Workshop zum “Inklusiven Historischen Lernen“ an der Universität Osnabrück

Am 08.01.2026 veranstaltete die Abteilung der Geschichtsdidaktik des Historischen  
Seminars der Universität Osnabrück einen Workshop zum Thema „Inklusives  
Historisches Lernen“ für (angehende) Geschichtslehrer*innen.

Der Workshop intendierte einen gemeinsamen Austausch zwischen Vertreter*innen  
universitärer Forschung und schulischer Unterrichtspraxis. Ziel war mithin insbesondere, das  
wichtige Thema ,Inklusion‘ und seine Umsetzung im Geschichtsunterricht mit (angehenden)  
Lehrenden aus verschiedenen geschichtsdidaktischen Arbeitsbereichen – Schulen,  
Studienseminar und Universität – zu diskutieren.  

Wissenschaftlicher Impuls: Prof. Dr. Sebastian Barsch 

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch einen Vortrag von Sebastian Barsch (Universität zu  
Köln). Er legte dar, dass er ein erweitertes Verständnis von Inklusion vertritt, das die schulische  
Vielfalt in ihrer Gesamtheit und damit auch gesellschaftlich wirksame Differenzkategorien, wie  
Geschlecht, Ethnie und sozio-ökonomische Unterschiede, in den Blick nimmt. In seinem  
Vortrag legte er dabei den Fokus auf den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt.  
Mit Nachdruck verwies Barsch damit auf ein erhebliches empirisches Forschungsdesiderat im  
Bereich des historischen Lernens von Menschen mit Behinderung. Diese Lücke wirke sich auf  
auch auf konkrete Praxisansätze aus. So kritisierte Barsch unter anderem die Verwendung  
sogenannter „Leichter Sprache“ in Museumsführungen: Neue Studien zeigen, dass diese gut  
gemeinte Maßnahme von den adressierten Zielgruppen häufig als stigmatisierend  
wahrgenommen werde und damit ihre inklusive Zielsetzung verfehle. Im Hinblick auf  
methodische Perspektiven für die inklusive Unterrichtsgestaltung erläuterte Barsch u.a. das 
Konzept des: „Universal Design of Learning“. Dabei würden Lernsettings so konzipiert, dass  
sie „Rampen“ für einen möglichst barrierefreien Zugang zum gemeinsamen Lernen auf  
verschiedenen Lernniveaus zur Verfügung stellen. Die Lernenden können auf diese Weise, so  
Barsch, aus einem Pool von Angeboten auswählen, die allen zugänglich sind. Somit würden  
nicht, wie bei der klassischen „Binnendifferenzierung“, spezielle Lernangebote für spezielle  
Schüler*innen vorbereitet.  

Praxisteil: Anke Bleeker und Maren Stindt-Hoge 

Im Anschluss leiteten Anke Bleeker (Pädagogische Leiterin am Studienseminar Osnabrück)  
und Maren Stindt-Hoge (Fachleiterin Geschichte am Studienseminar Osnabrück) einen  
praxisorientierten Workshop. Im Mittelpunkt stand die zentrale Frage „Wie kann historisches  
Lernen so gestaltet werden, dass alle Schüler*innen teilhaben können? Zunächst erläuterten die  
Referentinnen zum einen kognitive und emotionale Herausforderungen für Schüler*innen in  
einer „typischen“ Geschichtsstunde, zum anderen mögliche Lernvoraussetzungen im Hinblick  
auf unterschiedliche Niveaus sowie Prinzipien inklusiven Geschichtsunterrichts. In diesem  
Zusammenhang stellten sie das EIS-Prinzip vor, das Wissen über drei didaktische  
Repräsentationsstufen vermittelt: enaktiv, ikonisch und symbolisch.  
Im Anschluss stand die kooperative Entwicklung von inklusiven Lernsettings auf der  
Grundlage einer beispielhaft ausgewählten Unterrichtsstunde im Fokus. Die Informationen und  
Anregungen aus dem Impulsvortrag von Sebastian Barsch und die im anschließenden Praxisteil von Anke Bleeker und Maren Stindt-Hoge initiierten unterrichtspraktischen Umsetzungen  
inklusiven Lernens führten schließlich in der Verbindung zu ausgesprochen intensiven,  
inspirierenden Diskussionen.  

Dank

Wir danken den Vortragenden sowie allen Teilnehmenden für den produktiven Austausch zum  
Thema „Inklusives Historisches Lernen“.