Wirtschaftssoziologie
Profil
Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Einblick in die Aktivitäten des Teams der Wirtschaftssoziologie in Forschung und Lehre. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, kontaktieren Sie uns bitte.
Die Forschung des Fachgebiets Wirtschaftssoziologie konzentriert sich auf vier Felder: Wandel von Arbeit und Beschäftigung, Digitalisierung der Gesellschaft, Finanzialisierung und Transitionen zur nachhaltigen Ökonomie. In allen vier Feldern orientieren sich die Aktivitäten am Leitbild der anwendungsorientierten Forschung. Das Erkenntnisinteresse der einzelnen Vorhaben zielt auf eine Verbindung von theoretisch reflektiertem soziologischen Grundlagenwissen und praxisrelevantem Gestaltungswissen. Die Ausrichtung am Paradigma der anwendungsorientierten Grundlagenforschung zeigt sich auch an der Bandbreite der Art der geförderten Projekte: Das Team der Wirtschaftssoziologie führt nicht nur öffentlich geförderte Forschungsprojekte durch. Auch in der wissenschaftlichen Begleitung von Veränderungsprozessen in Unternehmen verfügt das Team über reichhaltige Erfahrung.
Forschungsfelder
Der Wandel von Arbeit und Beschäftigung
Flexibilisierung, Subjektivierung, Entgrenzung und Prekarisierung gehören zu den zentralen Begriffen, mit denen die soziologische Forschung die Veränderungen in der Arbeitswelt zu fassen sucht. Im Zentrum unserer Forschung steht schon seit einigen Jahren die Reorganisation von weltmarktorientierten Unternehmen – mit einem spezifischen Fokus auf den verschiedenen Formen der Flexibilisierung sowie ihren Voraussetzungen und Folgen. Neben der Fragmentierung von Arbeit, dem Wandel von Arbeitsorganisationen, und der Transformation von Unternehmensorganisationen untersucht das Team der Wirtschaftssoziologie auch die subjektive Dimension des Wandels der Arbeit am Beispiel von Arbeitsorientierungen, politischen Denkmustern und den Zukunftserwartungen der Arbeitenden.
Die Digitalisierung von Arbeitswelt und Gesellschaft
Die Digitalisierung von Industrie- und Dienstleistungsarbeit gehört zu den zentralen Themen der aktuellen arbeits-, organisations- und wirtschaftssoziologischen Debatten. Anknüpfend an unsere langjährigen Forschungen zur Umsetzung von Lean Production in der Industrie und dem Wandel von Arbeitsorganisationen interessieren wir uns für die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Qualität der Arbeit und die Organisationsstrukturen von Unternehmen sowie die Voraussetzungen erfolgreicher Digitalisierung. Ein Fokus der Forschung zur Digitalisierung der Arbeitswelt sind die Konturen der „Fabrik der Zukunft“. Anhand von quantitativen Befragungen, qualitativen Betriebsfallstudien und Gruppendiskussionen werden die in der Gegenwart existierenden Vorstellungen und Visionen von der Fabrik der Zukunft als Fluchtpunkte gegenwärtiger Rationalisierungsaktivitäten und arbeitspolitischer Strategien beleuchtet.
Die Finanzialisierung der Ökonomie
Die Finanzialisierung der Ökonomie gehört zu den von den Sozialwissenschaften intensiv beforschten Phänomenen der Gegenwartsgesellschaften. Die bisherige Forschung der Osnabrücker Wirtschaftssoziologie hat vor allem den Einfluss von Finanzakteuren und ihren Erwartungen, aber auch von finanzökonomischem Denken auf Wirtschaftsorganisationen in den Blick genommen. Wie verändern sich Unternehmenssteuerung, die Arbeitsorganisation und auch die kulturellen Grundlagen der Wirtschaftsorganisationen durch das Mehrebenenphänomen „Finanzialisierung“? In Zukunft werden die alltagskulturellen Konsequenzen der Finanzialisierung eine prominentere Rolle auf unserer Forschungsagenda erhalten.
Die Transformation zu einer nachhaltigen Ökonomie.
Das Thema Nachhaltigkeit schon seit einigen Jahren Konjunktur in der sozialwissenschaftlichen Forschung. Unser besonderes Interesse gilt dem Aufbau einer arbeits-, organisations- und wirtschaftssoziologischen Perspektive auf Nachhaltigkeitstransitionen. Zur besonderen Bedeutung der Herausbildung von wirtschaftlich, institutionell und kulturell stabilisierten Nachhaltigkeitsnischen innerhalb konventioneller Wirtschaftssektoren und vor allem ihrer politischen und zivilgesellschaftlichen Governance existiert inzwischen eine lebhafte internationale Debatte. Unsere Forschung setzt sich empirisch mit der arbeitsweltlichen Dynamik in diesen Nischen auseinander. Gefragt wird dabei nicht nur – im Sinne einer Folgenabschätzung – nach den Auswirkungen auf Arbeitende, sondern dabei auch die produktive Rolle der Arbeitenden in den Transitionsprozessen in den Blick genommen.
Laufende Projekte
Fragmentierte Arbeitswelten in der (Post-)Pandemie: Die Produktion von Ungleichheit durch Figuren migrantischer Arbeitskräfte
Das Teilprojekt A4 des DFG-Sonderforschungsbereichs 1604 "Produktion von Migration" untersucht die Ungleichheitseffekte der Fragmentierung von Einfacharbeit in drei in besonderem Maße von migrantischen Arbeitskräften geprägten Feldern, und zwar dem Gastgewerbe, der Logistik und der industriellen Montage. Auf der Basis qualitativer Interviews wird nach der Rolle von Figuren migrantischer Arbeitskräfte für die Herstellung und Legitimierung von Ungleichheit gefragt. Damit leistet das Vorhaben sowohl Beiträge zur Forschung des Figuren-Clusters des SFB 1604 als auch zur Etablierung einer post-migrantischen Arbeitsforschung.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Daniel Heinz, M.A., Janna Wichern, M.A. (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2024-2027
Der Post-Pandemische Digitalisierungsschub und Ungleichheit - (Un-)Gleiche Erfahrungen und arbeitsweltliche Trajektorien (DigiCLASS II)
Im Rahmen der zweiten Förderphase des SPP 2267 der DFG „Digitalisierung der Arbeitswelten“ beschäftigt sich DigiCLASS II mit Ungleichheiten im post-pandemischen Digitalisierungsschub. Auf der Basis qualitativer Fallstudien in Krankenhäusern und Industriebetrieben und ausgehend von dem Erwerbsklassenansatz von Daniel Oesch werden Klassenungleichheiten in den Auswirkungen der Nutzung digitaler Systeme beleuchtet. Welche Auswirkungen hat die zunehmende Nutzung digitaler Technologien auf unterschiedliche Berufsgruppen? Das Vorhaben leistet einen Beitrag zu einer ungleichheitssoziologischen Fundierung der Forschung zur digitalen Transformation.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Dr. Isabell Mader, Ingo Singe Dipl. Soz. (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2024-2027
Understanding Non-Adaptation: The Case of Farm Handovers (ECORISK)
Im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs ECORISK untersucht das Teilvorhaben B4 die Stabilitätsreserven der intensiven Landwirtschaft. Hofübergaben werden als Gelegenheitsfenster für die sozial-ökologische Transformation verstanden. Untersucht werden Übergaben, die zur Fortsetzung der konventionellen Landwirtschaft führen. Das Teilvorhaben ist international vergleichend angelegt. In der ersten Kohorte des Graduiertenkollegs wird die Kontinuität der intensiven Landwirtschaft in Deutschland zum Thema gemacht, in der zweiten Kohorte eine parallele Studie in den USA durchgeführt.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Sophia Segler (Projektmitarbeiterin)
Laufzeit: 2024-2029
COFONI-Arbeitswelt-Monitor. Langfristfolgen der Pandemie, Long-/Post-COVID und berufliche Ungleichheiten
Im Rahmen des Covid-19 Forschungsnetzwerks des Landes Niedersachsen (COFONI) untersucht der COFONI-Arbeitswelt-Monitor berufliche Ungleichheiten in den Langzeitfolgen der Corona-Pandemie. Welche langfristigen Auswirkungen hat die Pandemie auf die Arbeitswelt? Zeigen sich in bestimmten Berufsgruppen kumulierte Betroffenheiten? Das Vorhaben schließt direkt an unsere Forschungen zu den unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie an (Arbeitswelt-Monitor „Arbeiten in der Corona-Krise“). Zusammen mit dem Netzwerk der Kooperationsstellen „Hochschulen und Gewerkschaften“ erprobt das Vorhaben neue Dialogformate, um die Ergebnisse der Long-Covid-Forschung in die Praxis zu transferieren.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Agnes Fessler, M.A., Steffen Niehoff, M.A. (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2024-2025
Kooperationspartner: TU Braunschweig, Georg-August-Universität Göttingen, Hochschule Hannover, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik
https://cofoni-arbeitswelt.de/
Publikationen:
Holst, Hajo /Niehoff (2024): Klasse, Pandemie und Zusammenhalt – Gesellschaftsbilder in der Corona-Krise. In: Vogel, Berthold/Wolf, Harald (Hg.): Arbeit und Zusammenhalt. Konzepte, Themen, Analysen. Schriftenreihe des Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Campus, S. 239-266.
Wissenschaftliche Begleitung „Gruppenarbeit auf dem industriellen Shopfloor“
Im Auftrag eines weltmarktorientierten Industrieunternehmens begleitet das Fachgebiet Wirtschaftssoziologie die pilothafte Erprobung und den Rollout einer neuen Form der Gruppenarbeit in der Produktion. Das Vorhaben knüpft an die traditionsreiche arbeits- und industriesoziologische Forschung zur Gruppenarbeit an und schlägt zugleich eine Brücke zu neuen Formen der Führung aus dem agilen Arbeiten. Methodisch wird ein Mixed-Methods-Ansatz umgesetzt, der auf qualitativen Interviews und Mitarbeitendenbefragungen kombiniert.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst, Steffen Niehoff, M.A. (Projektleitung), Team Wirtschaftssoziologie (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2016-2025
Decarbonization in the German and Korean Auto Industry – Dynamics of Work and Employment
Das deutsch-koreanische Projekt beschäftigt sich mit den Dynamiken der Dekarbonisierung in der Automobilindustrie. Auf der Basis von Fallstudien in Hersteller- und Zulieferunternehmen werden die Auswirkungen der Transformation auf Arbeit und Beschäftigung auf den verschiedenen Stufen der Automobilindustrie untersucht. Sichtbar werden homologe Externalisierungstrends – in beiden Ländern externalisieren die global tätigen Hersteller die ökonomischen, ökologischen und sozialen Risiken –, die durch Differenzen in den Governance-Systemen der Unternehmen, den industriellen Beziehungen und den Arbeitsmarktdynamiken moderiert werden.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung deutsche Fallstudie)
Kooperationspartner: Dr. Park, Myeong-Joon, Korean Labor Institute, Seoul (KLI)
Publikationen:
Holst, Hajo/Lim, Woontaek (2023): Die doppelte Transformation und die deutsche Automobilindustrie – Wirtschaftliche und arbeitspolitische Polarisierung. In: Korean Labor Institute (Hg.): Workplace Innovation in Global Perspective. Seoul (auf koreanisch)
Landwirtschaft in der Krise? „Bauernproteste“ und die sozial-ökologische Transformation
Anlässlich der Proteste vom Winter 2023/24 beschäftigt sich das geographisch-soziologische Vorhaben mit den Dynamiken der sozial-ökologischen Transformation des Agrarsektors. Basierend auf quantitativen Befragungen und qualitativen Interviews wird die Heterogenität der Transformationsperspektiven von Landwirt*innen kartographiert. Wie schauen landwirtschaftliche Akteure auf die Ökologisierung, den Strukturwandel der Landwirtschaft und die aktuelle Agrarpolitik? In der ersten Erhebungswelle im Frühjahr 2024 haben sich mehr als 1.000 Landwirt:innen an dem Survey beteiligt, parallel wurden über 30 qualitative Interviews geführt. In der zweiten Erhebungswelle im Frühjahr 2025 wurden ebenfalls ein Survey und qualitative Interviews durchgeführt.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Steffen Niehoff, M.A. (Projektmitarbeiter)
Kooperationspartner: Prof. Dr. Martin Franz, Institut für Geographie, Universität Osnabrück (Co-Projektleitung)
Publikationen:
Holst, Hajo / Niehoff, Steffen / Franz, Martin (2025): Umkämpfte Transformation(en) – Wie Landwirt*innen auf die Ökologisierung schauen. In: Henkel, Anna/Kussin, Matthias (Hg.): Landwirtschaft und Gesellschaft in der Transformation. Bielefeld: transcript, i.E.
Digital Transformation of the German and Japanese Auto Industry – Technological Change, Lean Production and the Future of Manufacturing
Das deutsch-japanische Projekt untersucht international vergleichend die digitale Transformation in der Automobilindustrie. Anknüpfend an die internationale Forschung zum Wandel von Produktionssystemen werden die Wechselwirkungen zwischen Lean Production und dem Einsatz digitaler Systeme betrachtet. Die Langfristanlage des Vorhabens – die Forschung läuft seit 2019 – ermöglicht eine komparative Rekonstruktion der Dynamik der digitalen Transformation. Die Forschung zeigt sehr deutlich, dass in den Unternehmen vergleichbare digitale Technologien auf sehr unterschiedliche Art und Weise eingeführt und genutzt werden. Während in Deutschland eine expert:innengetriebene Digitalisierung dominiert, bei der die Einführung und Gestaltung der Systeme von Ingenieuren und Führungskräften dominiert wird, zeigen sich in vielen japanischen Unternehmen die Konturen eines Modus der Gemba-Digitalisierung, der an den Eckpunkte der japanischen Managementphilosophie ansetzt und dem Erfahrungswissen der Produktionsarbeitenden hohen Wert beimisst.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung)
Laufzeit: seit 2019
Kooperationspartner: Prof. Dr. Martin Schröder, Ritsumeikan University, Osaka, Prof. Dr. Takefumi Mokudai, Kyushu University, Fukuoka
Publikationen:
Holst, Hajo / Aoki, Katsuki / Mokudai, Takefumi/ Schröder, Martin (2024): Gemba-Digitalisierung 4.0? Digitale Transformation auf Japanisch. In: Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb 119(12), S.946-950. https://doi.org/10.1515/zwf-2024-1172
Mokudai, Takefumi/Schröder, Martin/Müller, Marvin/ Schaede, Carsten/Holst, Hajo/ Sinopoli, Robert/Jürgens, Ulrich/Herrigel, Gary/Aoki, Katsuki (2021): Digital technologies as lean augmentation: preliminary study of Japanese automotive manufacturers. In: International Journal of Automotive Technology and Management 21(3), 228-249. https://doi.org/10.1504/IJATM.2021.116607
Holst, Hajo/Aoki, Katsuki/Herrigel, Gary/Jürgens, Ulrich/Mokudai/Takefumi/Müller, Marvin/Schader, Carsten/Schröder, Martin/Sinopoli, Robert (2020): Gemba-Digitalisierung – Wie japanische Automobilunternehmen IoT-Technologien einsetzen. In: Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb - ZWF 115(9), 629-633. doi.org/10.1515/zwf-2020-1150919%0A
Abgeschlossene Projekte
Digitalisierung und soziale Klasse. (Un-)gleiche Digitalisierungserfahrungen, Zukunftserwartungen und arbeitsweltliche Utopien (DigiCLASS I)
Im Rahmen der ersten Förderphase des SPP 2267 der DFG „Digitalisierung der Arbeitswelten“ hat sich DigiCLASS mit Ungleichheiten in der digitalen Transformation von Arbeit beschäftigt. Ausgehend von einem klassenanalytischen Zugriff wurden Ungleichheiten in den Auswirkungen der Digitalisierung und im Arbeitserleben untersucht. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Forschungsdesign angepasst und mit dem pandemiebedingten Homeoffice ein neuer Schwerpunkt gewählt.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Dr. Isabell Mader, Adrian Scholz Alvarado, Dipl. Soz. (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2021-2024
Ausgewählte Publikationen:
Fessler, Agnes/Holst, Hajo/Mader, Isabell/Niehoff, Steffen/Scholz-Alvarado, Adrian (2024): Digitalisierung, soziale Klasse und Ungleichheit – Homeoffice und das Forschungsprogramm von DigiCLASS. In: Pfeiffer, Sabine (Hg.): Digitalisierung der Arbeitswelten. Zur Erfassbarkeit einer systemischen Transformation. Springer, 161-181. doi.org/10.1007/978-3-658-44458-7_7
Niehoff, Steffen/Holst, Hajo (2023): Digitalisierung, soziale Klasse und Corona – Berufliche Ungleichheiten in der Organisation des pandemiebedingten Homeoffice. In: Arbeit. Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik 32(3-4), S.305-328. doi.org/10.1515/arbeit-2023-0019
Arbeitswelt-Monitor „Arbeiten in der Corona-Krise“
In Kooperation mit dem Netzwerk der Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften in Niedersachsen und Bremen haben wir im März 2020 den Arbeitswelt-Monitor „Arbeiten in der Corona-Krise“ aufgesetzt, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Arbeitswelt zu kartographieren. In vier quantitativen und qualitativen Erhebungswellen wurden mit einem Klassenfokus arbeitsgesellschaftliche Ungleichheiten untersucht. Zahlreiche Publikationen in nationalen und internationalen Zeitschriften zeigen die gesellschaftliche Relevanz des Vorhabens.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Agnes Fessler, M.A., Steffen Niehoff, M.A. (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2020-2022
Kooperationspartner: Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften Niedersachsen und Bremen
Publikationen:
Holst, Hajo/Niehoff, Steffen (2023): Varianten der Mitbestimmung in der Corona-Krise – Eine Typologie betrieblicher Austauschbeziehungen zwischen Interessenvertretungen und Arbeitgebern in der Pandemie. In: Industrielle Beziehungen 30(2), S. 5-32. DOI:10.5771/0943-2779-2023-2-5
Holst, Hajo/Fessler, Agnes/Niehoff, Steffen (2022): Covid-19, Ungleichheit und (Erwerbs)-Arbeit – zur Relevanz sozialer Klasse in der Pandemie. In: Zeitschrift für Soziologie 51(2), 41-65. doi.org/10.1515/zfsoz-2022-0004 (2. Platz des Thyssen-Preises für sozialwissenschaftliche Aufsätze im Jahr 2022)
Holst, Hajo/Fessler, Agnes/Niehoff, Steffen (2021): Covid-19, Social Class and Work Experience in Germany: Inequalities in Work-Related Health and Economic Risks. In: European Societies 23(sup11), 495-512. doi.org/10.1080/14616696.2020.1828979
Holst, Hajo/Fessler, Agnes/Niehoff, Steffen (2021): Die Pandemie als doppeltes Brennglas – Corona und die Wiederkehr der Klassengesellschaft. In: Arbeits- und Industriesoziologische Studien 14(2), 83-97. https://doi.org/10.21241/ssoar.75435
WorkinBio – Arbeiten in bioökonomischen Nischen
Im Rahmen der Bekanntmachung „Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel“ des BMBF beschäftigte sich WorkinBio mit der arbeitsgesellschaftlichen Dynamik bioökonomischer Transitionen. In den Feldern Landwirtschaft, Biochemie und Biopharma wurden die arbeitsgesellschaftlichen Folgen und Voraussetzungen von Umstellungsprozessen zur Bioökonomie untersucht.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Hendrik Brunsen, M.A., Dr. Yannick Kalff (Projektmitarbeiter)
Laufzeit: 2021-2024
Ausgewählte Publikationen:
Brunsen, Hendrik / Fessler, Agnes / Kalff, Yannick / Holst, Hajo (2024): Arbeiten in bioökonomischen Produktionsprozessen. Eine qualitative Analyse von Arbeit und Beschäftigung in Chemie, Landwirtschaft und Pharmazie. In: WSI Mitteilungen 77(2), S. 89-97. doi.org/10.5771/0342-300X-2024-2-89
Arbeit und Digitalisierung
Im Auftrag eines Automobilunternehmens wurde der Einsatz digitaler Technologien in der Fahrzeug-Endmontage untersucht. Neben der betrieblichen Nutzung von Technologien zeigt sich die Wirkmächtigkeit gesellschaftlicher Zukunftsdiskurse, die über ihre Verunsicherungseffekte die Polarisierungsdynamiken zwischen Stamm- und Randbelegschaften vergrößern.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Steffen Niehoff, M.A. (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2018-2019
Publikationen:
Holst, Hajo/Niehoff, Steffen (2021): Der (gar nicht mehr so) lange Schatten der Disruption – Wie Produktionsarbeitende auf die digitale Transformation schauen. In: spw 247 (6/2021), 52-56.
TeamWork 4.0 – Gruppenförmige Arbeitsorganisation als Digitalisierungsressource
Das vom BMBF-geförderte F&E-Vorhaben beschäftigten sich die Forschungs- und Unternehmenspartner mit der Einführung von digitalen Systemen auf dem industriellen Shopfloor. Anhand vom Shopfloormanagement, KVP und der Gruppenarbeit wurden die Wechselwirkungen zwischen Arbeitsorganisation und technologischem Wandel beleuchtet und Gestaltungslösungen eingeführt.
Projektbeteiligte am IfS: Prof. Dr. Hajo Holst (Projektleitung), Hendrik Brunsen, Dr. Yannick Kalff, Robert Sinopoli (Projektmitarbeiter:innen)
Laufzeit: 2019-2021
Kooperationspartner: Technische Universität Darmstadt, IMU Institut GmbH Stuttgart, Mahr AG, Daimler AG, Homag AG
Ausgewählte Publikationen:
Holst, Hajo, Metternich, Joachim/Schwarz-Kocher, Martin et al. (2020): Digitalisierung und Arbeitsorganisation – zu den Wechselwirkungen zwischen Gruppenarbeit und digitalen Assistenzsystemen. In: Fraunhofer IAO (Hg.): Transwork. Arbeit in der digitalisierten Welt. Wiesbaden: Springer, 95-111. https://doi.org/10.1007/978-3-662-62215-5_7
Die Lehre des Fachgebiets Wirtschaftssoziologie orientiert sich am Leitbild der studierendenorientierten und forschungsnahen Lehre. Die Lehrveranstaltungen des Fachgebiets sind in mehrere Studiengänge des Instituts für Sozialwissenschaften eingebunden.
Im BA Sozialwissenschaften werden jeweils 2-semestrig die Einführung in die Wirtschaftssoziologie und die Einführung in die Organisations- und Arbeitssoziologie angeboten. Daneben ist das Team des Fachgebiets auch für die wirtschaftssoziologischen Vertiefungen verantwortlich: Regelmäßig werden Seminare zu wirtschaftssoziologischen Klassikern, dem Wandel der Arbeitsbeziehungen, der Transformation des Kapitalismus, der Finanzialisierung der Ökonomie, nachhaltigem Wirtschaften sowie der Digitalisierung der Gesellschaft angeboten.
Auf Masterebene werden turnusmäßig zwei soziologische Pflichtlehrveranstaltungen angeboten, die über den freien Wahlbereich auch für die anderen Masterprogramme des Instituts geöffnet sind: SE Wirtschaft im Wandel und SE Arbeit im Wandel. Zusätzlich werden regelmäßig Forschungsseminare zu den zentralen Themen des Fachgebiets angeboten: zur nachhaltigen Ökonomie, zur Digitalisierung und zur Zukunft der Arbeit.
Prof. Holst und die Mitarbeiter:innen des Fachgebiets stehen auch als Betreuer:innen von Abschlussarbeiten zur Verfügung. Wenn Sie Interesse an einer Betreuung haben, kontaktieren Sie uns mit einem Themenvorschlag.
Professur
Prof. Dr. Hajo Holst
Fachbereich 1: Kultur- und Sozialwissenschaften
Seminarstr. 33
49069 Osnabrück
Raum: 15/315
Sprechstunde: Anmeldung zur Videosprechstunde per Mail
Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen
Agnes Fessler, M.A.
Fachbereich 1: Kultur- und Sozialwissenschaften
Seminarstraße 33
49074 Osnabrück
Raum: 01/229
Sprechstunde: nach Vereinbarung
Daniel Heinz
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)
Seminarstraße 19 a/b
49074 Osnabrück
Raum: 03/E25b
Dr. Isabell Mader
Fachbereich 1: Kultur- und Sozialwissenschaften
Seminarstr. 20
49074 Osnabrück
Raum: 15/313
Sprechstunde: Nach Vereinbarung
Steffen Niehoff, M.A.
Sozialwissenschaften
Seminarstraße 20
49074 Osnabrück
Raum: 15/314
Sprechstunde: Nach Vereinbarung
Sophia Segler
Dipl.-Sozw. Ingo Singe
Janna Wichern, M.A.
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)
Seminarstraße 19 a/b
49074 Osnabrück
Raum: 03/E25b
Sekretariat
Arjeta Gringmuth
Fachbereich 1: Kultur- und Sozialwissenschaften
Seminarstr. 20
49074 Osnabrück
Raum: 15/316
Sprechstunde: Mo und Mi 9.30-12.30