Warum erheben sich Menschen gegen staatliche Autorität und Willkür? Was entscheidet darüber, ob Menschen gewaltfreie oder gewalttätige Mittel des Widerstands einsetzen? Und wie können wir die Auswirkungen von Widerstand empirisch bewerten?
In dieser CeCoP-Lecture wird Dr. Maria Birnbaum von der Universität Basel darüber sprechen, wie Religion sowohl von Regimes als auch von Widerstandsbewegungen instrumentalisiert wird, um Menschen zu mobilisieren und politische Ziele zu erreichen. Als Autorin von Before Recognition: How the Politics of Religion shaped the Internationale Order präsentiert sie verschiedene Beispiele, in denen Religion sowohl auf staatlicher als auch ziviler Seite maßgeblichen Einfluss auf Widerstandsdynamiken hatte. Sowohl die Rolle der britisch-indischen Muslime im Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft bzw. die Mehrheitsherrschaft des Indischen Nationalkongresses als auch die Rolle verschiedener religiöser Communities in den Jahrzehnten vor der Teilung Palästinas stellen „Religion“ als gestaltende Kraft in den Mittelpunkt, über die Regierungs- sowie Widerstandspraktiken organisiert wurden.
CeCoP-Lecture mit Maria Birnbaum
- Titel: "Colonial Religion: Recognition and Resistance"
- Datum: 12.05.2026, 18:00-19:30 Uhr
- Raum: 15/308
Dr. Maria Birnbaum ist Dozentin an der Universität Basel und leitende Wissenschaftlerin bei swisspeace. Sie ist assoziierte Forscherin am Centre for Global Knowledge Studies (gloknos) der Universität Cambridge, am Institute for Advanced Studies (IAS) in Princeton sowie an der Universität Bern. Ihre Forschungsarbeit in den Bereichen Globalpolitik, Sozial- und Politiktheorie, Religionswissenschaft und Kolonialgeschichte befasst sich mit dem Verhältnis zwischen Vielfalt und Ordnung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Religion und Politik liegt. Zudem lehrt und publiziert sie zu Politik und Geschichte von Wissen und Nichtwissen sowie zur Begriffsgeschichte.
Diese CeCoP-Lecture findet im Rahmen des Seminars Strategies of (Non-)Violent Resistance von Finn Klebe statt und steht allen Interessierten offen. Das CeCoP und das IfS freut sich über rege Beteiligung sowohl von studentischem als auch wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Publikum.