und Mobilität medizinischer Fachkräfte. Konkret werden dabei Ärzt:innen in den Blick genommen. Ziel ist es zu verstehen, wie im Kontext global zunehmender Nachfrage und Anwerbung von medizinischen Fachkräften Räume der Migration hergestellt werden und sich verändern. ›Räume der Migration‹ umfassen dabei nicht nur sich ändernde räumliche Mobilitätsmuster, sondern auch die Bedeutungen, die verschiedenen Räumen – wie Regionen, Ländern, Orten – in Bezug auf Migration zugeschrieben werden und sie z.B. als Ziel- und Herkunftsregionen (bzw. -länder oder -orte) konstituieren.
Die Migration medizinischer Fachkräfte wird oft unter räumlichen Gesichtspunkten beobachtet – als räumliche Bewegungsmuster und deren Folgen für die Gesundheitsversorgung in bestimmten Regionen. Jedoch erscheinen dabei Räume und ihre Bedeutung für Migration meist als gegeben. Dieses Projekt setzt dagegen an einem relationalen und konstruktivistischen Raumverständnis an, das es mit Perspektiven der reflexiven Migrationsforschung verknüpft. Es fragt danach, wie und warum im Kontext zunehmender Nachfrage und Anwerbung medizinischer Fachkräfte neue Räume der Migration hergestellt und bedeutsam werden und mit welchen Folgen für Mobilitätsoptionen und -entscheidungen dies geschieht.
Dafür wird das Projekt translokale Aushandlungen von Räumen der Migration im Zusammenspiel verschiedener Akteure und Kontexte analysieren: es wird (potenziell) mobile Ärzt:innen und ihre Netzwerke ebenso betrachten wie relevante Organisationen (z.B. Krankenhäuser, Ausbildungsinstitutionen, Vermittlungsagenturen) und institutionelle Rahmenbedingungen (z.B. bezüglich der Anerkennung von Berufsqualifikationen). Die empirische Forschung setzt an zwei potenziell miteinander verknüpften Herkunfts- und Zielregionen an, Serbien und Deutschland. Das Projekt wird mit qualitativen Methoden arbeiten: semi-strukturierte Interviews, Dokumentenanalyse sowie teilnehmende Beobachtung. Im Zentrum der empirischen Untersuchung werden die lokalen und translokalen Praktiken verschiedener Akteure, die zugrundeliegenden raumbezogenen Differenzierungen und Repräsentationen sowie die relevanten institutionellen und strukturellen Kontexte stehen.
News
Publikationen
›Towards Spatial Reflexivity in Migration Research‹
Lang, Christine, and Andreas Pott. 2025. Towards Spatial Reflexivity in Migration Research. Geographische Zeitschrift 113 (4): 212–235.
›Reflecting on the Geographies of Migration Research‹
Pott, Andreas, and Christine Lang. 2025. Reflecting on the Geographies of Migration Research (Editorial/Special Issue). Geographische Zeitschrift 113 (4): 208–211.
›Politics of belonging and urban space‹
Lang, Christine. 2025. Politics of belonging and urban space: civil society interventions in French and German cities. Urban Geography: 1–23.
›Report Globale Flucht 2025‹
Oltmer, Jochen, Marcel Berlinghoff, Franck Düvell, Benjamin Etzold, Christine Lang, and Andreas Pott, Ed. 2025. Report Globale Flucht 2025. Frankfurt a.M.: Fischer.
›Civil Society Organisations and the Local Politics of Migration‹
Lang, Christine, and Elisabeth Badenhoop. 2025. Civil Society Organisations and the Local Politics of Migration: How Funding Contexts Matter. Comparative Migration Studies 13 (1): 3.
›Report Globale Flucht 2024‹
Oltmer, Jochen, Marcel Berlinghoff, Franck Düvell, Christine Lang, and Andreas Pott, Ed. 2024. Report Globale Flucht 2024. Frankfurt a.M.: Fischer.