Workshop und Symposium an der Università Urbaniana, Rom, 13.9-3.10.2022 (Förderung: DFG Netzwerk)

Internationales Forschungsprojekt „Vatican II – Legacy & Mandate“ geht in die nächste Phase

Projekt-Workshop und Symposium an der Università Urbaniana, Rom – 30.09.-03.10.2022

Im internationalen theologischen Forschungsprojekt „Vatican II - Legacy & Mandate“ arbeiten etwa 130 Theologinnen und Theologen aus allen Kontinenten an einer umfassenden interkontinentalen und interkulturellen Kommentierung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Das Projekt, das nach dem 50-Jahr-Jubiläum des Konzils startete, geht nun in seine nächste Phase.
Nachdem in den letzten beiden Jahren die Corona-Pandemie die Projektbeteiligten aus Europa, Afrika, Lateinamerika, Nordamerika, Australien, Asien und Ozeanien zur rein digitalen Zusammenarbeit zwang, war der Präsenzworkshop, der vom 30. September bis 03. Oktober 2022 im Centro Internazionale di Animazione Missionaria (CIAM), dem Tagungshaus der renommierten Università Urbaniana in Rom, stattfinden konnte, eine wichtige Gelegenheit zur Konsolidierung und Intensivierung der gemeinsamen Forschung. Dabei tauschten sich rund 35 Delegierte aus den verschiedenen Arbeitsgruppen zu kontinentalen Perspektiven und den 16 Konzilsdokumenten über ihre bisherigen Erfahrungen aus. Sie diskutierten die interkontinentale, historisch- und systematisch-theologische Hermeneutik des Forschungsprojekts und erörterten dessen weitere Ausrichtung. Die Dekolonialisierung eurozentrischer Strukturen und Hermeneutiken in der Konzilsforschung, eine Intensivierung des internationalen und interkontinentalen Charakters des Projekts auf inhaltlicher wie institutioneller Ebene, sowie die Herausforderung und Chancen partizipativer Forschung waren wichtige Leitlinien der Diskussion.
Das reiche Erbe und der bleibende Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils, das auch 60 Jahre nach dessen Eröffnung Leitperspektiven für Theologie und Kirche im 21. Jahrhundert bietet (vgl. dazu: Margit Eckholt, Das Gesicht des Südens. Das Zweite Vatikanische Konzil in weltkirchlicher Perspektive, in: Herder Korrespondenz 76 (2022) 13-16), wurde im Anschluss an den Workshop am 03. Oktober in einem öffentlichen Symposium in der Aula Magna der Università Urbaniana weiter vertieft Die Beiträge international ausgewiesener Theologinnen und Theologen machten das Symposium zu einem fruchtbaren Moment auf der Suche nach der Reform einer synodalen Kirche und Theologie im Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils und seiner Rezeption in den verschiedenen Kontinenten. Mit großer Dankbarkeit haben die rund 65 Präsenz-Teilnehmenden und 45 digital Zugeschalteten dabei auch das  ermutigende Statement von Kardinal Jean-Claude Hollerich aufgenommen.
Mit der Inspiration aus dem Workshop und Symposium, die neben anderer Finanzierung auch durch Mittel der DFG realisiert werden konnten, machen sich die Projektgruppen nun an die Arbeit, die ersten, einführenden und kontinentalen Bände des Kommentarprojekts zu vollenden und in die intensive Arbeitsphase zu den Kommentaren der einzelnen Konzilsdokumente einzusteigen.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt „Vatican II – Legacy & Mandate“ finden sich unter  www.vatican2legacy.com. Vgl. auch: Margit Eckholt, Vatican II: Legacy and Mandate. Ein interkontinentaler Kommentar der Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils, in: ET Studies 13 (2022) 349-354.

Severin Parzinger, 3.12.2022

© Vatican II – Legacy & Mandate