Große Ehre: Osnabrücker Forschende in den Vorstand der Gesellschaft für Entwicklungsbiologie gewählt

Mit Prof. Dr. Kerstin Bartscherer (Abteilung Tierphysiologie) und Prof. Dr. Achim Paululat (Abteilung Zoologie) lenken künftig gleich zwei Forschende der Universität Osnabrück die Geschicke einer bedeutenden biowissenschaftlichen Fachgesellschaft.

Wie entstehen aus einzelnen Zellen Gewebe, Organe und ganze Organismen? Das ist die zentrale Frage der Entwicklungsbiologie, die auch in der Arbeit von Kerstin Bartscherer und Achim Paululat eine große Rolle einnimmt. Um die Forschung in diesem Bereich zu fördern und zu koordinieren, organisieren sich entwicklungsbiologisch tätige Forschende aus dem deutschsprachigen Raum seit 1975 in der Gesellschaft für Entwicklungsbiologie e.V. (GfE).

In der fast 50-jährigen Geschichte der GfE ist Kerstin Bartscherer nach Edith Knust und der Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Vollhard erst die dritte Frau, die deren Vorsitz übernimmt. „Auch bei uns ist noch viel zu tun, wenn es um Chancengleichheit und Mitbestimmung für Frauen und Minderheiten geht“, sagt Bartscherer. „Ich habe mir auf die Fahne geschrieben, das zu ändern.“

Darüber hinaus möchte sie als Vorsitzende insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs dafür begeistern, der Gesellschaft beizutreten. „Viele wissen nicht, dass wir eine tolle Summerschool anbieten. Darüber hinaus vergeben wir Preise, zum Beispiel für die beste Doktorarbeit, aber noch wichtiger ist, dass man Netzwerke knüpfen kann, die ein ganzes Forscherleben halten.“

Auch die regelmäßige Ausrichtung einer großen internationalen Tagung gehört zu den Aktivitäten der GfE. Im März 2024 wird diese, organisiert von Bartscherer und Paululat, in Osnabrück stattfinden – eine tolle Gelegenheit für die Studierenden der Osnabrücker Biologie, erste Konferenzluft zu schnuppern.

Prof. Dr. Kerstin Bartscherer und Prof. Dr. Achim Pauluat werden dem Vorstand der GfE zunächst für den Amtszeitraum 2023/2024 angehören. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Prof. Dr. Salim Seyfried von der Universität Potsdam (stellvertretender Vorsitzender), Dr. Maja Matis von der Universität Münster sowie Dr. Thomas Thumberger von der Universität Heidelberg (Geschäftsstelle).

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