Ausstellung „Blau“: Traditionelles Handwerk neu entdeckt

Studierende des Fachs Textiles Gestalten haben ein Semester lang den Blaudruck in Deutschland und Georgien untersucht und laden nun zur Ausstellung in Bad Essen ein.

Ein Semester lang haben sich Studierende des Faches Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück intensiv mit dem immateriellen Kulturerbe des Blaudrucks in Deutschland und Georgien beschäftigt. In mehreren Projektgruppen tauchten sie in die Geschichte, Technik und kulturelle Bedeutung dieses traditionsreichen Handwerks ein.

Eine Gruppe erforschte die historische Entwicklung des Blaudrucks (Sontka Iwwerks, Sara Müter, Sarah Schneider), während andere das Produktionsverfahren – vom Färben mit Indigo bis hin zu modernen Varianten mit Bezanthren – untersuchten (Antonie Meyer, Greta Schmidt, Maria Papenbrock, Julia Unterberg).

Ein weiteres Team erstellte ein Musterbuch sowie Powerpointpräsentationen zu Motiven aus dem Bestand des Einbecker Blaudrucks (Annika Augustin, Christina Fusch, Daria Ivanov, Elina Klink). Zudem befragten Studierende zwei Grundschulklassen zu ihren Vorstellungen vom Blaudruck (Katharina Hesterberg, Hanna Kleine, Emely Kolle, Leonie Pappai, Maja Rathmann, Anna Vortallen).

Eine weitere Gruppe widmete sich gemeinsam mit Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt der Blaudruck-Tradition in Georgien, dem Kooperationspartner des Fachgebiets (Dominique Bohlen, Mirko Maltzahn). Dort steht das Supra, das traditionelle Festmahl der Georgier, im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Früher war dieses gemeinschaftliche Essen kaum ohne das charakteristische blau-bedruckte Tischtuch – das „Blue Table Cloth“ denkbar, das zum festen Bestandteil der Tischkultur gehörte. Die Staatliche Kunstakademie Tiflis hat eigens für die Ausstellung ein „Blue Table Cloth“ angefertigt, dafür danken wir.

Dabei wurden auch Unterschiede in der heutigen Praxis deutlich: Während in Deutschland vielerorts noch mit traditionellen Modeln gearbeitet wird und vor allem der Färbeprozess modernisiert wurde, kommt in Georgien häufig das Siebdruckverfahren zum Einsatz. Beide Verfahren ermöglichen eine schnellere und kostengünstigere Produktion und eröffnen zugleich neue gestalterische Möglichkeiten, etwa durch den Einsatz weiterer Farben.

Aus den Projekten ist eine Ausstellung entstanden, die zum Entdecken und Erkunden einlädt – Anfassen ist ausdrücklich erlaubt. Alle Ausstellungsobjekte sowie das -equipment wurden mit den vorhandenen Mitteln des Fachgebiets selbst hergestellt.

Alle Kultur- und Kunstinteressierten sind herzlich zum Besuch der Ausstellung eingeladen:

  • Ort: Schafstall, Kunst- und Museumskreis Bad Essen e. V.
  • Ausstellungsdauer: 28. März bis 27. Mai 2026

Das Fachgebiet Textiles Gestalten dankt dem Kunstverein Bad Essen für die Möglichkeit, die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Ein besonderer Dank gilt der Schroubek-Stiftung in München, die das Projekt mit einer Fördersumme von 2.500 Euro großzügig unterstützt und damit einen wichtigen Beitrag zur Realisierung der Ausstellung geleistet hat. Ein besonderer Dank gilt außerdem dem Einbecker Blaudrucker Ulf Ahrens für seine fachkundige Unterstützung und den Workshop in Einbeck.

Für die filmische und fotografische Begleitung engagierten sich Osnabrücker Filmenthusiasten, allen voran Eva Berger, unterstützt von Wolfgang Sparenberg. Weitere Unterstützung erhielten die Studierenden von universitärer Seite vom Tischlermeister Jürgen Menkhaus, von Christine Löbbers sowie von den studentischen Hilfskräften Christina Fusch, Daria Ivanow und Sara Hermsmeier. Die technische Installation übernahmen Markus Tiesmeyer und Felix Wurm vom IT-Team.

Weitere Informationen: Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt, 0541 969-4217,  baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de