Forschung

Tagungen und Forschungsreisen

Mitglieder der AGKG vor dem Osnabrücker Dom mit dem Leiter des Diözesanmuseums, Dr. Hermann Queckenstedt
© (c) Martin Belz.

Positives Echo für kirchenhistorische Tagung in Osnabrück : Arbeitsgemeinschaft der Kirchenhistoriker und Kirchenhistorikerinnen im deutschen Sprachraum (AGKG) tagte in der Friedensstadt

Die Osnabrücker Diözesangeschichte, der Westfälische Frieden und Erich Maria Remarque bildeten die zentralen Themen der zweitägigen kirchenhistorischen Tagung in Osnabrück, zu der die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Kirchenhistoriker und Kirchenhistorikerinnen im deutschen Sprachraum (AGKG) am 31. Mai und 1. Juni 2024 in die Friedensstadt gekommen sind. Im Zentrum der Tagung standen wie jedes Jahr die Vernetzung und der Austausch innerhalb der Fachdisziplin, die Arbeitssitzung der AGKG sowie ein reiches Kultur- und Exkursionsprogramm.

Treffen der Osnabrücker Bistumsdelegation
© (c) Christine Möller.

Auf den Spuren Johann Ernst Hanxledens, eines frühneuzeitlichen Missionars aus Ostercappeln : Reise einer Delegation des Bistums Osnabrück nach Indien mit Beteiligung der Juniorprofessur für Kirchen- und Christentumsgeschichte der Universität Osnabrück

Was veranlasst einen jungen Mann Ende des 17. Jahrhunderts aus einem beschaulichen Osnabrücker Vorort nach Indien aufzubrechen und dort als Missionar zu leben? Welche Erfahrungen machte er auf seiner Reise? Wie lebte und wirkte er vor Ort?

Forschungsprojekte

Titelseite des gemeinsamen Hirtenwortes der oberrheinischen Bischöfe zur Geschiedenenpastoral, 1993
© Bistum Mainz / Martinusbibliothek Mainz, Bearbeitung: Martin Belz

(K)ein Platz am Tisch des Herrn? Das Hirtenwort der oberrheinischen Bischöfe zur Geschiedenenpastoral von 1993 und dessen Rezeption in der Bistumspresse von Mainz, Rottenburg-Stuttgart und Freiburg

Projektleitung:   Prof. Dr. Martin Belz

Dürfen Wiederverheiratete Geschiedene in der katholischen Kirche die Kommunion empfangen – oder sind sie für die Dauer der zweiten standesamtlichen Ehe von der Eucharistie ausgeschlossen? Diese Frage erregte zwischen Herbst 1993 und Frühjahr 1995 die Gemüter im bundesdeutschen Katholizismus und insbesondere in den drei Bistümern der Oberrheinischen Kirchenprovinz (Freiburg, Mainz und Rottenburg-Stuttgart). Was war geschehen?

Informationsblatt zum Wormser Memorandum 1971, Titelseite
© (c) Bistum Mainz / Institut für Mainzer Kirchengeschichte

Das "Wormser Memorandum" von 1971. Ein Beitrag zur ökumenischen Verständigung?

Projektleitung:   Prof. Dr. Martin Belz

April 1971: 450 Jahre ist es her, dass Martin Luther vor Kaiser Karl V. in Worms im Kontext des dort tagenden Reichstages auftrat und den Widerruf seiner Schriften verweigerte: Dieses historische Ereignis und die Gedenkfeiern der Stadt Worms im Jahr 1971 nahmen führende Wormser Katholiken zum Anlass, Papst Paul VI. um "ein klärendes Wort zur Person und Lehre Martin Luthers aus heutiger katholischer Sicht im Interesse der Vertiefung oekumenischer Arbeit" zu bitten. Die Bittschrift aus der Nibelungenstadt machte als "Wormser Memorandum" deutschlandweit Schlagzeilen. In ihr forderten die unterzeichneten Katholiken zudem die Einsetzung einer päpstlichen Kommission, welche die katholische Sichtweise auf den Reformator reflektieren und klären sollte, ob der 1521 verhängte Kirchenbann über Luther noch Geltung besitze.

Erste Lesung der Pariser Verträge im Deutschen Bundestag
© Bundesarchiv, B 145 Bild-F002349-0006 / Brodde / CC-BY-SA 3.0

Das Katholische Büro in Bonn und die Ehescheidungsreform. Der Wandel der religiösen Interessenvertretung in der Bundesrepublik zwischen 1949 und 1976

Projekt:  Mag. theol. Michael Neumann M.A.

Wie agierten katholische Vertreter, wenn es darum ging, in der demokratischen Gesellschaft der Bundesrepublik religiöse Glaubenswahrheiten politisch zu verteidigen? Das an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster betreute Dissertationsprojekt von   Michael Neumann untersucht diese Frage am Beispiel der kirchlichen  Lehre der Unauflöslichkeit der Ehe und der geschlechterspezifischen Rollenordnung innerhalb dieser. Anhand dreier zentraler Ehereformgesetze, dem Gleichberechtigungsgesetz 1957, dem Familienrechtsänderungsgesetz 1961 und dem Ersten Ehe- und Familienrechtsänderungsgesetz 1976, wird analysiert, wie die katholische Kirche durch das Katholische Büro in Bonn  auf Fragen der staatlichen Ehescheidung politisch Einfluss zu nehmen versuchte. Im Zentrum steht dabei der Wandel der religiös legitimierten Interessenvertretung des Katholischen Büros zwischen 1949 und 1976, welches als Verbindungsbüro an der Schnittstelle zwischen Kirche und Politik agierte.

Kooperationen

DEU, NRW, Architektur, Schwerte, Katholische Akademie Schwerte, Akademie des Erzbistums Paderborn, Kardinal-Jaeger-Haus
© (c) Katholische Akademie Schwerte

Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung

Seit ihrem Beginn kooperiert die Juniorprofessur für Kirchen- und Christentumsgeschichte eng mit dem Schwerter Arbeitskreis Katholizismusforschung (SAK) und der Katholischen Akademie Schwerte. Das Team aus Sprecherin und Sprecher des Arbeitskreises bilden seit November 2020   Prof. Dr. Martin Belz (Universität Osnabrück) und Dr. Sarah Thieme (Universität Münster).

Der Kreis versteht sich als ein offenes Forum, in dem sich Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachdisziplinen einmal im Jahr, jeweils im November, für ein Wochenende in Schwerte treffen. Im Mittelpunkt der Tagungen stehen die Vorstellung und die Diskussion laufender Arbeiten aus der gesamten Breite der historischen Katholizismusforschung vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Besonders Forschende, die im Kontext von Qualifikationsschriften (Master-, Diplom-, Magisterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen) arbeiten, sind herzlich eingeladen, ihre Projekte vorzustellen und dafür Themenvorschläge im Rahmen eines Call for Papers im Frühjahr einzureichen. Neben diesen Projektvorstellungen widmet sich die sogenannte Generaldebatte der Tagung jeweils einem konkreten Thema der Katholizismusforschung.

Seit der Gründung im Jahr 1987 ist es ein zentrales Anliegen des Arbeitskreises, die traditionelle, oft institutionen- und personenzentrierte Katholizismusforschung um neue sozial-, kultur- und mentalitätsgeschichtliche Zugänge zu erweitern.

Weitere Informationen zum Arbeitskreis, Hinweise auf die Jahrestagungen und den Call for Papers finden Sie unter diesem   Link.

© IKFN

Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit

Seit Sommer 2023 kooperiert die Juniorprofessur für Kirchen- und Christentumsgeschichte ebenfalls mit dem Forschungszentrum   Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) der Universität Osnabrück, in das   Prof. Dr. Martin Belz als Mitglied aufgenommen wurde.

Das Forschungszentrum IKFN widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Frühen Neuzeit (ca. 1500-1800) und bündelt dabei die Blickwinkel und Erkenntnisinteressen aus neun verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen: Geschichte, germanistische Literaturwissenschaft, Romanistik, Anglistik/Amerikanistik, Latinistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, evangelische Theologie und katholische Theologie.

Erste Ideen für gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre sind bereits vorhanden und werden demnächst hier veröffentlicht.