Rückschau bei der Neujahrsfeier: Das waren die besten Masterarbeiten 2023

Im Rahmen der Neujahrsfeier hat die Biologie die besten Masterarbeiten des Vorjahrs ausgezeichnet. Die vom Dekanat und von der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie gestifteten Preise gingen an Kai Jürgens, Fabian Lange und Sabrina Wilkening. 

Zu Beginn der Neujahrsfeier des Fachbereichs führte zunächst die amtierende Dekanin Prof. Dr. Sabine Zachgo (Abteilung Botanik) im großen Hörsaal der Biologie die Gäste durch die Ereignisse des letzten Jahres und gab einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Entwicklungen in den kommenden Monaten. Während der feierlichen Ansprache wurden auch die Masterstudierenden, die exzellente Abschlussarbeiten angefertigt hatten, durch eine kurze Laudatio durch ihre Betreuer geehrt.

Kai Jürgens: „Atlas of Drosophila Anatomy“

In der Kategorie „Beste organismische Masterarbeit“ erhielt in diesem Jahr Kai Jürgens die vom Dekanat gestiftete Ehrung der Biologie. In der Abteilung Zoologie (Leitung: Prof. Dr. Achim Paululat hat er im Rahmen seiner Master-Abschlussarbeit mit Hilfe der Rasterelektronenmikroskopie hochauflösende und ästhetisch höchst anspruchsvolle Bilder der Taufliege Drosophila melanogaster aufgenommen. In seiner Masterarbeit mit dem Titel „Atlas of Drosophila Anatomy“ trug er sein beeindruckendes Bildmaterial einer Vielzahl anatomischer Details zusammen. Basierend auf den von ihm zusammengestellten Bilder wurde ein wissenschaftliches Manuskript bei der sehr renommierten Zeitschrift „Genetics“ zur Publikation eingereicht. Wir hoffen, dass demnächst die internationale Drosophila-Community von einem neuen Bildatlas mit Kai Jürgens als Erstautor in Forschung und Lehre profitieren kann. Eines seiner Bilder, eine Frontalansicht des Kopfes, hat bereits 2022 den Bildwettbewerb des Mikroskopherstellers JEOL gewonnen.

Fabio Lange: „Exploring molecular crosstalk between sphingomyelin and phosphoinositide-dependent lysosomal repair using organellar proteomics”

Der von der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) gestiftete Preis ging in diesem Jahr an Fabio Lange, der unter der Anleitung von Prof. Dr. Joost Holthuis (Leiter der Abteilung Molekulare Zellbiologie) an den komplexen Reparaturmechanismen geschädigter Lysosomen geforscht hat. Im Verlauf seiner Masterarbeit schaffte er es außerdem, ein neues Versuchsprotokoll zu etablieren, das es ihm erstmals ermöglichte, geschädigte Lysosomen so zu isolieren, dass sie anschließend massenspektrometrisch analysiert werden konnten. Auf diese Weise gelang ihm ein neuer Einblick in die Proteinzusammensetzung (Proteomik) defekter Zellorganellen und sein Protokoll hat bereits jetzt innerhalb der wissenschaftlichen Community hohe Wellen geschlagen.

Sabrina Wilkening: „Evaluation of self-labeling enzyme dyes for correlative in-resin light and electron microscopy“

Dieses Jahr gab es neben den zwei traditionellen Masterpreisen erstmals einen GBM-Sonderpreis, der eine weitere, besonders ausgezeichnete Masterarbeit ehren sollte. Der Sonderpreis wurde an Sabrina Wilkening für ihre exzellente Masterarbeit unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Hensel (Leiter der Abteilung Mikrobiologie) verliehen.

In dieser Arbeit widmete sie sich einem essenziellen Problem in der Anwendung der Korrelativen Licht- und Elektronenmikroskopie (engl.: CLEM), einer hochmodernen Mikroskopietechnik, die Licht- und Elektronenmikroskopie miteinander kombiniert, um die nanometergenaue Lokalisation von Proteinen in subzellulärer Strukturen zu bestimmen. Dabei werden in einem ersten Schritt in lebenden Zellen sog. Fluorophortags, d.h. fluoreszente Marker verwendet, um die zu untersuchenden Proteine zu kennzeichnen. Nach der Lichtmikroskopie folgt die Fixierung der Proben für die Elektronenmikroskopie, um die beiden Abbildungen miteinander zu korrelieren und so die markierten Proteine in den strukturellen Kontext der Zelle zu setzen. Das Problem: Die aufwändigen Fixierungsmethoden für die Elektronenmikroskopie verändern die Struktur der Probe, eine präzise Korrelation beider Bilder ist nicht immer exakt. Außerdem verlieren die meisten Fluorophore während der Probenfixierung ihre Wirksamkeit.

Sabrina Wilkening hat in ihrer Masterarbeit ein anwendungssicheres Protokoll etabliert, das synthetische, selbstaktivierende Fluorophore nutzt, die die Fixierung überstehen. So können licht- und elektronenmikroskopische Bilder nach der Fixierung und ohne Unterbrechung aufgenommen werden, sodass eine zuverlässige Korrelation von elektronen-und lichtmikroskopischer Bilder gewährleistet ist. Die Erarbeitung eines solchen Protokolls zur Verbesserung der korrelativen Licht- und Elektronenmikroskopie verbessert maßgeblich den Output korrelativer Mikroskopiestudien und wird sicherlich in zahlreichen Studien Anwendung finden.

Wir gratulieren Kai Jürgens, Fabio Lange und Sabrina Wilkening herzlich zu ihren hervorragenden Abschlussarbeiten und wünschen ihnen für die berufliche Zukunft alles Gute!

Über die Preise

Die Ausschreibung der Masterpreise wird von Prof. Dr. Christian Ungermann (Leiter der Abteilung Biochemie) organisiert. Die Lehrenden der Osnabrücker Biologie sind aufgefordert, exzellente Masterarbeiten unter ihrer Betreuung zu nominieren, eine Jury wählt anschließend die besten Abschlussarbeiten aus.

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